Weisung: Liebt einander?

Meine Weisung an euch lautet: ‚Liebt einander so, wie ich euch geliebt habe!‘ Die größte Liebe beweist der, der sein Leben für seine Freunde hingibt.
Neue evangelistische Übersetzung – Joh 15,12–13

Eine ganz wichtige Regel habe ich für euch: Liebt euch gegenseitig genauso, wie ich euch geliebt habe! Man kann seine Liebe nicht besser beweisen, als wenn man für seine Freunde sein Leben aufgibt.
VolxBibel – Johannes 15,12–13

Dies ist mein Gebot, daß ihr einander liebt, so wie ich euch geliebt habe. Niemand hat größere Liebe als die, daß einer seine Seele zugunsten seiner Freunde hingebe.
neue Welt Übersetzung – Bi12 – Joh 15,12–13

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ἵνα hier dass (A328), App. (A353) zu αὕτη; αὕτη ἐστίν … ἵνα dies ist/darin besteht … (näml.) dass. ἀγαπᾶτε Konj. ἠγάπησα Aor. Jh 15,13 ταύτης gen. comparationis (A168). ἵνα hier epexegetisch zu ταύτης (für AcI; BDR § 3943) (nämlich) dass; μείζονα ταύτης ἀγάπην οὐδεὶς ἔχει, ἵνα τις größere Liebe hat niemand als die, dass er. θῇ Aor. Konj. τίθημι; τὴν ψυχὴν τίθημι das Leben hingeben bzw. einsetzen (B I1bδ). φίλος Freund.

Neuer Sprachlicher Schlüssel zum Griechischen Neuen Testament

Liebe als Befehl?
Oder als Auftrag?
Oder nur für diejenigen, die ich auch leiden kann, weil sie sich jeden Sonntag im selben Saal mit mir treffen?
Oder wirklich mein Leben auch aufgeben für den anderen?

Sein Leben für andere zu lassen galt vor allem im gräko-romanischen Kulturkreis als Heldentat, und die Freundschaft bis in den Tod war ein hoher moralischer Wert (s. die Ausführungen zu 15,14-15 ). Das Judentum dachte in diesem Punkt anders; dafür galt es dort als moralische Tugend, wenn es nötig war, für das Gesetz Gottes zu sterben. Rabbi Akiba argumentierte (wenige Jahrzehnte nach Johannes), dass das eigene Leben Vorrang vor dem eines anderen Menschen habe. Es ist zwar unwahrscheinlich, dass Jesus hier von dem griechischen Freundschaftsideal beeinflusst ist, doch die Diaspora -Leser des Johannesevangeliums waren sicherlich damit vertraut und verstanden, worum es dem Evangelisten ging.

Craig Keener – Kommentar zum Umfeld des Neuen Testaments

Nehmen wir ein biblisches Beispiel:

Während ich nicht ausführlich argumentieren werde, dass John von der Synoptik abhängig ist, werde ich hier das geben, was ich für ein ziemlich überzeugendes Beispiel für eine solche Abhängigkeit halte. Nach seiner Auferstehung fragt Jesus Petrus dreimal um ein Holzkohlefeuer: „Liebst du mich?“ (Johannes 21: 15–17). Die dreifache Frage bezieht sich gewöhnlich auf die dreifache Verleugnung von Petrus, die im Johannesevangelium auch um ein Holzkohlefeuer stattfand (18:18). Das erste Mal lautet die Frage: „Liebst du mich mehr als diese?“ Wenn wir uns die Definitionen der Liebe ansehen, die Jesus im oberen Raum gegeben hat, können wir sehen, dass Petrus, als er sich rühmte, sein Leben für Jesus zu geben, sich rühmte, das zu haben, was Jesus sagte, ist die größte Liebe: „Größere Liebe als diese Niemand hat, dass er sein Leben für seine Freunde niederlegt “(15:13). Als Petrus sagte, dass er sein Leben für Jesus niederlegen würde (13:37), sagte er: „Ich habe diese größte Liebe.“ Als Petrus sagte, selbst wenn der Rest der Jünger Jesus verlassen würde, würde er sein Leben für Jesus niederlegen, sagte er tatsächlich zu Jesus: „Ich liebe dich mehr als diese.“ Um das erste Holzkohlefeuer herum erwies sich Peters Prahlerei mit dieser Liebe als unwahr. Um das zweite Holzkohlefeuer herum fragt Jesus ihn, ob er diese Prahlerei wiederholen würde: „Liebst du mich mehr als diese? Petrus ist bereit zu behaupten, dass er Jesus liebt, aber er ist nicht bereit, seine frühere Prahlerei, die sich beim ersten Holzkohlefeuer als falsch erwiesen hat, zu bekräftigen, dass er Jesus mehr liebt als die anderen Jünger.
Der Punkt bei all dem ist, dass es im Johannesevangelium keine Aufzeichnungen darüber gibt, dass Petrus sich in dieser Angelegenheit der größten Liebe mit den anderen Jüngern vergleicht. Diese Informationen finden sich nur in der Synoptik (Mt 26: 33–35; Markus 14: 29–31). Nur durch die Kombination der Aufzeichnung in Johannes (Liebe bedeutet, sein Leben für seine Freunde niederzulegen, und Petrus ‚Behauptung, dass er dies für Jesus tun wird) mit der der Synoptik (Petrus rühmt sich, dass er sein Leben sogar für Jesus niederlegen würde) Wenn alle anderen Jünger ihn verlassen, dass wir das in der Frage des Herrn in Johannes 21:15 sehen können, fragt er Petrus, ob er seine Liebesrühme wiederholen wird, die durch seine Verleugnung widerlegt wurde. Wenn Johannes also etwas in seinem Evangelium auslässt, das in der Synoptik erwähnt wird, folgt daraus nicht, dass er sich dessen nicht bewusst ist. Es kann eher sein, dass er das Wissen seines Lesers darüber als selbstverständlich ansieht.

Die jüdische Targums- und Johns Logos-Theologie

„Haben wir das irgendwie verdient? Null!“

Gott aber, der reich ist an Barmherzigkeit, wegen seiner vielen Liebe, womit er uns geliebt hat, als auch wir in den Vergehungen tot waren, hat uns mit dem Christus lebendig gemacht, -durch Gnade seid ihr errettet-Elberfelder 1871 – Epheser 2,4–5

Aber Gott ist reich an Erbarmen und hat uns seine ganze große Liebe geschenkt und uns mit dem Messias lebendig gemacht – ja, auch uns, die aufgrund ihrer Verfehlungen für ihn tot waren. Bedenkt: Aus reiner Gnade seid ihr gerettet!
Neue evangelistische Übersetzung – Eph 2,4–5

Aber Gottes leidenschaftliche Liebe für uns ist riesig! Darum hat er uns mit Jesus ein wirklich neues Leben geschenkt, und das, obwohl wir durch den ganzen Mist, den wir bauen, für ihn nicht akzeptabel sind! Haben wir das irgendwie verdient? Null! Das ist einfach ein Geschenk, was Gott uns macht!
VolxBibel – Eph 2,4–5

Eph 2,4 ὁ θεός Subj. zu συνεζωοποίησεν (V. 5). πλούσιος reich. ὤν Ptz. εἰμί, kaus. ἔλεος7 Barmherzigkeit, Erbarmen, Mitleid. ἥν Akk. des inneren Obj. (A145; H-S § 151a) mit der. ἠγάπησεν Aor. ἀγαπάω [Var. ἠλέησεν Aor. ἐλεέω bemitleiden, sich erbarmen]. Eph 2,5 καί hier und zwar (A311,7) od. sogar (A313). ὄντας V. 1. συν-ε-ζωο-ποίησεν Aor. συ-ζωο-ποιέω (zusammen) lebendig machen mit. χάριτι dat. causae (A177). σε-σῳσμένοι Pf. Ptz. Pass. σῴζω, umschrieb. Pf. (A249).

Neuer Sprachlicher Schlüssel zum Griechischen Neuen Testament

Wir alle haben einmal so gelebt. Wir alle (Juden und Nichtjuden) waren einst in unseren Sünden tot (Vers 1), folgten den Leidenschaften des Yetzer Hara (der alten Natur, bösen Neigungen) und gehorchten seinen Wünschen. Sha’ul weist darauf hin, dass alle das Ziel verfehlt haben und Gottes Lob nicht verdient haben (Röm 3,23).

