„Niemand“ …“außer ich mich selbst“?

und ich gebe ihnen ewiges Leben, und sie gehen nicht verloren ewiglich, und niemand wird sie aus meiner Hand rauben.
Elberfelder 1871 -Johannes 10,28

Ich gebe ihnen ewiges Leben und sie werden auf keinen Fall jemals vernichtet werden und niemand wird sie aus meiner Hand reißen. Was mein Vater mir gegeben hat, ist größer als alles andere. Niemand kann sie aus der Hand des Vaters reißen.
neue Welt Übersetzung – 2018 – Joh 10,28–29

Ich gebe ihnen ein Leben, was nie mehr aufhören wird. Ihnen kann nichts mehr passieren. Niemand kann sie mir wieder nehmen.
VolxBibel – Johannes 10,28

οὐ μή m. Aor. Konj. stärkste Verneinung zukünftigen Geschehens (A257). ἀπ-όλωνται Aor. Konj. Med. -όλλυμαι. οὐχ … τις niemand (BDR § 4316). ἁρπάσει Fut. ἁρπάζω V. 12; hier (durch Anwendung v. Gewalt) wegführen, entführen, (ent)reißen (B 2a) [Var. ἁρπάσῃ Aor. Konj.].

Neuer Sprachlicher Schlüssel zum Griechischen Neuen Testament

Kennst du den „Ansatz“ dass wir uns von Gottes Liebe trennen könnten? Nun schau, was Jesus zu diesem Zusatzsatz sagt:

In Johannes 10,27–29 finden wir eine weitere, sehr wichtige Stelle für unser Thema: „Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie, und sie folgen mir; und ich gebe ihnen ewiges Leben, und sie gehen nicht verloren in Ewigkeit, und niemand wird sie aus meiner Hand rauben. Mein Vater, der sie mir gegeben hat, ist größer als alles, und niemand kann sie aus der Hand meines Vaters rauben.“ In diesen Versen finden wir keine Aufforderung oder Ermahnung für die Schafe der Herde Christi, sondern es werden sieben Tatsachen vorgestellt:
• Die Schafe hören die Stimme des guten Hirten.
• Der gute Hirte kennt seine Schafe.
• Die Schafe folgen dem guten Hirten.
• Der Hirte gibt ihnen ewiges Leben.
• Die Schafe gehen in Ewigkeit nicht verloren.
• Niemand wird die Schafe aus der Hand des Hirten rauben.
• Niemand kann die Schafe aus der Hand des Vaters rauben.
Es ist eine Tatsache: Niemand kann die Schafe, die Gläubigen, rauben!
Bedeutet das, dass die Schafe zwar von niemand anders geraubt werden können, dass sie aber selbst in der Lage sind, sich den Händen des himmlischen Vaters und des Sohnes zu entwinden? Nein, keineswegs. Denn ein Gläubiger hat nicht mehr Macht als alles andere im Universum. Sollte es ihm wirklich gelingen können, sich der Hand des guten Hirten und des großen Vaters zu entreißen? Sind wir stärker als der Sohn und der Vater? Wird Gott es erlauben, dass diese Schmach auf seinen Sohn fällt, der es als Hirte nicht vermocht haben würde, seine eigenen Schafe zu bewahren? Sollte der Wille Gottes des Vaters nicht erfüllt werden, dass sein Sohn niemand verliert (Joh 6,39)?
Außerdem sollten wir den genauen Wortlaut in diesen Versen beachten. Der Herr hat nicht gesagt: Sie gehen nicht verloren in Ewigkeit, denn niemand wird sie aus meiner Hand rauben, sondern:
„… und niemand wird sie aus meiner Hand rauben.“ Dass Gläubige nicht geraubt werden können, ist also nicht eine Begründung, sondern eine weitere Tatsache, die für die Schafe gilt. Deutlicher kann es nicht gesagt werden:„Und sie gehen nicht verloren in Ewigkeit“!

Gerrid Setzer – Anker der Seele

Wenn die „Autorität“, im Namen Gottes zu handeln, weder in der Gesellschaft … oder einer anderen menschlichen Organisation zu finden ist, dann wo befindet es sich Die Antwort ist in Matthäus 28:18 gegeben: „Und Jesus näherte sich und sprach zu ihnen und sagte: ‚Alle Autorität wurde mir im Himmel und auf Erden gegeben.'“ Gott hat keiner menschlichen Organisation die Befugnis übertragen, die Erlösung anhand seiner zahlreichen Regeln und Vorschriften zu erteilen, und seine Anhänger müssen zu 100 Prozent allen seinen Lehren entsprechen. Wahre Erlösung kommt durch Jesus Christus selbst. In Johannes 14: 6 lesen wir: „Jesus sagte zu ihm:„ Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater außer durch mich. “ Ja, Jesus ist der Weg, um deine Sünden zu vergeben und eine persönliche Beziehung mit dem Gott der Bibel einzugehen. Wenn Sie zu Jesus Christus kommen, Ihre Sünden bekennen und ihm als Ihrem persönlichen Retter vertrauen, erhalten Sie die Verheißung von Johannes 10,28, die besagt: „Und ich (Jesus Christus) gebe ihnen ewiges Leben, und sie werden niemals zerstört, und niemand wird sie wegnehmen meine Hand“.
Jesus rettet bis zum Äußersten. Er vergibt nicht nur unsere Sünden und bringt uns in eine enge Beziehung mit dem Vater als wiedergeborene Kinder von ihm, sondern er gibt uns ewiges Leben und beschützt uns durch seine Kraft, die Kraft Gottes. Dies gibt uns die absolute Sicherheit, in den Himmel zu kommen, wenn wir diese Erde verlassen (nicht aus eigener Kraft „bis zum Ende durchhalten“). Wenn Jesus dein Retter wird, trittst du in die größte Liebe ein, die die Welt je gekannt hat. Sie erhalten die wunderbare Verheißung von Römer 8:35, 38–39: „Wer wird uns von der Liebe Christi trennen? Die Trübsal oder die Qual oder die Verfolgung oder der Hunger oder die Nacktheit oder die Gefahr oder das Schwert?… Weil ich davon überzeugt bin, dass hier jetzt weder Tod noch Leben noch Engel noch Regierungen noch Dinge sind. Weder kommende Dinge noch Kräfte, noch Höhe, noch Tiefe oder irgendeine andere Schöpfung können uns von der Liebe Gottes trennen, die in Christus Jesus, unserem Herrn, ist. “
Niemand, der jemals zu Jesus Christus gekommen ist, um seine Sünden zu vergeben, wurde enttäuscht.

Wilbur Lingle – 20 Fragen an ZJ

Die Rolle des Messias als Hirte

Der fünfte Grund, dass die ewige Sicherheit von Gott, dem Sohn, abhängt, basiert auf der Rolle des Messias als Hirte, die in Johannes 10:27-29 wunderschön dargestellt wird. Als Er sich mit Seiner Rolle als Hirte beschäftigte, wies Er auf drei Dinge hin.

Erstens: Gläubige haben ewiges Leben. Wiederum muss das Wort „ewig“ das bedeuten, was es sagt. Wenn dieses Leben ewig ist, dann ist es ewig. Wenn man es verlieren kann, ist es nicht ewig, sondern nur vorübergehend.

Zweitens: Sie werden niemals untergehen. Egal, was die Schafe tun, sie werden nie zugrunde gehen.

Drittens, niemand kann sie aus seiner Hand reißen. Niemand hat die Macht oder die Fähigkeit, sie aus Seiner Hand zu reißen.

