ermuntert einander

Deshalb ermuntert einander und erbauet einer den anderen, wie ihr auch tut.
Elberfelder 1871 – 1.Thessalonicher 5,11

Fahrt daher fort, einander zu trösten und einander zu erbauen, so wie ihr es ja tut.
neue Welt Übersetzung – Bi12 – 1 Thess 5,11

Darum ermahnt einander und erbaue einer den anderen, wie ihr denn auch tut. 1Thess 4,18; Röm 15,2; Phil 2,4; Heb 10,24.25; Jdt 20,21.
Tafelbibel mit hinzugefügten Sachparallelstellen – 1 Thess 5,11

Das dürft ihr nie vergessen, ja? Erinnert euch gegenseitig da dran! Damit könnt ihr euch gegenseitig immer wieder hochziehen. Macht ihr ja auch immer, stimmt‘s?!
VolxBibel – 1 Thess 5,11

Hier haben wir gleich zwei Dinge, die wir miteinander und füreinander tun können, nämlich erstens einander ermuntern und zweitens einander erbauen. Ermuntern bedeutet, einander Freude zu machen. Erbauen bedeutet, das für den anderen zu tun, was ihm gut tut und ihn weiterbringt. Wir können das sowohl ganz praktisch als auch geistlich sehen.
Ganz praktisch gesehen dürft Ihr Euch gegenseitig immer wieder eine Freude machen. Deine Frau z.B. freut sich ganz bestimmt ab und zu über einen Blumenstrauß. Dein Mann wird bestimmt nicht traurig sein, wenn Du ihm hin und wieder sein Lieblingsessen auf den Tisch stellst.
Aber die geistliche Anwendung steht natürlich im Vordergrund. Ihr sollt Euch gegenseitig ermuntern und erbauen, d.h. dazu mithelfen, dass der andere geistliche Fortschritte macht. In erster Linie ist das die Verantwortung des Mannes, doch ich denke, dass es keine Einbahnstraße sein muss. Eine Ehefrau kann ihrem Mann eine große geistliche Hilfe sein. Sich in geistlichen Fragen und Belangen gegenseitig zu helfen – und zwar im Herrn – ist eine großartige Sache.

Bleib in mir 2016

aber schauen wir uns den Vers im Zusammenhang an:

Wenn das Kommen des Herrn für seine Erlösten den Einzug in die ewige Freude bedeutet, so ist es für die Ungläubigen das Signal eines plötzlichen Verderbens (Lukas 17, 26–30). Glückselige Erwartung für die einen, völlige und schreckliche Überraschung für die andern! Aber ach, in der Praxis ist der Unterschied nicht immer so klar! Gewisse «Söhne des Lichts» haben ihre Lampe unter den Scheffel oder unter das Bett versteckt (Markus 4,21). Sie schlafen, und der geistliche Schlaf ist ein Zustand, der dem Tod gleicht. Was ist schuld daran? Im allgemeinen ein Mangel an Nüchternheit. Sich berauschen heisst, von den Gütern der Erde einen Gebrauch machen, der die normalen Bedürfnisse übersteigt (Lukas 12, 45.46). Und wenn man, was die himmlischen Interessen betrifft, eingeschläfert, gleichzeitig aber hellwach ist für die irdischen, wie kann man dann die Wiederkunft des Herrn wünschen? Wir, die von dem Tag sind, «lasst uns nicht schlafen» (Vers 6), «wie die übrigen, die keine Hoffnung haben» (Kapitel 4, 13), damit nicht auch wir von der unerwarteten Ankunft unseres Meisters überrascht werden. Lesen wir die ernsten Worte des Herrn in Matthäus 24,44 ff. und Markus 13, 33 ff. Und stellen wir uns oft folgende Frage: Möchte ich, dass der Herr mich bei dem findet, was ich im Begriff bin zu denken, zu sagen oder zu tun?

