von Gott verlassen??

und zur neunten Stunde schrie Jesus mit lauter Stimme und sagte : Eloi, Eloi, lama sabachthani? was verdolmetscht ist: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?
Elberfelder 1871 – Mk 15,34

Um drei Uhr nachmittags schrie Jesus mit aller Kraft: „Mein Gott, mein Gott, wo bist du jetzt, warum bist du nicht mehr da?“ In seiner Sprache hieß das: „Eli, Eli, lamá asabtáni?“
VolxBibel – Markus 15,34

Um drei Uhr rief Jesus laut: „Eli, Eli, lama asabtani?“ Das ist verdolmetscht: „Mein Gott, mein Gott, wozu hast du mich verlassen?“
Bruns 2013 – Markus 15:34

τῇ ἐνάτῃ ὥρᾳ temp. Dat. (A182) in der neunten Stunde = um drei Uhr (nachmittags). ἐ-βόησεν Aor. βοάω (laut) rufen, schreien, hier m. φωνῇ μεγάλῃ (dat. modi, A180) etwa laut schreien; es wird Ps 22,1 zitiert (vgl. V. 24), zunächst aram., dann griech. (nur z. T. nach LXX); umstritten ist, in welchem Sinn das Zitat aus dem Mund Jesu genau zu verstehen ist; am besten deutet man es im eig. Sinn: Jesus ist sich bewusst, dass der Vater ihn verlassen hat (s. a. zu Mt 27,46). ἐλωΐ (aram. אֱלָהִי ’ĕlāhî [vorausgesetzt ist offenbar der Vokalwandel ā > ō]; s. Brown, Death 2, S. 1051f; Beyer, Die aramäischen Texte, S. 137) mein Gott; nachdrückl. Verdoppelung (BDR § 4932; vgl. H-S § 294l). λεμα (aram. לְמָא ləmāh) warum? σαβαχθανι (aram. שְׁבַקְתַּ֫נִי šəbaqtánî) du hast mich verlassen. μεθ-ερμηνευόμενον V. 22. ὁ θεός Nom. m. Art. statt Vok. (A142). εἰς τί wozu? warum? (B εἰς 4f; vgl. BDR § 2993). ἐγ-κατ-έ-λιπες Aor. -κατα-λείπω44 übrig lassen; hier im Stich lassen, verlassen (B 2).

Neuer Sprachlicher Schlüssel zum Griechischen Neuen Testament

Markus (und auch Matthäus) berichten nur dieses eine der insgesamt sieben „Worte Jesu am Kreuz“. Zu der neunten Stunde (drei Uhr nachmittags) rief Jesus laut: Eli, Eli (aramäisch; ?ElI, ?ElI), lama asabtani? (aramäisch, vgl. Ps 22,1). Markus übersetzte diese Äußerung für seine Leser ins Griechische, zu deutsch lautet sie: „Mein Gott, mein Gott, warum (wörtlich: „aus welchem Grund“) hast du mich verlassen (wörtlich: mich aufgegeben“)?“
Das war mehr als der Schrei eines leidenden Gerechten, der seinem Glauben Ausdruck gab, daß Gott ihn am Ende siegen lassen würde (vgl. dazu Ps 22,2 im Gegensatz zu Ps 22,28). Jesus fühlte sich nicht nur verlassen. In diesem Schrei verbanden sich (a) das Verstoßensein von Gott Vater in einem rechtlichen, nicht in einem ihre Verbundenheit auflösenden Sinn, und (b) eine Bestätigung der Beziehung Jesu zu Gott. Weil er den Fluch der Sünde und Gottes Gericht über die Sünde auf sich genommen hatte (vgl. 5Mo 21,22-23; 2Kor 5,21; Gal 3,13), erlitt er nun auch die grenzenlose Angst der Trennung von Gott, der die Sünde nicht ansehen kann (vgl. Hab 1,13). Das war die Antwort auf Jesu Frage warum?. Der Tod, den er für die Sünder starb (Mk 10,45; Röm 5,8; 1 Petrus 2,24; 1 Petrus 3,18), trennte ihn von Gott.
Doch in den Worten „mein Gott, mein Gott“ spiegelte sich auch ein unerschütterliches Vertrauen. Dies ist das einzige Mal in allen Gebeten Jesu, von denen Markus berichtet, daß er Gott nicht mit „Abba“ anredete (vgl. Mk 14,36). Weit entfernt, ihn zu verleugnen, schrie Jesus nach Gott, seinem Vater. Er starb von Gott verlassen, damit sein Volk weiterhin nach diesem Gott rufen durfte und nie von ihm verlassen würde (vgl. Hebräer 13,5).
Einige Juden, die dabeistanden, schienen ihn jedoch mißzuverstehen, oder deuteten seinen Ausruf mit Absicht falsch und behaupteten, er rufe nach Elia. Nach dem jüdischen Volksglauben kam der Prophet Elia den leidenden Gerechten in ihrer Not zu Hilfe.

