Monat: Januar 2022

Schreib ein Buch über deine Erfahrungen

und du in deinem Herzen sprechest: Meine Kraft und die Stärke meiner Hand hat mir dieses Vermögen geschafft! Sondern du sollst Jehovas, deines Gottes, gedenken, daß er es ist, der dir Kraft gibt, Vermögen zu schaffen; auf daß er seinen Bund aufrecht halte, den er deinen Vätern geschworen hat, wie es an diesem Tage ist.
Elberfelder 1871 – Dtn 8,17–18

Das dürft ihr alles niemals vergessen, hört ihr? Kommt nicht irgendwann so drauf, euch plötzlich selbst auf die Schultern zu klopfen. Fangt gar nicht erst so an nach dem Motto: ,Alles was wir haben, kommt nur durch unsere eigene harte Arbeit. Jeden Cent haben wir mit unseren eigenen Händen selbst verdient.‘ Ganz im Gegenteil muss euch echt klar sein, dass euer Gott, euer Chef, dafür gesorgt hat. Er hat euch die Kraft gegeben, Kohle zu verdienen. Er wollte seinen Vertrag, den er mit euren Vorfahren geschlossen hat, einfach durchziehen. Das Ergebnis kann man heute sehen.
VolxBibel – 5.Mose 8,17–18

Und du sprächest in deinem Herzen: Meine Kraft und die Macht meiner Hand hat mir dieses Vermögen bereitet (H. gemacht). 5Mo 4,31.
So gedenke Jehovahs, deines Gottes, denn Er gibt dir Kraft, das Vermögen zu bereiten (H. machen), auf daß Er Seinen Bund, den Er deinen Vätern geschworen hat, bestätige wie dieses Tages. 5Mo 4,31; 5,2.
Tafelbibel mit hinzugefügten Sachparallelstellen – 5.Mose 8:17–18

Können wir einfach vergessen, was Jehovah für uns getan hat?
Ja, schon was gestern von IHM geschenkt wurde, kann heute in einem anderen Focus gesehen werden! Wir Menschen sind so vergeßlich! Gestern schenkte ER uns eine Wohnung, und heute wollen wir IHN nicht preisen oder SEIN Wort lesen – natürlich nicht weil wir IHN ärgern wollen, sondern weil es „wichtigeres zu tun gibt“. Gestern schenkte ER uns einen Ehepartner – und heute sehen wir nur noch die „vielen Fehler“ des Partners!
Was dagegen tun? Siehe Überschrift: schreibe alle guten Taten Jehovahs zu dir persönlich in ein persönliches Buch! Und dann lies darin, wenn du dabei bist, Jehovah den zweiten oder dritten Platz in deinem Leben einzuräumen!
Aber Jehovah hat mir noch nichts geschenkt???

Er ist es, der euch die Kraft gibt, Reichtum zu erlangen.“ Materieller Reichtum ist in dem Wort chayil enthalten. Chayil umfasst auch Nahrung, körperliche Gesundheit, militärische Fähigkeiten, geschäftlichen Erfolg und Ansehen.

The Complete Jewish Study Bible: Notes

IBN EZRA
Dieser Reichtum. Wörtlich: „diese Macht“; aber das Wort wird oft für Geld verwendet, das man durch die Macht der eigenen Anstrengungen gewinnt: „Die Törichten und Unwissenden gehen beide zugrunde und überlassen ihren Reichtum anderen“ (Psalm 49,11).

Deuteronomium 8:18
IBN EZRA
Denke daran, dass es der HERR, dein Gott, ist, der dir die Kraft gibt, Reichtum zu erlangen. Das heißt, erinnere dich daran, wenn es dir in den Sinn kommt zu sagen: „Meine eigene Kraft und die Macht meiner eigenen Hand“ (V. 17) und so weiter.

NAHMANIDES
Denken Sie daran, dass es der HERR, Ihr Gott, ist, der Ihnen die Kraft gibt, Reichtum zu erlangen. Das Wort, das hier mit „Reichtum“ übersetzt wird, bedeutet wörtlich „Macht“. Es ist bekannt, dass die Israeliten mächtige Kämpfer waren, die als Löwen oder als „ein reißender Wolf“ (1 Mose 49,27) beschrieben werden; sie besiegten tatsächlich die Könige von Kanaan im Kampf, weshalb sie denken könnten: „Meine eigene Kraft und die Macht meiner eigenen Hand haben mir diesen Reichtum gewonnen“ (V. 17). Aber in Ägypten, aus dem Gott Sie herausgeführt hat, hatten Sie weder Kraft noch Macht. In der Wüste hattet ihr nicht einmal die Kraft, euch selbst am Leben zu erhalten – er sorgte für all eure Bedürfnisse. So war auch diese Kraft, durch die ihr euren Reichtum erlangt habt, ein Geschenk des Herrn an euch. Wenn ihr Ihn vergesst, wird Er eurer Kraft und eurem Fleisch ein Ende setzen, und ihr werdet sicherlich untergehen, genau wie die Kanaaniter. Denn alle, „die den HERRN verlassen, werden umkommen“ (Jesaja 1:28).

Deuteronomium – Einführung und Kommentar

hungriger Panthera leo

Seid nüchtern, wachet; euer Widersacher, der Teufel, geht umher wie ein brüllender Löwe und sucht, wen er verschlinge. Dem widerstehet standhaft im (O. durch) Glauben, da ihr wisset, daß dieselben Leiden sich vollziehen an eurer Brüderschaft, die in der Welt ist. Der Gott aller Gnade aber, der euch berufen hat zu seiner ewigen Herrlichkeit in Christo Jesu, nachdem ihr eine kleine Zeit gelitten habt, er selbst wird euch vollkommen machen, (O. vollenden, alles Mangelnde ersetzen) befestigen, kräftigen, gründen. Ihm sei die Herrlichkeit und die Macht von Ewigkeitzu Ewigkeit! Amen
Elberfelder 1871 – 1 Petr 5,8–11

Bleibt besonnen und wachsam! Denn der Teufel, euer Todfeind, schleicht wie ein hungriger Löwe um euch herum. Er wartet nur auf ein Opfer, das er verschlingen kann.
Stark und fest im Glauben sollt ihr seine Angriffe abwehren. Und denkt daran, daß alle Christen in der Welt diese Leiden ertragen müssen. Gott aber, von dem ihr nichts als Gnade und Liebe erfahrt, hat euch durch Jesus Christus zugesagt, daß er euch nach dieser kurzen Leidenszeit in seine ewige Herrlichkeit aufnimmt. Er wird euch ans Ziel bringen, euch Kraft und Stärke geben, so daß ihr fest und sicher steht. Denn Gott allein gehört alle Macht für immer und ewig. Das ist ganz gewiß!
Hoffnung für alle – 1996 – 1.Petrus 5,8–11

Alles, was euch Sorge bereitet, werft auf ihn! Denn er trägt Sorge für euch. 8 Lebt mit klarem Blick und voller Achtsamkeit! Denn euer Gegner, der teuflische Zerstörer, läuft herum wie ein Löwe, der nach etwas sucht, was er auffressen kann. 9 Leistet ihm Widerstand, fest im Vertrauen. Denn ihr wisst, dass genau dieselben Leiden überall in der Welt über die hereinbrechen, die zur Gottesfamilie gehören.
Das Buch – 2009 – 1.Petrus 5:7–9

Nachdenken
Gott schaut unserem Leiden und den Angriffen des Teufels (Verse 8-9) nicht tatenlos zu! Er handelt an uns, auch wenn es uns unmöglich scheint. Gott will uns
• aufrichten: Das griechische Wort meint ausrüsten mit dem, was fehlt, etwas wieder vollkommen machen.
• stärken: Gemeint ist, fest und beständig machen wie Granit. Körperliche oder seelische Leiden können einen Menschen entweder zusammenbrechen lassen oder ihm ein Stehvermögen verleihen, das so schnell nichts mehr erschüttert.
• kräftigen: Meint hier, mit Stärke versehen. In Schwierigkeiten kann Glaube an Stärke gewinnen. Erst im Leiden erkenne ich wirklich, was er für mich bedeutet. Wie schön, wenn der Glaube stärker und leuchtender aus Leid, Enttäuschungen und Verlusten hervorgeht.
• gründen: Meint, festen Grund unter die Füße geben. Wenn das Leben einstürzt, erkenne ich, was bisher sinnlos und ohne Fundament war. Ich lerne zu unterscheiden, was trägt und worauf ich nicht verzichten kann.
Unbestritten: Leiden kann zu Verbitterung führen und den Glauben an einen guten Gott rauben. Wenn ich Gott aber auch dann glauben kann, dass er mich liebt, hält und mein Leiden darum nie ohne Sinn und Ziel ist, wird mich all das Schwierige letztlich weiterbringen.

ERF – 1.Petrus

Es geht in der Welt um den großen Kampf zwischen dem lebendigen Gott und dem Widersacher, dem Teufel. Zwischen beiden Fronten steht der Christ, der durch vielerlei Leiden hindurch muß, aber es lernen und üben darf, seine Sorgen, die auch ihn überfallen, auf seinen Herrn zu werfen. Im Leiden darf er sich damit trösten, daß viele mitleiden, daß es trotz allem Schweren nur eine kurze Zeit währt und ein Gott der Gnade da ist, der hindurchtragen will und wird. Darum überkommt den Apostel aufs neue der anbetende Dank.

