Steht vor deiner Tür

Siehe, ich stehe an der Tür und klopfe an; wenn jemand meine Stimme hört und die Tür auftut, zu dem werde ich eingehen und das Abendbrot mit ihm essen, und er mit mir.
Elberfelder 1871- Offenbarung 3,20

Siehe: Ich habe mich vor die Tür gestellt und klopfe an. Wenn jemand meine Stimme hören und die Tür öffnen wird, werde ich zu ihm hineingehen und mit ihm Mahl halten und er mit mir.
Jantzen & Jettel – Offb 3,20

Merkst du das nicht? Pass auf, noch stehe ich vor deiner Tür und rufe dich! Und wer mich jetzt hört und mir die Tür öffnet, zu dem werde ich reingehen. Zusammen werden wir das besondere Abendessen feiern.
VolxBibel – Offb 3,20

ἕστηκα Pf. (m. präs. Bdtg.) ἵσταμαι. ἐπί vor. θύρα Tür. κρούω anklopfen. ἀκούσῃ Aor. Konj. ἀκούω. ἀν-οίξῃ Aor. Konj. -οίγω. καί apodotisch (A311,2) so/dann. εἰσ-ελεύσομαι Fut. -έρχομαι. δειπνήσω Fut. δειπνέω (< δεῖπνον Hauptmahlzeit [gegen Abend]) speisen.

Neuer Sprachlicher Schlüssel zum Griechischen Neuen Testament

Wenn Christus das Leben der Gemeinde als weder kalt noch warm bezeichnete, so muss das ein Zustand gewesen sein, wo man nicht mehr wusste, ob man in der Gemeinde eine verchristlichte Welt oder ein verweltlichtes Christentum hatte. Denn die Gemeinde war noch nicht Welt: es fehlte ihr die Kälte, dieser wesentliche Zug der Welt. Die Gemeinde war auch nicht mehr Christentum, denn es fehlte ihr das Feuer, die Schechina des göttlichen Heiligtums. So trug sie in ihrem Wesen etwas zur Schau, was sie nicht mehr war. Als Gemeinde galt sie als ein Gottestempel in der Welt, aber der Tempel war ohne den Herrn der Herrlichkeit. Gottes Herrlichkeit war mit ihrem Glanz und ihrem Feuer aus ihr gewichen, wie einst in den Tagen Jerusalems, als Gott sich von seinem alttestamentlichen Gottesvolke zurückzog. Nie hätte die Gemeinde gestattet, dass die Welt mit all ihrer leidenschaftlichen Sinnlichkeit, mit ihrem Schmutz und ihrer Hässlichkeit, mit ihrer zersetzenden Kritik und Widergöttlichkeit ihren Tempel erfülle. Aber derselbe Tempel, der keinen Raum für das eigentliche Wesen der Welt hatte, hatte auch keinen Raum für das eigentliche Wesen des Christentums. Christus stand vor der Tür des Tempels. Man hielt: Gebetsstunden, wie auch in allen anderen Gemeinden Kleinasiens – aber Christus war nicht in den Gebetsstunden zu Laodicäa; Gottesdienste, nicht weniger schön als in Smyrna oder Pergamus oder Philadelphia, – aber Christus hörte man nicht auf der Kanzel zu Laodicäa; Abendmahlsfeiern, nicht weniger feierlich und stimmungsvoll als lebendige Gemeinden sie immer wieder als eine Verkündigung des Todes des Herrn gefeiert hatten, – aber Christus war nicht unter den Abendmahlsgästen in Laodicäa; Beratungen ernst und sachlich, wie jeder praktische Gemeindebau sie erfordert, – aber Christus war nicht zu sehen unter den Beratenden von Laodicäa. Er stand vor der Tür.

Ja, man hörte sein Klopfen nicht einmal mehr. Die Betenden in den Gebetsstunden waren so eingenommen von sich selbst, dass sie seine Stimme nicht hörten. Die Gottesdienste waren so sehr nur um ihrer selbst willen da, dass man in der Abwesenheit der Gegenwart des Herrn keine Lücke empfand und an Ihn, als den Gegenstand der Anbetung, nicht mehr dachte. Die äußere Form und Feierlichkeit des Abendmahls nahm alle so völlig in Anspruch, dass niemand es vermisste, wenn Jesus unter den Gästen nicht zu sehen war. Die Beratungen waren alle so selbstverständlich und die Beschlüsse der Sache des Reiches Gottes so entsprechend, dass niemand auf den Gedanken kam, zu fragen, was wohl Jesus zu den einzelnen Fragen zu sagen hat. Das Leben der Gemeinde hatte Raum für die Kirche, aber nicht für den Herrn der Kirche.

Kein Wunder, dass sie in ihrer Selbsteinschätzung sprach: „Ich bin reich, ich habe Schätze gewonnen und bedarf nichts!“

Der Auferstandene jedoch antwortete ihr: „Und dabei weißt du nicht, dass gerade du elend bist und jämmerlich, arm, blind und bloß!“

Laodicäa! Der Tempel an sich ist noch nicht eine Hütte Gottes bei den Menschen, wenn diesem die Gegenwart und die Herrlichkeit Gottes fehlt.

Laodicäa! Das Gebet an sich ist noch kein Verkehr der Seele mit Gott, wenn es nur um seiner selbst willen gepflegt wird und Der fehlt, zu dem die Seele sprechen sollte.