Arnold Fruchtenbaum

Probleme meines Nächsten

Ich bitte euch aber, Brüder, durch unseren Herrn Jesum Christum und durch die Liebe des Geistes, mit mir zu kämpfen in den Gebeten für mich zu Gott, auf daß ich von den Ungläubigen (O. Ungehorsamen) in Judäa errettet werde, und auf daß mein Dienst für Jerusalem den Heiligen angenehm sei;
Elberfelder 1871 – Römer 15,30–31

ICH ermahne euch aber, Brüder, durch unsern Herrn Jesus Christus und durch die Liebe des Geistes-Phil 2,1-, mitzukämpfen-2 Kor 1,11; Kol 4,12- mit mir in den Gebeten für mich zu Gott, daß ich errettet-2 Thess 3,2- werden möge von den Ungehorsamen in Judäa, und mein Dienst-2 Kor 8,4- in Jerusalem wohlgefällig werde den Heiligen,
Abraham Meister – Röm 15,30–31

ICH bitte euch aber dringend, liebe Brüder, bei-w: durch unsern Herrn Jesus, d.h. unter Berufung auf unsern Herrn Jesus (vgl. 1 Kor. 1,10)- unserm Herrn Jesus Christus und bei der Liebe, die der (heilige) Geist wirkt: steht mir mit den Gebeten, die ihr für mich an Gott richtet, im Kampfe kräftig bei,  damit ich von-o: vor- den Ungehorsamen in Judäa-d.h. nicht nur von (o: vor) den ungläubigen Juden, sondern auch von (vor) den ungehorsamen Gläubigen- errettet werde und meine Dienstleistung für Jerusalem bei den Heiligen dort eine gute Aufnahme finden möge!
Hermann Menge Übersetzung – 1926 – Röm 15,30–31

Bitte, Leute, wenn euch was an mir liegt, dann steht voll hinter mir und unterstützt mich, wo ihr nur könnt! Betet für mich, damit ich durchhalte in dem Kampf, den ich kämpfen muss. Betet auch dafür, dass ich in Judäa beschützt werde vor den Leuten, die mich fertigmachen wollen. Und dass ich eine coole Zeit in Jerusalem mit den Jesus-Leuten dort habe.
VolxBibel – Römer 15,30–31

ἐρχόμενος Ptz., temp. ἐν mit (B I4cβ). πλήρωμα3 Fülle. εὐ-λογία Lobpreis; Segen. ἐλεύσομαι Fut. Med. ἔρχομαι.
Röm 15,30 διά m. Gen. unterstreicht hier die Dringlichkeit der Bitte: bei (BDR § 2239). πνεύματος gen. auctoris (A153): die der Geist wirkt. συν-αγωνίσασθαι Aor. Inf. Med. -αγωνίζομαι (vgl. A3391ff) gemeinsam kämpfen τινί mit jmdm., jmdm. helfen, beistehen. προσ-ευχή Gebet.

Neuer Sprachlicher Schlüssel zum Griechischen Neuen Testament

Paulus sah von Anfang an deutlich, dass seine Reise nach Jerusalem ein ernstes, schweres Werk sei, für das ein guter Ausgang durch Gebet errungen werden muss; so bittet er die römischen Christen, dass auch sie in ihrem Gebet mit ihm kämpfen möchten. Es ist ein Gang mitten in die Todesgefahr um des wütenden Hasses willen, mit dem die Judenschaft gerade ihn verfolgt. Zugleich denkt Paulus daran, wie leicht zwischen der Gemeinde in Jerusalem und ihm eine Entfremdung hervortreten könnte, die es unmöglich machte, dass seine Gabe ein Band brüderlicher Einigung zwischen beiden Teilen der Christenheit werde.

Schlatter – Erläuterungen zum Neuen Testament

Das zweite Beispiel steht in Römer 15,30-32: Strebt mit mir zusammen in euren Gebeten zu Gott für mich.

Hier bittet Paulus die Gemeinde in Rom, mit ihm und für ihn zu beten, so wie er ihnen zuvor gesagt hatte, dass er für sie beten würde. Die Grundlage für dieses Gebet ist zweifach: erstens durch unseren Herrn Jesus Christus, was bedeutet, dass sie im Namen Jeschuas beten sollen, denn das ist die Art und Weise, in der er seine Jünger zu beten gelehrt hat; und zweitens durch die Liebe des Geistes. Während wir unsere Gebete an Gott, den Vater, richten und im Namen Jesu beten, sollen wir auch in der Kraft des Heiligen Geistes beten (V. 30). Der Adressat ist Gott, der Vater, denn das ist derjenige, an den alle Gebete gerichtet sind. Für jemanden zu beten heißt, sich mit ihm zu bemühen, und so bittet Paulus die Gemeinde in Rom, sich gemeinsam mit ihm im Gebet zu bemühen.

Der Inhalt dessen, worum sie für ihn beten sollen, ist dreifach: erstens, dass er von dem ungläubigen jüdischen Volk befreit wird, während er in Judäa ist; zweitens, dass das Opfer, das er den jüdischen Gläubigen in Jerusalem bringt, gut aufgenommen wird (V. 31); und drittens, dass Paulus bald zu ihnen nach Rom kommt und so endlich seinen Herzenswunsch erfüllt, der darin bestand, die Gemeinde in Rom durch den Willen Gottes zu besuchen (V. 32).

Alle unsere Gebete sollen von diesem Wunsch geprägt sein, Gottes Willen in der Art und Weise geschehen zu lassen, in der die Gebete erhört werden sollen.

Fruchtenbaum


Im Gebet haben wir die Möglichkeit, zu Gott zu reden. Gebet ist ein wesentliches Kennzeichen eines Christen (Apg 9,11). Das Neue Testament enthält eine Vielzahl von Aufforderungen zum Gebet. Der Herr Jesus selbst hat seine Jünger darauf hingewiesen, wie notwendig es ist zu beten (z. B. Lk 18,1; 22,40). Er selbst lebte es als Mensch auf dieser Erde vor. Häufig finden wir Ihn im Gebet, manchmal eine ganze Nacht lang. Wenn einer im Gebet „verharrte“, dann Er (Lk 6,12).
In den Briefen werden wir ebenfalls wiederholt zum Gebet aufgefordert (z. B. Röm 12,12; 15,30; Eph 6,18; Phil 4,6; Heb 4,16; 13,18; Jak 5,13). Die ersten Christen verharrten im Gebet (Apg 2,42; 12,5). Die Apostel beteten immer wieder (Apg 1,14; 4,31; 6,6). Paulus war nicht nur ein Mann, der predigte und schrieb. Seine Briefe beweisen, dass er viel betete. Er forderte nicht zu etwas auf, das er nicht selbst vorgelebt hätte.