Die Bibel mit Erklärungen: Erklärungen

Allerdings sollen sie nicht in gedankenlose Sorglosigkeit verfallen: „Seid nüchtern und wacht.“ (vgl. 1Petr 1,13; 4,7). Zur Begründung verweist Petrus auf den „Widersacher“, den „Teufel“. Er „geht umher wie ein brüllender Löwe und sucht, wen er verschlingen kann“. Gemeint ist natürlich die Verfolgung der Gemeinde (vgl. Offb 12,12.17: „(12) … Wehe der Erde und dem Meer! Denn der Teufel ist zu euch hinabgekommen und hat große Wut, da er weiß, dass er nur eine kurze Zeit hat … (17) Und der Drache wurde zornig über die Frau und ging hin, Krieg zu führen mit den übrigen ihrer Nachkommenschaft, welche die Gebote Gottes halten und das Zeugnis Jesu haben.“)
(9) Es kommt darauf an, dem Teufel zu widerstehen (Jak 4,7: „… Widersteht aber dem Teufel! Und er wird von euch fliehen.“). Das geschieht „durch den Glauben“ und dadurch, dass sie wissen, dass es ihren Schwestern und Brüdern in aller Welt genauso geht wie ihnen. „Den Christen soll es Trost und Stärkung in der beginnenden Leidenszeit sein, zu wissen, dass die Brüder (1Petr 1,22; 2,17) in der ganzen Welt mit ihnen eine große Leidensgemeinschaft bilden. Was im Leiden lähmen kann, ist in Wahrheit die Einsamkeit.“ (Schelkle, 132)

Mainka

Seid nüchtern usw. Diese Mahnung greift weiter. Weil die Gläubigen im Kampf mit einem überaus scharfen und mächtigen Feind stehen, müssen sie zum Widerstand gerüstet sein. Dies wird in einem doppelten Bilde ausgedrückt: seid nüchtern und wachet. Schlemmerei macht träge und schläfrig; desgleichen verfallen Leute, die sich durch irdische Sorgen oder Vergnügungen berauschen, in geistlichen Schlaf oder Gedankenlosigkeit. Jetzt verstehen wir, was der Apostel meint: es ist uns in dieser Welt ein Kriegsdienst verordnet, und wir haben es mit einem Feinde zu tun, den wir nicht verachten dürfen, der wie ein Löwe hierhin und dorthin springt, damit er uns verschlinge. So ergibt sich der Schluss, dass man ernstlich wachen müsse. Mit demselben Beweisgrund schärft Paulus unsern Eifer, wenn er sagt (Eph. 6, 12), dass wir nicht mit Fleisch und Blut zu kämpfen haben, sondern mit der Nichtswürdigkeit böser Geister. Den Frieden missbrauchen wir ja meistens zu müßigem Treiben; so geschieht es, dass der Feind uns allmählich umgarnt und erdrückt, weil wir uns außer Gefahr wähnten und in den Lüsten des Fleisches gehen ließen. Der Vergleich des Teufels mit einem Löwen will ihn als ein überaus reißendes Wesen darstellen. Dass er umhergehet, uns zu verschlingen, soll uns zu eifriger Wachsamkeit treiben. Weiter heißt der Teufel der Widersacher der Frommen: denn diese sollen wissen, dass ihr Gottesdienst und gläubiges Bekenntnis zu Christus sie verpflichtet, mit dem Teufel einen beständigen Krieg zu führen. Denn er, der wider das Haupt ankämpft, wird die Glieder nicht verschonen.
V. 9. Dem widerstehet. Dass der Feind so mächtig ist, soll uns auf der einen Seite scharf und besorgt machen; anderseits wäre doch Gefahr, dass ein unmäßiger Schrecken uns den Mut nehmen könnte, wenn uns nicht Hoffnung auf Sieg geboten würde. Der Apostel will uns also wissen lassen, dass der Krieg einen glücklichen Ausgang nehmen muss, wenn wir unter Christi Fahnen streiten. Denn wer in der Rüstung des Glaubens in den Kampf zieht, wird sicherlich den Sieg gewinnen. Der Apostel sagt: widerstehet! Fragt jemand: womit? – so lautet die Antwort; dass der Glaube Stärke genug hat: fest im Glauben. Paulus aber zählt an der eben zitierten Stelle (Eph. 6, 13) die einzelnen Stücke der Waffenrüstung auf. Dies alles will das gleiche besagen wie das Zeugnis des Johannes (1. Joh. 5, 4): „Unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat.“
Und wisset, dass eben dieselbigen Leiden usw. Auch dies dient zum Trost, dass wir in dem gleichen Kampf stehen wie alle Kinder Gottes. Denn Satan bereitet uns eine besonders gefährliche Versuchung, wenn er uns von dem Leibe Christi trennt. Darum erinnert uns der Apostel, dass nichts uns trifft, was wir nicht auch an den andern Gliedern der Gottesgemeinde sehen. Und wir dürfen uns durchaus nicht weigern, in der Gemeinschaft mit allen Heiligen zu stehen und in der gleichen Lage wie sie. Dass die Leiden sich vollenden, bedeutet etwa soviel wie das Wort des Paulus (Kol. 1, 24), dass täglich an den Gläubigen vollendet werde, was an den Trübsalen Christi noch fehlt. Dass die Brüder in der Welt sind, kann doppelt verstanden werden. Entweder ist die Meinung, dass Gott seine Gläubigen unterschiedslos übt, wo immer sie sich unter den Völkern der Welt befinden. Oder es soll gesagt werden, dass die Notwendigkeit des Kriegsdienstes unser wartet, solange wir in dieser Welt leben. Auch darauf wollen wir hinweisen, dass die Anläufe des Satans, von denen die Rede war, jegliche Art von Trübsalen umfassen. Wir schließen daraus, dass wir immer mit einem dämonischen Feinde zu tun haben, woher auch die Widrigkeiten kommen mögen, – mag uns Krankheit drücken, mag infolge Unfruchtbarkeit der Äcker Hungersnot drohen, oder mögen Menschen uns lästig fallen.

Calvin – 1. Petrusbrief

Viertens ermahnt Petrus die Herde in den Versen 8-9, dem Satan zu widerstehen. Widerstand gegen Satan beinhaltet zwei Anweisungen. (1) Gläubige müssen die Methode von Satans Wirken verstehen (V. 8). Petrus beginnt mit zwei Ermahnungen im Imperativ: Seid nüchtern – seid geistlich beherrscht; dazu hat Petrus bereits zuvor zwei Mal ermahnt (1,3; 4,7). Wacht – seid in wachsamer Tätigkeit, seid vorbereitet. Bei der Erfüllung genau dieser Mahnung versagte Petrus in Gethsemane, als Jesus ihn aufforderte, zu wachen und zu beten. Der Grund, aus dem Gläubige nüchtern sein und wachen müssen: Sie haben einen Widersacher. Hier wird das Wort Widersacher zum einzigen Mal für Satan gebraucht. Es stellt Satan als einen Gegner im Gerichtssaal vor, der er ja auch ist (Sach 3,1; Mt 5,25; Lk 12,58). Als Widersacher ist er in Sacharja 3,1 der Ankläger Israels, in Offenbarung 12,10 Ankläger der Gläubigen. Das Pronomen euer macht Satan zum persönlichen Feind jedes Gläubigen. Der hebräische Name Satan bedeutet »Widersacher«. In diesem Abschnitt wird Satan von Petrus als der Teufel bezeichnet. Er verwendet das Wort diabolos; das bedeutet »Verleumder« – jemand, der falsche Anklagen gegen Gott und sein Volk vorbringt. Er ist derjenige, der Lügen über die Heiligen verbreitet. Aus diesem Grunde brauchen Gläubige den Messias als ihren Beistand (1Joh 2,1). Darüber hinaus wird Satan als brüllender Löwe dargestellt; das betont sein ungestümes Wesen. Der Begriff brüllend malt Satan als ausgehungert und darauf aus, Beute zu machen. Weiterhin beschreibt Petrus ihn mit den Worten: [Er] geht umher und sucht, wen er verschlingen kann. Suchen ist ein Partizip Präsens Aktiv; es stellt Satan auf der andauernden und beständigen Suche dar. Das Wort verschlingen ist ein Aorist Infinitiv und weist auf sein tödliches Wirken hin. Im Griechischen bedeutet das Wort soviel wie »hinuntertrinken«. Es besagt, dass Satan sein Opfer vollkommen vernichten möchte. Um Satan zu widerstehen, ist es wichtig, seine Arbeitsmethode zu kennen. (2) Dem Satan muss mit Glaube widerstanden werden (V. 9): Dem widersteht standhaft in eurem Glauben. Gläubige müssen in ihrem Glauben standhaft sein; das liefert das Mittel zum Widerstand. Das Wort standhaft bedeutet, »fest zu stehen wie ein Fels«. Gläubige müssen fest im Glauben wurzeln, um Satan zu widerstehen. Glaube ist der Siegesbereich. Das Werk Jesu am Kreuz war das Mittel, wodurch er Satan besiegt hat. Der Gläubige muss Glauben an das Werk Jesu am Kreuz haben, wo er Satan besiegt hat; der Gläubige muss verstehen, dass in Christus der Glaube liegt, durch den man Satan widerstehen kann. Dieselbe Wahrheit über den Widerstand gegen Satan wird in Jakobus 4,7 und Epheser 6,10-18 gelehrt. Darüber hinaus müssen Gläubige erkennen, dass Mitgläubige dieselben Leiden erfahren. Hier steht für die »Brüder« das Wort Bruderschaft. Es wird nur von Petrus gebraucht und findet sich auch in 2,17. Andere Formen derselben griechischen Wurzel sind auch an anderen Stellen im Neuen Testament zu finden. Brüder überall in der Welt sind denselben Leiden unterworfen; das ist nicht ungewöhnlich.

Arnold Fruchtenbaum – Die Petrusbriefe

Interessanter Nebenaspekt – aus einer Ansprache von Bayless Conley – der Ungehorsam und Tod miteinander verbindet.

Und wie sieht es bei mir aus? Schleicht er – dieser Löwe auch im meinem Leben herum? Oder habe ich nur die allgemeinen Sorgen, wie Krankheit, Auto, Kinder, Arbeit – die mich von Gottes Wort abhalten?

