in den Höfen des Hauses Gottes

Und das Volk ging hinaus und holte herbei; und sie machten sich Hütten, ein jeder auf seinem Dache und in ihren Höfen, und in den Höfen des Hauses Gottes, und auf dem Platze am Wassertore, und auf dem Platze am Tore Ephraim.
Elberfelder 1871 -Nehemia 8,16

Da ging das Volk hinaus, holte Zweige und baute sich Laubhütten, die einen auf den flachen Dächern ihrer Häuser, andere in ihren Höfen, in den Vorhöfen des Tempels und auf den freien Plätzen am Wassertor und am Efraïmtor.
Gute Nachricht Bibel 2018 – Nehemia 8:16

Also ging jeder los, sammelte im Park ein paar Zweige und baute sich damit eine kleine Bude im Garten. Wer keinen Garten hatte, stellte sich so ein Teil auf den Balkon oder die Dachterrasse. Und wer in einer Siedlung wohnte, baute sich seine Blätterbude auf der Wiese im Park, auf irgendeinem freien Platz, oder zur Not auch direkt vor dem Tempel oder am Efraimtor auf.
VolxBibel – Neh 8,16

„Wenn ich an meinen Gott denke“, schrieb der Komponist Franz Josef Hayden, „ist mein Herz so voll, dass die Noten tanzen und aus meiner Feder hüpfen, und da Gott mir ein fröhliches Herz gegeben hat, wird es mir verziehen, dass ich ihm mit einem fröhlichen Geist diene.“
Der Versöhnungstag wurde am zehnten Tag des Monats gefeiert und das Laubhüttenfest vom fünfzehnten bis zum einundzwanzigsten Tag. Das bedeutete, dass die Führer nur wenige Tage zur Verfügung hatten, um den Juden in den umliegenden Dörfern mitzuteilen, dass alle das Laubhüttenfest feiern würden. Es reicht nicht aus, das Wort Gottes zu hören, wir müssen auch dem gehorchen, was es uns sagt (Jakobus 1,22-25). Das Volk hatte nicht nur Freude daran, das Wort zu hören, sondern auch „große Freude“ daran, es zu befolgen (Neh 8,17).
Während der sieben Tage des Festes lebten die Juden in Ständen aus Zweigen, die sie gewöhnlich auf den Flachdächern ihrer Häuser errichteten. Es war eine Zeit, in der man zurückblickte und sich an die vierzig Jahre der Wanderung des Volkes in der Wüste erinnerte, als das Volk heimatlos war und in provisorischen Unterkünften lebte. Aber das Fest war auch eine Zeit, in der man auf den Erntesegen aus Gottes Hand blickte. Der Herr hatte ihnen ein gutes Land gegeben, und sie sollten den Geber nie vergessen, während sie die Gaben genossen (5. Mose 8). Das Laubhüttenfest war auch eine Gelegenheit, auf das herrliche Königreich zu blicken, das Gott seinem Volk Israel versprochen hatte (Sach. 14:4, 9, 16-20). Es war ein einwöchiges Fest des freudigen Lobes und der Danksagung, bei dem die Güte des Herrn im Mittelpunkt stand.
Aber das Feiern des Festes diente nicht nur dem Vergnügen, sondern auch der Bereicherung und Ermutigung. „Die Freude am Herrn ist eure Stärke“ (Neh 8,10). Die Freude der Welt ist vorübergehend und künstlich; und wenn die Freude verschwunden ist, bleiben die Menschen in noch größerer Schwäche und Leere zurück. Aber die Freude, die vom Herrn kommt, ist echt und dauerhaft und bereichert unser Leben. Gott schenkt uns nicht Freude anstelle von Kummer oder Freude trotz Kummer, sondern Freude inmitten von Kummer. Es ist kein Ersatz, sondern eine Verwandlung.

Warren W. Wiersbe – Sei Commentary Serie

Sie machten sich Hütten, jeder auf seinem Dache und in ihren Höfen und in den Vorhöfen des Hauses Gottes und auf dem freien Platze am Wasserthore und dem freien Platze am Ephraimsthore. Ueber die Lage dieses Thores. Der freie Platz vor demselben ist innerhalb der Stadtmauer zu denken. Auf diesen beiden öffentlichen Plätzen machten sich wol diejenigen Hütten, die ohne in Jerusalem zu wohnen, dorthin gekommen waren, und in den Vorhöfen des Tempels wol auswärtige Priester und Leviten.