Regelmäßiges Gebet
Das Gebet ist eine der Säulen, auf der das christliche Leben ruht. So wichtig die Arbeit für den Herrn ist, so wichtig ist es, dass wir im Gebet verharren. Das griechische Wort, das in Kolosser 4,2 mit „verharren“ übersetzt ist, kommt im Neuen Testament zehnmal vor und wird in der Elberfelder Übersetzung siebenmal mit „verharren“ übersetzt (Apg 1,14; 2,42.46; 6,4; Röm 12,12; 13,6; Kol 4,2) 1. Es bedeutet, mit Ausharren an etwas festzuhalten, in etwas zu bleiben und nicht davon abzulassen. Es ist wichtig, dass wir uns von nichts und niemand davon abhalten lassen, immer wieder zu beten. Der Teufel wird alles versuchen, uns gerade vom regelmäßigen Gebet abzuhalten. Die Beschäftigungen des Lebens sind ebenfalls eine große Versuchung, die Gebetszeiten zu reduzieren oder ganz auf „Null“ zu fahren. Das Gebet zeigt, dass wir in Gemeinschaft mit Gott leben. Es drückt zugleich aus, dass wir abhängig und untergeordnet leben. Wenn wir beten, geben wir zu, dass wir schwach sind und Hilfe brauchen. In 1 Thessalonicher 5,17 bringt Paulus es auf die kürzeste mögliche Formel: „Betet unablässig“.
Paulus spricht hier nicht von einem spontanen und situationsbedingten Gebet, das wir ebenfalls kennen (z. B. Neh 2,4). Hier geht es um das kontinuierliche und regelmäßige Gebet, in dem wir nicht nachlassen sollen. Dieses Gebet sollten wir persönlich und gemeinschaftlich kennen.
Der bekannte Bibelausleger F.B. Hole hat schon vor Jahrzehnten geschrieben: „Was das Gebet betrifft, sind wir heute sehr, sehr schwach. Im modernen Leben muss alles immer schnell gehen, und so wird das Gebet allzu oft an den Rand gedrängt. Wie sieht es mit deiner Beharrlichkeit in diesem Punkt aus? Wenn wir etwas unbedingt haben wollen, tun wir es wohl, aber wie oft haben wir so oberflächliche Wünsche! Unsere Anteilnahme wird auf einen Punkt gelenkt, und so beten wir dafür. Und das ist dann schon alles. Wir vergessen es bald und haben keine Ausdauer“ (F.B. Hole, Der Brief an die Kolosser). Wie aktuell sind diese Worte!

Im Glauben leben 2017

Unterstützung statt Widerstand
Wir sollten im Dienst für den Herrn Freiheit lassen (vgl. 1 Korinther 14,39) und die guten Arbeiter unterstützen. Unsere Devise darf sein: Nicht gegeneinander kämpfen, sondern miteinander (Phil 4,3).
Wir wollen miteinander kämpfen, nicht gegeneinander.
Nicht übereinander reden, sondern füreinander im Gebet einstehen (Röm 15,30). Und wir wollen auch niemand klein halten, um selbst groß zu werden. Unser Handeln soll von dem Wunsch durchdrungen sein, dass Er allein groß gemacht wird – durch wen auch immer.
Wenn schon über die Götzendiener gesagt wird: „Einer half dem anderen und sprach zu seinem Bruder: Sei mutig!“ (Jes 41,6) – wie viel mehr sollte das für die gelten, die dem wahren und lebendigen Gott dienen und seinen Sohn aus dem Himmel erwarten! So wollen wir die Hände der Streiter Christi stärken und unsere Knie im Gebet für sie beugen.

Im Glauben leben 2016

Wer ist dein Hirte?

Ich bin der gute Hirte; der gute Hirte gibt seine Seele (Auch Johannes und Jesus gebraucht „Seele“ für Leben und Persönlichkeit.) hin für die Schafe.
Die vier Evangelien des Reinhardt – Joh 10,11

Ich bin der gute (schöne) Hirte. Der gute (schöne) Hirte läßt (setzt) sein Leben für die Schafe. 1Pe 2,25; Jes 40,11.
Tafelbibel mit hinzugefügten Sachparallelstellen – Johannes 10,11

Ich bin der gute Hirte; der gute Hirte läßt (Eig setzt ein; legt dar; so auch v 15. 17. 18.) sein Leben für die Schafe.
Elberfelder 1871 – Joh 10,11

Ich bin der gute Hirte. Gute Hirten sind deshalb gut, weil sie bereit sind, für die Schafe alles zu geben, sogar ihr Leben.
Volxbibel – Johannes 10,11

ἐγώ V. 7. ποιμήν V. 2; ὁ ποιμὴν ὁ καλός Präd.-Nom. m. Art. hebt die Einzigartigkeit hervor (vgl. BDR § 2733) der gute Hirte. τὴν ψυχὴν τίθημι das Leben hingeben bzw. einsetzen (vgl. B τίθημι I1bδ) [Var. δίδωσιν Konj. δίδωμι]. πρό-βατον V. 1.

Neuer Sprachlicher Schlüssel zum Griechischen Neuen Testament

Der Hirte ist bereit, für die Herde auch zu sterben, weil sie sein Eigentum ist. Der gedungene Knecht dagegen setzt nicht das Leben für das ein, was ihm nicht gehört. Weil die Gemeinde Jesu Eigentum ist, ihm übergeben und als sein Volk unter seine Führung gestellt ist, stirbt er für sie, um sie vor dem Sterben und Verderben zu bewahren, mit dem der Wolf sie bedroht. Spricht Jesus vom Wolf, so denkt er an den teuflischen Verderber des Menschen. Ihm tritt er als der Beschirmer der Seinen entgegen und setzt sich selbst dem Ansturm des Teufels aus, der ihn durch seine Werkzeuge angreift und ums Leben bringt.

Schlatter – Erläuterungen zum Neuen Testament

„DER GUTE HIRTE“
Wir hören Ihn von sich selbst sagen: „Ich bin der gute Hirte“ (Joh 10,11.14). Schon im Alten Testament spricht der Herr, Jehova: „Siehe, ich bin da, und ich will nach meinen Schafen fragen und mich ihrer annehmen… Auf guter Weide werde ich sie weiden … Das Verlorene will ich suchen und das Versprengte zurückführen, und das Verwundete will ich verbinden, und das Kranke will ich stärken“ (Hes 34,11 ff.). Was Er dort verheißen, das hat Er erfüllt, und mehr als das, denn Er starb für Seine Herde, wie Er gesagt hat: „Der gute Hirte läßt sein Leben für die Schafe.“ Wir aber, die wir an Ihn glauben, ob aus dem Volke Israel oder aus den Nationen gekommen, dürfen heute sagen: Wir sind „sein Volk und die Herde seiner Weide“ (Ps 100,3). Wir sind Ihm von Gott, Seinem Vater, als ein kostbares Geschenk gegeben, wie wir Ihn sagen hören: „Dein waren sie, und mir hast du sie gegeben“ (Joh 17,6). Zugleich bilden wir einen Teil von dem Lohne Seiner Schmerzen und von der „Frucht der Mühsal seiner Seele“. Ob Er uns nun als ein Geschenk vom Vater oder als Lohn Seiner Schmerzen betrachtet, wir sind Ihm unendlich kostbar; ja, Er hat uns geliebt und Sich selbst für uns da-hingegeben. Er sagt es auch zweimal in dem Gleichnis vom guten Hirten, daß Er Sein Leben lasse für die Schafe (Joh 10,11. 15).
Aber der Herr gibt noch einen zweiten Grund an, warum Er von sich sagt: „Ich bin der gute Hirte“, nämlich: „Ich kenne die Meinen und bin gekannt von den Meinen, gleichwie der Vater mich kennt, und ich den Vater kenne“ (V. 14 u. 15). Es besteht also eine lebendige, innige Verbindung und Einheit zwischen dem Hirten und der Herde, also zwischen Ihm und uns, und zwar in demselben Maße, wie sie zwischen dem Vater und dem Sohne bestehen. Welch einen Trost muß uns dies gewähren, da wir heute die Mächte der Finsternis wirksamer sehen denn je! Sie vermögen Seine geliebten Schafe, von denen Er sagt, daß sie auf Seine Stimme hören und Ihm folgen, nicht zu betören und irrezuführen. Vor allem aber vermögen sie Ihm die Seinen nicht aus den Händen zu reißen. Er sagt uns zum Tröste: „Ich gebe ihnen ewiges Leben, und sie gehen nicht verloren ewiglich, und niemand wird sie aus meiner Hand rauben“ (V. 28).
Je gefahrvoller und bedrohlicher die Welt und Wüste für das Volk Gottes wird, um so mehr gilt es, auf die Stimme des guten Hirten zu hören, und zwar nicht nur, um keine Schande auf Seinen Namen zu bringen und keinen Schaden zu erleiden, sondern auch um Seine Tröstungen und Ermunterungen zu vernehmen. Seine Stimme, Seine Worte verscheuchen die Angst und Bangigkeit: „Seid gutes Mutes, ich bin’s; fürchtet euch nicht!“ (Mt 14,27). „Mir ist alle Gewalt gegeben im Himmel und auf Erden“ und: „Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis zur Vollendung des Zeitalters“ (Mt 28,18. 20), ferner: „Siehe, ich komme bald!“ – so ruft uns unser Hirte zu.
Auch im 22. Psalm finden wir den Herrn als den „guten Hirten“, der Sein Leben läßt für Seine Schafe. Zunächst finden wir darin eine so ergreifende Beschreibung des Schauplatzes des Kreuzes, wie in keiner anderen Stelle des Alten Testamentes. Der Herr Jesus ist allein; niemand denkt an Ihn. Die durch Satan verführte Welt verwirft Ihn und fügt Ihm die schändlichsten Qualen zu. Er ist von allen, sogar von Seinen Jüngern verlassen. Die Stunden der Finsternis umhüllen Ihn und breiten sich über Seine Seele aus. Er wird zur Sünde, zum Fluch gemacht, von Gott verlassen. Alle diese Tiefen des Leidens hat Er erduldet, um uns, Seine Schafe, zu erretten. An diesem einzigartigen Weg haben wir, bis auf unsere Sünden, keinen Anteil. Wir können daran glauben, aber verstehen können wir die Tiefen dieses Werkes nicht.
Sobald die Auferstehung Christi stattgefunden hat, ist alles anders. Sein Gott, der Ihm nicht geantwortet hat, als Er des Tages und des Nachts zu Ihm schrie, erhört Ihn nun „von den Hörnern der Büffel“. Nachdem Sein kostbares Blut vergossen worden ist, holt Er Ihn aus dem Tod.
Der gute Hirte der Schafe erhält nun von seilen Gottes eine Familie, während Er vorher ganz allein war. Er verkündigt Seinen Brüdern den Namen des Vaters, und sie werden Kinder Gottes. So haben wir die vollständigste Gemeinschaft mit dem Vater und dem Sohn, die man sich überhaupt denken kann. Wir genießen die wunderbare Liebe des Herrn und unseres Gottes und Vaters.
Folgen wir nun in dem praktischen Genuß dieser Gemeinschaft Ihm, unserem guten Hirten, treu und hören wir täglich und stündlich auf Seine Stimme und auf Seine Worte!