Die vollständige jüdische Studienbibel: Notizen

Aber Gott ist so reich an Barmherzigkeit –
Die gute Nachricht vom Tanakh und vom Neuen Bund ist, dass Gott, obwohl wir nicht weiterkommen, einen gnädigen Weg der Versöhnung durch den Maschiach geschaffen hat. Diese Barmherzigkeit und Gnade des Vaters zeigt sich darin, dass er, während wir in unserem Ungehorsam tot waren, Jeschua zur Wiederherstellung aller sandte, die seinen Namen annehmen. Wie oben definiert (1: 6), verleiht das Chen (Gnade) Gottes anderen Segnungen, die unverdient sind. Sha’ul verwendet auch den Begriff Rachem (Barmherzigkeit), der die entgegengesetzte Seite dieser Wahrheit betont. Während die Gnade einige unverdiente Segnungen erhält, ist Barmherzigkeit das Zurückhalten des Urteils, das zu Recht verdient ist. Beide Konzepte sind wunderschöne Bilder von Gottes intensiver Liebe zu seiner Welt und Erinnerungen an seine Befreiung für alle, die sein Geschenk Jeschuas erhalten.

Ein messianischer Kommentar: Rabbi Paul erleuchtet die Epheser beim Gehen mit dem Messias Jeschua

Mit der Konjunktion „aber“ geht Paulus zu einer Beschreibung des Werkes Gottes an den Sündern über, die sich stark von der Schilderung ihrer Not (V. 1-3) unterscheidet. Unmittelbar auf dieses an betonter Satzposition stehende Wort folgt – als Subjekt des ganzen Abschnittes – Gott. Die Wendung „aber Gott“ deutet darauf hin, daß nun etwas ganz anderes kommt! Gott ist reich an Barmherzigkeit. (Vgl. den „Reichtum“ der Gnade Gottes, Eph 1,7;2,7; der „Herrlichkeit seines Erbes“, Eph 1,18; „den unausforschlichen Reichtum Christi“, Eph 3,8; und „seiner Herrlichkeit“; Eph 3,16.) Mit „Gnade“ (eleos) ist in der Septuaginta das hebräische Wort HeseD („treue Liebe“) wiedergegeben. Im Neuen Testament bedeutet eleos „unverdiente Freundlichkeit“ gegenüber den Sündern. Gott, der reich ist an dieser unverdienten Freundlichkeit, hilft den Sündern aufgrund seiner großen Liebe. Das Substantiv „Liebe“ (agapE) stammt von dem Verb agapaO, „das höchste Gut in dem Geliebten suchen“. Da die Sünder für Gott geistlich tot sind, besitzen sie nichts, was sie ihm empfehlen könnte. Aus diesem Grund nennt Paulus die Liebe Gottes, die sich ihnen so völlig unverdient zuwendet, „groß“.
Die Liebe Gottes hat drei Dinge bewirkt: (a) sie hat uns mit Christus lebendig gemacht, (b) sie hat uns „mit auferweckt“ (Eph 2,6), und (c) sie hat uns „mit eingesetzt im Himmel in Christus Jesus“ (V. 6). Ein Ungläubiger, ein geistlich Toter, wird von Gott „lebendig gemacht mit (in Verbindung mit) Christus“ (vgl. Kol 2,13). Das „uns“ schließt sowohl Juden als auch Heiden ein (vgl. „uns“ in Eph 2,3-4). Ein Mensch, der geistlich tot ist, kann nur dann mit Gott kommunizieren, wenn er lebendig gemacht wird, und das kann wiederum nur der herbeiführen, der selbst lebendig ist. Gott ist der lebendige Gott, „der die Toten lebendig macht“ (Röm 4,17).
Gott ist sich des Zustands der Ungläubigen voll bewußt. Paulus hat ihn bereits in Eph 2,1-3 beschrieben, doch er wiederholt an dieser Stelle noch einmal: „Die wir tot waren in den Sünden“ (vgl. V. 1). Die Auferweckung der Ungläubigen ist ein Akt der Gnade: „aus Gnade seid ihr selig geworden“. Diese letztere Aussage, die eine Art Einschub darstellt, führt Paulus in Vers 8 weiter aus. Das Verb „seid ihr selig geworden“ steht im Perfekt und bezeichnet einen bleibenden Zustand, der auf eine Handlung in der Vergangenheit zurückgeht. Weil die Gläubigen mit Christus geistlich „lebendig gemacht“ worden sind, sind sie gerettet

Die Bibel erklärt und ausgelegt – Walvoord Bibelkommentar

Wir lesen beim Aktivgottesdienst gerade 4.Mose. Dabei fiel uns auf, dass Jehovah die Israeliten immer wieder vernichten wollte, und mit Mose „neu anfangen wollte“ – aber Mose immer wider in die Bresche trat und sich für das Volk einsetzte. Also sehen wir auch hier im AT/Tanach dass es Gnade war, sie zu erwählen und am Leben zu erhalten: ER gab ihnen das nötige Wasser und Speise für den jeweiligen Tag, hielt sie gesund und mit der nötigen Kleidung – egal wie „dumm sie sich anstellten“. Wie sehr hätte sich ihr Leben geändert, wenn sie diese Gnade erkannt hätten! Wie sehr ändert sich UNSER Leben, wenn wir die Gnade in unserem Leben erkennen – und erkennen, dass wir es uns NICHT verdient haben!

Und DU? Denkst du, dass du es bei Jehovah verdienen kannst, oder schon verdient hast? Oder das Gegenteil – dass du es dir gar nicht mehr verdienen kannst, weil du etwas getan hast, dass es mit IHM „endgültig“ verbockt hätte????

Liebst du Gott?

Wir lieben, weil er uns zuerst geliebt hat. Wenn jemand sagt: Ich liebe Gott, und haßt seinen Bruder, so ist er ein Lügner. Denn wer seinen Bruder nicht liebt, den er gesehen hat, wie kann der Gott lieben, den er nicht gesehen hat?
Elberfelder 1871 – 1 Joh 4,19–20

Leute, lasst uns lieben! Gott hat uns schließlich als Erster geliebt, er hat es uns vorgemacht. Wenn jetzt jemand behauptet: „Ich liebe Gott!“, dabei aber seinen Glaubensbruder hasst, dann kann er nur ein Lügner sein. Wer es nicht schafft, seinen Bruder zu lieben, den man ja wenigstens sehen kann, wie soll er dann bitte in der Lage sein, Gott zu lieben, denn den kann man ja nicht mit seinen eigenen Augen sehen?
VolxBibel – 1.Johannes 4,19–20

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ἀγαπῶμεν Ind., evtl. Konj. (V. 7) ἀγαπάω. ἠγάπησεν Aor. 1Jh 4,20 εἴπῃ Aor. Konj. λέγω. ὅτε recitativum = Doppelpunkt (A333). καί wohl adversativ (A311,1) aber. μισῇ Konj. μισέω, dur. (A225ff). ψεύστης1 (< ψεύδομαι lügen) Lügner. ἀγαπῶν Ptz., subst., dur. (A225ff). ἑ-ώρακεν Pf. ὁράω, Pf. (erstes) den er (gesehen und) (ständig) vor Augen hat (A242). ἀγαπᾶν V. 11, dur. (A225ff).

Neuer Sprachlicher Schlüssel zum Griechischen Neuen Testament

Die kurze, aber inhaltlich entscheidende Aussage von 1Joh 4,19 spricht zum ersten Mal von der Liebe zu Gott (vgl. die meisten griechischen Handschriften). Doch die Liebe zu Gott kann die Liebe zum anderen nicht ersetzen, wie Johannes von Anfang an klarzumachen versuchte.
Jemand, der von sich sagt, ich liebe Gott, und haßt seinen Bruder, behauptet etwas von sich, das nicht zutrifft: der ist ein Lügner. An verschiedenen Stellen bezeichnet Johannes ein solches Verhalten mit dem Oberbegriff „Lügner“ ( 1Joh 1,10;2,4.22;4,20;5,10; vgl. „lügen“ in 1Joh 1,6). Die Liebe zu dem unsichtbaren Gott (vgl. 1Joh 4,12) kann ihren konkreten Ausdruck nur in der Liebe zum sichtbaren Bruder finden. Außerdem hat Gott in seinem Gebot (V. 21; vgl. 1Joh 2,3;3,23-24;5,3 ) die beiden Formen der Liebe – die Liebe zu Gott und die Liebe zum Bruder – zusammengefaßt.