Keil – Biblischer Commentar über das Alte Testament

Alle freien und ebenen Plätze wurden gebraucht, um die Hütten zu errichten. Die Bewohner Jerusalems benutzten dazu die flachen Dächer ihrer Häuser und die dazugehörenden Höfe. Die auswärtigen Gäste waren auf die Vorhöfe des Tempels und die öffentlichen Plätze in der Stadt angewiesen. Namentlich erwähnt werden der schon bekannte freie Platz beim Wassertor (s. Neh 8,1) und der freie Platz beim Ephraimtor. Der Name »Ephraim« lässt schon erkennen, dass es sich um ein im Norden oder Nordwesten der Stadt liegendes Tor handelte. Es wird in 2Kön 14,13; 2Chr 25,23 noch einmal erwähnt. Danach soll es 400 Ellen vom Ecktor entfernt gelegen haben. Falls die Identifizierung des Jeschanatores mit Letzterem richtig sein sollte, dann ist die Vermutung seiner Lokalisierung im Norden oder Nordosten der Westmauer, die anhand des Namens angestellt wurde, bestätigt (vgl. auch Neh 12,39).

Wuppertaler Studienbibel

Die gesamte wiederhergestellte Stadt wird zum Ort dieses Festes: die Häuser, die Höfe und die Plätze (V. 16). Das „Haus Gottes“ wird als ein Ort unter vielen erwähnt, an dem die Festzelte aufgestellt werden. Man hätte vielleicht erwartet, dass der Tempel mehr im Zentrum eines solchen heiligen Tages steht, aber hier fügt er sich fast in die Umgebung der städtischen Wohnungen und Straßen ein. Abgesehen davon, dass die Idee des heiligen Ortes nicht nur auf den Tempel beschränkt ist, sondern die ganze Stadt einschließt, geht es hier um mehr. Das Laubhüttenfest in seinem endgültigen, verwandelten Verständnis erinnert die Gemeinschaft auch an eine Zeit, bevor es einen Tempel gab. Das war eine Zeit, in der das Volk unterwegs war und Gott mit ihm „in einem Zelt und einer Hütte“ (2 Sam 7,6) lebte. In dieser Zeit sucht die Gemeinschaft nach ihren Ursprüngen und nach den frühen Verheißungen der Gegenwart Gottes bei ihnen. Letztlich hängt diese Gegenwart nicht von einem Ort oder einer Struktur ab, sondern liegt in der Treue Gottes zu ihnen, die er ihnen aus freien Stücken schenkt. Bauten, selbst solche aus den stabilsten Materialien, können sich am Ende als ebenso provisorisch erweisen wie Hütten aus Zweigen. Die Hoffnung des Volkes ruht vielmehr auf der dauerhaften Verheißung des Bundes, den Gott mit ihm geschlossen hat. So verstanden, evoziert die vorübergehende Behausung eine dauerhafte Gegenwart.
Darüber hinaus dominieren die Worte der Tora, „wie es geschrieben steht“, die Handlung dieser Abschnitte. Die Schriftrolle steht im Mittelpunkt, und die Identität der Gemeinschaft formt sich um die Schriftrolle herum neu. So gespalten, wie sie nach den früheren Beschreibungen geworden war, so einig sind sie nun in ihren Reaktionen auf die Tora. Das ganze Volk weinte, die ganze Gemeinde baute Buden, und das Volk Israel tat Buße.

Westminster Bible Companion

Ich finde es sehr spannend, zu sehen, dass der Tempel auf der einen Seite „abgesondert“ oder „heilig“ war, aber in der Anbetung doch so nahe besucht und betreten werden durfte – und ja es waren „nur“ die Vorhöfe!
Beim lesen der verschiedenen Kommentare liegt der Schwerpunkt zu Nehemia 8 aber eher dahin, dass wir Dankbarkeit entwickeln müssen, für dass was Jehovah schon in der Vergangenheit für uns getan hat. Und seien wir ehrlich – meist vergessen wir schnell, wenn wir Hilfe von Jehovah hatten. An die traurigen Tage, wo wir denken, dass wir allein gelassen waren, die prägen sich leider meist tiefer in unser Gedächnis. Deshalb laßt auch uns regelmäßig an die Taten Jehovahs erinnern!

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