Die Bibel erklärt und ausgelegt – Walvoord Bibelkommentar

Ab Mk 15, 34 konzentriert sich Markus auf diejenigen Ereignisse, die sich unmittelbar mit dem Sterben Jesu verbinden. Er habe »in der neunten Stunde mit lauter Stimme« gerufen: »Eloi, Eloi, lama (eigentlich: lema) sabachtani.«
Wir befinden uns also in der Zeit um ca. 15 Uhr nachmittags. Es ist die Zeit, in der drüben im Tempel die Passalämmer geschlachtet werden. Zugleich opfert man das abendliche Tamid, d. h. das tägliche Abendopfer, das aus einem einjährigen Lamm als Brandopfer (Ganzopfer) bestand (vgl. 2 Mo 29,38ff.; 4 Mo 28,3ff.).
Es ist außerdem die Zeit des abendlichen Räucheropfers, zu der einst dem Zacharias der Engel Gabriel erschienen war (vgl. Lk 1,8ff. mit Dan 9,21 und 2 Mo 30,8). All dies verkörpert Jesus jetzt in seiner Person: das »Lamm, das der Welt Sünde trägt« (Jes 53,7ff.; Joh 1,29.36); das Passalamm, dessen Blut aus dem Gericht Gottes rettet (vgl. Joh 19,36; 1 Kor 5,7; 1 Petrus 1,19 mit 2 Mo 12,3ff.); und das Ganzopfer, das ganz für Gott bestimmt ist (vgl. Mt 20,28). Halten wir ferner fest, dass die »neunte Stunde« die übliche nachmittägliche Gebetszeit darstellt (Apg 3,1; 10,3.30).
Was Jesus genau rief, ist nach den alten Handschriften unsicher. Diese Unsicherheit rührt davon her, dass Jesus auf hebr. oder aramäisch rief, die Übertragung dieser Laute ins Griech. jedoch schwierig ist. »Eloi«, aramäisch »Elahi«, ist jedenfalls die aramäische Form für »mein Gott«. »Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen« bildet den Anfang des 22. Psalms (Ps 22,2). So »übersetzt« es Markus selbst in Mk 15, 34. Jesus begann also in der Todesstunde »mit lauter Stimme« den 22. Psalm zu beten. Dass er gerade diesen Psalm betete, ist von großer Bedeutung. Denn Ps 22 beschreibt das Leiden des Gerechten, der sich unschuldig weiß. Ebenso unschuldig weiß sich Jesus.
Ps 22 ist außerdem durchdrungen von der Gewissheit, dass Gott helfen wird. Ebenso rechnet Jesus mit der Hilfe des himmlischen Vaters (vgl. Hebr 5,7). Jesus muss auch beobachtet haben, dass sich Mk 15, 19 dieses Psalmes beim Loswurf über seine Kleider erfüllte. Schließlich spricht Ps 22 davon, dass der gerettete Gerechte in ein neues Leben eintritt und seinen Brüdern die Herrlichkeit des göttlichen Namens offenbart – was sich durch die Auferstehung Jesu erfüllte (vgl. Mt 28,10; Hebr 2,12). Jesus hält also auch in der schlimmsten Not des Sterbens daran fest, dass der Vater im Himmel sein Gott ist (»mein Gott«!) und dass er auferstehen wird. Doch was besagen die Worte: »Warum hast du mich verlassen?« Sie zeigen, dass Gott unsere ganze Sündenstrafe, die sich in der Gottverlassenheit zusammenfassen lässt, auf Jesus gelegt hat. Und weil Jesus diese Strafe stellvertretend für uns erlitten hat, wird jeder freigesprochen, der an Jesus glaubt.
»Einige von den Dabeistehenden« haben Jesu Gebetsruf entweder verdreht oder missverstanden. »Sie sagten: Sieh, er ruft den Elia« (Mk 15, 35). Dasselbe berichtet Matthäus (Mt 27,47). »Eli« (Mt 27,46) oder »Eloi« (Mk 15,34) konnte jedenfalls leicht an »Elia« erinnern. Aber wie kann man bloß davon sprechen, »er rufe den Elia«? Die Juden erwarteten ja die Rückkehr »Elias« (Mal 3,23; Sir 48,10; Mk 6,15; 8,28; 9,11ff.). Meinten die »Dabeistehenden« also, Jesus rufe den Elia, damit dieser wiederkomme, ihn vom Kreuz nehme und die messianische Zeit einleite? Dem Zusammenhang nach sind übrigens die Betreffenden Juden gewesen, keine Soldaten.