Die Bibel erklärt und ausgelegt – Walvoord Bibelkommentar

Und mehr noch: Es ist der Schutzraum, in dem wir lernen, Liebe so zu geben, wie Gott es sich wünscht. Hier müsste sich jetzt ein Studium des Ersten Johannesbriefs anschließen, um zu zeigen, dass die Liebe zu den geistlichen Geschwistern (und allgemein zu Menschen) das Trainingsfeld ist, um Liebe zu lernen (vgl. 1Johannes 3,16; 4,11.20). Kannst du dir vorstellen, wie sich deine Fähigkeit, Gott zu lieben, entwickeln würde, wenn du im Umgang mit deinem Ehepartner zum Liebesprofi werden würdest? Nein, kannst du nicht. Denn wenn du es könntest, würdest du Himmel und Erde in Bewegung setzen, um ein Salomo-Liebhaber und eine Sulamith-Geliebte zu werden.
In uns steckt der fatale Gedanke, dass wir – egal wie wir mit Menschen umgehen – schon irgendwie gute Liebhaber Gottes sind. Wir begreifen nicht, dass es viel leichter ist, einen Menschen zu lieben als Gott selbst (1Johannes 4,20). Versagen wir auf der Ebene der Bruderliebe, und die Ehe zwischen Gläubigen ist ein Sonderfall der geschwisterlichen Liebe, können wir kaum Meister im Umgang mit Gott sein. Auf der Mensch-Mensch-Ebene erwerben wir die Liebeskompetenz, die wir im Umgang mit Gott einsetzen sollen, um unser Lebensziel, nämlich intime Gotteserkenntnis, zu erwerben (vgl. 2Petrus 1,5-8).

K. Fischer – Crashkurs Leidenschaft

«Übles Nachreden», ein hinter dem Rücken der Leute Herumschwatzen ungünstiger Dinge, die man bei ihnen voraussetzt oder von anderen gehört hat, kommt leider auch unter Gläubigen häufig vor, und es ist doch eine Sünde vor Gott!
Wir kennen das ernste Wort: «Wer den Bruder nicht liebt, bleibt in dem Tod» (1 Johannes 4,20), oder «ist nicht aus Gott». Wie aber lässt sich die Liebe zum Bruder mit «üblem Nachreden» verbinden? Es gibt vielleicht keine andere Sünde, in die die Gläubigen so leicht fallen, und über die sie so leicht weggehen, wie diese. Und doch warnt uns Gott mit solchem Ernst vor Verleumdung und Ohrenbläsereien! (Vgl. Ps 15,3; 101,5; 1 Petrus 3,10 usw.) Möge jeder von uns folgende Winke beherzigen:
1. Verurteile niemand in Bezug auf Dinge, die du nur vom Hörensagen weisst, ohne erfahren zu haben, was er selbst zu seiner Verteidigung oder Entschuldigung zu sagen hat.
2. Bevor du ein Gerücht weiterträgst, solltest du dich fragen: Stimmt es mit den Tatsachen überein? Nütze ich den Hörenden, wenn ich es sage? Verlangt es Gottes Ehre, dass ich davon rede?
3. Wenn du von jemand sprichst, so gebrauche nie Worte, die das Bewusstsein der Gegenwart Gottes dir verbieten würde auszuspreche

Halte fest! 1959 Seite 143

Heute fällt es vielen Menschen sehr schwer, auf andere Rücksicht zu nehmen. Es ist nicht mehr so, wie bei der Gurtpflicht im Auto, wo meine Bewegung im Auto eingeschränkt wurde, damit ICH bei einem Unfall weniger schwer verletzt werde – heute bei der MundNasenMaskenpflicht werde ich eingeschränkt, damit mein Mitmensch – also mein Bruder – nicht ganz so schnell von meinen Krankheiten angesteckt werden kann. Und schon regt sich mein Inneres auf, weil meine Einschränkungen mir näher sind als „deine Gesundheit“ ? Würde ich aber vor einer OP im Krankenhaus erfahren, dass die Ärzte den OP-Saal ohne MundNasenMundschutz betreten würden – wie würde ich handeln? Wäre ich bereit das Risiko einzugehen?

Oder die andere Geschichte heute: man regt sich über den Vortrag auf, den ein Pastor gehalten hat. Die Frage die oben gestellt werden, sind da eigentlich passend und die Frage: ist es wirklich biblisch? Wenn es die Bibel so sagt – passt es zu den Aussagen, die Jesus Christus lehrte? Wenn ja – wieso denke ich dann anders, als es die Bibel lehrt?
Vergiß bitte bei dieser Angelegenheit auch nicht, dass wir unsere Liebe zu unseren Mitmenschen auch darin zeigen, dass wir diesen Gottes gesamtes Wort näher bringen! Das ist unser Auftrag.

„von der Liebe, die ihr zu allen Heiligen habt“

Seitdem ich von eurem radikalen Vertrauen gehört habe und davon, wie sehr ihr alle andern Christen liebt, bin ich ständig dabei, mich bei Gott dafür zu bedanken! Ich bete auch ganz oft für euch!
Ich bitte dann Gott, er soll euch helfen, den Überblick zu behalten, damit ihr ihn immer besser kennenlernt und er euch zeigen kann, was er von euch will.
VolxBibel – Eph 1,15–17


Ich habe von eurem Glauben (»Glaube(n)« meint das tiefe Vertrauen auf Gott.) an den Herrn Jesus
und eurer Liebe zu allen Heiligen (Heilige: Bezeichnung für die Anhänger von Jesus Christus.) gehört.
Das ist auch der Grund,
weshalb ich unablässig für euch danke –
und zwar jedes Mal,
wenn ich im Gebet (Gebet: Reden des Menschen mit Gott.) an euch denke.
BasisBibel – Epheser 1,15–16


Weshalb auch ich, nachdem ich gehört habe von dem Glauben an den Herrn Jesus, der in euch ist, und von der Liebe, die ihr zu allen Heiligen habt, nicht aufhöre, für euch zu danken, euer erwähnend in meinen Gebeten, auf daß der Gott unseres Herrn Jesus Christus, der Vater der Herrlichkeit, euch gebe den Geist der Weisheit und Offenbarung in der Erkenntnis seiner selbst, damit ihr, erleuchtet an den Augen eures Herzens, wisset, welches die Hoffnung seiner Berufung ist, und welches der Reichtum der Herrlichkeit seines Erbes in den Heiligen,
Elberfelder Bibel 1905 – Eph 1,15–18

διὰ τοῦτο darum, deshalb. ἀκούσας Aor. Ptz. ἀκούω, temp. od. kaus. καθʼ ὑμᾶς poss. (A155) euren (B κατά II7b). τὴν εἰς πάντας τοὺς ἁγίους präp. Wendung m. Art. nachgestellt: zu allen Heiligen. Eph 1,16 παύομαι Med. παύω aufhören lassen; Med. aufhören. εὐ-χαριστῶν Ptz. -χαριστέω dankbar sein; Dank sagen, danken; präd. bei Verben des modifizierten Seins u. Tuns (A301), οὐ παύομαι εὐχαριστῶν ich danke unaufhörlich. ὑπὲρ ὑμῶν gehört zu εὐχαριστῶν od. ποιούμενος bzw. zu beiden. μνεία Erinnerung, Gedenken, Erwähnung. ποιούμενος Ptz. Med. ποιέω; μνείαν ποιέομαι = μνημονεύω gedenken, erwähnen (Med. zur Umschreibung des einfachen Verbalbegriffs, B II1); temp. προσευχή Gebet.

Neuer Sprachlicher Schlüssel zum Griechischen Neuen Testament

Das Herz im Neuen Testament

Diese alttestamentlichen Stellen deuten Dinge an, die kommen werden. Im Epheserbrief finden wir die Erfüllung dieser Verheißungen. In seinem Gebet für die Epheser sagt Paulus:

„15 Darum lasse auch ich, nachdem ich von eurem Glauben an den Herrn Jesus und von eurer Liebe zu allen Heiligen gehört habe, 16 nicht ab, für euch zu danken und in meinen Gebeten an euch zu gedenken, 1 7 dass der Gott unseres Herrn Jesus Christus, der Vater der Herrlichkeit, euch den Geist der Weisheit und Offenbarung gebe in der Erkenntnis seiner selbst, 18 erleuchtete Augen eures Verständnisses, damit ihr wisst, was die Hoffnung seiner Berufung und was der Reichtum der Herrlichkeit seines Erbes in den Heiligen ist, 19 was auch die überwältigende Größe seiner Kraftwirkung an uns ist, die wir glauben, gemäß der Wirksamkeit der Macht seiner Stärke“ (Eph 1,15-19).