Ermunterung und Ermahnung 1978

10, 11 A: Ich bin der gute Hirte.

Ps Sal 17, 40 f. heißt es vom Messias: Mächtig von Tat u. stark in der Furcht Gottes hütet er des Herrn Herde treu u. recht u. läßt nicht zu, daß (eines) von ihnen auf ihrer Weide strauchle. Gerade leitet er sie alle, u. unter ihnen ist kein Übermut, daß Gewalttat unter ihnen verübt würde. ‖ Im Rabbinischen wird für „guter Hirt“ beides gesagt: רוֹעֶה יָפֶה u. רוֹעֶה טוֹב.

ExR 2 (68b): Gott prüfte den David bei einer Schafherde u. erfand ihn als einen guten Hirten רועח יפח, s. Ps 78, 70: Er nahm ihn von den Hürden der Schafe weg. — Vgl. auch das von Mose handelnde Zitat aus ExR 2 bei Lk 15, 5. ‖ ExR 11 (74d) wird Gott unter Hinweis auf Ex 9, 3 im ironischen Sinn als ein guter Hirt רועה יפה der Ägypter bezeichnet. ‖ PesiqR 26 Anfang: Es geschah zur Zeit, als die Schafherde (= Israel) sich verschuldete u. auf die Worte der Herren nicht hörte, da haßte sie ihre guten Hirten u. Fürsten u. Führer רועיה … דּטובים. — Den Gegensatz zu den „guten Hirten“ bilden dann weiterhin „die Hirten der Lüge“ רועים של שקר.

Kommentar zum Neuen Testament aus Talmud und Midrasc

10, 11 B: Der gute Hirte läßt sein Leben für die Schafe.

τὴν ψυχὴν τιθέναι ὑπέρ τινος = מסר oder נתן נפשו על.
SDt 12, 23 § 76 (90b): Rabban Schimʿon b. Gamliël (um 140) hat gesagt: Jedes Gebot, für welches die Israeliten zur Zeit der Religionsverfolgung ihr Leben dahingegeben haben שמסרו נפשם עליה, das üben sie frei öffentlich; aber für welches die Israeliten zur Zeit der Religionsverfolgung ihr Leben nicht dahingegeben haben, das ist noch jetzt schwankend (unbefestigt) in ihren Händen. — In Schab 130a steht statt עצמן ׃ נפשם = sich selbst. ‖ Aramäisch heißt es Berakh 20a: Die Früheren haben ihr Leben hingegeben für die Heiligung des göttlichen Namens קמאי הוו קאמסרי נפשייהו אקדושת השם, wir haben unser Leben nicht für die Heiligung des göttlichen Namens hingegeben. ‖ Pesiq 87a: R. Chijja b. Abba (um 280) hat gesagt: Wenn jemand zu dir sagen sollte: Gib dein Leben hin für die Heiligung des göttlichen Namens תן נפשך על קירוש השם, so sage ihm: Ich will es hingeben אני נותנה, nur daß man meinen Kopf sofort abhaut, nicht aber wie zur Zeit der (Hadrianischen) Religionsverfolgung, wo man glühende Kugeln unter ihre Achselhöhlen u. spitze Rohrstäbchen unter ihre Nägel legte. ‖ GnR 93 (59b): R. Chijja b. Abba (um 280) hat gesagt: In allen Worten, von denen du liesest, daß sie Juda zu Joseph vor seinen Brüdern gesprochen hat, bis du an die Worte kommst: Joseph konnte nicht mehr an sich halten Gn 45, 1, lag eine Besänftigung für Joseph, für seine Brüder u. für Benjamin. Eine Besänftigung für Joseph, daß man sagen sollte: Seht, wie er sein Leben hingibt für den Sohn der Rahel נותן נפשו על בניה של רהל! Eine Besänftigung für seine Brüder, daß man sagen sollte: Seht, wie er sein Leben hingibt für seine Brüder! Eine Besänftigung für Benjamin, indem er zu ihm sagte: Wie ich mein Leben für dich hingegeben habe, so gebe ich mein Leben für deine Brüder hin.

Kommentar zum Neuen Testament aus Talmud und Midrasc

Ob dieser große Hirte auch alle zwei Jahre eine „überarbeitete Version“ seiner Handlungsanweisungen benötigt? Ich glaube eher nicht – den ein guter Hirte kennt seine Schafe und tut ALLES für diese – und braucht dazu keine Regeln. Es ist SEIN Herz, dass an seinen Nachfolgern/seinen Schafen hängt – ER liebt die Seinen – und deshalb ist ER so ganz anders als die anderen, die gern Hirten sein möchten, es aber nie und nimmer mit IHM aufnehmen können.

