„bêṯ hā ʾělō·hîmʹ“

Haus
3 בֵּית5 אֱלֹהִ֖ים4 הָ
bêṯʾělō·hîmʹ
1 Chr 9,27

Und sie übernachteten rings um das Haus Gottes her; denn ihnen lag die Wache ob, und sie waren über das Öffnen bestellt, und zwar Morgen für Morgen.
Elberfelder 1871 – 1 Chronik 9,27

Nur die vier obersten Wächter, auch sie Leviten, waren ständig im Dienst. Zu ihren Aufgaben gehörte die Aufsicht über die Vorratsräume und die Schatzkammern des Tempels.  Sie blieben auch über Nacht im Tempelbereich, denn sie mussten Wache halten und jeden Morgen die Tore aufschließen.
Gute Nachricht Bibel 2018 – 1.Chronik 9,26–27

Denn die vier obersten Türhüter – es waren Leviten – versahen ständig den Dienst. Sie hatten auch die Aufsicht über die Kammern und Schätze des Tempels Gottes. Die Nacht über blieben sie in der Umgebung des Tempels Gottes; denn ihnen oblag die Wache und sie mußten allmorgendlich aufschließen.
Paderborner Bibel – 1 Chronik 9:26–27

Und weiter geht es um die Frage – „Wohnungen in der Nähe der Stiftshütte??“

In diesem 9. Kapitel werden weitere Leviten erwähnt. Es sind die Torhüter. Ihre Aufgaben sind sehr wichtig. Sie lassen sich in einen kurzen und bestimmten Befehl zusammenfassen, den der Herrin einem kleinen Gleichnis wiederholt: „Ein Mensch (der Meister), der… dem Türhüter einschärfte, dass er wache“ (Markus 13,34).
Wachen über die Gefäße und die Geräte, über die Opfer, über die Nahrung, über den Zugang zum Haus! Diesem Dienst entspricht im Neuen Testament der Dienst der Aufseher, Hirten oder Ältesten. Sie sind es besonders, die in den Versammlungen früher – und heute noch – für die Seelen Sorge tragen und die gesunde Lehre aufrechthalten müssen. Das ist eine Aufgabe des Vertrauens und der Ehre, über die sie dem Herrn bei seinem Kommen Rechenschaft abzulegen haben!

Jean Koechlin – Ährenlese im Alten Testament

In der vorhergehenden Liste (V. 14-16 ) wurden die Aufgaben der Leviten nicht näher genannt. Es wird sich vermutlich um Leviten gehandelt haben, die irgendwie mit dem Opferdienst zu tun hatten. In diesem Abschnitt (V. 17-27 ) ist von solchen Leviten die Rede, die Verantwortung dafür hatten, die Tore des Tempels bzw. Tempelbezirkes zur richtigen Zeit zu öffnen und zu schließen und darüber zu wachen, daß keine Eindringlinge unberechtigterweise hineinkamen. …
Die Gesamtzahl der levitischen Torhüter , die in Jerusalem und in den umherliegenden Dörfern wohnten, gibt der Verfasser von 1.Chronik mit 212 an. In Neh 11,19 werden 172 genannt, doch der Vers macht deutlich, daß nur die Familien Akkubs und Talmons gezählt wurden, während 1Chr 9,17 die Familien Schallums und Ahimans dazuzählt. Diese 212 Leviten waren wohl nur die Gruppe, aus der die Torhüter jeweils ausgewählt wurden, denn es wurden täglich nur 24 Torhüter benötigt ( 1Chr 26,17-18 ). Jeder Torhüter diente sieben Tage ( 1Chr 9,25 ) und wurde dann für eine bestimmte Zeit bis zum nächsten Dienst freigestellt.

Walvoord Bibelkommentar

Immer noch steht das Amt des Torhüters an erster Stelle. Vier Männer waren über die Torhüter gesetzt, und Schallum war ihr Haupt (V. 17.18). Sie hatten nach allen Windrichtungen hin über die Tore zu wachen (V. 24). 212 «Hüter der Schwelle» waren ihnen unterstellt, die zwar in ihren Dörfern lebten, aber «von sieben zu sieben Tagen, von einer Zeit zur anderen, mit jenen kommen mussten» (V. 25). «Sie und Ihre Söhne standen an den Toren des Hauses des HERRN, des Zelthauses, als Wachen» (V. 23). Die Vorsteher «übernachteten rings um das Haus Gottes her; denn ihnen oblag die Wache, und sie waren über das Öffnen bestellt, und zwar Morgen für Morgen» (V. 27).
Wir werden dem Gegenstand der Bewachung der Tore des Hauses Gottes nie genug Aufmerksamkeit entgegenbringen können, und zwar Tag und Nacht. Wie viel Unordnung und Verunreinigung wurden durch Leute und Dinge hereingebracht, die unsere Nachlässigkeit und unsere Duldsamkeit ungehindert eintreten liessen! Und umgekehrt, wie viele sind draussen gelassen worden, die doch der Herr aufgenommen hatte!