„denen die das Gefühl haben dumm zu sein“

Zu jener Zeit hob Jesus an und sprach: Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, daß du dies vor Weisen und Verständigen verborgen hast, und hast es Unmündigen geoffenbart. Ja, Vater, denn also war es wohlgefällig vor dir.
Elberfelder 1871 – Mt 11,25-26

Zur selben Zeit (bestimmten Zeit) antwortete Jesus und sprach: Ich bekenne Dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, daß Du dies vor den Weisen und Verständigen verborgen (hinweg verborgen) und den Unmündigen geoffenbart hast; Mt 18,3; Lk 10,21f; Joh 7,48; Ps 8,3
Tafelbibel mit hinzugefügten Sachparallelstellen – Matthäus 11,25

Und Jesus fing an, vor allen mit Gott zu reden: „Hey, Papa, du regierst über das ganze Universum. Danke, dass du den Leuten, die meinen, die Weisheit mit Löffeln gefressen zu haben, nicht erzählt hast, was wirklich abgeht. Aber denen, die das Gefühl haben, dass sie dumm sind und nichts begreifen, denen hast diese Sachen gezeigt. Yes, Daddy, du willst, dass es so passiert und nicht anders.
VolxBibel – Matthäus 11:25-26

Damals erklärte Jesus: „Ich preise dich öffentlich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, weil du das alles vor den Weisen und Intellektuellen verborgen und es kleinen Kindern mitgeteilt hast. Ja, Vater, denn genau so hast du es gewollt.
neue Welt Übersetzung – 2018 – Matth. 11:25,26

Du hast studiert um die Bibel besser zu verstehen? Dann hast du wahrscheinlich gelernt, dass der Name Jehova falsch wäre, dass nicht Mose, Josua usw die Bibelbücher geschrieben hätten, sondern erst Jahrhunderte später vielleicht Esra. Auch heute noch, ist die biblische Wahrheit den „Weisen und Klugen“ verborgen!

Der Herr Jesus hatte die meisten Wunder in den Städten von Galiläa vollbracht. Aber wie Jesaja es vorausgesagt hatte, waren die Herzen verschlossen geblieben: «Wer hat unserer Verkündigung geglaubt, und wem ist der Arm Jehovas offenbar geworden?» (Jesaja 53,1). Auf diese Frage kann der Herr Jesus aber «zu jener Zeit» (Vers 25) doch eine Antwort geben und seinen Vater preisen: «Du hast dies vor Weisen und Verständigen verborgen und hast es Unmündigen geoffenbart.» Dann wendet Er sich an die Menschen und ruft ihnen zu: «Kommst her zu mir»; kommt mit diesem kindlichen Glauben. Kein anderer als ich kann euch den Vater offenbaren. Und lernet nicht nur von meinen Worten, sondern von mir, von meinem Beispiel, denn ich bin «sanftmütig und von Herzen demütig» (Epheser 4,20.21).

Jean Koechlin – Ährenlese im Neuen Testament Matthäus

»In jener Zeit« besagt sicherlich, dass die folgenden Worte Jesu gesprochen wurden, als das Ringen schon begonnen hatte und die Ablehnung in Galiläa zu Tage trat. Dann können wir die Redewendung: er »antwortete und sagte«, die sonst einfach den Beginn einer Rede ausdrückt, auch wörtlich verstehen. Es handelt sich hier wirklich um die Antwort, die Jesus auf diese Situation des Kampfes und der Ablehnung fand. Worin besteht seine Antwort? Im Lobpreis des Vaters! Das »Ich preise dich» enthält Anbetung, Dank und Anerkennung in einem. Es war ein schwerer Weg, den ihm der Vater auferlegte. Aber er schleudert keine Empörung heraus, er betet nicht in Verzweiflung und Irrewerden, sondern er stellt sich kindlich unter den Willen des Vaters (vgl Hebr 5,8). Die Anrede »Vater, Herr des Himmels und der Erde« vereinigt in wunderbarer Weise zwei für Jesus entscheidende Gesichtspunkte. Einmal ist es der himmlische »Vater«, der nur Gutes wollen kann (Röm 8,28; Jak 1,17) und dem Jesus deshalb ganz und freudig zustimmt.

Zum andern ist es der »Herr des Himmels und der Erde», der die ganze Schöpfung beherrscht und dessen Pläne von niemandem vereitelt werden können. Jesus weist also jeden Gedanken, dass Gott »gebremst« werden könne oder sogar an den damaligen Verhältnissen scheitere, radikal ab. Misslingt die Mission in Israel, dann wird der allmächtige Vater und Herr gerade so seine Wege vollenden! Das Misslingen ist in Gottes Pläne schon einbezogen! Übrigens wurde Gott als »Herr des Himmels und der Erde« seit alters her von den Glaubenden bekannt (1 Mose 24,3; Jona 1,9; Apg 17,24). Nun hören wir konkret den Grund des Lobpreises: »dass du dies vor den Weisen und Klugen verborgen und es den Kindern offenbart hast«. Was wir mit »Kindern« übersetzten, gibt der Luthertext durch »Unmündige« wieder und wird von Ps 8,3; Mt 21,16 mit den »Säuglingen« zusammengeordnet. Es heißt auch nach dem griechischen Sprachgebrauch »kleine Kinder«. Aber was bedeutet hier Jesu Aussage? Es gibt im AT eine alte Linie, wonach Gott wunderbare Wege einschlägt, unerwartete Führungen schenkt, weil die Weisen – auch die religiösen Weisen! – dieser Weit sich im Hochmut versperren (vgl. Jes 29,14; Spr 16,18; Joh 7,49; 1 Kor 1,19; 2,6).

Nur den Demütigen gibt er die Gnade der Erkenntnis (vgl. Spr 3,34; 1 Petr 5,5; 1 Kor 1,19ff.). Diese Demütigen, ganz von ihm Abhängigen nennt Jeus hier die »Kinder«, die »den Weisen und Klugen» gegenübergestellt werden. Den Feinden bestreitet Jesus also ihre Weisheit bzw. Klugheit nicht. Aber sie können, gerade weil sie durch ihre Weisheit selbstbewusst und unbußfertig geworden sind, Gottes Wahrheit nicht erkennen. Neben die schon genannte Linie des AT tritt jetzt eine zweite biblische Linie. Sie besagt, dass Gotteserkenntnis nur durch göttliche Offenbarung verschafft wird. Niemals ist der Mensch – ganz abgesehen von der Frage nach seinem sündigen Hochmut! – in der Lage, Gott genügend zu erkennen. Er kann Gott ahnen, im Gewissen spüren (Röm 1,19ff.). Aber die Vernunft kann Gott nicht genügend entdecken. Gotteserkenntnis ist nur als Gabe von oben, eben als Offenbarung, möglich (Mt 16,17; 2 Kor 4,6; 2 Petrus 1,21; 1 Joh1,1ff.); Off 1,1ff.). Jesus preist also den Vater dafür, dass er den hochmütigen Weisen Israels keine Erkenntnis zuteilt. Zugleich preist er ihn dafür, dass er sich denen »offenbart«, die »Kinder« im geistlichen Sinne sind. Doch was ist »dies«, das »verborgen« bzw. »offenbart« wurde? Die Lösung kann nur aus dem Zusammenhang gefunden werden. Dieser Zusammenhang, vor allem Mt 11, 27, ergibt, dass damit Jesu Gottessohnschaft gemeint ist. Trotz der Wunder haben Chorazin, Bethsaida und Kapernaum ihn nicht als Messias und Gottessohn erkannt, weil sie keine Umkehr zu Gott vollzogen haben und weil Gott ihnen daraufhin Jesu Gestalt »verborgen« hat.

Das »Ja, Vater» drückt sich in Jesu Gebet in Schlichtheit, ohne Abstriche und mit königlicher Klarheit aus. Kein Mangel des Vertrauens, keine Zurückhaltung, kein Widerstreben wird hier sichtbar. Was er uns im Vaterunser lehrte: »Dein Wille geschehe«, was er in Gethsemane nochmals in blutiger Anfechtung im Tiefsten durchkämpfte: »Nicht wie ich will, sondern wie du willst« (Mt 6,10; 26,39.42), das tritt auch jetzt hervor. Das Ja zum Vater durchzieht Jesu Leben wie eine Königslinie. Auch unsere Anbetung, unser Lobpreis können ohne den Frieden dieses Ja nicht leben. »So«, wie die Dinge jetzt verlaufen, entsprechen sie dem Plan des Vaters. Damit stoßen wir auf das Rätsel der göttlichen Prädestination (Vorbestimmung). Die Bibel hält zwei Pole fest, die für menschliches Denken immer in Spannung stehen werden. Der eine Pol ist die Tatsache, dass nichts gegen Gottes Willen geschehen kann. Denn Gott hält alle Dinge in seiner Hand. Der zweite Pol ist die Tatsache, dass die Menschen aufgrund ihrer Gottebenbildlichkeit verantwortlich für ihr Handeln sind.

Vorbestimmung und Willensfreiheit gehören für die Bibel – nicht für unsere begrenzte Logik – zusammen. Man kann sagen, dass Gott mit freien menschlichen Entscheidungen, nicht mit leblosen Robotern, seine Pläne macht. Vgl. Joh 6,35-37.44; Phil 2,12ff.); Mt 18,7 . Der Begriff »wohlgefällig« ist schwierig zu verstehen. In der Weihnachtsgeschichte bei Lukas steht der Satz: »Friede auf Erden bei den Menschen des Wohlgefallens« (so der älteste Text). Jedenfalls ist der Begriff frei von Willkür, obwohl man im Deutschen diesen Sinn heraushören könnte. Vielmehr bezeichnet das Wort, das im Hebräischen dahinter steht, den beschließenden und tatkräftigen Willen. Die Beifügung »vor dir« ist zwar schlechtes Deutsch, aber eine feierliche hebräische Wendung. Hier kommt Gottes Prüfen und Erwägen zum Ausdruck. Jesus sagt also sinngemäß: »Denn so hat dein prüfender Wille den Weg in der Geschichte gestaltet«. Ob wir unsere persönliche Geschichte auch in diesem Licht sehen können?