Gottes Gedanken höher als menschliche Gedanken

Und wie köstlich sind mir deine Gedanken, o Gott! (El) wie gewaltig sind ihre Summen! Wollte ich sie zählen, ihrer sind mehr als des Sandes. Ich erwache und bin noch bei dir.
Elberfelder 1871 – Ps 139,17–18

Wie kostbar sind für mich deine Gedanken, Gott!
Wie zahlreich sind sie doch in ihrer Summe!
Wollte ich sie zählen: Es sind mehr als der Sand.
Käme ich zum Ende: Noch immer bin ich bei dir.
BasisBibel – Psalm 139,17–18

Mir aber, wie unbegreiflich sind mir deine Gedanken, Gott! wie überschwänglich ihre Summen!
Wollt‘ ich sie zählen, mehr als des Sandes ist ihrer; ich erwache, und noch bin ich bei dir.
de Wette Bibel – Ps 139,17–18

Die Synapsen kollabier’n, wenn ich versuch‘, dich zu verstehen, das kann nicht gehen, muss man sehen, es ist zu viel für ’n Menschenleben.
Würde ich versuchen, deine Gedanken zu zählen, es würd‘ mich quälen, es sind mehr als die Sandkörner am Strand der Insel Seychellen.
VolxBibel – Psalm 139,17–18

Wie zu erwarten, ist der Schöpfer nicht nur machtvoller als der Mensch, sondern Seine Gedanken sind vom Menschen nicht zu erreichen.

Der Psalmist sinnt über Gottes sorgfältige Planung seines Geistes, seiner Seele und seines Körpers. »Wie kostbar sind seine Gedanken« – seine Beachtung des kleinsten Details. Andrew Ivy sagt: »Fast ausnahmslos jede Zelle ›kennt‹ ihre Rolle bei der Ausführung eines Plans und Zwecks zum Wohlergehen des gesamten Körpers.«
139,18b »Wenn ich erwache, bin ich noch bei dir.« Ich meine, der Psalmist bezieht das auf den Augenblick seiner Geburt. In den vorhergehenden Versen (V. 13–18a) hat er den Nachdruck auf Gottes Nähe während der neun Monate vor seiner Geburt gelegt. Aber selbst nach seiner Geburt hat sich das Bild nicht verändert; er ist immer noch bei dem Herrn als seinem Erhalter, Beschützer und Führer. Er spricht von seiner Geburt als von einem Erwachen, genauso wie wir davon sprechen, das erste Tageslicht zu erblicken.

MacDonald – Kommentar zum Alten Testament

Zu Schwer wird es ihm, Gottes Gedanken zu denken. Ihre Zahl übersteigt jede menschliche Kunst des Zählens. So wenig der Sand am Meeresstrande
zu zählen ist, so wenig vermag der Mensch Gott in der Fülle seiner Gedanken zu fassen. So stark und tief er auch über Gottes Allwissenheit und Schöpferherrlichkeit nach zudenken versucht, er vermag nur insoweit Gott zu begreifen, als Gott es ihm zu erkennen gibt. Zwar ist Gott dem Psalmisten so groß, dass er Tag und Nacht über ihn nachdenken muss. Schläft er beim Sinnen über Gott auch ein, am nächsten Morgen steht das Bild Gottes in seiner unerforschlichen Majestät und mit allen seinen Geheimnissen wieder vor ihm. Unter verwandten Eindrücken stehend, ruft in den späteren Jahrhunderten der Apostel Paulus anbetend aus: „Oh, welch eine Tiefe des Reichtums der Weisheit als ‘auch der Erkenntnis Gottes, wie unausforschlich sind seine Ratschlüsse, wie unergründlich seine Wege!“ (Röm 11,33.) Später hat die Kirche Christi ihrer Ehrfurcht vor Gott und vor den Wundern seiner Offenbarung in dem schönen Weihnachtsliede einen Ausdruck zu geben gesucht:

„Wenn ich dies Wunder fassen will,
So steht mein Geist vor Ehrfurcht still.“

Jakob Kroeker – ausgewählte Psalmen

Aber wie köstlich usw. Statt „Gedanken“ haben viele, einem alten Ausleger folgend, „Freunde“ übersetzt, so dass der Prophet jetzt schon dazu überginge, die Gläubigen von den Gottlosen zu unterscheiden. Der Zusammenhang fordert aber, dass noch von der unvergleichlichen Vorsehung Gottes die Rede ist. David wiederholt also das, was er weiter oben gesagt hat. Und das nicht ohne Grund. Denn auch die wundervollen Proben verborgener Weisheit, die Gott in der Erschaffung des Menschen wie in der Regierung des menschlichen Lebens überhaupt abgelegt hat, werden bekanntlich teils übersehen, teils nicht nach Gebühr geschätzt. Köstlich, d. h. unschätzbar, nennt der Prophet die Gedanken Gottes, weil sie nicht im Bereich der menschlichen Urteilskraft liegen, und fügt in ähnlichem Sinne bei: „Wie mächtig sind ihre Summen!“ Sie sind dazu angetan, des Menschen Geist zu überwältigen. Dieser Ausruf erinnert daran, dass, wenn die Menschen nicht so unvernünftig, ja stumpfsinnig wären, sie von den geheimen, innerlichen Gerichten Gottes erschüttert werden müssten, so dass sie nicht mehr nach ihrer gewohnten Frechheit seiner spotten, sondern mit Furcht und Zittern vor seinem Richterstuhl sich einstellen würden.
Dasselbe bekräftigt auch der folgende Vers: Sollte ich sie zählen, so würde der geheimen Gedanken Gottes mehr sein denn des Sandes am Meer. Unser kleines Maß vermag nicht den tausendsten Teil davon zu fassen. –
Die folgenden Worte: „Wenn ich aufwache, bin ich noch bei dir“, werden zwar verschieden erklärt. Ich stehe aber nicht an, sie einfach in dem Sinne zu nehmen: so oft David vom Schlaf erwacht, bietet sich ihm neuer Stoff, der unfassbaren Weisheit Gottes nachzudenken. Das Aufwachen braucht also nicht auf einen Tag56 beschränkt werden. Sondern wie David bekannt hat, dass seine Sinne von der unendlichen Größe der Weisheit Gottes ganz hingenommen sind, so fügt er nun bei: „Täglich bei meinem Aufwachen finde ich neuen Grund zur Bewunderung“. Nun ist uns klar, was David eigentlich sagen will: Gott waltet so über dem Menschengeschlechte, dass ihm schlechthin nichts verborgen ist, auch nicht die in der Tiefe schlummernden Gedanken. Und mögen auch viele in grober Gleichgültigkeit sich in Sünden aller stürzen, als ob sie nie unter Gottes Augen kämen, so graben sie sich ihre Verstecke umsonst. Denn sie werden, ob sie wollen oder nicht, ans Licht gezogen werden. Diese Lehre dürften wir umso fleißiger erwägen, alt unter denen, die beim Betrachten ihrer Hände und Füße sich an ihrer schönen Gestalt ergötzen, kaum der hundertste seines Schöpfers und Bildners eingedenk ist. Aber auch wenn manche Gott als den Urheber ihres Lebens gelten lassen, so schwingt sich doch keiner zum wichtigsten Gedanken auf, dass der, der die Ohren und Augen bereitet und das vernunftbegabte Herz erschaffen hat, alles hört, sieht und erkennt.

Jean Calvin – Aus dem Psalmenkommentar

Deshalb, weil der Mensch die Gedanken Gottes NIE erfassen kann, gibt es außer der Bibel auch niemandem und keinen, der IHN hier auf der Erde vertritt. Entweder erschließt mir der heilige Geist die Bedeutung der Bibel – aber es gibt keine Kirche oder org die ER benutzt, um den Menschen Seine Gedanken aufzuzeigen.