Da Jesus in Markus 12 die Worte von Mose wiederholt, sieht Paulus Christus als die Erfüllung aller Verheißungen des Alten Testaments. Jesus ist derjenige, der uns mit Gott versöhnt hat, indem er die Gebote seines Vaters vollkommen und von Herzen befolgte und die Strafe auf sich nahm, die wir als Gesetzesbrecher verdient haben. Jesus sendet auch den Heiligen Geist, der dem Gläubigen ein neues Herz gibt, das Gesetz auf dieses Herz schreibt und ihm neue Kraft und Sehnsucht gibt, Gottes Gebote zu befolgen. In Epheser 4, 5 und 6 beschreibt Paulus detailliert, wie das Leben als Christ als Folge davon aussehen wird.
Nichts könnte hoffnungsvoller und befreiender sein als das Bild, das uns in diesen drei Bibelstellen gezeigt wurde. Mein Leben wird nicht von meiner Erziehung, meinem körperlichen Zustand, meiner Bildung, meinen Emotionen oder irgendetwas anderem bestimmt! Weil Gott jede Vorsorge getroffen hat, um mein grundlegendes Bedürfnis — erlöst zu werden — zu stillen, kann ich Zuversicht und Freude haben, dass Veränderung für mich wirklich möglich ist. Mein größtes Problem und Hindernis — mein eigensinniges, sündiges Herz – ist behandelt worden! Gott hat mich erlöst und mir ein neues Herz gegeben.
Wie reagieren Sie auf die Umstände des Lebens? Wo sehen Sie gute Frucht in ihrem Leben? Wo sind Sie geduldig gewesen mit jemandem, der Sie zum Zorn gereizt hat? Wo haben Sie jemanden liebevoll angesprochen, der Sie eingeschüchtert hat? Welche schwierige Situation in der letzten Zeit hat Sie geprüft und gezeigt, dass Ihr Glaube echt ist? Welcher Segen in der letzten Zeit hat Sie geprüft und gezeigt, dass Ihr Glaube echt ist? Wählen Sie eine dieser Fragen aus und denken Sie darüber nach, was für ein Herz solche Frucht hervorbringt. Wie haben Sie klug in Ihrem Erlöser geruht und sich auf ihn verlassen? Worüber haben Sie gezielt Buße getan (abgelegt), und was haben Sie danach geglaubt (angezogen), das Sie zum Handeln angetrieben und ermutigt hat? Welche neu erkannten Wahrheiten über den Retter haben begonnen, Ihr Herz zu erfüllen und Ihr Leben zu verwandeln?

Alles anders – aber wie?

Nachdem der in Paulusbriefen eingangs übliche Dank in V. 3-14 zu einem Lobpsalm auf das Handeln Gottes geraten war, kommt es nun in V. 15-16 a zu einem nur kurzen Dank des Apostels für seine Leser. Das »Deshalb« verbindet dabei den Lobpsalm und den Dank: Gerade weil Gott solch eine Fülle von Segnungen von Ewigkeit her für seine Kinder geplant und sie damit beschenkt hat, ist Paulus so besonders dankbar, wenn er nun am Glauben und der Liebe seiner Leser erkennt, dass sie als Christen leben und damit Menschen sind, denen all jene Segnungen gelten. Überblickt man in den Paulusbriefen alle Äußerungen des Apostels zum Gebet, überwiegen bei ihm Danken und Loben – obwohl auch Bitte und Fürbitte ihren wichtigen Platz haben. Wenn im vorliegenden Fall der Dank vergleichsweise kurz ausfällt, erklärt sich das auf dem Hintergrund des vorangehenden ausführlichen Lobpreises.

Zwei Dinge hat Paulus von den Empfängern seines Briefes gehört: 1.) Sie haben »Glauben im Herrn Jesus«. Ähnlich wie in Kol 1,4 ist hier nicht vom Glauben »an den Herrn Jesus«, sondern vom Glauben »im Herrn Jesus« die Rede. Damit liegt der Akzent nicht auf Jesus als dem Ziel, sondern auf Jesus als der Basis des Glaubens. In der Lebensgemeinschaft mit Jesus als dem Herrn gedeiht jenes Vertrauen, das Gott in seinen Zusagen immer wieder beim Wort nimmt und seine verheißenen Heilsgaben annimmt. Der Glaube wurzelt in Jesus und verbindet mit ihm. 2.) Zugleich zeigt sich bei den Gläubigen die »Liebe zu allen Heiligen«. Lebendiges Christsein äußert sich immer in doppelter Weise: in der Glaubensverbindung »nach oben« zum Herrn – und in der Liebesbeziehung »nach rechts und links« zu den Glaubensgeschwistern. Die »Liebe« (Agape), von der hier die Rede ist, meint jene selbstlose Zuwendung, die auf den anderen nicht erst zugeht, wenn er liebenswürdig erscheint, sondern bedingungslos und auf Vorschuss liebt. Dieses Wort Agape wurde außerhalb der Bibel kaum für »Liebe« verwendet; in der Bibel, vor allem in den neutestamentlichen Briefen, wurde dieser unverbrauchte Begriff dagegen zum zentralen Wort für Liebe. Es geht dabei nicht um jenes menschenmögliche Lieben des Liebenswerten, sondern um die gebende Liebe, die letztlich sogar den Feind liebt (vgl. Mt 5,43-47). Damit ist auch klar, dass diese Liebe nicht nur solchen Heiligen (vgl. V. 1) gelten kann, die besonders sympathisch erscheinen, sondern dass sie »alle Heiligen« umfassen muss. Allerdings haben auch Christen diese Liebe nicht selbstverständlich und ein für alle Mal gepachtet, weshalb Paulus die gleichen Leser, über deren Liebe er sich jetzt freut, in Eph 5,1ff. auffordert, bei dieser Liebe zu bleiben.

Gerade in spannungsreichen Zeiten ist es nicht selbstverständlich, dass Glaube und Liebe keinen Schaden nehmen. Seit längerem war Paulus, der gerade im Gefängnis ist (Eph 3,1; 6,20), nicht mehr bei seinen Lesern in der Provinz Asia und in Ephesus, wo gerade viel Anfechtung durch Irrlehrer herrscht (s. die Einleitung). Nun aber hat er – vielleicht durch Epaphras? (vgl. Kol 1,7ff.) – von ihrem nach wie vor lebendigen Glauben und ihrer Liebe »gehört«. Deshalb kann er schreiben: Seither »höre ich auch nicht auf für euch zu danken« (vgl. Kol 1,3-9). Auf Nachrichten über das Ergehen seiner Gemeinden reagiert der Apostel nicht nur einmal mit einem Gebet, vielmehr bewegt ihn ihr Wohl und Wehe beständig in seinem Gebetsleben. Gerade weil es nicht selbstverständlich ist, dass Menschen in einer heilen Beziehung zu Gott und ihren Mitchristen leben, dankt er Gott unablässig dafür.

Vorschlag zur Bibelarbeit über Epheser 1,15-16
Einleitung:
Beobachten wir einmal unser eigenes Gebetsleben – oder auch die öffentlichen Gebete in unseren Gottesdiensten oder Gebetsgemeinschaften: Wie viel Raum nimmt da das Danken ein? Häufig zeigt sich eine gewisse Armut an Dank. Ist uns vieles zu selbstverständlich? Sind wir zu sehr auf das ausgerichtet, was wir noch wollen oder brauchen – und vergessen das, was wir von Gott her schon haben? Vielleicht fallen uns noch andere Gründe ein. Ein Blick in die Konkordanz unter dem Stichwort »Dank/danken« kann uns aber zeigen, dass Armut im Danken nicht biblisch ist. Vielmehr ruft die Bibel zu beständigem Danken auf.

Durchführung:
Thema: Danken ohne durchzuhängen
Für die Bibelarbeit ist zu überlegen, ob man besser mit V. 15 oder V. 16 a einsteigt. Man kann also mit a) oder b) beginnen:

a) Warum danken?