Edition C

In diesem Geist und in dieser Freude hat Jesus eigentlich überhaupt zu seinen Jüngern von dem geredet, was sie vom angebrochenen Reiche Gottes empfangen und was sie demselben werden sollten.
Er, wusste, mein Vater ist der Gott der großen Dinge.
Sein Wirken endet immer mit der Vollendung des Ganzen, mit dem Sabbat ohne Abend, mit dem Psalm seiner Schöpferseele: „Und siehe, es war sehr gut!“ Daher sah Jesus bereits in den kleinsten Anfängen die kommenden Auswirkungen in den schwankenden Fischern die werdenden Apostel, in den einzelnen Segnungen den Endtriumph der angebrochenen Gottesherrschaft. Jeder Misserfolg erschloss ihm „das Ungeheure“ der Sache seines Vaters: ließ ihn hinter den Leiden die Auferstehung, hinter der Verwerfung die Erhöhung, hinter dem Tode das Leben sehen. Die Katastrophen der Geschichte erschütterten Ihn nicht, die Feindschaft der Frommen machte Ihn nicht irre, das Versagen seiner Jünger ließ Ihn nicht mutlos werden. Für Ihn waren nicht die Frommen die schöpferische Kraft im angebrochenen Reiche der Himmel, sondern der Vater. Ihn sah Er wirken und in seinem Lichte wirkte auch Er. Mochten auch, so und so viele aus dem Reiche Gottes herausfallen und nicht mehr mit Ihm wandeln, mochten auch ein Petrus Ihn verleugnen, ein Judas Ihn verraten, die Synagoge Ihn verklagen und der Staat Ihn kreuzigen -alles konnte das Wirken seines Vaters nicht aushalten. Die einzelnen und vielen mögen im Laufe der Geschichte fallen, das Königreich der Himmel fällt nicht. Er wird nicht getragen vom Arm des Fleisches, nicht inspiriert vom Geist der Zeit, nicht gebaut durch den Eifer der Jünger, nicht vollendet durch Machtmittel der Vergänglichkeit. Eures „Vaters“ Wohlgefallen ist es, euch das „Königreich“ zu geben. Gottes Walten trug aber immer in sich die Garantie des Vollbringens, Gottes Wort war immer auch schöpferische Tat. Hätte Jesus nicht in diesem Geiste gewirkt, nicht in diesem Lichte gesprochen, auch seine Messiasseele wäre unter dem Druck des Bestehenden zusammengebrochen.
So überwand Jeus im Geiste seines Vaters Vergänglichkeit, Raum und Zeit. Er sprach vom Standpunkte der schöpferischen Gottestat und des triumphierenden Werdens aus. Er wusste, dass alles Wirken seines Vaters auf Vollendung angelegt ist, dass alles Schaffen Gottes der Art seines göttlichen Wesens entspricht. Da Gott aus seiner Ruhe heraus wirkt, muss alles im Sabbat der Vollendung enden.

Jakob Kroeker – ER sprach zu mir

Es ist so traurig, wenn wir uns auf meschliche Weisheit oder auf eine menschliche Körperschaft verlassen, anstatt das wir die Bibel selbst vollständig lesen und auf die Wirkung des heiligen Geistes vertrauen.

in Christi Nähe?

In dem Hause meines Vaters sind viele Wohnungen; wenn es nicht so wäre, würde ich es euch gesagt haben; denn ich gehe hin, euch eine Stätte zu bereiten. Und wenn ich hingehe und euch eine Stätte bereite, so komme ich wieder und werde euch zu mir nehmen, auf daß, wo ich bin, auch ihr seiet. Und wo ich hingehe, wisset ihr, und den Weg wisset ihr.
Elberfelder 1871 – Joh 14,2–4

In Meines Vaters Hause sind viele Wohnungen. Wäre dem nicht so, Ich hätte es euch gesagt. Ich gehe hin, euch eine Stätte (einen Ort) zu bereiten. Mt 25,34; Lk 14,22; 2Kor 5,1.
Und wenn Ich hingehe und euch eine Stätte (einen Ort) bereite, komme Ich wieder und werde euch zu Mir mitnehmen, auf daß ihr seid, wo Ich bin. Joh 14,18.28; 12,26; 17,24;1Thess 4,17.
Tafelbibel mit hinzugefügten Sachparallelstellen – Johannes 14,2–3

In dem Hause meines Vaters sind viele Aufenthaltsorte; wenn es nicht so wäre, würde ich euch sagen: Ich gehe hin, euch eine Stätte zu bereiten. Und wenn ich hingegangen bin, und euch eine Stätte bereitet habe, so komme ich wieder, (Offenbar nicht um noch einmal fortzugehen, und euch in den Himmel zu nehmen, sondern um in meinem Reiche zu kommen, und euch in dasselbe aufzunehmen. Dies nennt die Schrift: bei dem Herrn sein allezeit. 1Thes 4,16-17 .) und werde euch zu mir nehmen, damit wo ich bin, auch ihr seid. Und wo ich hingehe, das wisset ihr, und den Weg wisset ihr.
Die vier Evangelien des Reinhardt – Johannes 14:2–4

Wo bin ich zu Hause? Gerade in den letzten Tagen wieder erlebt, das Menschen einem sagen – teilweise direkt, teilweise durch ihre Taten: Für Gott habe ich später Zeit – jetzt will ich erst einmal leben!
Warum war das bei den Jüngern Jesu anders? Hatten sie ein anderes Bild über „ihr zu Hause“ und was es bedeutet „zu leben“?
Über das Thema – wo diese Wohnungen wohl sind – wie die meisten Christen sagen würden „im Himmel“ oder ob diese im zukünftigen Tempel sein werden – hatten wir ja schon vor einiger Zeit.

Jh 14,3 ἐάν fast = ὅταν (A346; B I1d). πορευθῶ Aor. Konj. Pass. (ohne Pass.-Bdtg.) πορεύομαι. ἑτοιμάσω Aor. Konj. ἔρχομαι fut. Präs. (H-S § 197c; A234). καί (drittes) fin. (BDR § 442,3; A311,3). παρα-λήμψομαι Fut. Med. -λαμβάνω; πάλιν ἔρχομαι καὶ παραλήμψομαι ὑμᾶς πρὸς ἐμαυτόν ich komme wieder, um euch zu mir zu nehmen/holen (H-S § 252,29). ἐμαυτόν14 Refl.-Pron. 1. Sg. ὅπου hier dort, wo (B 1aα; vgl. A358). ἐγώ, ὑμεῖς stehen betont (A122). ἦτε Konj. εἰμί.

Neuer Sprachlicher Schlüssel zum Griechischen Neuen Testament

Ja – als Christen freuen wir uns wohl, Zeit in der Nähe mit Christus zu verbringen? Oder? Oder genügt uns, dass wir uns alle paar Monate einmal mit anderen Christen treffen?

In Joh 14, 3 zieht Jesus den Vorhang vor der Zukunft wieder ein Stück beiseite: »Und wenn ich hingegangen bin und euch eine Stätte bereitet habe, werde ich wiederkommen und euch zu mir nehmen.« So ruhig spricht Jesus, dass kein Zweifel an der Erfüllung seiner Worte Raum hat. Er wird hingehen, und er wird den Seinen »eine Stätte bereiten«; das sind feststehende Zukunftsereignisse. Doch die Himmelfahrt ist nicht die Endstation seines Wirkens. Nach der Himmelfahrt werden vielmehr weitere entscheidende Ereignisse stattfinden: »Ich werde wiederkommen«, »ich werde euch zu mir nehmen.« Was ist das für eine geheimnisvolle Wiederkunft? Keinesfalls die zum allgemeinen Weltgericht, denn sie ist streng auf die Jünger bezogen. Dann aber müssen wir von Joh 14, 18ff. her deuten. Das heißt: Jesus meint hier seine Wiederkunft im Heiligen Geist, also Pfingsten. Dass Jesus selbst im Geist kommt, ist nach 2 Kor 3,17 die allgemeine Überzeugung des Neuen Testaments. Mehr zu diesem Thema werden wir in V. 15ff.erfahren.

»Ich werde euch zu mir nehmen«: Was bedeutet das? Vermutlich knüpft Jesus mit dem Wort »nehmen« an 1 Mo 4,24 (Henochs »hinwegnehmen«), 2Kön 2,10 (Elias »hinwegnehmen«), und Ps 49,16; 73,24 (das »aufnehmen« des Frommen bei Gott) an. Dann ergibt sich als Sinn, dass Jesus die Seinen zu sich in die himmlische Herrlichkeit und in das Gottesreich holt. Genau dies bestätigt die Fortsetzung: »damit auch ihr seid, wo ich bin.« Joh 12,26.32; 13,8.36 werden hier fortgeführt. 1 Thess 4,16ff.baut sehr wahrscheinlich auf diesen Aussagen Jesu auf.

Joh 14,3 fasst also wie in einem Brennpunkt wesentliche Ereignisse der bevorstehenden Heilsgeschichte zusammen: Jesus wird getötet, auferweckt, kehrt zurück in den Himmel, bereitet dort als der sühnende Messias einen Platz für die Seinen, kehrt im Heiligen Geist zurück zu ihnen und holt sie nach Vollendung des Glaubenslaufes zu sich in den Himmel und ins Gottesreich. Auf knappstem Raum nennt Jesus also hier die Orientierungspunkte, auf die sich die Jünger einstellen sollen.

Vielleicht sollten wir noch beachten, dass Jesus das Jenseits bzw. das Gottesreich nicht ausmalt. Es genügt ihm die schlichte Beschreibung »wo ich bin«. Kann man Schöneres und Größeres sagen als das, dass wir dort sein werden, »wo er ist«?

Mit einem rätselhaften kurzen Satz beschließt Jesus seine Ausführung: »Und wo ich hingehe – ihr kennt ja den Weg« (V. 4). Es ist wahr, dass er schon oft vom »Hingehen« gesprochen hat (vgl. Joh 7,33ff.; Joh 8,21ff.; Joh 12,26ff.; Joh 13,33ff.). Das mussten die Jünger also »kennen«. Aber warum spricht er jetzt vom Weg: »Ihr kennt ja den Weg«? Will er damit sagen, dass sie »ja« wissen, wie der Gang zum Vater verläuft, nämlich durch Kreuz und Auferweckung? Oder setzt Jesus einen Unterricht voraus, wie er z. B. in Mt 16,21ff.parr gegeben wurde? Oder will er weitere Nachfragen, wie sie in V. 5ff.tatsächlich erfolgen, anregen?