Edition C – NT

Mk 15:34 : Der Aufschrei Jesu ist ein aramäisches Zitat aus Ps 22,2 , ein Vers, der zu dieser Tageszeit gelegentlich gebetet wurde, hier jedoch eine besondere Bedeutung gewinnt. Jesus schreit hier: die erste Zeile des Psalms. Die vertrauten Worte mussten den Gläubigen sogleich den gesamten Psalm ins Gedächtnis rufen, in dem es um den leidenden Gerechten – und seine Hoffnung auf Gottes Rechtfertigung – geht. (Jesus zitierte den Psalm wahrscheinlich wie bei Matthäus in hebräischer Sprache; Markus gebraucht die aramäische Form, weil das Sprichwort in ein aramäisches Umfeld übertragen wurde. »Eli« konnte als »Elia« missverstanden werden; das war nahe liegender als »Eloi«; vgl. 15,35-36 .)
Mk 15:35-36 : In bestimmten jüdischen Kreisen glaubte man fest daran, dass Elia, abgesehen von seiner Aufgabe am Ende der Zeiten, wie die Engel bei besonderen Gelegenheiten ausgesandt wurde, um besonders begnadeten, berühmten Lehrern beizustehen.

Craig Keener – Kommentar zum Umfeld des Neuen Testaments

Und in der neunten Stunde. Der Bericht hat sich über den Zeitraum von 12 bis 15 Uhr fast ausgeschwiegen. Vielleicht sind die Priester und mit ihnen die frommen Juden abgerückt, denn sie hatten ja drüben im Tempel Dienst. Ab 13.30 Uhr begann dort die tägliche Abendliturgie, Gott zu loben und zu preisen (Stauffer, Jesus, S. 104; Kroll, S. 389). Die neunte Stunde war dann die Stunde des Nachmittagsgebets (Bill. II, 698). Allein unter Heiden und Ausgestoßenen und mit der Finsternis schrie Jesus mit großer Stimme. Der körperlich Erschöpfte wird plötzlich ganz Gebet. »Mit großer Stimme« schrien auch die Märtyrer in Offb 6,10, »schreien« ist Stichwort im Märtyrergebet von Ps 22, zu dem Jesus jetzt seine Zuflucht nahm (V. 2.6.25).
Elohi, Elohi, lema sabachthani! Was übersetzt ist: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen? Die Zweisprachigkeit verrät, daß Markus für Leser außerhalb Palästinas schrieb, denn dort wäre die Übersetzung eines aram. Wortlauts überflüssig gewesen. Wiederum mußte der aram. Wortlaut mitgeteilt werden, um die Verdrehung in V.35 verstehbar zu machen.
Der zeitliche Abstand des Gebetsrufes zur höhnischen Herausforderung in V. 32 ist so groß, daß man in dieser Hinsicht keine Beziehung herstellen sollte (gegen Pesch II, S. 495). Wohl aber ist die Auslegung gut beraten, auf die unmittelbare Fortsetzung zu achten. Die Ohrenzeugen in V. 35 vernahmen einen Hilferuf. Das wird der Grundton gewesen sein, nicht etwa Triumph und Seligkeit. Somit ist der Schrei nach seinem direkten Sinn zu nehmen.
