welche Quelle?

Dem aber, der euch vor dem Straucheln bewahren und mit Jubel vor seine Herrlichkeit makellos hinstellen kann, dem alleinigen Gott, unserem Retter durch Jesus Christus, unseren Herrn, [gebührt] Herrlichkeit, Majestät, Macht und Autorität vor aller Zeit und jetzt und bis in alle Ewigkeiten. Amen.
Leonberger Bibel – Nestle-ALand – Judas 24–25

Dem aber, der sie vor dem Straucheln bewahren und mit Jubel vor seine Herrlichkeit makellos hinstellen kann, dem allein weisen Gott, unserem Retter [gebührt] Herrlichkeit und Majestät, Macht und Autorität und jetzt und bis in alle Ewigkeiten. Amen.
Leonberger Bibel – byzantinischen Text von Robinson-Pierpont 05 – Jud 24–25

Ihm aber, Der euch kann behüten vor dem Fall und stellen vor Seine Herrlichkeit unsträflich mit Frohlocken, Röm 16,25f; Kol 1,22; 1Thess 5,23; 2Pe 3,14.
Dem allein weisen Gott, unserem Heilande, sei Herrlichkeit und Majestät, Macht und Gewalt, nun und in alle Ewigkeiten! Amen. Röm 16,25.27; 1Thess 5,23; 1Tim 1,17; 2Pe 3,18.
Tafelbibel mit hinzugefügten Sachparallelstellen – Jud 24–25

da wir Judas 25 schon vor einigen Monaten hatten… heute mal ein kurzer Blick, af die Frage, welche Quelle nutzt meine Bibelübersetzung?

Die beiden ersten Übersetzungen heute, tragen den gleichen Namen sind aber auf zwei verschiedenen Grundtexten übersetzt. Scheinen nur kleine Unterscheide zu machen – aber wer tiefer in das Thema eintaucht, wird schnell merken, dass es fast immer um die Person Jesu Christi geht- wo die beiden „Urfassungen“ unterschiedlicher Meinung sein wollen. Wer bzw was ist Jesus Christus? Eine Frage, die wohl schon lange die Übersetzer in Atem hält.

Ich zitiere hier mal aus der Jettel und Jantzen- Übersetzung

Die Originalhandschriften des Neuen Testaments existieren heute nicht mehr. Jedoch gibt es für das Neue Testament mehr schriftliche Zeugnisse als für alle anderen antiken Bücher (zum Vergleich: Homers Ilias ist das wohl am besten bezeugte klassische Werk mit ca. 700 Textzeugen). Zu Gottes Wort existieren 127 auf Papyri geschriebene Textzeugen mit Teilen des Neuen Testaments, also Abschriften auf dem Material, das die ersten Christen für ihre Abschriften benutzten. Dieses wurde später durch das Pergament abgelöst. Weiterhin gibt es 322 Majuskelhandschriften; das sind frühe Abschriften in Großbuchstaben, die bis zur Einführung der Schreibschrift im 9. Jahrhundert im Umlauf waren. Von den Minuskeln, also den Handschriften mit der neu entwickelten Schrift in Kleinbuchstaben, die ab dem 9. Jahrhundert verwendet wurden, existieren heute noch etwa 2911 Handschriften. Daneben gibt es noch 2453 Lektionare; das sind Kopien des Neuen Testaments für gottesdienstliche Zwecke. Zudem existiert eine Vielzahl von Handschriften mit frühen Übersetzungen des Neuen Testaments in die syrische, koptische, lateinische, gotische oder slawische Sprache, später auch in andere.
Bis zum Aufkommen des Buchdrucks wurde der byzantinische Text des Neuen Testaments im Kerngebiet des Christentums überliefert, dann in Auflagen herausgegeben und übersetzt. Die bekannteste Ausgabe des Neuen Testaments war die von Erasmus (die erste 1516), die später auch textus receptus (t. r.) genannt wurde und vom 16. Jahrhundert bis zu den modernen kritischen Ausgaben im 19. Jahrhundert allgemein anerkannt war. Obwohl auch die Handschriften, die für den t. r. benutzt wurden, zur byzantinischen Familie zu zählen sind, kann der byzantinische Texttyp6 aufgrund der großen Anzahl an Handschriften wesentlich genauer als dieser bestimmt werden.
Da Kopisten trotz nachweislich akribischer Gründlichkeit gelegentlich Fehler unterlaufen sind, existieren Handschriften, in denen Kopierfehler enthalten sind. Diejenigen Stellen im Neuen Testament, die abweichend bezeugt sind, nennt man Lesarten oder Varianten.
Im Hinblick auf die Methodik ist es somit von grundlegender Bedeutung zu beachten, dass keiner Einzelhandschrift oder nur einmalig bezeugten Lesarten der Vorzug gegeben werden darf, sondern dass nur ein Konsens in den zugrunde liegenden Handschriften zielführend ist.
Die byzantinische Textform ist der Archetyp (d. i. der Ausgangstext, den man aus den davon abhängigen Handschriften rekonstruieren kann), den wir aufgrund der Vielzahl der übereinstimmenden Handschriften für – zumindest nahezu – identisch mit den Autographen (d. i.: den Originalhandschriften der neutestamentlichen Autoren) halten. (…)
Da deutlich nachzuweisen ist, dass der byzantinische Text in allen anderen Textformen (westlicher und alexandrinischer Text), Kirchenvätern und Übersetzungen (syrisch, koptisch, gotisch, lateinisch usw.) in unterschiedlicher Quantität vorhanden ist, können wir deren Herkunft ableiten. Andere Textformen lassen sich als sekundäre Kopien des byzantinischen Textes bestimmen.
Der byzantinische Text ist die Grundlage für einige Ausgaben des 20. Jahrhunderts, wie z. B. Antoniades, Hodges/Farstad, Pickering und Robinson/Pierpont.
Der Text von Westcott/Hort, dem NA (Nestle-Aland) nahezu durchgängig gefolgt ist, beruht auf vornehmlich zwei Handschriften (Codex Sinaiticus und Codex Vaticanus) mit alexandrinischem Text. Diese ägyptischen Handschriften weisen zwar auch byzantinischen Text auf, jedoch mit geringerem Anteil als die übrige Überlieferung griechischer Handschriften. Das Hauptargument der Befürworter des Textes des NA basiert auf dem Alter der beiden Codizes (Vaticanus: 4. Jh.; Sinaiticus: 4. Jh.). Wie noch gezeigt werden wird, ist Alter jedoch kein Garant für eine gute Abschrift, wie beispielsweise der alte, aber sehr fehlerhafte Papyrus 66 (alexandrinisch) deutlich bezeugt. Vielmehr ist das Alter und die Qualität des enthaltenen Textes und nicht das der Handschrift entscheidend.

Das Neue Testament, Die Psalmen, Die Sprüche in deutscher Fassung

Schreibe einen Kommentar