Veränderung sichtbar?

Denn einst waren auch wir unverständig, ungehorsam, irregehend, dienten mancherlei Lüsten und Vergnügungen, führten unser Leben in Bosheit und Neid, verhaßt und einander hassend.
Als aber die Güte und die Menschenliebe unseres Heiland-Gottes erschien, errettete er uns, nicht aus (O. auf dem Grundsatz von) Werken, die, in Gerechtigkeit vollbracht, wir getan hatten, sondern nach seiner Barmherzigkeit durch die Waschung der Wiedergeburt und Erneuerung des Heiligen Geistes, welchen er reichlich über uns ausgegossen hat durch Jesum Christum, unseren Heiland, auf daß wir, gerechtfertigt durch seine Gnade, Erben würden nach der Hoffnung des ewigen Lebens. (O. der Hoffnung nach Erben des ewigen Lebens würden)
Elberfelder 1871, Titus 3,3–7

Früher waren nämlich auch wir – wie alle anderen Menschen – ohne Einsicht und Verständnis. Wir verweigerten Gott den Gehorsam, gingen in die Irre und wurden von allen möglichen Leidenschaften und Begierden beherrscht. Bosheit und Neid bestimmten unser Leben. Wir waren verabscheuungswürdig, und einer hasste den anderen. Doch dann ist die Güte Gottes, unseres Retters, und seine Liebe zu uns Menschen sichtbar geworden, und er hat uns gerettet – nicht etwa, weil wir so gehandelt hätten, wie es vor ihm recht ist, sondern einzig und allein, weil er Erbarmen mit uns hatte. Durch das Bad der Wiedergeburt hat er den Schmutz der Sünde von uns abgewaschen und hat uns zu neuen Menschen gemacht. Das ist durch die erneuernde Kraft des Heiligen Geistes geschehen, den Gott durch Jesus Christus, unseren Retter, in reichem Maß über uns ausgegossen hat. Durch Gottes Gnade für gerecht erklärt, sind wir jetzt also – entsprechend der Hoffnung, die er uns gegeben hat – Erben des ewigen Lebens.
Neue Genfer – Titus 3,3-7

Wir waren ja früher kein Stück besser. Wir haben die Sachen getan, auf die Gott überhaupt keinen Bock hat, und uns im Leben total verirrt. Wie ferngesteuert haben wir uns von irgendwelchen Leidenschaften und Wünschen kontrollieren lassen. Unser Leben war bestimmt von Neid und egoistischen, linken Motiven. Wir hassten alle Menschen, und Hass bestimmte auch unsere Beziehungen untereinander. Und dann begegnete uns Gott, und wir haben seine Liebe kennengelernt. Wir erkannten, wie sehr er die Menschen um uns herum liebt. Er hat uns da nicht rausgeholt, weil wir ein so tolles vorbildliches Leben geführt haben, sondern nur weil er uns liebt! Darum hat er uns diesen Neuanfang geschenkt, dieses neue Leben durch die Kraft von Gott, seinem Heiligen Geist. Diesen Geist hat er uns reichlich gegeben, durch Jesus Christus, der uns gesund gemacht und befreit hat. Ohne dass wir es verdient hätten, hat Gott uns unseren Dreck vergeben! Plötzlich durften wir dadrauf hoffen, ein Leben zu bekommen, das nie aufhören wird.
Volxbibel – Titus 3,3-7

ἦμεν Ipf. εἰμί. ποτέ18 einst, früher. ἀ-νόητος11 unverständig. ἀ-πειθής7 ungehorsam. πλανώμενοι Ptz. Pass. πλανάω (< πλάνη Irrtum) in die Irre führen; übertr. irreführen, verführen, betrügen; Pass. in die Irre gehen, dem Irrtum verfallen; mod. od. umschrieb. Ipf. (A249). δουλεύοντες Ptz. δουλεύω Sklave sein, unterworfen sein; (als Sklave) dienen, m. Dat.; mod. od. umschrieb. Ipf. (A249). ἐπι-θυμία Verlangen, Sehnsucht; (sündige) Begierde, Lust. ἡδονή Lust, Vergnügen. ποικίλος sehr bunt; übertr. vielfältig, mancherlei. κακία Schlechtigkeit, Bosheit. φθόνος Missgunst, Neid. δι-άγοντες Ptz. -άγω hindurchführen; (sein Leben) zubringen; mod. od. umschrieb. Ipf. (A249). στυγητός verhasst, hassenswert. μισοῦντες Ptz. μισέω, mod. od. umschrieb. Ipf. (A249).