WEN verkündigen wir?

den wir verkündigen, indem wir jeden Menschen ermahnen und jeden Menschen lehren in aller Weisheit, auf daß wir jeden Menschen vollkommen in Christo darstellen
Elberfelder 1871 – Kolosser 1,28

Ihn verkündigen wirindem wir jeden Menschen ermahnen und 
ὃν1καταγγέλλομεν3ἡμεῖς2►4πάντα5ἄνθρωπον6νουθετοῦντες4καὶ7
honkatangellomenhēmeis  pantaanthrōponnouthetounteskai
ὅςκαταγγέλλωἐγώ  πᾶςἄνθρωποςνουθετέωκαί
hoskatangellōegō  pasanthrōposnoutheteōkai
RR-ASMVPAI1PRP1NP  JASMNASMVPAP-PNMCLN
373926052249  395644435602532
92.2733.20492.1  59.239.133.42489.92
jeden Menschen lehren in aller Weisheitum jeden Menschen
διδάσκοντες8πάντα9ἄνθρωπον10ἐν11πάσῃ12σοφίᾳ13ἵνα14πάντα16ἄνθρωπον17
didaskontespantaanthrōponenpasēsophiahinapantaanthrōpon
διδάσκωπᾶςἄνθρωποςἐνπᾶςσοφίαἵναπᾶςἄνθρωπος
didaskōpasanthrōposenpassophiahinapasanthrōpos
VPAP-PNMJASMNASMPJDSFNDSFCAPJASMNASM
1321395644417223956467824433956444
33.22459.239.190.1059.2332.3289.5959.239.1
 vollkommen in Christus Jesus darzustellen
τέλειον18ἐν19Χριστῷ20Ἰησοῦ21παραστήσωμεν15
teleionenChristōIēsouparastēsōmen
τέλειοςἐνΧριστόςἸησοῦςπαρίστημι
teleiosenChristosIēsousparistēmi
JASMPNDSMNDSMVAAS1P
50461722554724243936
11.1889.593.38793.16937.111

Schlachter 2004 – Kol 1,28

Er ist es,
den wir verkünden.
Dabei richten wir uns
an die Vernunft eines jeden Menschen
und unterrichten jeden Menschen in aller Weisheit*.
Denn durch die Verbundenheit mit Christus
soll jeder Mensch
als Vollkommener vor Gott treten können
BasisBibel – Kolosser 1,28

Ihn machen wir bekannt, indem wir jedem Menschen ins Gewissen reden und jeden mit umfassender Weisheit unterrichten, um jeden Menschen als durch den Messias vollendet darzulegen.
Gottes Agenda – Das Neue Testament urtextnah ins heutige Deutsch übersetzt von Andreas Eichberger – Kol 1,28

Diesen Christus verkünden wir. Und wir hören nicht auf, jeden Einzelnen in der Gemeinde zu ermahnen und jedem Einzelnen in der Gemeinde den Weg zu zeigen, den uns Christus gewiesen hat. Das tun wir mit der ganzen Weisheit, die uns gegeben ist. Denn wir möchten jeden und jede in der Gemeinde dahin bringen, dass sie vor Gott dastehen in der Vollkommenheit, die aus der Verbindung mit Christus erwächst.
Gute Nachricht Bibel 2018 – Kolosser 1,28

Von diesem Jesus erzählen wir euch. Mit dem totalen Überblick, den ich von Gott über die Dinge bekommen habe, erkläre ich das jedem Menschen. Ich erzähle euch, worauf ihr aufpassen müsst, damit ihr alles bekommt, was Christus für euch hat. Ihr sollt einfach starke, reife Christen werden.
VolxBibel – Kol 1,28

Ihn verkündigen wir, indem wir jeden Menschen mahnen und jeden Menschen unterrichten mit jeder Weisheit, um jeden Menschen als vollkommen im Christus vor ihn zu stellen, wofür ich mich auch anstrenge und kämpfe auf Grund seiner Wirkung, die sich in mir wirksam macht mit Kraft. Aus dem, wozu ihn Gott braucht, folgt, daß er Christus verkündigt, nicht sich selbst, auch nicht irgendeine andere Weisheit; denn allein darum handelt es sich bei seiner Sendung, daß Christus unter den Völkern sei. Daher kann er sich keinem Menschen entziehen; wer es sei, jeden mahnt er, jeden unterrichtet er. Das entspricht dem Herrlichkeitsreichtum des göttlichen Geheimnisses. Mit ihm sind von der Arbeit des Paulus alle beschränkenden Grenzen weggetan. Er braucht sich bei niemand zu besinnen, ob er ihn warnen soll oder ob er ihn ungewarnt im Bösen lassen dürfe, ob er ihn über Gottes Willen unterrichten dürfe oder ob ihm Gottes Wort nicht gelte. Wer er sei, Paulus hat ihm gegenüber die Pflicht, ihm das Bußwort zu sagen, das ihm seine Sünde zeigt, und ihm den Unterricht zu geben, der ihm den Weg zu Gott erkennbar macht. Und so macht er es auch, übt keine Parteilichkeit und hat keine gebrochene Liebe, die nur wenigen gälte, sondern tritt an alle mit der Gewißheit heran, daß er ihnen das Größte geben kann, jenes alles überragende Geheimnis: „Christus in euch.“
Dazu braucht er Weisheit. Wer ohne Weisheit warnt und lehrt, kann niemand helfen. Paulus braucht sie nicht nur, sondern er hat sie. Christus entzieht sich ihm nicht, sondern gibt ihm bei seiner Arbeit, die er an jedem Menschen zu tun hat, jede Weisheit, deren er bedarf. Sein Ziel ist, daß er jeden in den fertigen, vollendeten Zustand bringe, in dem er vor Gott bestehen kann, vor den er einst zu treten hat. Er will nicht nur eine Anregung geben, die wieder erlahmt, einen Anfang machen, auf den sich nichts aufbaut. Er tut ganze Arbeit; denn er hat ihr Ziel fest im Auge, daß er die Gemeinde für den Christus zu rüsten hat, damit er sie für immer zu sich nehme. Dazu hilft er allen dadurch, daß er sie zum ganzen Glauben, zur vollen Liebe und zum beharrlichen Gehorsam führt. Seine Arbeit bringt ihm nicht nur Erquickung und Lust. Er braucht vielmehr für sie seine ganze Kraft, wird müde und steht in einem beständigen Kampf. Aber er verweilt nicht bei der Anstrengung, die sein Dienst von ihm fordert, sondern sieht dankbar zu Gottes Wirken empor, das ihn trägt, ohne das er seine Arbeit nicht leisten und nicht bis zur Frucht vollenden könnte. Dadurch lenkt er den Blick der Gemeinden von der Größe seiner eigenen Leistung ab, weg von der Glut seines Eifers, die ihre Bewunderung erweckt. Was er erreicht hat, wäre ihm ja nicht möglich geworden, wenn nicht Gott mit seiner Kraft in ihm wirksam wäre. Er schreibt dies nicht, damit die Gemeinde ihn bewundere, sondern damit sie Gott danke. Von der menschlichen Denkweise aus wäre es nicht auffallend, wenn er aus dem göttlichen Wirken den entgegengesetzten Schluß gezogen hätte: weil Gott mächtig in ihm und für ihn wirke, sei ihm eine solche Anstrengung erspart, wie sie der übt, der in den Wettkampf tritt und sich um den Sieg bemüht. So denkt der lieblose Sinn: „Mache es du ohne mich.“ Paulus hat die Liebe Gottes in sich und denkt deshalb in der entgegengesetzten Weise. Weil sich Gottes Wirken kräftig an ihm erweist, darum ist ihm keine Mühe zu groß, keine Anstrengung zu hart. In dieser Weise bringt die Liebe unser Wirken und Gottes Wirken in Zusammenhang.

Schlatters Erläuterungen zum Neuen Testament

In Kolosser 1,28-29 finden wir ein klares, kompromissloses Ziel für den Aufbau einer Kultur der Gnade in der Ortsgemeinde:
„28 Ihn verkündigen wir, indem wir jeden Menschen ermahnen und jeden Menschen lehren in aller Weisheit, um jeden Menschen vollkommen in Christus Jesus darzustellen. 29 Dafür arbeite und ringe ich auch gemäß seiner wirksamen Kraft, die in mir wirkt mit Macht“ (Ko! 1,28-29).

