Was meint die Bibel eigentlich?

Kennst du das, dass man am morgen oder im laufe des Tages „einen Vers“ in der Bibel liest – und diesen dann versucht „zu verstehen“?
Es ist spannend, was so mancher Zeitgenosse aus Gottes Wort „herausholt“.
Eigentlich kann man ja mit einer guten Konkordanz zu jeder Lebenssituation einen Vers aus der Bibel heraussuchen, der losgelöst aus dem Zusammenhang, tatsächlich auf die jetztige Lebenssituation passen kann. ABER – ist das wirklich das, was die Bibel dort aussagt?

Also zum Beispiel : Psalm 53,1″ Es gibt keinen Gott!“
oder Jeremia 45,21 “ Es gibt keinen Gott außer mir“ (also es gäbe nur einen einzigen Gott)
oder momentan besonders beliebt: Offenbarung 13,16 „Zeichen an Hand oder Stirn“ (wird verwendet um gegen Impfen oder Chipen zu reden)
usw. usf.

Aber wenn man dann die Bibel zur Hand nimmt, und den Zusammenhang liest – und auch dort nachschaut, was damit eigentlich gesagt wird, erlebt man oft „ein Wunder“.

All diesen „Verslesern“ möchte ich ein Buch zum lesen anraten: „Bibelauslegung praktisch – in zehn Schritten den Text verstehen“.
Beim lesen dieses Buches fällt auf, dass es so ganz anders an die Bibel herangeht, als die „biblischen Traktate“ oder „Zeitschriften“ aus denen die meisten ihre „Versleserei“ entnommen haben.
Hier ein Zitat, dass ich gern weitergeben möchte, und dass hoffentlich „Appetit auf mehr“ macht:

Das beginnt schon beim frommerbaulichen Umgang mit der Bibel. Beachtet man die gegenwärtigen Trends in den Andachtsbüchern und Materialien für Haus- und Bibelkreise, so ist festzustellen, dass die erste Frage oft lautet: »Was sagt dieses Wort mir?« Stattdessen sollte die erste Frage lauten: »Was sagt dieses Wort?« Die Frage nach der ursprünglich von Gott intendierten Bedeutung einer Bibelstelle gerät ins Hintertreffen gegenüber der Frage, was »mir« bzw. »uns« dieses Wort heute zu sagen hat. Man trägt dabei vage Erwartungen oder auch Fragen, die sich aus einer augenblicklichen Lebenssituation ergeben, an den Text heran und bezieht nun das, was man dort hört und liest, auf eben diesen Horizont. Die entscheidende Frage ist aber, ob der Text auf eben diese Situation tatsächlich antworten wollte oder an sich etwas ganz anderes zu sagen hätte. Bei solch einer subjektiven Bibellektüre wird das Wort Gottes aus dem Zentrum gerückt und seiner Würde beraubt. Dafür schiebt sich der fromme Mensch mit seinen Erwartungen an den Text in den Mittelpunkt. Die Gefahr wird bei diesem Ansatz übergroß, dass man den ersten erbaulichen Gedanken, der einem bei der Bibellese kommt, schon als persönliches »Wort Gottes an mich« ausgibt. Ob man die eigentliche, von Gott inspirierte Wortbedeutung dabei getroffen hat, ist bei dieser Art von Lotteriespiel fraglich. Die Bibel wird zu einer Art Meditationsgegenstand herabgewürdigt, an dem sich ganz subjektive und unterschiedliche Gedanken entzünden. Vielleicht sagt mir dieser Text dies, dem Nächsten das und dem Übernächsten noch etwas anderes. Die Bibel wird so zu einem Andachtsorakel, das jeder nach seinem Belieben deutet. Der fromme Subjektivismus hat Einzug gehalten. Gott und seinem offenbarten Wort aber wird so die ihm gebührende Ehre und Würde versagt! Demgegenüber geht eine textgemäße Auslegung davon aus, dass Gott seine Gedanken im Wort der Heiligen Schrift in verständlicher sprachlicher Form offenbart hat. Für jeden, der mit diesem Wort umgeht, müsste es nun oberstes Anliegen sein, zunächst genau zu sehen und zu verstehen, was Gott gesagt hat und wie es gemeint ist. Erst danach kann das (recht verstandene!) Wort Gottes auch richtig angewendet werden. Genaue Auslegung muss der Anwendung prinzipiell vorangehen. Wer mit der Anwendung des Wortes beginnt, bevor er es text- und schriftgemäß ausgelegt und verstanden hat, zäumt das Pferd vom Schwanz her auf. Es geht um den Primat der Bibel in seiner ursprünglichen Bedeutung gegenüber den Erwartungen und Ideen auch des frommen Betrachters! Sonst betreibt man statt Exegese (Herauslesen des Sinnes aus der Texteinheit) nur noch Eisegese (Hineinlesen von Sinn in die Texteinheit) und bevormundet damit Gott!

Bibelauslegung praktisch: In zehn Schritten den Text verstehen Seite 16/17

Also was will Jehovah uns durch SEIN Wort sagen – und nicht „wie verstehe ich den Vers“ oder noch besser „wo für kann ich diesen Vers verwenden“ 😉

Deshalb liebe ich das logos- Bibelprogramm: denn dort gibt es unter anderem die Funtion von Assistenten, die einem helfen „die Bibel mit Gewinn“ zu lesen! Und ja, dass kostet dann mehr Zeit, als nur „aufschlagen und einen Vers lesen“ ABER man versteht endlich wozu es dieses Buch gibt 😉

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