Jean Koechlin – Ährenlese im Neuen Testament 1. Thessalonicher

Der genannte feste Grund der christlichen Existenz gibt allen Anlass zur gegenseitigen Hilfeleistung in der Gemeinde: »Daher ermutigt euch gegenseitig« (vgl. 1Thess 4,18). Auch hier verwendet Paulus den Begriff »parakalein«. Das Heil in Christus ist die Basis für eine Hoffnung, die in jeder Lage durchträgt, und zugleich der Anlass, alle Lebensbereiche auf den Gehorsam gegenüber Christus auszurichten und Versuchung und Trägheit zu widerstehen. Wieder sind daher »ermahnen« und »ermutigen« miteinander verbunden.

Dieser Dienst soll »gegenseitig« geschehen, es soll »einer den andern« dadurch »erbauen«. Damit gebraucht Paulus einen Ausdruck, der zum Schlüsselbegriff seiner Ausführungen über die Gemeinde wird. Wenn die Gemeinde als Leib Christi (1Kor 12,27), als Bau (1Kor 3,9ff.) bezeichnet wird, so ist damit ausgesagt, dass die Glieder der Gemeinde aufs engste miteinander verbunden und aufeinander angewiesen sind. Es ist undenkbar, dass der Glaubende als von der Gemeinde isolierte Person existieren kann. Ebenso wenig ist diese ein freier Zusammenschluss von Individuen. Vielmehr wird ein Mensch, der im Glauben an Jesus Christus gebunden ist, in die Gemeinde als den Leib Christi hineingetauft, er wird gewissermassen als neues Glied in den bereits bestehenden Leib »implantiert« (vgl. 1Kor 12,13).

Daraus resultiert die gegenseitige Verantwortung für das Ergehen der Mitchristen; aus diesem Grund nehmen die Glieder an Freude und Leid der anderen Anteil (1Kor 12,26). Daher gibt es auch nur ein Ziel für alle Gemeindearbeit, dem sich alle persönlichen Interessen unterzuordnen haben: Die Gemeinde muss insgesamt aufgebaut werden (vgl. 1Kor 8,1; 10,23; 14,35.12.17.26; 2Kor 10,8; 12,19; 13,10; Eph 2,21; 4,12.16.29; 1Petr 2,5).

Auch hier kann Paulus vermerken, dass dieser gegenseitige Dienst bereits geschieht: »wie ihr ja auch tut« (vgl. 1Thess 4,1.10). Zugleich ist der Schlussabschnitt 5,12-28 genau auf dieses Ziel ausgerichtet: An verschiedenen Einzelpunkten soll die gegenseitige Auferbauung der thessalonischen Gemeinde gefördert und verstärkt werden.

Gerhardt Maier – Edition C

Weil die Gemeinde wissen darf, dass Christus die Verbundenheit mit ihr, in die er durch sein Sterben am Kreuz eingetreten ist, durch die Gewährung des Lebens vollendet, kann sie sich über den Schmerz, der das Sterben begleitet, erheben. Wenn wir leiden, bedürfen wir der anderen; der Druck des Schmerzes wird leichter überwunden, wenn die anderen uns ihre Freude, die ihnen die Kenntnis Jesu gibt, in die Seele legen. Diese Freude soll aber nicht nur dann wirksam werden, wenn wir Trost nötig haben; wir besitzen in ihr in allen Tagen das Mittel, um die anderen zu „erbauen,“ ihren inwendigen Besitz zu mehren, ihre Kraft zu wecken und sie zu fördern. Dieser gegenseitigen Förderung bedürfen wir alle, um zu empfangen, was uns fehlt, zu überwinden, was uns anficht, und zum vollen Maß der göttlichen Gabe und zum ganzen Gehorsam zu gelangen. So wird unser Verkehr miteinander tief und bedeutsam. Paulus denkt sich jedes Glied der Gemeinde damit beschäftigt, am Aufbau der anderen mitzuwirken. Darin bewährt sich die Wahrheit ihrer Gemeinschaft. Wer nicht mehr begehrt, als sich selbst zu erbauen, verfehlt sein Ziel. Durch die Gemeinschaft wachsen wir. Eben dann, wenn wir die anderen fördern, empfangen wir in unserem eigenen Leben ein Fortschreiten.

Schlatter – Erläuterungen zum Neuen Testament

Und wie steht es bei mir?

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