Halte fest 1972

Das Haus Gottes, der Tempel in Jerusalem, war wohl bewacht. Zur Ordnung des Dienstes, der darin getan wurde, gehörten auch die Abteilungen der Torhüter. Sie hatten sowohl über die Sicherheit des Hauses zu wachen als auch alles Unreine von ihm fernzuhalten. Ihr Dienst währte Tag und Nacht und erstreckte sich nach allen vier Himmelsrichtungen. Vielleicht waren diese Leviten weniger beliebt als ihre Brüder, die zu den Abteilungen der Sänger gehörten, denen der Dienst des Lobes oblag. Doch wäre dieser Dienst ohne den Dienst der Torhüter undenkbar gewesen.

Halte fest 1985

Der Verf. wendet sich wieder seiner Gegenwart zu und beschreibt den Dienst im Heiligtum, wie er ihn als Augenzeuge erlebt hat. Vier Tore im Bezirk des neuen Tempels gab es. Die Obersten der Torhüter waren für die Einteilung der Wachen zuständig. Sie lebten immer in der Nähe des Tempels. Die Leviten, die in den Orten um Jerusalem herum wohnten, kamen mit den Abteilungen, denen sie zugeteilt waren, jeweils sieben Tage nach Jerusalem. Einige von ihnen wurden als Torhüter eingesetzt. Andere trugen Verantwortung für die Zellen, die seitlichen Kammern am Tempel, in denen die Opfergaben und Zehnten von Getreide, Wein und Öl, aber auch die Schätze des Hauses Gottes aufbewahrt wurden. Die Leviten schliefen auch während der sieben Tage in unmittelbarer Nähe des Tempels, während die Tore unter der Aufsicht der Obersten der Torhüter abends verschlossen und morgens wieder geöffnet wurden. – Es ist beeindruckend, wie ausführlich und mit welch liebevoller Aufmerksamkeit der Verf. der Chr den Dienst der Leviten und besonders das Amt der Torhüter beschreibt. Aus unserer Sicht handelt es sich um eine geringe, nachgeordnete Tätigkeit. In biblischer Sicht hat diese Aufgabe jedoch eine ihr eigene Würde, die aus den Worten Ps 84,11 spricht: »Ein Tag in deinen Vorhöfen ist besser als sonst tausend. Ich will lieber die Tür hüten in meines Gottes Hause als wohnen in der Gottlosen Hütten.«

Wuppertaler Studienbibel

Die Tempelpolizei
Der Tempel hatte eine eigene Polizei, deren Beamte größtenteils aus Leviten bestanden. Dies waren die Torwächter („sho’arim“; 1. Chron. 9:17, 24-27; 26:12-18), die Wächter, die den Eingang zum Tempelberg bewachten, und diejenigen, die für die Reinigung der Vorhöfe zuständig waren (Philo, ed. Cohn, iii. 210). Leviten waren an einundzwanzig Stellen im Tempelhof stationiert; an drei von ihnen hielten Priester nachts Wache. Ein Hauptmann patrouillierte mit einer Laterne, um zu sehen, dass die Wächter auf ihren Posten waren; und wenn einer schlafend angetroffen wurde, hatte der Hauptmann das Recht, ihn zu schlagen und seine Kleider in Brand zu stecken (Mid. i. 1, 2). Das Öffnen und Schließen der Tore, das als eine sehr schwierige Aufgabe angesehen wurde und nach Josephus („B. J.“ vi. 5, § 3; „Contra Ap.“ ii. 10) die Dienste von mindestens zwanzig Männern erforderte, gehörte ebenfalls zu den Aufgaben der Wächter; und ein spezieller Offizier wurde ernannt, um diese Arbeit zu beaufsichtigen (Sheḳ. v. 1; comp. Schürer, „Gesch.“ Eng. ed., Abteilung ii., i. 264-268; siehe TEMPEL).