Laodicäa! Der Gottesdienst an sich dient noch nicht Gott, wenn man in demselben Den vergeblich sucht, der in demselben der Seele dienen will.

Laodicäa! Die Abendmahlsfeier an sich ist noch kein Ausdruck unserer Herzensgemeinschaft mit dem Gekreuzigten und Auferstandenen, wenn ihre äußere Form und Feierlichkeit den Gästen die Teilnahme Dessen ersetzen kann, Dem sie gilt.

Laodicäa! Gemeindeberatungen an sich sind noch kein Gemeindebau, wenn für die Besprechungen und Beschlüsse zwar noch die Zustimmung der Glieder, aber nicht mehr die des Hauptes erforderlich ist.

Jacob Kroeker – Die zerfallene Kirche

kein einziges Versprechen unerfüllt

Und Jehova schaffte ihnen Ruhe ringsum, ganz so, wie er ihren Vätern geschworen. … Es fiel kein Wort aus von all den guten Worten, welche Jehova geredet dem Hause Israels; alles traf ein.
de Wette Bibel, – Jos 21,44–45

 Jehova schenkte ihnen auch auf allen Seiten Ruhe, wie er es ihren Vorfahren geschworen hatte. …  Von all dem Guten, das Jehova dem Haus Israel versprochen hatte, blieb kein einziges Versprechen unerfüllt — alles traf ein.
neue Welt Übersetzung – 2018 – Josua 21,44–45

Und Jehova schaffte ihnen Ruhe ringsumher nach allem, was er ihren Vätern geschworen hatte; … Es fiel kein Wort dahin von all den guten Worten, welche Jehova zu dem Hause Israel geredet hatte; alles traf ein.
Elberfelder 1871 Josua 21,44–45

Das kennen wir Menschen gar nicht mehr – dass jemand sich ganz an den Vertrag hält? Und dass, obwohl der Vertragspartner immer wieder vertragsbrüchig geworden war. Auch heute noch, sind wir Menschen es, die unseren Part nicht einhalten, aber trotzdem Seine Gunst genießen!
Und da wir es nicht mehr gewohnt sind, weil andere Menschen uns immer wieder enttäuschen – so zweifeln wir immer wieder auch Jehovahs Treue an! So zweifeln wir, dass ER Sein Volk zusammenrufen könnte, oder in der heutigen Zeit, wo alle über Corona sprechen und diskutieren – suchen wir bei Menschen Rat anstatt auf Seine Macht zu vertrauen! Vergessen wie NIE: seine Versprechen werden von IHM immer gehalten!

Aber halt, wirft mancher ein: sagt nicht die obrige Stelle, dass Josua der Meinung war, dass Israel das ganze Land eingenommen hätte – und beschreibt nicht Richter und Chronika und Könige ein ganz anderes Bild?
Dann müssten wir uns ersteinmal anschauen, welches Versprechen Gott gegeben hatte und wie Josua es erfüllt betrachtete!

Hier endet der lange Abschnitt, der die Festsetzung der Gebiete und Städte beschreibt. Der Historiker schaut auf den Anfang zurück und faßt die Eroberung und Landverteilung mit der Betonung der Treue Gottes zusammen. Gott hatte sein Versprechen gehalten, Israel das Land, Ruhe ringsumher und den Sieg über ihre Feinde zu geben. Tatsächlich löste der Herr jeden Teil seiner Verpflichtung treu ein. Nicht eines seiner Versprechen … war dahingefallen . Dies bedeutete nicht, daß jedes Stück des Landes im Besitz Israels war, denn Gott selbst hatte Israel gesagt, daß sie das Land stückweise erobern sollten ( 5Mo 7,22 ). Diese abschließende Aussage widerspricht auch nicht den Tragödien, die während der Zeit der Richter geschehen sollten, denn daran würde Israel und nicht Gott Schuld haben. Trotzdem bestritt der Unglaube Israels in keiner Weise die Treue Gottes. Paulus bestätigte diese Tatsache in seinem Wort an Timotheus: „Sind wir untreu, so bleibt er doch treu; denn er kann sich selbst nicht verleugnen“ ( 2Tim 2,13 ).
Einige Theologen bestehen darauf, daß die Aussage in Jos 21,43 bedeutet, daß das Landversprechen im abrahamitischen Bund damals erfüllt war. Doch dies kann nicht stimmen, weil später die Bibel weitere Vorhersagen über die Inbesitznahme des Landes durch Israel nach der Zeit Josuas gibt (z. B. Am 9,14-15 ). Jos 21,43 bezieht sich also auf die Ausdehnung des Landes, wie sie in 4Mo 34 angegeben wird und nicht auf die letztendliche Ausdehnung, die es im messianischen Königreich haben wird ( 1Mo 15,18-21 ). Auch wenn Israel zu dieser Zeit das Land besaß, wurde es ihm später wieder entrissen, obwohl der Abrahambund versprach, daß Israel das Land für immer besitzen würde ( 1Mo 17,8 )

Die Bibel erklärt und ausgelegt – Walvoord Bibelkommentar

Es kommt eben darauf an, dass wir die richtige Sicht auf die ganze Geschichte haben! Wir müssen raus, aus der Sicht des kurzen Lebens eines Menschen, der nach 70 oder 80 Jahren stirbt! Wir müssen unser Leben so sehen, wie Jehovah es sieht: aus der Sicht der Ewigkeit – die ja vor uns liegt!