Edition C

Aber der zweite Satz eilt weiter und verspricht über das „Bereiten der Stätte“ hinaus noch mehr. Denn dann „komme ich wieder und werde euch zu mir nehmen, damit, wo ich bin, auch ihr seid“. Jesus wird noch viel von dem sprechen, was seinem Kreuz und seiner Auferstehung folgen wird, von der Sendung und dem Wirken des Geistes. Hier geht sein Blick bis zur letzten Vollendung in seiner „Wiederkunft“. Nicht die „Bereitung der Stätte“, sondern diese seine Parusie162 ist der eigentliche Inhalt seines Versprechens. Dabei faßt Jesus in einem einzigen kurzen Ausdruck zusammen, was seiner Gemeinde dann unter der Leitung des Heiligen Geistes (16, 13) mehr und mehr als ein langes und vielfältiges Geschehen163 klar wird. Aber das letzte Ziel für die Jüngerschar ist deutlich: „Damit, wo ich bin, auch ihr seid.“ Jesus wird dieses Ziel in seinem letzten irdischen Gespräch mit dem Vater noch einmal als seinen Willen dem Vater ans Herz legen (17, 24). Es ist ernst mit dem „Jetzt“ in 13, 33. 36: nur „jetzt“ kann Petrus und können die Jünger den Weg Jesu in die Herrlichkeit nicht mitgehen. Aber sie sollen wahrlich nicht für immer davon ausgeschlossen sein. Wo Jesus ist, da sollen und werden auch sie sein.

Wuppertaler Studienbibel

Was möchten eigentlich die Menschen, die heute „eher leben wollen“ als sich mit der Bibel zu beschäftigen, dann in Jesu Nähe?

Paraklet

Wenn ihr mich liebet, so haltet meine Gebote; und ich werde den Vater bitten, und er wird euch einen anderen Sachwalter (O. Fürsprecher, Tröster) geben, daß er bei euch sei in Ewigkeit, den Geist der Wahrheit, den die Welt nicht empfangen kann, weil sie ihn nicht sieht noch ihn kennt. Ihr aber kennet ihn, denn er bleibt bei euch und wird in euch sein.
Elberfelder 1871 – Johannes 14,15–17

Dann werde ich den Vater bitten, daß er an meiner Stelle jemanden – Wörtliche Bedeutung: Der Herbeigerufene, der einem anderen beistehen soll; der Anwalt, der Fürsprecher, der Tröster – zu euch senden soll, der euch helfen wird und euch nie verläßt.
Dies ist der Geist der Wahrheit. Die Welt kann ihn nicht aufnehmen, denn sie ist blind für ihn und erkennt ihn deshalb nicht. Aber ihr kennt ihn, denn er lebt schon jetzt bei euch, und einmal wird er in euch sein. – Wörtlich: Ihr kennt ihn; denn er bleibt bei euch und wird in euch sein –
Hoffnung für alle – 1996 – Joh 14,16–17

Dann will ich den Vater bitten, und er wird euch einen andern Helfer-das gr. Wort -+parakletos- heißt genau: ein (zur Hilfe) Herbeigerufener (lat. -+Advocatus-), daher zunächst im eig. gerichtlichen Sinne «Anwalt» (der eines andern Sache führt); geht dann über in die allgemeine Bed. «Beistand, Helfer».- geben, damit er ewig bei euch bleibe:
den Geist der Wahrheit. Den kann die Welt nicht empfangen, denn sie hat für ihn kein Auge und erkennt ihn nicht -1 Kor 2,14-. Ihr erkennt ihn, denn er bleibt bei euch und wird in euch sein.
Ludwig Albrecht – Johannes 14,16–17

Dies ist die erste mehrerer Äußerungen über den Heiligen Geist, die im Zusammenhang mit den Lehren in jenem „oberen Raum“, in dem das letzte Abendmahl stattfand, fielen. Bisher wurde im Johannesevangelium wenig über den Geist ausgesagt. Die Worte an Nikodemus (Joh 3,5-8) waren nur für diesen bestimmt, und Joh 7,39 ist ein Vorverweis auf Pfingsten. Der Heilige Geist soll ein Tröster (paraklEtos; vgl. Joh 14,26; 15,26; 16,7; s. a. den Kommentar zu Joh 16,7) sein. In gewissem Sinn ersetzt er uns heute die physische Anwesenheit Jesu; er bringt den Gläubigen Gott nahe. Der Heilige Geist, der Geist der Wahrheit (vgl. Joh 15,26; 16,13) und Führer der Apostel, wird in Ewigkeit bei den Menschen sein (vgl. Röm 8,9). Er ist unsichtbar (den die Welt nicht empfangen kann, denn sie sieht ihn nicht und kennt ihn nicht), und doch ist er real und bewirkt vieles. Wie Radiowellen ohne Radio unbemerkt bleiben, wird auch der Heilige Geist von den Verlorenen, die keine „Antenne“ für ihn haben, nicht wahrgenommen. Die Jünger hatten bereits einige Erfahrung mit dem Geist (wenn sie predigten und Wunder vollbrachten) gemacht, doch jetzt sollte ihnen sein Wirken sehr viel vertrauter werden.
Warum sagte Jesus, daß der Heilige Geist bei ihnen sein wird (Futur)? Im Alten Testament kam der Geist nur für bestimmte Aufgaben auf ganz bestimmte Gläubige herab, doch nach Pfingsten wird er für immer in jedem Gläubigen wohnen (Röm 8,9; 1Kor 12,13).

Walvoord Bibelkommentar

Ja, der heilige Geist wohnt in den Gläubigen – und dies zeichnet diese aus. Sie müssen nicht mit angelesen Wissen protzen, und sie fühlen sich auch nicht größer als andere – weil sie wissen, das Jehovahs Geist sie erfüllt hat, und dadurch zu dem geworden sind, was sie sind.

Aber ab welchem Zeitpunkt würde sich Jesu Worte erfüllen? Gab es nicht schon die Gemeinde im AT (so wie einige vor ein paar Tagen in einer Telegrammgruppe diskutierten)? Wo war der Unterschied, den hatten die Apostel nicht schon Gottes Geist????

Die Bedeutung von Johannes 7:37-39 wird durch Johannes 14:16-17 erklärt: Und ich werde den Vater bitten, und er wird euch einen anderen Tröster geben, dass er bei euch sei in Ewigkeit, nämlich den Geist der Wahrheit, welchen die Welt nicht empfangen kann; denn sie sieht ihn nicht und kennt ihn nicht; ihr aber kennt ihn; denn er bleibt bei euch und wird in euch sein.
Nach dieser Passage war der Heilige Geist zu diesem Zeitpunkt bei dem Gläubigen. Später würde er in dem Gläubigen sein. Während der Heilige Geist bereits bei den Jüngern war, zu denen Jeschua (Jesus) sprach, würde der Heilige Geist in der Zukunft in ihnen sein. Das ist der entscheidende Unterschied.
Ab Apostelgeschichte 2 wohnt der Heilige Geist allen Gläubigen bei. Vor Apostelgeschichte 2 bewohnte er nicht alle Gläubigen, obwohl er einige bewohnte (Num. 11:17, 25; 27:18). Es gab eine ausgewählte Innewohnung, indem der Heilige Geist einigen Gläubigen im Alten Testament innewohnte, aber nicht allen. 2 Könige 2,9-12 lehrt deutlich, dass sein Dienst der Innewohnung im Alten Testament nicht universell unter den Gläubigen war.
Außerdem hatten diejenigen, die die Innewohnung des Heiligen Geistes hatten, diese Innewohnung nicht unbedingt dauerhaft. In 1 Samuel 16,14 zum Beispiel ging der Heilige Geist von Saul weg. In Psalm 51,11 betete König David: Nimm deinen Heiligen Geist nicht von mir. Der Heilige Geist wohnte zwar in David, aber der Heilige Geist konnte David auch verlassen. Davids Gebet war also ein gültiges alttestamentliches Gebet, aber es ist kein gültiges neutestamentliches Gebet.
Der Unterschied zwischen dem Alten und dem Neuen Testament ist ein zweifacher. Erstens, im Alten Testament wohnte der Heilige Geist einigen Gläubigen bei; im Neuen Testament, ab Apostelgeschichte 2, wohnt er allen Gläubigen bei. Ein zweiter Unterschied ist, dass im Alten Testament diejenigen, die den innewohnenden Geist hatten, ihn nicht unbedingt dauerhaft hatten. Im Neuen Testament, ab Apostelgeschichte 2, wohnt der Heilige Geist dem Gläubigen für immer inne. Mehr zu diesem Punkt wird in Abschnitt IV gesagt werden.