V. 15 gibt uns darauf die Antwort, und zwar in doppelter Weise. Zunächst gehen wir auf das einleitende »Deshalb« ein. Paulus lobt nicht nur Gott angesichts seines großen Heilsplans (V. 3-14), sondern er dankt für die reiche Beschenkung seiner Mitchristen: Sie sind erwählt und zur Gotteskindschaft bestimmt, sie sind erlöst und mit Erkenntnis des Heilswillens Gottes beschenkt, und auch sie gehören zur Schar der Lobsänger Gottes! Woher weiß er das? Weil er geistliche Lebenszeichen bei ihnen gehört hat. Welche Bilder fallen uns dazu ein? Stellen wir uns vor, man sucht nach einem Erdbeben unter einem Haus nach überlebenden Verschütteten. Plötzlich ein Lebenszeichen! Dan ist die Freude und Dankbarkeit groß! Man weiß: Sie sind noch am Leben. Alles, was das Leben zu bieten hat, ist ihnen wie neu geschenkt! So ist das hier im Epheserbrief: Durch Irrlehrer war es in der Provinz Asia zu einem »geistlichen Erdbeben« gekommen. Aber jetzt hat Paulus ein geistliches Lebenszeichen von den Christen dort erhalten. Hier könnte nun über »Glaube« und »Liebe« als grundlegende geistliche Lebenszeichen gesprochen werden: Wenn diese beiden fehlen, ist es so, als wären bei einem Menschen Herz und Atmung ausgefallen. Sind die geistlichen Lebenszeichen aber da, gehört diesem Menschen alles, was Gott von Ewigkeit her an Gaben für ihn bereitet hat.
b) Wie danken?
Zum einen: Paulus dankt unablässig. Und zum andern: Er dankt – nicht einfach für sich und das, was er von Gott bekommen hat, sondern dankt er für die geistlichen Lebenszeichen, die er bei andern entdeckt und für das, was Gott für seine Glaubensgeschwister bereit hat. An dieser doppelten Messlatte sollten wir einmal unser eigenes Danken messen. Paulus »hing nicht durch«, was das Danken betraf. Haben Sie vielleicht selbst schon erlebt, wie Gott eine lange währende Bitte erhört hat – und dann wurde die Sache mit einem kurzen Dank abgehakt? Wie oft haben Sie Gott schon für Ihren Ehepartner gedankt? Wie oft für die Gesundheit ihrer Kinder oder die eigene Gesundheit? Wie oft für Ihre Gemeinde? – Und dann müsste der Horizont des Dankens weitergehen zu dem, was Gott an anderen tat und tut, nah oder fern. Hier wäre es gut, einmal Zettel und Schreibstift zu nehmen und zu notieren, für welche Dinge im Leben anderer Menschen Sie Gott danken könnten. Denn »Danken ohne durchzuhängen« ist wirklich ein lohnendes und außerordentlich wichtiges Thema für uns Christen.

Noch in V. 16 geht der Bericht über das Danken zur Fürbitte über: »wobei ich (zugleich) an euch denke in meinen Gebeten …« Auch wenn Lob und Dank betont voranstehen, gehören für den Apostel Dank und Bitte beim Beten doch zusammen. Wo nur noch gelobt und gedankt wird, droht die Gefahr schwärmerischer Unnüchternheit; wo nur die Bitte erklingt, wird vergessen, was Gott uns Gutes getan hat. Das »An -Euch -Denken« (wörtlich: »Gedenken üben«) drückt aus, dass Paulus die Christen in Asia im Gebet nicht vergisst, sondern dass ihre Bedürfnisse ihm beim Beten vor Augen stehen und zu Bitten werden.

Gerhardt Maier – Edition C

Wow – Paulus ist Missionar – dann arbeitet er für seinen eigenen Unterhalt als Zeltmachen – und dann hat er noch Zeit regelmäßig zu beten! Was für ein ausgefülltes Leben! Und bemerkenswert: er konzentriert sich bei seinem Gespräch mit unserem himmlischen Vater nicht auf die Fehler und Macken – und auch nicht über die Politik seiner Zeit. Im Gegenteil: er hat sich auf die schönen Seiten seiner Mitbrüder konzentriert! Was für ein schönes Beispiel!

Was ist Liebe

Gott ist aber noch derber drauf als das. Er beweist seine Liebe für uns dadurch, dass Jesus für uns gestorben ist, obwohl wir sogar noch total dreckig und schlecht waren.
VolxBibel – Römer 5,8

Gott aber empfiehlt seine eigene Liebe zu uns dadurch, daß Christus für uns starb, während wir noch Sünder waren.
neue Welt Übersetzung – Bi12 – Römer 5,8

Gott aber erweist seine Liebe gegen uns darin, daß Christus, da wir noch Sünder waren, für uns gestorben ist.
Elberfelder 1871 – Röm 5,8

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(Auf dem Bild von der hebräsichen Ausgabe kann man sehen, dass hier der Begriff Gott nicht mit Jehovah wiedergegeben wird.)

Neuer Sprachlicher Schlüssel zum Griechischen Neuen Testamentσυν-ίστημι zusammenbringen; darstellen, erweisen, beweisen. ὅτι hier = ἐν τούτῳ ὅτι dadurch, dass (B 1c). ὄντων Ptz. εἰμί, gen. abs. (A288), temp.

Neuer Sprachlicher Schlüssel zum Griechischen Neuen Testament

Als nächstes geht Paulus nun zur Beschreibung des Wesens der Liebe Gottes über und erklärt, inwiefern sie die Hoffnung der Gläubigen sicherstellt. Gott hat seine Liebe im Tod seines Sohnes, Jesus Christus, erwiesen. Das geschah schon zu der Zeit, als wir noch schwach (asthenOn; vgl. Joh 5,5) waren, und es geschah für (hyper) uns Gottlose (asebOn; vgl. Röm 4,5). Christi Tod war ein stellvertretender Tod, er starb für andere. Die griechische Präposition hyper bedeutet meist „wegen“, manchmal allerdings auch „anstelle von“, wie aus Röm 5,7 ,wo ebenfalls hyper steht, hervorgeht. Eine Person, die bereit ist, um eines Gerechten oder um des Guten willen zu sterben, bietet sich selbst als Ersatz an, damit der Gerechte leben kann bzw. die gute Sache siegt. Darin liegt der höchste Ausdruck menschlicher Liebe und Hingabe. Die Liebe Gottes aber ist dieser Liebe sowohl ihrem Wesen als auch ihrem Ausmaß nach völlig entgegengesetzt, denn Gott erweist (das Präsens deutet auch hier wieder auf die fortdauernde Handlung hin) seine Liebe zu uns darin, daß Christus für (hyper, „anstelle von uns“) uns gestorben ist, als wir noch Sünder waren. Es mag zwar durchaus vorkommen, daß ein Mensch um eines guten Menschen oder einer guten Sache willen sein Leben wagt – wenngleich auch das sehr selten ist -, doch Christus tat mehr als das. Er starb anstelle der Schwachen (V.6), der Gottlosen (V.6; Röm 4,5), der Sünder (Röm 5,8) und sogar seiner Feinde (V 10)!

Die Bibel erklärt und ausgelegt – Walvoord Bibelkommentar

Nun wird der Kontrast in die richtige Perspektive gerückt. Menschliche Liebe würde bestenfalls für einen gütigen Menschen ein Opfer bringen. Diese Möglichkeit wird von der Gewißheit übertroffen, was Gott getan hat. Er verkündet Seine Liebe, präsentiert sie in ihrem wahren Charakter. Sie ist eine Demonstration Seiner unverdienten Zuwendung. Aus Seiner eigenen Gütigkeit heraus erweist Er Sein göttliches Mitgefühl, das in keiner Weise von den Menschen, denen Seine Liebe galt, ausgelöst wurde. Diese Menschen werden hier nicht als gut beschrieben, sondern als das identifiziert, was sie sind: als Sünder. Das hier verwendete Wort ist das allgemeinste und umfassendste Wort für Sünder. Für niemanden gibt es irgendeine Möglichkeit, durch die Maschen des Netzes zu schlüpfen. Alle Menschen allen Alters an allen Orten stehen unter dem Urteil, wie bereits an früherer Stelle gesagt wurde: »Alle haben gesündigt und erreichen nicht die Herrlichkeit Gottes« (3,23).
    Die Liebe Gottes erfordert keinen Fortschritt im moralischen Maßstab, bevor sie wirksam wird. Das Wunder dieser Liebe besteht darin, daß sie erwiesen wurde, »als wir noch Sünder waren«. Der höchst unwahrscheinliche Erweis Seiner Liebe wird mit wenigen Worten erklärt: »Christus ist für uns gestorben.« Zur bestimmten Zeit starb Christus für Gottlose. Nun wird dies persönlicher angewendet: Christus starb für uns. Es gibt keine Ausnahmen. Alle sind darin eingeschlossen. Auch solche, die als gute und leuchtende Vorbilder angesehen sind, werden mit allen anderen zu der einen Gruppe gerechnet. Allgemein gesagt, sind alle gottlos und alle brauchen Errettung. Mit persönlicherem Unterton kann man jedoch sagen, daß die Tatsache unausweichlich ist: »Christus ist für uns gestorben.« Der Apostel schließt darin auch sich selbst und seine Mitarbeiter ein, wodurch er allen Lesern des Briefes klar macht, daß es keine Ausnahmen gibt. Die ganze Welt braucht Errettung, und das Mittel zum Heil ist für alle vorhanden: »Denn so hat Gott die Welt geliebt, daß er seinen eingeborenen Sohn gab.« Paulus verfügte noch nicht über das Johannesevangelium, doch sicherlich war er sich über die Reichweite der Liebe Gottes zur Menschheit im Klaren. Bei seinem Eröffnen der Wahrheit des Evangeliums macht er diese Liebe bekannt, wo immer er Gelegenheit dazu findet.