Zunächst legt der Beginn: Mein Gott, mein Gott, was immer der Nachsatz bringen mag, das Schreien Jesu als Gebetsruf fest. Damit ist allen atheistischen oder nihilistischen Deutungen der Boden entzogen. Strobel (S. 156.160) kommt in seiner sonst lesenswerten Analyse in die Nähe solcher Töne (»nihilistisches Widerfahrnis des Todes«). Doch stand für Jesus sein Tod nie im Zeichen der Sinnlosigkeit, sondern der Sendung, freilich nun einer Sendung von furchtbarer Last. Nur entsetzte er sich nicht vor der Nichtexistenz Gottes, sondern vor einer solchen Existenz Gottes, die in solcher Verborgenheit anwesend war. Was zu dieser paradoxen Redeweise berechtigt, ja nötigt, ist der Umstand, daß der von Gott verlassene Jesus diesen Gott dennoch anruft, und zwar in gesteigerter Innigkeit. Man ermesse das zweimalige mein in Jesu Mund. Wer von allen, die Gott jemals ihre schweren Warum-Fragen klagten, einschließlich des Psalmisten von Ps 22, konnte Gott so sein nennen wie Jesus! Jesus lebte aus Gott, mit Gott und für Gott, nahm einzigartig die Abba-Anrede in Anspruch und verkörperte die Nähe Gottes. Und Gott hatte sich mit ihm identifiziert (1,13 und 9,7) und ihn immer wieder beglaubigt durch Zeichen und Wunder. Jesus konnte nicht ohne Gott sein und Gott nicht ohne ihn. Um so unfaßlicher dieses: Gott hat ihn verlassen! Dieser Schrei zerriß die Welt.
Verlassen enthält hier weit mehr als räumliches Sichentfernen. Man beobachte den Begriff schon in zwischenmenschlichen Beziehungen wie 2Tim 4,10.16, aber auch in göttlichen Treuezusagen wie 1Mo 28,15; Jos 1,5; 5Mo 31,6.8; 1Chr 28,20; Hebr 13,5. Verlassen ist dann im Stich lassen, umkommen lassen, an Mächte des Verderbens preisgeben. Die nicht seltene Zusammenstellung »verlassen – seine Hand abtun« führen in die Nähe von »übergeben« (paradidonai; s. zu 1,14). Beide Begriffe fügen sich zusammen. Beim »verlassen« liegt der Ton darauf, daß Gott losläßt und seine Hand abzieht, bei »übergeben« darauf, daß er in fremde Hände ausliefert. Sowenig sich Jesus also über die Nichtexistenz Gottes beklagte, sowenig über sein Nichtstun. Indem Gott ihn verließ, tat er nämlich etwas. Er übergab ihn aktiv ans Gericht, und Jesus erschrak über einen zornigen Gott, nicht über eine gottleere Welt.
Diese Auslegung bestreitet nicht das Recht, auf Golgatha auch Jesu tiefes Eintauchen in körperlichen Zerbruch, in kreatürliche Todesangst und in den Urschmerz menschlicher Einsamkeit zu erkennen. Die späteren Evangelien und die christlichen Auslegungen schöpfen diese Möglichkeiten aus. Das Zeugnis des Markus zielt allerdings auf ein innertrinitarisches Geschehen: Mein Gott, warum hast du mich, deinen Sohn, verlassen? Man erwäge den Schrei auf dem Hintergrund solcher Bekenntnisse wie Joh 8,29; 10,30: »Der Vater läßt mich nicht allein« und »Ich und der Vater sind eins«. Erst so ahnt man das unsägliche Leid für den Sohn, aber auch für den Vater. Indem der Vater nämlich den Sohn nicht schont (Röm 8,32), schonte er sich selbst nicht, wurde er selbst betroffen. Es ging gewissermaßen ein Riß durch ihn, nicht durch seine Substanz, aber doch durch sein Wirken. Die Selbstoffenbarung Gottes trat auseinander und in Spannung zu sich selbst. In unglaublicher Weise stand Gott gegen Gott, rang Gott mit Gott, überwand Gott sich selbst.