Arnold Fruchtenbaum – Die Ämter des Heiligen Geistes

Mit V. 16 taucht erstmals ein Wort auf, das für die johanneischen Schriften typisch ist und das wir zuerst erklären müssen. Wo wir übersetzen: »Beistand«, da hat die Lutherbibel »Tröster«. Manche Ausleger belassen es beim griechischen Ausdruck »Paraklet«. Dieses griechische Wort »Paraklet« haben auch die Juden als Fremdwort übernommen. Die deutsche Bedeutung ist: »Beistand«, »Mittler«, »Fürsprecher«, »Helfer«. Im NT deckt die Übersetzung »Beistand« alle Seiten ab. Wie schon angedeutet, kommt dieses Wort im NT nur bei Johannes vor und bezeichnet entweder Jesus (Joh 14,16; 1 Joh 2,1) oder den Heiligen Geist (Joh 14,16.26; 15,26; 16,7). Aus dieser Beobachtung kann man schließen, dass Johannes und Jesus dieselbe Überzeugung hatten wie Paulus: »Der Herr ist der Geist« (2 Kor 3,17). Der Einheit von Vater und Sohn entspricht also die Einheit von Sohn und Geist.
Was aber der »Beistand« im Einzelnen ist, ergibt sich aus den Versen 16ff.
In V. 16 sagt Jesus: Für die Jünger, die ihn lieben und seine Gebote halten (V. 15), »werde ich den Vater bitten, und er wird euch einen anderen Beistand geben«. Er will also ganz gezielt um diesen »anderen Beistand« »bitten«. Wenn er selbst den Vater bittet, ist die Zusage des Vaters absolut sicher. Aber wer ist der geheimnisvolle »andere Beistand«?
Schon die letzten Worte von V. 16 »damit er in Ewigkeit bei euch sei«, schließen aus, dass es sich um einen Menschen handelt. Es gibt also keinen menschlichen »Stellvertreter Christi«, der sich auch nur entfernt mit diesem Beistand vergleichen dürfte. Ferner wird uns klar, dass die Jünger keinen wechselnden Beistand erhalten, sondern bis zur Vollendung des Reiches Gottes (»in Ewigkeit«) immer denselben. Das ist ein Trost. Sodann hat die Bezeichnung »Beistand« einen mutmachenden Charakter. Als Helfer kommt der Betreffende, nicht als Tyrann oder Verkläger, und wir erinnern uns unwillkürlich an Sach 9,9 bzw. Joh 12,15, wo der Messias »ein Gerechter und ein Helfer« genannt wird. Und schließlich bedeuten die Worte »einen anderen Beistand«, dass er ähnlich wie Jesus wirken wird. Denn wenn Jesus vom »anderen« (= zweiten) spricht, dann bezeichnet er sich selbst stillschweigend als den ersten. Merken wir noch die Parallele zu Mt 28,20 an, wo Jesus sagt: »Ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.« Aus dieser Parallele geht wiederum die Einheit von Sohn und Geist hervor, die allerdings verschiedene Personen der einen Gottheit darstellen.
V. 17 nennt jetzt einen zweiten Namen: »den Geist der Wahrheit«. Jesus hat diese Bezeichnung offenbar gerne gebraucht (vgl. Joh 15,26; 16,13). Weil »Wahrheit« in der Bibel die Übereinstimmung mit dem Willen Gottes bedeutet, steckt in dem Namen »Geist der Wahrheit« zweierlei: a) Es ist der Geist, der ganz mit Gott übereinstimmt, also der Heilige Geist; b) es ist der Geist, der Gottes Willen bekannt macht. Beiden Dimensionen werden wir später begegnen. Doch müssen wir noch eine dritte Beobachtung anfügen. Wenn Jesus sich in V. 6 selbst »die Wahrheit« nennt, dann ist klar, dass der »Geist der Wahrheit« zugleich auch sein Geist ist.

Jesus sagt von ihm, dass ihn »die Welt nicht empfangen kann, denn sie sieht ihn nicht und kennt (oder: erkennt) ihn nicht«. »Empfangen« heißt hier: annehmen und in sich aufnehmen. Der Geist wohnt also in den Empfängern. Das ist eine weitere Klärung. Sodann zeigt sich hier in aller Schärfe, dass »die Welt« gottfeindlich ist (vgl. Joh 1,10ff.; Joh 8,12). Dan die Welt aber dennoch von Gott geliebt ist, und zwar mit einzigartiger Retterliebe (Joh 3,16), gibt es für jeden Menschen die Möglichkeit, sich von der Welt zu lösen und ein Jünger Jesu zu werden. Aber eines ist dabei glasklar: Gemeinde und »Welt« sind verschiedene Größen. Wer noch zur Welt gehören will, gibt dem Heiligen Geist keinen Raum bei sich. Die Worte: »sie sieht ihn nicht und kennt ihn nicht« drücken eine Schuld aus und kein Verhängnis. Wir betonen also noch einmal: Man kann von der Welt zur Gemeinde überwechseln. »Ihr freilich« – und damit arbeitet Jesus den Gegensatz scharf heraus »kennt ihn, weil er bei euch bleibt und in euch sein wird.« Das besagt, dass man den Geist nur dann »kennt«, wenn man ihn aufgenommen und mit ihm Erfahrungen gemacht hat. Sonst bleibt er eine leere Formel. Das besagt ferner, dass der Geist tatsächlich »in euch«, d. h. in den Jüngern, wohnen »wird«. Es gibt also gewissermaßen nicht nur eine »Außensteuerung« durch Bibel, Gebet, Brüder usw., sondern auch eine »Innensteuerung«, d. h. ein inneres Reden des Geistes, das sich durch die Übereinstimmung mit der Bibel als solches erweist.

Edition C

Einheit zwischen Jesus und dem Geist? Eine Person oder zwei Personen? Da sind wir wieder bei meiner Frage – welches Gottesbild wir haben – und welches von den vielen christlichen Gottesbildern das Bild ist, welches wir auch in der Bibel finden. ( in dem Zusammenhang auch bitte gern die Umfrage ausfüllen…http://www.thomas-pape.de/polls )

Von jetzt an wird uns bis zum Kapitel 16 der Heilige Geist vor Augen gestellt. Es werden Sein Charakter beschrieben, wie Er aufgenommen wird und wie Er in der Seele wirkt. Die Gabe des Heiligen Geistes sollte die große göttliche Vorsorge für die Gläubigen nach dem Weggang des Herrn sein. Dieser Vers enthält die drei Personen der Dreieinheit: Der Sohn bittet den Vater, der den Geist gibt. Dieser Vers enthält nicht den Plan, den Geist zu geben; er zeigt, wie es die Mittlerschaft des Sohnes vor dem Vater ist, welche nach Seiner Himmelfahrt den Plan ins Werk setzt.
 Dieser Vers und der V.26, in denen wir lesen, daß es der Vater ist, der den Geist sendet, widersprechen 15,26 und 16,7 nicht, wo wir den Sohn sehen, der den Geist sendet. Es ist einzig durch den Geist, daß die Glaubenden mit dem Vater in Verbindung stehen können. Die Reihenfolge muß mithin sein: Der Vater trifft die Vorsorge für die Menschen; der Sohn empfängt den Geist vom Vater (Apg 2,33); der Sohn ist es, der den Gläubigen eigentlich den Geist sendet („er [hat] dieses ausgegossen“, Apg 2,33), womit Er die Menschen zum Vater in Beziehung setzt und sie befähigt, „Abba, Vater“ zu rufen.
 Das Wort „anderer“ ist allos, das heißt ein anderer der gleichen, nämlich göttlichen Art. Die Bezeichnung „Sachwalter“ (Luther: „Tröster“, wie AV „Comforter“) bezieht sich auf jemanden, der als Hilfe zur Seite gerufen wird. Es weist auch auf die beständige Gegenwart des Geistes hin. Der Titel „Sachwalter“ wird auch auf den Herrn „Jesus Christus, den Gerechten“ (1Jo 2,1) angewendet (Luther: „Fürsprecher“). Er ist unser Sachwalter oder Fürsprecher, wenn wir in Sünde gefallen sind. Der Heilige Geist ist unser Beistand und Tröster (Paraklet), der unserer Schwachheit aufhilft (Röm 8,26), und das bedeutet, daß Er uns vor Sünde bewahrt.
17 Der Titel „Geist der Wahrheit“ steht im absoluten Gegensatz zum „Geist des Irrtums“ (1Jo 4,6). Dieser Geist des Irrtums wirkt in den „falschen Propheten“, welche in die Welt ausgegangen sind (V.1); es ist der Geist des Antichrists, welcher leugnet, daß Jesus Christus im Fleisch gekommen ist (V.3). Dieser Geist des Irrtums wirkt in den falschen Lehrern, welche den Herrn verleugnen (2 Petrus 2,1), und er verführt die Menschen, „Fluch über Jesum“ zu sagen. Der Heilige Geist befähigt hingegen die Menschen, Jesus als Herrn zu bekennen (1Kor 12,2-3).
 Der Geist der Wahrheit ist der Welt vollständig fremd. Menschen, die mit dem Weltsystem der Religion, mit Politik, Unterhaltung, gesellschaftlicher Ausschweifung und Unmoral beschäftigt sind, können Ihn weder sehen noch erkennen; Er (und die Wahrheit, die Er enthüllt) wird geistlich erkannt. Die genannten Ideale und Beschäftigungen der Menschen sind vom Glauben und allem Himmlischen getrennt. Solche Menschen können den Geist nicht empfangen, wie sie auch den Herrn Jesus nicht aufnahmen (1,11), noch können sie Dinge des Geistes Gottes annehmen (1Kor 2,14).

Was die Bibel lehrt

Johannes 14:16-17
Und ich will den Vater bitten, daß er euch einen andern Tröster gebe, daß er bei euch sei ewiglich, 17 den Geist der Wahrheit, den die Welt nicht empfangen kann; denn sie sieht ihn nicht und kennt ihn nicht; ihr aber kennt ihn, denn er bleibt bei euch und wird in euch sein.
Beachten Sie wieder die drei Personen, die in diesem Zusammenhang erwähnt werden. Eine Person ist der Sprecher, Jeschua, der durch das Pronomen Ich identifiziert wird. Die zweite Person ist der Vater, zu dem er beten wird. Die dritte Person ist der [Heilige] Geist, der gesandt werden wird.