Benedikt Peters – Was die Bibel lehrt

Der Apostel stellt noch einmal fest, dass Christi freiwillige Selbsthingabe zu einer Zeit erfolgte, als wir noch Sünder waren. Welch einen schweren Inhalt für ihn der Begriff Sünder oder das hamartolon onton hatte, darüber hat er keinen Zweifel gelassen. In Gottes Heilsoffenbarung und deren Beziehung zum Menschen konnte aber nicht der Mensch als Sünder oder der Mensch in seinem Widerspruch gegen Gott das letzte Wort behalten. Das letzte Wort gehört Gott. Dieses Wort offenbarte Gott aber in der Sendung seines Sohnes, und zwar als Wort seiner Liebe. Selbst durch das Kreuz konnten gottlose und fromme Sünder das Wort seiner Liebe nicht zum Schweigen bringen. In dem Augenblick, wo der Mensch am schwersten durch die Verwerfung Jesu gegen Gott frevelte, sprach sie am lautesten von Vergebung, Gnade und Rettung. Das ist Gottes Triumph in seiner Gnade über die Sprache des Menschen in seiner Schuld.

Der Apostel will hier aber besonders die eigentümliche Art der göttlichen Liebeserweisung hervorheben und betonen. Denn in ihrer Art erhebt sie sich weit über alles, was unter Menschen je als Liebe geübt worden ist. Wären die Menschen Gerechte oder Freunde gewesen, dann könnte man die Liebe Gottes, wie sie sich im Tode Jesu offenbart, eventuell noch verstehen. In der Versöhnung der Menschheit geht es aber um Schwache und Ohnmächtige, um Sünder und Gottlose, um Frevler und Feinde. Auf diese, und nicht auf Gerechte und Freunde, ist die Offenbarung der Liebe in jeder ihrer einzelnen Heilshandlungen gerichtet. Wenn Gott in seiner Liebe nun die Versöhnung dieser vollbracht hat, um wieviel gewisser, pollo mallon, oder auch um wieviel reichlicher wird sie hinfort auch das Letzte vollbringen, die Rettung vom Zorn [189] und die Vollendung der Versöhnten. Wohl mit Recht hebt Godet hier hervor: „Wer das Größere getan, und zwar für Feinde, wird jedenfalls das Kleinere tun für dieselben Personen, die seine Freunde geworden sind.“

Damit will Paulus aber auch hier nicht den Schwerpunkt der Rettung vom Zorn oder die Gewissheit der Vollendung der Versöhnten etwa von Gott auf den gerechtfertigten Menschen verlegen. Nicht in sich selbst tragen die Gerechtgesprochenen die Garantie, dass sie vor dem Zorn des Gerichts bewahrt werden sollen und dass sie sich der Vollendung ihrer Seligkeit gewiss sein können. Sie finden sie aber im Ratschluss und im Handeln Gottes. Sie sind ja Gott gegenüber in ihrer Lebenshaltung und Gesinnung nicht mehr Feinde. Sie sind Kinder der Liebe und in ihrer Glaubenshingabe offen für das Wirken des Geistes Gottes. Sie freveln in ihren Leidenschaften ja nicht mehr gegen Gott, vielmehr dienen sie ihm in freier Hingabe der Liebe und des Glaubens. So stark der Mensch auch für die ihm geschenkte neue Kindesstellung mit verantwortlich gemacht wird, seine Heilsgewissheit und seine Heilsvollendung sind ihm verbürgt allein in Gottes Vaterverhältnis zu den Versöhnten. Die Bürgschaft liegt mithin nicht in der Frömmigkeit und in der Hingabe der zum ewigen Leben Berufenen und Begnadeten.

Kroeker – Römerbrief

Jesus zieht sich trotz meiner Sünde nicht von mir zurück. Auch wenn meine Sünde mir wie eine Milchglasscheibe den Blick auf Gott versperrt und ich ihn auf der anderen Seite nur erahnen kann, geht Gott nicht weg, sondern wartet auf meine Buße. Er kann und wird mich immer auf die gleiche Weise lieben, und zwar mit der Liebe, die er am Kreuz gezeigt und bewiesen hat.
Auch wenn wir das kaum glauben können: Nichts kann uns von der Liebe Christi scheiden (Römer 8,35.38-39). So wie Jesus uns am Kreuz geliebt hat, liebt er uns bis zum Schluss. Und wenn er uns schon so geliebt hat, als wir noch Sünder waren (Römer 5,8), wie viel mehr dürfen wir uns derselben Liebe dann jetzt bewusst sein, wo wir Kinder Gottes sind (1Johannes 3,1)? Egal wie dein Leben gerade aussieht – vielleicht gibt es tief in deiner Persönlichkeit wurzelnde Sünde, von der du denkst, dass du sie nie los wirst, oder es gibt Eheprobleme, die aussichtslos erscheinen -, vergiss eines nicht: Gott liebt dich so wie am ersten Tag.
Wir sind aus Gnade gerettet (Römer 3,24), dürfen täglich zum „Thron der Gnade“ treten, um Barmherzigkeit und Gnade zu empfangen (Hebräer 4,16) und erwarten die Wiederkunft Jesu, der uns seine Gnade mitbringt (1Petrus 2,13). Unser ganzes Leben ist in Gnade eingebettet und soll von ihr beherrscht werden (Römer 5,21). Gott liebt uns nicht für unsere Leistung oder weil wir nie Fehler machen! Er liebt uns, weil wir seine Kinder sind. Und dasselbe tut Salomo im Umgang mit Sulamith. Er liebt sie nicht, weil sie die perfekte Ehefrau ist – das wird sie nie sein -, sondern er liebt sie, weil sie seine Frau ist.

K. Fischer – Crashkurs Leidenschaft

Das Jehovah seine Liebe zu uns zeigte, als wir Sünder waren – sollte unser Leben völlig verändern! Wer wirklich ein Christ ist, kann nicht Hass und Wut in seinem Herzen hegen. Er muss sich nicht anstrengen, ein guter Mensch zu sein – sondern spiegelt den himmlischen Vater wider.

und noch einmal Barmherzigkeit?

Denn meine Gedanken sind nicht eure Gedanken, und eure Wege sind nicht meine Wege, spricht Jehova. Denn wie der Himmel höher ist als die Erde, so sind meine Wege höher als eure Wege und meine Gedanken als eure Gedanken.
Elberfelder Bibel 1905 – Jesaja 55,8–9

„Denn eure Gedanken sind nicht meine Gedanken, noch sind meine Wege eure Wege“ ist der Ausspruch Jehovas. 9 „Denn wie die Himmel höher sind als die Erde, so sind meine Wege höher als eure Wege und meine Gedanken als eure Gedanken.
neue Welt Übersetzung – Bi12 – Jes 55,8–9

Denn nicht sind meine Pläne eure Pläne / nicht eure Wege meine Wege / ist des Ewigen Spruch. /
Wie hoch die Himmel ob der Erde ragen / so überragen meine Wege eure Wege / und meine Pläne eure Pläne. /
Neftali-Herz-Tur-Sinai – Jesaja 55,8–9

Denn:
»Nicht sind meine Planungen
eure Planungen,
nicht eure Wege
meine Wege.«
ist SEIN Erlauten.
Denn:
»Hoch der Himmel über der Erde,
so hoch
meine Wege über euren Wegen,
mein Planen über eurem Planen.«
Buber_Rosenzweig – Jes 55,8–9

de.logos.com

Der Apostel Paulus sagt einmal von sich dasmerkwürdige Wort, das nun alle wahren Christen sprechen: »Ich sterbe täglich« (1Kor 15,31).

Wunderlich! Man kann doch nur einmal sterben! Nein! Christen sterben täglich. Wie wollen wir das verstehen? Ich kann es wieder nur persönlich sagen.

Ich habe doch einen Willen. Ich habe Pläne, Hoffnungen. Ich bin auch kein Fisch – mein Fleisch und Blut hat wildes Begehren und kennt heißes Verlangen.
Aber nun tritt mir mein Herr in den Weg und sagt: »Meine Gedanken sind nicht deine Gedanken und deine Wege sind nicht meine Wege« (Jes 55,8). Und da stehe ich nun beständig vor der Wahl, ob mein Wille, mein Wünschen, mein Begehren gelten soll oder der Wille meines Herrn. Da gibt’s keine Kompromisse. Da heißt es: »Entweder – Oder!« So heiß das eigene Begehren, Wollen, Wünschen ist – wenn ich meinen Herrn nicht verlieren will, dann muss ich mich in den Tod geben und ihn machen lassen.