Neuer Sprachlicher Schlüssel zum Griechischen Neuen Testament

Über diese Verhältnisse braucht kein Christ die Nase zu rümpfen. Bereits Paulus sagt sinngemäß: „Vergessen wir nicht: Auch wir wussten es früher nicht besser… Bosheit und Neid bestimmte unser Leben…. (Hfa Tit 3,3)“ Es gibt also für Christen keinen Grund, überheblich zu sein. Vor ihrer Bekehrung zu Jesus Christus taten auch sie das, was sie wollten: Sie ließen sich von niemandem vorschreiben, wie sie sich zu verhalten hätten. Durch ihre Bekehrung veränderte sich jedoch Grundlegendes. Um diese Veränderung deutlich zu machen, sollen die Christen sich so verhalten, dass es positiv auffällt. Und damit  sind wir bei den guten Werken.
Wie Hoffnung sichtbar wird
Gute Werke beginnen zum Beispiel damit, dass Christen der Verlogenheit entgegen treten. Was sie sagen, ist wahrheitsgetreu und verlässlich. So etwas fällt heute auf. Darüber können Christen sogar enormen Widerspruch erleiden. Wo aber Wahrheit und Verlässlichkeit sich durchsetzen, da wachsen Zuversicht und Frieden: Ich denke an einen Abteilungsleiter. Der hörte auf, den Erfolg seiner Abteilung als persönlichen Erfolg darzustellen, sondern als Erfolg seines Teams. Wundert es einen, dass die Atmosphäre seiner Abteilung sich verändert hat? Seine Mitarbeiter setzen sich heute auch für ihn ein! Oder: Ich denke an den, der den Ehebruch beendet hat, um seinem Ehepartner die zugesagte Treue zu halten.
In beiden Fällen werden Lug und Betrug beendet. Die neue Verlässlichkeit  beginnt, die beschädigten Beziehungen zu heilen. Allerdings gilt auch, es braucht seine Zeit, bis der wieder Vertrauen fasst, der verletzt worden ist. Aber die Hoffnung ist da: Es wird wohl wieder werden. Gute Werke tun – ich will nicht mit Aufzählungen langweilen: Denn wer offene Augen und Ohren hat, der sieht und hört, wo er sich einsetzen kann. Der krempelt die Ärmel hoch, setzt seine Zeit ein, manchmal auch ein paar Euro

ERF-Kurs über Titus

Paulus vergaß keinen Augenblick den sündhaften Zustand, aus dem er und die von ihm Bekehrten gerettet worden waren (vgl. 1Kor 6,9-11; Eph 4,17-24; Kol 3,6-7), und ruft es den Gemeindegliedern an dieser Stelle mahnend ins Gedächtnis. Statt, wie Paulus jetzt von ihnen fordert, friedfertig und vom Vorbild Christi geprägt zu sein, waren sie früher das genaue Gegenteil: unverständig, nicht vernünftig, ungehorsam, nicht gehorsam, in die Irre gehend und mancherlei Begierden und Gelüsten dienstbar, nicht beherrscht und bereit zu jedem guten Werk. Statt von Friedfertigkeit, Besonnenheit und Demut erfüllt zu sein, lebten sie in Bosheit und Neid, waren verhaßt und haßten einander. So sieht es aus, wenn Menschen fern von Gott vegetieren. Oft legt sich zwar ein dünner Firniß der Zivilisiertheit über die nackte Wahrheit, doch schon der kleinste Sprung in der glatten gesellschaftlichen Oberfläche enthüllt, was hinter dieser Fassade liegt. Es ist immer wieder zu beobachten, daß Menschen ohne Gott sich im Grunde genommen nicht viel anders verhalten als wilde Tiere, die sich um einen Knochen balgen.

Die Bibel erklärt und ausgelegt – Walvoord Bibelkommentar

der Vergleich im letzten Satz ist aber hart! Aber so manche, die einen Sticker mit der Aufschrift „Ich bin Christ“ tragen verhalten sich leider gerade in Zeiten des Drucks ebenso. Ich würde einmal behaupten, dass man gerade in solchen Zeiten wie jetzt, wo Corona den Menschen engere Grenzen setzt, deutlich wird, wer nur Namenschrist ist und wer wirklich „neugeboren“ ist, wer wirklich durch Gottes heiligen Geist geleitet wird. Nicht das wir komplett Sündenlos wären, aber die Antriebsfeder unseres Handelns und Denkens ändert sich.

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