The Jewish Encyclopedia

Für die polizeilichen Aufgaben, die einen sehr großen Beamtenstab erforderten, wurden meist Leviten eingesetzt. Die „Torwächter“ (שֹׁעֲרִים) gehörten in der Frühzeit, ja bis in die Zeit Esras und Nehemias hinein, noch nicht zur Ordnung der Leviten, sondern waren von etwas geringerem Rang; erst der Verfasser der Chronik rechnete auch diese Beamten zu den Leviten. Im Innenhof wurde die Aufgabe der Wache von den Priestern selbst wahrgenommen. Der Verfasser der Chronik und später Philo und die Mischna haben uns mehrere Einzelheiten über die Organisation der Abteilung, um die es hier geht, geliefert. Aus der erstgenannten Autorität erfahren wir, dass es insgesamt vierundzwanzig Wachen gab, die vier Oberhäuptern oder Hauptleuten unterstellt waren, und dass sie an der Ost-, West-, Nord- und Südseite des Tempels postiert waren (1. Chronik 26:12-18, auch 9:17, 24-27). Die Aussagen dieses Schriftstellers sind so zu verstehen, dass sie sich auf den Tempel Serubbabels beziehen. Die Fläche der Tempelvorhalle oder des so genannten äußeren Vorhofs wurde aber später, vor allem durch Herodes, sehr vergrößert, so dass sie nun ein großes Viereck bildete, dessen längere Seite diejenige war, die von Norden nach Süden verlief. Innerhalb dieses großen Vierecks befand sich wiederum ein länglicher viereckiger Raum, der von starken Mauern umschlossen war, wobei die längere Seite in diesem Fall von Westen nach Osten verlief; dies war der so genannte Innenhof oder „der Hof“ im eigentlichen Sinne des Wortes. Zu diesem Hof führte eine Treppe, und am Fuß dieser Treppe befand sich ein Geländer, das kein Nichtjude betreten durfte. Jeder Heide, der es wagte, diese Grenze zu überschreiten und den inneren Hof zu betreten, wurde mit dem Tod bestraft; und die römischen Behörden respektierten die Skrupel der Juden in dieser Angelegenheit so sehr, dass sie die Vollstreckung dieses Urteils sogar in den Fällen billigten, in denen römische Bürger die Täter waren. An diesem Geländer waren in bestimmten Abständen Tafeln angebracht, auf denen in griechischer und lateinischer Sprache das Verbot und die Strafe für dessen Übertretung vermerkt waren. Philo zufolge gab es zu seiner Zeit nicht nur an den Eingängen des inneren, sondern auch an den Toren des äußeren Hofes Wächter, zu deren Hauptaufgaben es gehörte, auf die strikte Einhaltung des betreffenden Verbots zu achten. Darüber hinaus gab es Wächter, die bei Tag und Nacht rundherum patrouillierten, um sicherzustellen, dass nirgendwo etwas Unschickliches geschah. Nach der Mischna gab es einundzwanzig Punkte, an denen die Leviten (nachts) Wache hielten, und drei, an denen die Priester dies taten. Die levitischen Wächter waren teils an den Toren und Ecken des äußeren Vorhofs (innerhalb desselben), teils an den Toren und Ecken des inneren Vorhofs (außerhalb desselben) stationiert, während die priesterlichen Wächter wiederum für den inneren Vorhof zuständig waren. Es war üblich, dass ein Hauptmann des Tempels nachts herumging, um zu sehen, dass die Wachen nicht auf ihren Posten schliefen. Dieser Hauptmann war unter der Bezeichnung אִישׁ הַר הַבַּיִת bekannt. Neben diesem Beamten wird auch gelegentlich ein אִישׁ הַבִּירָה erwähnt. Da nun die Mischna keine andere Bezeichnung für den gesamten Raum um den Tempel kennt – auch nicht in den Fällen, in denen er vom Innenhof zu unterscheiden ist – als den Ausdruck הַר הַבַּיִת, ist demnach unter dem איש הר הבית ein Hauptmann zu verstehen, der für den äußeren Vorhof zuständig war, und unter dem איש הבירה dagegen derjenige, der die Aufsicht über den Tempel selbst hatte. Denn das בִּירָה kann sich unmöglich auf das Kastell Antonia beziehen, da dieses einem römischen φρούραρχος unterstellt war, sondern nur auf den Tempel selbst. Die beiden jetzt erwähnten Arten von Beamten wären also identisch mit den סגנים oder στρατηγοί, auf die wir bereits Bezug genommen haben.

Schürer – A history of the Jewish people in the time of Jesus Christ, second division

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