Wilhelm Busch, Es geht am Kreuz um unsre Not

Das bedeutet, dass Gott erstens immer den Überblick behält. Keine Wendung in meinem Leben oder im Weltgeschehen kann ihn aus der Ruhe bringen. Zweitens hat er mehr Überblick als ich. Das bedeutet, dass er alle Situationen bis ins letzte Detail kennt und die Auswirkungen bestimmter Handlungen abschätzen kann.
Deshalb wird Gott Ihre Gebete erhören, wenn die beste Zeit dafür gekommen ist. Deshalb kann es manchmal auch lange dauern, bis Gott Gebete erhört. Doch auch wenn Gebete eine Zeit lang unbeantwortet bleiben, können Sie darauf vertrauen, dass Gott die Gebete gehört hat und auch entsprechend erhören wird. Allerdings wird er nichts tun, was uns schadet oder nicht seinem Willen entspricht.
Manchmal denke ich auch, dass meine Lösung, um die ich Gott gebeten habe, die beste Lösung ist. Weil Gott aber den notwenigen Überblick hat, sieht er das manchmal anders. Und auch wenn das Leben manchmal schwer ist, können wir darauf vertrauen, dass Gott es gut meint und unsere Gebete erhört werden.
Ein gutes Beispiel dafür ist das Leben von Joseph, das uns im ersten Buch Mose beschrieben wird. Er hat wahrlich kein leichtes Leben gehabt. Er wurde als Sklave verkauft, saß im Gefängnis usw. Und trotzdem kann er am Ende seines Lebens sagen, dass Gottes es gut mit ihm gemeint hat (1 Mose 50,20). Das bedeutet, dass wir auch heute auf Gott vertrauen können, auch wenn manche Gebete nicht gleich oder gar nicht erhört werden. Manchmal sieht die Lösung Gottes anders aus. Sie wird dann aber besser sein. Manchmal wird es daher ein Leben lang dauern, bis ein Gebet erhört wird (Lukas 2,25). Und manchmal werden Gebete erst nach unserem Tod oder im Himmel erhört.
Wie wir in der letzten Lektion auch gesehen haben, gefallen Gott bestimmte Gebete. Andere Gebete finden bei ihm kein Gehör. Wenn also ein Gebet nicht erhört wird, kann es also auch daran liegen, dass das Gebet in diesem Sinn unpassend war. Wenn ich also nicht im Vertrauen bete, dass Gott hilft oder ich mich nicht im Willen Gottes befinde, wird Gott wahrscheinlich das Gebet nicht erhören.
Auch wenn manche Gebete scheinbar nicht erhört werden, kann ich Gott grundsätzlich vertrauen, dass er hört und handelt. Wenn ich mein Gebet also geprüft habe, kann es manchmal bedeuten, dass ich ausdauernd weiter beten muss. Ich muss manchmal nach seinem Willen suchen und danach ringen. Und wenn Gott nicht so auf meine Gebete antwortet, wie wir es für richtig halte, wird er für eine bessere Erhörung sorgen. Manchmal werde ich das wohl erst verstehen, wenn ich Gott einmal im Himmel direkt begegnen werde. Auf lange Sicht in diesem Leben und besonders auf ewige Sicht werde ich sehen, dass Gott es gut meint und Gebete erhört.

ERF, – „Glauben – wie geht das?“

Meine Gedanken sind nicht eure Gedanken und meine Wege nicht eure Wege“ (Jesaja 55,8–11). Wie gut, dass unser Gott dieses Wort über unsere Denkweisen und Theologien gestellt hat. Er ist der Gott, der durch den Sohn auch die Äonen (Ewigkeiten! Plural!) geschaffen hat (Hebräer 1,2) und der einen Plan mit dieser Welt hat.
Meinen Sie, er lässt sich von seinem Vorhaben durch unsere Jämmerlichkeit, Schuld und Sühne, ja durch den Satan abbringen?
Er war in Christus und versöhnte die Welt mit sich selber. Wer oder was ist da ausgenommen?

idea 2018

„Alle, die Durst haben, kommen ans Wasser! “ Laut Raschi ist „alles, was durstig ist“ ein Ausdruck der Berufung, eine Einladung, sich zu ADONAI und seiner heiligen Tora zu versammeln. Die Aussage, Wasser, Wein und Milch zu kaufen, ist nach Ansicht der Weisen eine metaphorische Aussage über die Lehren Gottes, in der die Worte der Tora jedem kostenlos zur Verfügung stehen. Antwort auf die Frage „Warum Geld für das ausgeben, was kein Essen ist, Ihren Lohn für das, was nicht befriedigt?“ (Vers 2), Rabbi Israel Slotki, erklärt, dass „weltliche Bestrebungen das Ausgeben von Geld und Arbeit beinhalten, ohne die Seele zu befriedigen“. Es ist nur das Wort von ADONAI, das jede menschliche Sehnsucht befriedigt, und nur Gott kann jedes menschliche Bedürfnis befriedigen. In Anbetracht dieser Hoffnung lädt Gott alle Menschen großzügig ein, seine Befreiung kostenlos zu erleben (Verse 1–3, 7), einschließlich der Nationen, von denen Israel nicht wusste, dass sie existieren (Verse 5). Selbst Außenstehende wie Eunuchen (56: 4–5) und Ausländer (56: 3, 6–8) werden einen privilegierten Platz im Reich Gottes haben. Gottes Absicht ist nicht Rache, wie Isra’el befürchtet hatte, sondern Rettung. Daher sind seine Gedanken und Wege nicht dieselben wie die der Menschen (55: 8–9). Aber selbst in diesem großartigen Porträt der Rettung und Befreiung droht ein Urteil gegen die Bösen, die sich weigern, umzukehren. Sie bleiben schuldig an geistiger Blindheit, Gier (56:11), Rebellion (57: 4), Götzendienst, sexueller Sünde (57: 5–8), ohne Gott zu fürchten (57:11) und Bosheit (57: 20–21) ).