Arnold Fruchtenbaum – Was WIR über Gott wissen

Daß die Jünger in ihrem Dienst für Jesus nicht mehr unter dem Gesetz stehen, sondern eine ganz neue Existenz erhalten, zeigt sogleich die anschließende Verheißung. „Und ich meinerseits179 werde den Vater bitten, und er wird euch einen andern Anwalt geben, damit er mit euch sei in Ewigkeit.“ Wir kennen und lieben nach der LÜ in diesem Satz wie auch weiterhin in den Abschiedsreden die Bezeichnung des Heiligen Geistes als des „Trösters“. Und ganz gewiß hat der Geist auch das Trostamt. Aber es geht im Christenleben und erst recht im Jüngerdienst nicht zuerst um „Trost“. Die Jünger brauchen in der „Welt“ draußen einen „Anwalt“, also den, der ihre Sache führt, der für sie eintritt, sie leitet und schützt. Bisher war Jesus selbst dieser ihr „Anwalt“. Aber dieser Anwalt konnte als der Mensch Jesus nur eine kurze Zeit bei ihnen sein. Der „andere Anwalt“, den der Vater auf die Bitte des Sohnes hin180 geben wird, ist in Ewigkeit mit den Jüngern181.
Er ist nicht etwa der „Anwalt“ der Jünger vor Gott! Dort brauchen sie keinen „andern Anwalt“; dort ist und bleibt Jesus selbst, das Lamm Gottes, das unsere Sünde trug, der einzige und völlig genügende Anwalt der Sünder. So sagt es Johannes selbst in 1 Jo 2, 1; Paulus in Rö 8, 34; Hbr 4, 14–16.
[17] Der „Anwalt“, den Jesus seinen Jüngern für ihren Weg verspricht, ist der „Geist der Wahrheit“. Nichts anderes braucht der Jünger und Bote Jesu in seinem Dienst und Kampf in der „Welt“. Vor dem Weg des Leidens, ja Sterbens soll er nicht bewahrt werden. Besondere Künste der Rede und Diskussion muß der Geist dem Jünger nicht verleihen182. Aber jeder Bote Jesu muß es mit Paulus sagen können: „Durch Offenbarung der Wahrheit weisen wir uns aus vor aller Menschen Gewissen im Angesicht Gottes“ (2 Ko 4, 2). Ein solches „Offenbaren der Wahrheit“ mit der Kraft, das Gewissen der Menschen zu treffen, steht nicht in unserer eigenen Macht. Allein der Geist kann so wirksam die Wahrheit erschließen, weshalb er „der Geist der Wahrheit“ heißt. Dabei geht es um jene wesenhafte „Wahrheit“, die der Mensch von Natur überhaupt nicht kennen kann. Von ihr „überführt“ allein der Geist die Welt (16, 8ff)183.
Das heißt freilich nicht, daß die ganze Welt vom Geist Gottes erreicht und innerlich überwunden wird. Gerade weil der Heilige Geist der „Geist der Wahrheit“ ist, kann er nicht mechanisch wirken und die Welt ohne ihren Willen verändern. Die Welt, solange und so weit sie „Welt“ ist, ist „nicht imstande ihn zu empfangen, weil sie ihn nicht sieht und nicht erkennt“. Wohl erlebt die Welt das Wirken des Geistes in Menschen. Aber sie sieht darin nur „seelische Vorgänge“, die sie als Torheit oder Schwärmerei ablehnt. So verschließt sie sich gegen den Geist Gottes und kann ihn nicht „empfangen“. Und doch überwindet der Geist Gottes wieder und wieder auch Ablehnende und Spötter so, daß sie ihn „erkennen“ und aufnehmen184, In dem Augenblick, wo dies geschieht, hören diese Menschen auf, „Welt“ zu sein. Sie werden aus „Welt“ zu „Gemeinde“, sie werden „Jünger“, von denen es gilt: „Ihr erkennt ihn, weil er bei euch bleibt und in euch sein wird.“ Wir erfassen das Geschehen im Heiligen Geist immer nur so, daß wir gleichzeitig sehen: nur wer den Geist aufnimmt und in sich trägt, kann ihn erkennen, und nur, wer ihn sieht und erkennt, kann und wird ihn empfangen. Logisch ist das widersprüchlich. Aber die lebendige Wirklichkeit kann nur in dieser widersprechenden Weise geschildert werden.

Wuppertaler Studienbibel

Und nun die persönliche Frage: welcher Geist beherrscht mein Leben? Was würden meine Mitmenschen von mir sagen? Durch welche Eigenschaften, durch welche Handlungen zeige ich, das Jehovahs Geist in mir wohnt und mein Leben beeinflußt? Oder verschiebe ich das ganze auf eine „geistige Gruppe“ die „allein mit Gottes Geist gesalbt ist“ – und kann deshalb leben wie „die Welt“?

Menschenfischer??

Als er aber am See von Galiläa wandelte, sah er zwei Brüder: Simon, genannt Petrus, und Andreas, seinen Bruder, die ein Netz in den See warfen, denn sie waren Fischer. Und er spricht zu ihnen: Kommet mir nach, und ich werde euch zu Menschenfischern machen.
Elberfelder 1871 – Matthäus 4,18–19

Als Jesus am Ufer des galiläischen Meeres entlangging, fiel sein Blick auf zwei Brüder: Simon, der auch den Namen Petrus trägt, und Andreas, seinen Bruder. Sie waren dabei, ein Wurfnetz in den See zu werfen, weil sie von Beruf Fischer waren. Er sagte zu ihnen: »Auf, folgt mir nach! Dann werde ich aus euch Menschenfischer machen.«
Das Buch – 2009 – Mt 4,18–19

Jesus lachte die beiden von der Seite an: „Hey, ihr zwei! Mir nach! Ich will euch beibringen, wie man Menschen dazu bringt, mit Gott zu leben! Ihr sollt jetzt nicht mehr Fisch-Fischer sondern Menschen-Fischer sein!“
VolxBibel Matthäus 4:19

Aber vielleicht haben wir ja Hemmungen. Vielleicht müsst Ihr auch schlucken und denken: Menschen fangen, Menschenfischer sein – das klingt furchtbar. Völker zu Jüngern machen – das klingt nach Überwältigung. Was ist denn das Schicksal des Fisches, der ins Netz geht? Er stirbt, und wenn es nicht schnell genug geht, hilft der Hammer nach, er wird geschuppt und gehäutet und entgrätet und gesalzen und gepfeffert und gebraten und verspeist. Menschenfischer? Sorry, aber das ist politisch nicht korrekt!

Ist das nicht genau die Art von Mission, vor der uns alle warnen? Die Mission, vor der gerade kirchenferne Menschen sich fürchten? Ist der Menschenfischer nicht der Nachbar vom Rattenfänger und der Rattenfänger der Nachbar vom Fundamentalisten und der wohnt neben dem Taliban und der neben der armen Socke, die immer mit dem Wachturm vor dem Kaufhaus steht? Ist das nicht alles höchst missverständlich – sorry, lieber Jesus, aber ist das vielleicht ein Bild, das ein bisschen unglücklich ist?

Es erinnert an den Elephanten, der einem Klavierspieler in einer rauchigen Bar zuhört und dem beim Zuhören die Tränen in die Augen treten. Hemmungslos fängt er an zu weinen, so dass der Pianist sich unterbricht und fragt: Was ist los? Erkennst Du das Lieder wieder? Hast Du es schon einmal gehört? Nein, schluchzt der Elephant. Ich erkenne die Klaviertasten wieder.

Ist das nicht Mission? Menschen fangen und dann benutzen, verbrauchen, in Listen eintragen, abkassieren, sich gut fühlen, weil die eigene Schar wieder größer wurde. Ja, wir müssen es zugeben: Auch das war zuweilen Mission.

Und zugleich müssen wir sagen: Nichts wäre weiter weg von dem, was Jesus wollte. Und unsere Mission zu unserem Nächsten ist nur dann auch gerechtfertigt, wenn wir an Jesus selbst Maß nehmen. Dabei helfen übrigens in diesem Fall ein paar Griechischkenntnisse. Jesus gebraucht hier ein ungewöhnliches Wort, wenn er davon spricht, dass wir Menschen fangen sollen. Die englische Übersetzung macht es sich leicht: catch, sagt sie, catch men. Im Griechischen aber steht ein Wort, das heißt soviel wie: fang lebendig, bewahre lebendig, belebe, belebe aufs Neue. Und Adolf Schlatter, ein Greifswalder Professor für Neues Testament vor 130 Jahren, sagte: Petrus „wird Jesus bei seiner Arbeit helfen, Menschen zu sammeln, denen dadurch, dass Jesus sie an sich bindet, die höchste Wohltat widerfährt“. Wenn Menschen das bei unserer Mission auch spüren und bezeugen, dann ist es o.k., sonst nicht.

Allerdings steckt im Fangen auch ein ernster Kern: Es geht nicht um nette Kontakte, es ist nicht unser Ziel, nur mit nicht-christlichen Freunden abzuhängen. Es ist nicht genug, dass sie am Ende eine Ahnung von Jesus haben. Jesus ist nicht am Ziel, wenn sie uns cool, einen Glaubenskurs anregend oder eine Meditation anrührend oder ein Theaterstück witzig fanden. Jesus ist am Ziel, wenn Menschen umkehren, die falsche Lebensrichtung aufgeben und zum Vater heimkehren. Darauf müssen wir alles überprüfen: Verfolgt das, was wir tun, dieses Ziel, oder nicht?

Michael Herbst Predigtarchiv

Wir hatten einen ähnlichen Vers schon, an dem man erkennt, das die beiden wirklich von Herzen Fischer waren.

Aus Apg 4,13 ergibt sich ferner, dass Simon keine rabbinische, d. h. weder eine pharisäische noch eine essenische, schon gar keine sadduzäische Schulung genossen hatte. Alle 4 Evangelisten bezeugen, dass Simon von Beruf »Fischer« war. Fischer zu sein bedeutete ein geachtetes Gewerbe: »Mittelschicht« würde man heute sagen. Die Brüder arbeiteten im Familienbetrieb.

Schon beim ersten Kennenlernen am Jordan – also noch vor der in Lk 5 berichteten Bekehrung – hatte Jesus dem Simon in prophetischer Weise den Zunamen »Kephas« gegeben. Dieses hebräische Wort bedeutet Fels. Seine griechische Form lautet »Petros«, die lateinische »Petrus« (Joh 1,42). In der lateinischen Form ist es auch im Deutschen geläufig geworden, da wir vom weströmischen Katholizismus her missioniert wurden. War der Zuname einstweilen eine Art ungedeckter Scheck, so wurde er realisiert beim Petrusbekenntnis in der Nähe von Cäsarea Philippi (Mt 16,13ff.). Damals sagte Jesus: »Du bist Petrus, und auf diesen Felsen will ich meine Gemeinde bauen.« Die Verleugnung Jesu drohte die Verheißung in Frage zu stellen. Doch die Begegnung mit dem Auferstandenen am gleichen »Meer von Galiläa«, an dem die erste Berufung erfolgt war, brachte die Vergebung und erneute Berufung (Joh 21,15ff.). In der ersten Hälfte der Apostelgeschichte ist Petrus die beherrschende Figur. Er war gewissermaßen der erste Bischof der Urgemeinde in Jerusalem. Vor Herodes wunderbar gerettet, muss Petrus mit seiner Familie außer Landes (Apg 12,1ff.). Er wird jetzt Missionar im Westen (1 Kor 9,5), schreibt an die Christen in Kleinasien (1 Petr 1,1), zieht Markus, den späteren Evangelisten, als seinen Begleiter und Dolmetscher heran (1 Petr 5,13) und kommt gegen Ende seines Lebens nach Rom.