Paulus’ Ziel war, Gemeinden zu sehen, die einzig der Botschaft des lebendigen Christus ergeben waren. Beachten Sie, dass er sagt, er lehre jeden Menschen, sodass jeder Mensch zur Reife in Christus wachsen kann. Paulus bekräftigt dieses Bekenntnis an anderen Stellen, so auch in 1.Korinther 2,1-2:
„1 So bin auch ich, meine Brüder, als ich zu euch kam, nicht gekommen, um euch in hervorragender Rede oder Weisheit das Zeugnis Gottes zu verkündigen. 2 Denn ich hatte mir vorgenommen, unter euch nichts anderes zu wissen als nur Jesus Christus, und zwar als Gekreuzigten“ (1.Kor 2,1-2).

Für Paulus ist es unvorstellbar, dass es eine Gemeinschaft von Christen gibt, die nicht tief in der Gnade Gottes in Christus gegründet ist. Im selben Maß wie Christus nicht im Mittelpunkt ist, wird dieser Leib von Gläubigen unzureichend funktionieren, weil eine andere Botschaft im Mittelpunkt steht.

Timothey S. Lane – Alles anders – aber wie?

Wichtig: Bitte schaue auch nach, ob die Bibel gegenteilige Aussagen zu dem Thema macht. Denn das tut sie oft. Aber nicht, um sich zu widersprechen, sondern weil sie lebendig und ganzheitlich ist. Viele Dinge sind eben etwas komplexer und deswegen zeigt auch die Bibel verschiedene Perspektiven zu einem bestimmten Thema. So schafftes die Bibel, ganzheitlich und individuell zu sein, ohne die Allgemeingültigkeit dabei zu verlieren. 

Ich mache das jetzt mal für unseren Text von oben und suche nach einem gegenteiligen Begriffzu der Aufforderung, die andere Wange hinzuhalten. Das könnte beispielsweise Rache sein. Oder vielleicht etwas weniger Starkes wie „ermahnen“. Aha. Hier steht etwas Interessantes: 

„Ihn verkündigen wir, indem wir jeden Menschen ermahnen und jeden Menschen in aller Weisheit lehren, um jeden Menschen vollkommen in Christus darzustellen.“ (Kolosser 1,28)

Jetzt verstehe ich die Stelle aus Matthäus viel besser: Ich soll Menschen ermahnen, wenn sie sündigen, damit sie sich ändern können. Auch dann, wenn die Person an mir sündigt und mich zum Beispiel schlägt. Aber ich soll der Person auch vergeben und vor allem soll ich nicht zurückschlagen. 

Stell dir das einmal bildlich vor: Ein Nachbar schreit dich an. Du sagst ihm ganz ruhig und freundlich, dass es besser wäre, wenn ihr friedlich eine Lösung finden könntet. Aber wenn der Nachbar weiter und noch lauter schreien will, wirst du ihn trotzdem liebhaben. Und genau das sagst du ihm auch. Das wäre krass. Aber machbar.

Faszination Bibel 1/2020

Also es geht NICHT um mich, nicht um meine Familie und auch nicht um „meine Religion“ oder „meine Kirche“ oder „meine org“ – sondern einzig und allein um den Schöpfer und Lebengeber! Bei Paulus drehte es sich nur um diesen Einen! Und bei mir?

Leviatan ?

Dieses Meer, groß und ausgedehnt nach allen Seiten hin: daselbst wimmelt’s, ohne Zahl, von Tieren klein und groß. Daselbst ziehen Schiffe einher, der Leviathan, den du gebildet hast, um sich darin zu tummeln.
Elberfelder 1871 – Ps 104,25–26

Da ist das Meer, so groß und weit ausgedehnt; / darin wimmelt es ohne Zahl, / kleine Tiere samt großen; / da fahren die Schiffe; / der Leviatan, den du gemacht hast, um darin zu spielen. 
Schlachter 1952 – Psalm 104,25–26



        Dies ist das große und weite Meer, 
  dort sind die Kriechtiere, die ohne Zahl sind, 
  Lebewesen, kleine wie große; 
        dort ziehen Schiffe umher, 
  dieser Drache, den du geformt hast, um ihn zu verspotten. 

Septuaginta Deutsch: Das griechische Alte Testament in deutscher Übersetzung: Text – Psalm 103,25–26

So auch das Meer: (Dies – das Meer – [ist], dort [ist] das Meer:) aq groß und weit {die Seiten}:ar ℘Dort [gibt es] Gewürmas ohne Zahl,Kleine Tiere und große.
Dort schwimmen Schiffe, (schwimmen dort gleich Schiffen.)
[Schwimmt der] Leviathan, den du gebildet, um mit ihm Spaß zu haben (damit er darinnen Spaß habe).
offene Bibel – Psalm 104,25–26

Schaut man sich die verschiedenen Wörterbüchern schaut, bekommt man je nach Ansicht des Schreibers, die unterschiedlichsten Erklärungen. Aber wenn wir eben NICHT in den Talmut schaut und auch nicht die alten Sagen und Geschichten beachtet, sondern nur das anschaut, was die Bibel sagt, ergibt es ein ganz wichtiges Bild:

Das nächste Wort in Vers 2 (die Tiefe) heißt auf Hebräisch tehom. Die grundlegende Bedeutung des hebräischen Wortes ist die »salzige Tiefe«, der urzeitliche Weltozean oder der »Abgrund«. Das Weltmeer der Urzeit wird noch an drei anderen Stellen erwähnt5. Psalm 104,6: Gott bedeckt die Tiefe wie mit einem Kleid; Sprüche 8,24: Gottes Weisheit existierte schon, bevor es die Tiefen gab; Jesaja 51,10: die Wasser der großen Tiefe. In 1 Mose weist diese Urflut oder Tiefe weder Persönlichkeit noch Autonomie auf. Das widerspricht der zeitgenössischen heidnischen Literatur jener Tage, wo die Tiefe mit dem Drachen in Verbindung gebracht wird. In heidnischer Theologie war die Tiefe bei der Schöpfung irgendwie aktiv – wie beispielsweise Tiamat in der babylonischen Mythologie. In der Bibel wird die Tiefe ebenfalls mit dem Drachen [in der Rev. Elberfelder Seeungeheuer, Anm. d. Übers.] verbunden; sie vermittelt jedoch nicht die Vorstellung eines aktiven, schaffenden Agenten. In der gesamten Bibel findet man in Verbindung mit der Tiefe und der Schöpfung die Erwähnung des Drachen, der Schlange, des Leviatan, des Seeungeheuers und der Rahab; doch sie dienen nur als geliehene Bilder, nicht als aktiv erschaffende Agenten. Dieses Motiv findet sich in Hiob 3,8 (der Leviatan); Hiob 26,12.13 (Rahab und die Schlange); Hiob 40,25 – 41,26 (der Leviatan); Psalm 74,13–17 (das Wasserungeheuer und der Leviatan); Psalm 89,11 (Rahab); Psalm 104,25.26 (der Leviatan); Jesaja 27,1 (der Leviatan und die Schlange); Jesaja 30,7 (Rahab); Jesaja 51,9–10 (Rahab und das Seeungeheuer). Die biblische Verwendung des Drachenmotivs und des Wassermotivs hat einen vergangenen, einen gegenwärtigen und einen zukünftigen Aspekt.