Die vollständige jüdische Studienbibel: Notizen

Die Haftarah besteht aus zwei rhetorischen Einheiten. Der erste Teil (Jes. 55: 6–13) beginnt mit einem Aufruf an das Volk, den Herrn zu „suchen“ und seine sündigen „Pläne“ und „Wege“ zu bereuen (va-yashov) (Vers 6–7). Der Prophet ermutigt das Volk mit zwei Behauptungen: einer theologischen Aussage, dass Gott seinem Volk „frei vergibt“; und Gottes eigenes Wort, dass seine „Pläne“ und „Wege“ sich von denen der Menschen unterscheiden. Der letztere Punkt wird durch ein Gleichnis über die Entfernung zwischen Himmel und Erde verstärkt (Vers 9). Es folgt ein zweites Gleichnis, das wiederum von Gott gesprochen wird. Sein Thema ist das göttliche „Wort“, das vom Propheten gesprochen wird und das nicht unerfüllt zurückkehren wird (Yashuv) (Verse 10–11). Dieses neue Thema verlagert den Fokus von göttlicher Vergebung auf orakelhafte Erfüllung – von Gottes „Wegen“ der Versöhnung zur Verwirklichung seines „Wortes“ der Erlösung (Verse 12–13). Sein Verzeihungswort und sein Versprechen der Wiederherstellung sind die Aspekte seiner transzendenten Wege.
Der zweite Teil der Haftarah (Jes 56: 1–8) kehrt zum proklamatorischen Ton des ersten Teils zurück. Der Prophet beginnt mit einem Aufruf zur Gerechtigkeit und kündigt die bevorstehende Erlösung an (56: 1). Besonderes Augenmerk wird auf die Einhaltung des Sabbats und das Unterlassen des Bösen gelegt (Vers 2). Von den beiden wird die Einhaltung des Sabbats in den Worten des Propheten an Ausländer und Eunuchen betont. Wenn sie dieses Gebot einhalten, wird den Eunuchen „ein Denkmal und ein Name“ (Vers 5) im wiederaufgebauten Tempel versprochen, und die Ausländer werden an seinen Opfern und heiligen Riten teilnehmen (Vers 3–7). Ein feierlicher Abschluss kennzeichnet diesen Abschnitt: „So erklärt der Herr, GOTT, der die Zerstreuten Israels versammelt:„ Ich werde noch mehr zu den bereits Versammelten sammeln “(Vers 8). Die Proklamationserklärung des Propheten kontrapunktiert die Zitate, die die von den Ausländern und Eunuchen ausgesprochene Angst vor Ablehnung zum Ausdruck bringen (Vers 3), und schließt die göttliche Rede ab, die diese Behauptungen widerlegt (Vers 4–7).
Die beiden rhetorischen Teile der Haftarah sind durch verschiedene Wörter und Sätze verbunden, wodurch neue theologische Verbindungen zwischen den Einheiten hergestellt werden. Zum Beispiel wird durch verbale Wiederholung eine dramatische Verbindung zwischen der Nähe (Karov) Gottes zum Büßer (Jes. 55: 6) und der Nähe (Kerova) der später angekündigten Erlösung (56: 1) hergestellt. Eine andere Art ist die Koordination der „Freude“ (simḥah) des israelitischen Exodus aus dem Exil (55:12) mit der „Freude“ (ve-simaḥtim), die Gott für die Ausländer (56: 7) schaffen wird, wenn er bringt sie zu seinem Tempel, um gemeinsam mit den einheimischen Israeliten zu feiern. Und schließlich kann man die auffällige Verbindung zwischen Isa beobachten. 55:13 und 56: 5. In 55:13 wird die wundersame Verwandlung der Natur (von Brennnesseln zu Myrten) zum Zeitpunkt der Erlösung „ein Zeugnis für den Herrn sein, als ein ewiges Zeichen, das nicht zugrunde geht. ” In 56: 5 wird die Wiederbepflanzung des Eunuchen im Tempel (verwandelt von einem „verwelkten Baum“ [56: 3] in ein „Denkmal“ [56: 5]) „ihnen einen ewigen Namen geben [shem ʿolam] die nicht umkommen werden [loʾ yikkaret]. “ Die Bilder der Natur liefern somit kraftvolle Zahlen für die geplante Erlösung und zeigen die Bewegung vom Exil zur Erlösung im Sinne einer Verschiebung von trocken und steril zu produktiv und regenerativ. Auf diese Weise betont die Haftarah thematisch die Erneuerung des Lebens, dh die Blüte der Samen der Erlösung, die Gott mit seinem prophetischen Wort gepflanzt hat (55: 10–11).
Der Aufruf zur Umkehr zu Beginn der Haftarah ist in diesem prophetischen Korpus einzigartig. Wo tatsächlich auf vergangene Sünden Bezug genommen wird, ist der Ausdruck der göttlichen Vergebung sowohl kategorisch als auch einseitig (wie in Jes. 43:25: „Ich bin es, der – um meinetwillen – deine Übertretungen wegwischt und an deine Sünden erinnert nicht mehr“). Es wird kein vorheriger Akt der nationalen Reue erwähnt oder erwartet. Im vorliegenden Fall wird jedoch eine bilaterale oder wechselseitige Bewegung angekündigt. Das reuige Handeln des Volkes wird göttliche Barmherzigkeit hervorrufen und so den Kreislauf von Sünde und Bestrafung durchbrechen. Gerade diese Kraft der Umkehr, um dem göttlichen Gericht entgegenzuwirken, kann auch den Grund für Gottes Barmherzigkeit erklären: „Meine Wege sind nicht deine Wege“ (55: 8). Man kann vermuten, dass hinter dieser starken Rechtfertigung das Gefühl des Volkes stand, dass die Umkehr die Schuld für vergangene Sünden nicht aufheben konnte (vgl. Ibn Esra zu Jes 55,8). Als Antwort darauf behauptet der Prophet eindringlich, dass aufrichtige Umkehr tatsächlich die göttliche Barmherzigkeit aktivieren wird. Eine ähnliche Besorgnis über die Macht der Umkehr, die „Gerechtigkeit“ der göttlichen Bestrafung aufzuheben, spiegelt sich auch in den postexilischen Diskursen von Hesekiel wider (Hesekiel 18: 25–29). Auch dort ist die göttliche Antwort klar. Gott wünscht Buße; denn er ist ein Gott der Barmherzigkeit, der will, dass der Sünder lebt.
Die Haftarah betont auch, dass Gott den Fremden und den Fremden liebt. Der universelle Ton der Verkündigung in Isa. 56: 3–8 ist bemerkenswert und stellt die Einstellungen anderer religiöser Kreise mit Nachdruck in Frage. Insbesondere die Einbeziehung von Ausländern in die Tempelverehrung ist streng, der vom zeitgenössischen Propheten Hesekiel abgelehnt wurde (Hesekiel 44: 8–16) .4 Dieser Priesterprophet behauptete sogar, dass eine solche Einbeziehung eine der Grundsünden der präexilischen Gemeinschaft sei, die ausgerottet werden müsse (Verse 7–8). Ebenso war die Vertreibung von Ausländern aus der Restaurierungsgemeinschaft ein zentraler Bestandteil des exklusiven Programms des Priesters Esra.

Der JPS-Bibelkommentar

Ist bei Jehovah nicht irgendwann die „Barmherzigkeit“ aufgebraucht? Kann er seinem Volk wirklich immer und immer wieder vergeben? Und wenn ER das bei seinem Volk kann – kann ER dies dann auch in meinem und deinem Leben?

Liebe Jehovah deinen Gott – wie?

Ich nehme heute den Himmel und die Erde zu Zeugen gegen euch: Das Leben und den Tod habe ich euch vorgelegt, den Segen und den Fluch! So wähle das Leben, auf daß du lebest, du und dein Same, indem du Jehova, deinen Gott, liebst und seiner Stimme gehorchst und ihm anhängst; denn das ist dein Leben und die Länge deiner Tage, daß du in dem Lande wohnest, welches Jehova deinen Vätern, Abraham, Isaak und Jakob, geschworen hat, ihnen zu geben.

Elberfelder Bibel 1905 – Dtn 30,19–20

Ich schwöre euch, und das ganze Universum ist mein Zeuge: Ich hab euch heute ein klares Bild gemalt, wie das bei euch aussehen könnte: Wird alles gut oder alles ätzend, Himmel oder Hölle, Segen oder Fluch, Leben oder Tod? Entscheidet euch für das Leben! Nur so werdet ihr überleben, ihr und eure ganze Familie, für immer.
Verknallt euch neu in euren Gott! Liebt ihn über alles und tut, was er von euch will. Bleibt ihm immer treu! Von dieser Entscheidung hängt alles ab, ob ihr für immer weiter zusammenbleibt und euch in dem neuen Land halten könnt. Gott hatte euch dieses Land ja schon durch eure Uropas Abraham, Isaak und Jakob ganz fest versprochen.“

VolxBibel – Dtn 30,19–20

Der Himmel und die Erde sollen heute meine Zeugen sein, dass ich dir Leben und Tod vorgelegt habe, den Segen und den Fluch. Wähle das Leben, damit du am Leben bleibst, du und deine Nachkommen, indem du Jehova, deinen Gott, liebst, auf seine Stimme hörst und fest zu ihm hältst, denn er ist dein Leben, und durch ihn kannst du lange in dem Land wohnen, das Jehova deinen Vorfahren Abraham, Isaak und Jakob mit einem Eid zugesichert hat.“

neue Welt Übersetzung – 2018 – Dtn 30,19–20

Ich nehme heute tatsächlich die Himmel und die Erde als Zeugen gegen euch, daß ich dir Leben und Tod vorgelegt habe, den Segen und den Fluch; und du sollst das Leben wählen, damit du am Leben bleibst, du und deine Nachkommen, indem du Jehova, deinen Gott, liebst, indem du auf seine Stimme hörst und indem du fest zu ihm hältst; denn er ist dein Leben und die Länge deiner Tage, damit du auf dem Boden wohnst, den Jehova deinen Vorvätern Abraham, Isaak und Jakob geschworen hat, ihnen zu geben.“

neue Welt Übersetzung – Bi12 – Dtn 30,19–20

Die Notwendigkeit der Wahl. Wenn „Leben“ nur biologisches Leben bedeuten würde, gäbe es keine Wahl. Die Wahl liegt eher zwischen dem Leben im Bund und dem Leben nicht im Bund. Unter diesem Gesichtspunkt stellen biologische Existenz und sogar Wohlstand, wenn nicht im Bund, den Tod dar. 16: Liebe… wandle auf seinen Wegen: In der Fachsprache der Verträge des Nahen Ostens bedeutet „Liebe“, loyal zu handeln und die Verpflichtungen des Vertrags einzuhalten (6: 5 n.). 19: Himmel und Erde zum Zeugnis, siehe 4:26; 32: 1 n. Wähle das Leben: Joshua wiederholt die Notwendigkeit der Wahl (Josh. 24:15). Der didaktische Gebrauch von Leben und Tod legt den Einfluss von Weisheitslehren auf die Autoren nahe (Spr 11,19; 14,27; 18,21; vgl. Jer 8,3; 21,8).

Die jüdische Studienbibel

Wie? Jehovah zu lieben ist gekoppelt an Gehorsam? Ich denke, er liebt uns, egal wie wir sind? Ja – er liebt uns alle, aber das bedeutet nicht, dass wir IHN lieben! Unsere Liebe zeigt sich eben daran, dass wir IHM Gehorsam sind! Wenn wir dass nicht können/wollen, dann zeigt dass, das wir IHN ablehnen und IHM keine Chance geben.