„sollt ihr nicht so tun“

Jehova, eurem Gott, sollt ihr nicht also tun
Elberfelder Bibel 1905 – 5.Mose 12,4

Ihr sollt dem Herrneurem Gottnicht auf diese Weise dienen
►24 לַ5 יהוָ֖ה7 כֶֽם6 אֱלֹהֵי1 לֹֽא3 כֵּ֔ן2 תַעֲשׂ֣וּן
   yhwhḵěmʹʾělō·hêlō(ʾ)ʹ  kēnʹṯǎ·ʿǎśûnʹ
  1 לְ יהוהאַתֶּםאֱלֹהִיםלֹא  2 כֵּן1 עשׂה
  l 1 yhwhʾǎt·těmʾělō·hîmlō(ʾ)  kēn 2ʿśh 1
  P NPMSARS2MPNCMPCG  DVaI2MP–N
    30688594303808  36516213
            

Schlachter_2004 – Dtn 12,4

Ihr sollt es nicht so halten mit dem Herrn, eurem Gott, (wie jene Völker mit ihren Göttern,)
Zürcher 1931 – Dtn 12,4

Heute bei der Bibelbetrachtung einen interessanten Vers gefunden. Aus dem Zusammenhang könnte man diesen in die eine oder andere Richtung übersetzten!
Entweder, die Israeliten sollen nicht die selbe Gottesdienstpraxis von den Götzenanbetern übernehmen – oder, was sich eigentlich aufdrängt: die Israeliten sollen ihren Gott nicht aus dem Land entfernen!

Interessant, dass genau in diese Richtung einige jüdische Lehrer gehen:

RASHI
Du sollst den HERRN, deinen Gott, nicht auf diese Weise anbeten. Indem du an irgendeinem Ort Opfer darbringst, außer an dem, den er erwählt hat. Eine andere Lesart: Du sollst den Namen Gottes nicht „auslöschen“, wie du es mit den Götzen tust, oder einen Stein vom Altar oder vom Tempelvorhof entfernen. R. Ishmael sagte: Könnte es dir in den Sinn kommen, dass Juden den eigenen Altar Gottes niederreißen würden? Es bedeutet dies: „Handelt nicht so, dass eure Übertretungen dazu führen, dass das Heiligtum eurer Vorfahren zerstört wird.“

NAHMANIDES
Du sollst den HERRN, deinen Gott, nicht auf gleiche Weise anbeten. Siehe den Kommentar von Raschi. Die Worte von R. Ismael, die er zitiert, haben den Beigeschmack eines Midraschs; was unsere Weisen über diesen Vers sagen, ist, dass er sich auf das Auslöschen von Gottes Namen bezieht (siehe B. Mak. 22a). R. Ishmaels Worte (die aus den Sifrei stammen) sind nicht widersprüchlich; sein Punkt ist, dass das Auslöschen eines Buchstabens aus Gottes Namen wie das Herausreißen eines Steins aus dem Altar ist. Unser Vers würde also bedeuten: „Reißt den Altar Gottes nicht nieder und löscht seinen Namen nicht aus“, wie ich euch befohlen habe, es mit den Göttern der anderen Völker zu tun. Stattdessen sollt ihr seinen Namen und seinen Altar ehren und eure Opfergaben an den Ort bringen, an dem er seinen Altar aufstellen und seinen Namen etablieren will.

Und was ist dann daraus geworden? Aus Jehoschuah wurde Jesus gemacht, aus Jehovah wurde Jahwe oder noch schlimmer Baal – also Herr! Anstatt auf die Sicht zu schauen, dass Jehovah der Gott ist, der über Raum und Zeit ist – und damit nicht nur die Vergangenheit und die Gegenwart beherrscht = Jahwe – sondern auch die Zukunft in seiner Hand hat = Jehovah. Anstatt darauf zu schauen das Jehovah die Rettung ist = Jehoschua, schaut man auf einen griechischen Namen, den so viele Menschen getragen haben. Hätten wir doch alle diesen Gedanken aus 5.Mose 12 richtig verstanden – mit beiden Bedeutungen!

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