Arnold Fruchtenbaum – Das 1. Buch Mose

Die biblischen Autoren formulierten diese Situation im Lichte ihres Glaubens an Gottes souveräne Kontrolle und die Beteiligung böser Geister an den Bedrohungen, denen sie gegenüberstanden. Die Metapher von gewalttätigen, ungezähmten Monstern war sowohl in der biblischen als auch in der altorientalischen Literatur üblich. Diese Chaosbestien kamen aus dem Meer (Leviathan, Rahab) und vom Land (Behemoth). 88 Diese Ungeheuer „repräsentierten die Kräfte des Chaos, die durch die Macht der Schöpfergottheit in Schach gehalten wurden“.89 Wenn Leviathan im Alten Testament erwähnt wird, behauptet der Text im Allgemeinen Jahwes Macht über das Meeresungeheuer (siehe Hiob 3,8; 41,1; Ps 74,14; 104,26; Jes 27,1). Der Konflikt zwischen Jahwe und diesen Kreaturen unterscheidet sich grundlegend von den ähnlichen Konflikten in der kanaanäischen und mesopotamischen Mythologie.

Der mythologische Hintergrund, dass die Gottheit ein Meeresungeheuer bekämpft und besiegt (d.h. das Chaoskampf-Motiv), ist am deutlichsten in Ps 74,14 und Jes 27,1…. Im Gegensatz zu den mythologischen Geschichten vom Kampf zwischen Ba’al und Yam oder Marduk und Tiamat sind Jahwe und Leviathan nicht beide göttliche Geschöpfe und gleichwertig. Jahwe ist der alleinige göttliche Schöpfer, und Leviathan ist eine bloße Schöpfung…. Die physische Beschreibung des Leviathan in Hiob 41 zeigt deutlich eine Kreatur, die nicht durch menschliche Macht gezähmt oder unterworfen werden kann. In diesem Fall hat sich der Schreiber von Hiob eindeutig Bilder angeeignet, um den rhetorischen Punkt zu machen, dass nur Jahwe mächtig genug ist, die Kräfte des Chaos in Schach zu halten. 90

Diese Ungeheuer wurden nicht als reale Tiere betrachtet, denen man mit unergründlich großen Dimensionen und Kräften begegnen konnte. 91 Die Metapher vermittelte den furchtbaren (und oft tödlichen) Kampf mit irdischer und himmlischer Rebellion und Chaos. Die ganze Welt könnte im Chaos versinken und sich der Beherrschung durch einen guten Gott widersetzen.

Michael S. Heiser – Dämonen – Was die Bibel wirklich über die Mächte der Finsternis sag

Schauen wir uns also die obrigen Psalenverse an: Jehovah ist nicht „im Kampf“ mit dem Leviatan – und es besteht auch keine Gefahr, dass Jehovah gegen diesen verlieren könnte. Der Leviatan ist ein Geschöpf, und Jehovah spielt mit diesem.

Jesu Worte werden sich definitiv erfüllen

„Der Himmel und die Erde werden vergehen, aber meine Worte werden mitnichten vergehen.“
Piscator-Bibel NT – Matthäus 24,35

Der Himmel und die Erde werden vergehen, meine Worte aber sollen nicht vergehen.
Elberfelder 1871 – Mt 24,35

Der Himmel wird sich irgendwann verabschieden, und die Erde wird mal kaputtgehen, aber was ich sage, wird immer seine Gültigkeit behalten!
VolxBibel – Matthäus 24,35

παρελεύσεται Fut. Med. -έρχομαι; entgegen der übl. Regel (A94) Sg.-Präd. (da das vorausgehende zusammengesetzte Subj. nicht persönl. ist [vgl. BDR § 1352] bzw. semantisch eine Einheit bildet [s. aber Var.]); ὁ οὐρανὸς καὶ ἡ γῆ παρελεύσεται Himmel und Erde (= das Universum; vgl. H-S § 295) werden vergehen. παρ-έλθωσιν Aor. Konj. -έρχομαι.

Neuer Sprachlicher Schlüssel zum Griechischen Neuen Testament

Die Regierung Gottes ist für jede Weissagung, auch für diejenige Jesu, die einzige richtige Auslegung, und wir dürfen nicht übersehen, dass sein Reich nicht bloß das Sichtbare, sondern auch das Unsichtbare, nicht nur das Irdische, sondern auch das Himmlische umspannt.

Ebenso bestimmt, wie Jesus seine Gewissheit zum Ausdruck bringt, spricht er aus, dass auch sein Vorblick in die Zukunft Schranken hat.

Schlatter – Erläuterungen zum Neuen Testament

Die Heilige Schrift beschreibt nicht nur diesen eben erwähnten traurigen Zustand, sondern spricht nun auch von einem neuen Himmel und einer neuen Erde (Offb 21,1; 2Petr 3,13; Jes 65,17; 66,22). Die Erde, wie wir sie kennen, wird mitsamt ihren Überresten (Spuren) der Sünde vergehen (Mt 24,35; Heb 1,10-12). In diesem ewigen Reich Gottes wird ewige Gerechtigkeit herrschen. Gott verhieß Israel, dass es ewig als Volk bestehen und in seinem Land wohnen werde. Deshalb wird es eine ewige Erde geben.

Jean Gibson – Training im Christentum

Jesus verheißt ein Doppeltes: Das Volk der Juden (mit „Geschlecht“ wird „das Geschlecht der Juden“ gemeint sein) wird erhalten bleiben, bis sich alles erfüllt (es ist tatsächlich erhalten geblieben!). Seine Worte werden bleiben, selbst wenn eine völlige Neuordnung der Dinge eintreten wird (sie haben Ewigkeitsbedeutung).

Bruns – Die Bibel mit Erklärungen: Erklärungen

Aber Jeremia kündigte auch an, dass die Gefangenschaft siebzig Jahre dauern würde (Jer. 25,1-14; 29,10; siehe Dan. 9,1-2). Bibelforscher sind sich nicht einig über die Datierung dieses Zeitraums, ob er mit der babylonischen Invasion im Jahr 606 oder mit der Zerstörung der Stadt und des Tempels in den Jahren 587-586 beginnt. Von 606 bis 537-536, als der Überrest nach Juda zurückkehrte, sind es siebzig Jahre; aber das gilt auch für den Zeitraum vom Fall Jerusalems (586) bis zur Fertigstellung des zweiten Tempels im Jahr 516. Unabhängig davon, welche Berechnung Sie akzeptieren, die Vorhersage und ihre Erfüllung sind erstaunlich.3 Ob er nun Züchtigung oder Segen verspricht, Gott ist seinem Wort immer treu. „Von all dem Guten, das der Herr, dein Gott, über dich geredet hat, ist nicht ein einziges fehlgeschlagen“ (Jos. 23:14, NKJV). „Von all seinen guten Verheißungen ist kein einziges Wort ausgefallen“ (1. Könige 8:56, NKJV). „Himmel und Erde werden vergehen“, sagte Jesus, „aber meine Worte werden nicht vergehen“ (Mt. 24:35).
Gott ist treu zu seinem Bund. Trotz ihrer Sünden waren diese Exilanten Gottes auserwähltes Volk und Kinder des Bundes, den er mit Abraham, Isaak und Jakob geschlossen hatte (1. Mose 12,1-3). Die Nation hatte den Bund gebrochen, aber der Herr war seinem Wort treu geblieben. Er hatte die jüdische Nation dazu berufen, der ganzen Erde Segen zu bringen, und er würde dafür sorgen, dass sie ihre Mission erfüllten. Durch sie würde die Welt das Wissen um den einen wahren und lebendigen Gott, das geschriebene Wort Gottes und schließlich den Erlöser der Welt erhalten. „Das Heil ist aus den Juden“ (Johannes 4,22).

Sei heldenhaft