Gott trägt die Sündennot der Welt in sich selber aus. Der Wortlaut aus Hos 11,8, wo nach dem Zusammenhang nur noch ein Vernichtungsgericht für Israel fällig ist, legt sich nahe: »Mein Herz steht gegen mich auf (wörtlich: wird gegen mich umgestürzt), meine Reue brennt mich völlig aus.« Karfreitag ist solch ein Umsturz, solch eine Revolution im Herzen Gottes. Reue verbrennt den Zorn, läßt statt Gericht Liebe hervorbrechen und rettet die nicht mehr umkehrbereiten und umkehrfähigen Sünder. Ohne Zutun von Menschen, völlig einseitig versöhnt Gott sich mit einer ganzen Welt und macht jeden Menschen noch einmal zu einem Kandidaten für wunderbar Neues und Großes. Auf diesem Karfreitagsboden ergeht dann durch das Evangelium die Aufforderung: Nehmt eure Kandidatur an, laßt euch versöhnen mit Gott! (2Kor 5,19–21).
[35/36] Die Zuschauer im allgemeinen Sinn wurden bereits V. 29 erwähnt. Die Gruppe der Dabeistehenden hier werden nach einer militärischen Bezeichnung die Diensttuenden sein, nicht beliebige Zaungäste (Bertram, ThWNT V,836f; vgl. 14,17.69f; 15,39; Joh 18,22; Apg 23,2). Nach V.36 ist ja auch ein militärisches Gerät zur Hand. Diese Soldaten stammten aus Palästina (Anm. zu 15,16). Das Aramäische, in dem Jesus schrie, war auch ihre Muttersprache, und sie verstanden vor allem das hervorstechende, langgezogene Elohi, Elohi! Da sie es hörten, sagten sie: Siehe, (den) Elia ruft er. Einer aber lief hinzu und füllte einen Schwamm mit saurem Wein, legte ihn um einen Rohrstab und wollte ihn tränken und sagte: Laßt, wir wollen sehen, ob Elia kommt, ihn herunterzunehmen! Einige Ausleger vermuten, sie hätten Elohi als Elija mißverstanden. Im Bann der Elia-Spekulation (Vorb. 2 zu 6,14–16) wollten sie Jesus nun durch eine Erfrischung möglichst lange am Leben erhalten, um dem Wunder, nämlich dem Eingreifen Elias als Nothelfer, eine Chance zu geben. Doch »am Ausbleiben des Elia scheiterte nach jüdischem Urteil der messianische Anspruch« (Schlatter, Matthäus; Bornhäuser, Leiden, S. 128; Grundmann, Geschichte, S. 347; Dehn, Grob).
Überzeugender ist hier Pesch II, S. 495, wonach V. 35f in den Zusammenhang der Spottszenen gehört. Die Wachmannschaften hatten den Messiasspott der Juden mitangehört. Zum Messias gehörte aber nach allgemeinem Volksglauben das Auftreten des Elia. Blödeleien mit Wortspielen unterhalten gelangweilte Soldaten. So verzerrten sie Elohi zu Elija und hänselten damit den Sterbenden, quälten ihn zum Trinken. Es erfüllte sich Ps 69,21–22 (vgl. Mt 27,34).

Wuppertaler Studienbibel

Halte ich mich, egal wie ernst die Lage zu sein scheint – ja selbst, wenn es so scheint, als hätte Gott mich verlassen – ja halte ich mich in JEDER Lage an den himmlischen Vater? Oder versuche ich selbst aus der Lage herauszukommen, mich selbst zu befreien??

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