Die Worte, die Jesus sprach, klingen im Griechischen ungewöhnlich; das aramäische Original klingt noch durch. Sie finden sich so bei Lukas 5,1ff.) nicht. Das spricht jedoch nicht gegen ihre Ursprünglichkeit. Vielmehr ist Matthäus darin genauer, dass er Andreas mit berücksichtigt, während Lukas sich einseitig auf Petrus konzentriert. Dann aber trifft das von Matthäus überlieferte Jesuswort in einmalig passender Weise mit der Situation zusammen.

Das Wort hat zwei Grundelemente, die sich ebenso im grundlegenden Gotteswort an Abraham in 1 Mose 12,1-3 finden. Das erste Grundelement ist der befehlende Ruf, das zweite die Verheißung. Neben die Aufgabe tritt die Gabe, neben die Forderung die Ausrüstung. Der Vergleich mit dem Ruf an Abraham macht deutlich, dass es auch bei Jesus darum geht, dass Menschen aus dem alten Leben aufbrechen, um ein neues zu beginnen. Wie Gott durch Abraham sich ein Volk des Bundes berief, so Jesus durch die Jünger das Volk des Neuen Bundes.

Der Bezug sowohl auf das Alte Testament als auch auf die Sammlung des neuen Bundesvolkes wird noch klarer, wenn wir die Verheißung: »Ich will euch zu Menschenfischern machen« näher betrachten. Nach Jer 16,16 sendet Gott zu Beginn der Heilszeit »viele Fischer« aus, die das zerstreute Israel »fischen« und ins verheißene Land zurückbringen sollen. Dann kommt also in Jesu Wort zum Ausdruck: Jetzt ist der Beginn der Heilszeit, jetzt sollt ihr Mitarbeiter in Gottes Heilswerk werden.

Demnach ist ein doppelter Vergleich gegeben: der Vergleich mit der alttestamentlichen Prophetie, die sich durch Jesus erfüllt, und der Vergleich mit dem bisherigen Beruf. Simon und Andreas sollen Fischer bleiben und werden. Aber nicht mehr die kleinen Fische dieser Welt, das rasch faulende und wertmäßig begrenzte Gut dieser Welt soll ihre Beute sein, sondern Menschen für Gott, die ewiges Leben haben und zu unaussprechlicher Herrlichkeit bestimmt sind. Von dem Wort: »Ich will euch zu Menschenfischern machen« läuft eine direkte Linie zum Missionsbefehl am Ende des Evangeliums: »Machet zu Jüngern alle Völker« (Mt 28,19). Wir sehen, wie sich das im Leben der Missionare Petrus und Andreas erfüllt hat. Wie weitet sich unser Leben, wenn wir unter die Verheißungen des Herrn treten!
Schon im irdischen Leben geht es nach Ps 18,20: »Er führte mich hinaus ins Weite, er riss mich heraus, denn er hatte Lust zu mir.«
Wir kommen noch einmal auf den Vergleich mit der Abrahamsgeschichte zurück. Sie stößt uns auf zwei Überlegungen. Bei Abraham war das verheißene Land die Richtung, die Heil brachte. Bei Andreas und Petrus ist es die Richtung auf die Person Jesu, die Heil bringt. An die Stelle des Landes Israel tritt also im Neuen Bund die Person Jesu. Wir haben als Christen kein Land mehr. Wir haben auch keine geweihten Orte der Anbetung mehr Joh 4,21ff.). Aber wir hängen an Jesus, der jetzt als der Auferstandene und Heiland der Welt überall durch seinen Geist gegenwärtig ist, wo zwei oder drei in seinem Namen versammelt sind (Mt 18,20). Weil man diesen Unterschied von Altem und Neuem Bund nicht beachtet hat, sind viele fehlgeleitete Christen nach Palästina gezogen in der Meinung, dort besonderen Segen zu erhalten oder die Endkatastrophe zu überleben. Ein Beispiel aus unserer württembergischen Heimat ist die Tempelgesellschaft Christoph Hoffmanns und Hardeggs, schlicht die »Templer« genannt.

Noch tiefer führt die zweite Überlegung. Bei Abraham gab Gott die Verheißung. Jetzt sprich Jesus von sich: »Folgt mir nach! Und ich will euch zu Menschenfischern machen!« Er tritt also an die Stelle Gottes, der auch in Jer 16,16 sagte: »Ich will viele Fischer aussenden.« Damit stoßen wir auf die geheime Gottessohnschaft Jesu, die in seinem Prozess offen bekannt wird. Insofern haben die Juden völlig recht, wenn sie vor Pilatus aussagen: »Er hat sich selbst zu Gottes Sohn gemacht« Joh 19,7). Nur hat Jesus diese Sohnschaft nicht eigenmächtig beansprucht, sondern von Ewigkeit her innegehabt und auf Erden nicht zur Schau gestellt. Jesus wollte, dass die Juden ihn als Gottessohn an seinen Worten und Taten erkennen sollten. So liegt schon in seinem Wort an Andreas und Simon eine unvergleichliche messianische Würde. Hier spricht der, der in Gottes Namen sprechen darf.

Edition C – NT

Und bin ich ein Menschenfischer? Und wenn ja – für WEN fische ich? Werbe ich für einen Youtube-Kanal? Für eine Website, einen Telegrammkanal, für oder gegen eine Behandlungsmethode? Oder „fische ich für Christus“? Ehrlich! Hand aufs Herz! Wofür fischt du wirklich? Wie stand es oben im Zitat :Jesus ist am Ziel, wenn Menschen umkehren, die falsche Lebensrichtung aufgeben und zum Vater heimkehren.
Und das bedeutet, dass wir die Menschen zu Jehovah führen! Raus aus Kirchenbänken, raus aus Räumen voller Stühle, und einer Bühne von der aus gelehrt wird – HIN ZUM VATER. Das ist unser Job, den Jesus uns gab – und das ist unsere Lebensaufgabe.

„Seid meine Zeugen“

Aber ihr werdet Kraft empfangen, wenn der Heilige Geist auf euch gekommen ist; und ihr werdet meine Zeugen sein, sowohl in Jerusalem als auch in ganz Judäa und Samaria und bis an das Ende der Erde
Elberfelder 1871 – Apg 1,8

Sondern ihr werdet Kraft empfangen, wenn der heilige Gottesgeist auf euch kommen wird. Dann werdet ihr meine Botschafter sein, verlässliche Zeugen, in Jerusalem und in ganz Judäa und Samaria und bis in die letzten Winkel der Erde.«
Das Buch – Apostelgeschichte 1,8

Ihr werdet aber die Kraft des über euch kommenden Heiligen Geistes empfangen und Mir Zeugen sein in Jerusalem und in ganz Judäa und Samarien und bis an das Ende der Erde. Apg 5,32; 8,1.5.14; Mt 10,5; Röm 10,18.
Tafelbibel mit hinzugefügten Sachparallelstellen – Apostelgeschichte 1:8

Also zuerst eine Frage – die auf dein und mein Gottesbild anspielen!?!?
Hatte Jesus vor, dass wir keine Zeugen mehr von Jehovah, sondern nun Zeugen Jesu sein sollten? Oder haben die Bibelforscher, die meinen, dass Jesus der „Engel Jehova“ des AT ist, und damit „ein Teil“ des Jehova des AT ist, recht????

Die Antwort Jesu hat den Jüngern, ohne ihre Frage zu schelten, so viel Licht dargereicht, als sie zur Ausrüstung für ihren Beruf bedurften. 1,7: Er sagte zu ihnen: Es ist nicht eure Sache, Zeiten oder Fristen zu erkennen, die der Vater in seiner eigenen Macht festgesetzt hat. Was aus Israel wird und wie ihm das Reich kommt, das bedeckt Jesus mit einem Geheimnis, weil die Aufrichtung des Reichs für Israel nicht zum Beruf der Jünger gehört. Das heißt er sie ruhig in die Hände Gottes legen. Er bestätigt alle Verheißung Gottes, die sich auch an Israel reichlich und überreichlich erfüllen wird. Wann und wie er dies tut, steht klar in Gottes Blick. Den Jüngern dagegen liegt nicht ob, Israel zur Herrschaft zu verhelfen; also fällt es auch nicht in ihren Beruf, sich um die Zeiten und Weisen zu kümmern, wodurch dies geschehen wird.
Jesus hält ihren Blick bei dem fest, was ihr eigenes Werk ausmacht. 1,8: Aber ihr werdet Kraft erhalten, da der heilige Geist auf euch kommt, und werdet für mich Zeugen sein in Jerusalem und in ganz Judäa und Samaria und bis zum Ende der Erde. Jetzt waren sie noch ohnmächtig und begriffen nicht, wie sie Jesus dienen, sein königliches Recht offenbaren und die Menschheit in Gottes Reich führen können. Die Kraft, mit der sie die Welt überwinden und Gott offenbaren, wird ihnen dadurch gegeben werden, daß Gottes Geist durch sie spricht und wirkt. Durch diesen werden sie die Zeugen Jesu, durch deren Wort und Werk bewährt wird, daß er der Christus ist. Das haben sie auszurichten sowohl in Jerusalem als für die ganze in Palästina wohnende Judenschaft*, zu der auch die vom übrigen Volk abgetrennte samaritische Gemeinde ausdrücklich hinzugerechnet wird. Aber nicht der Judenschaft allein haben sie Jesus zu verkündigen, sondern der Menschheit, so groß sie ist.

Schlatters Erlӓuterungen zum Neuen Testament

„Zeiten und Fristen“ setzt allein Gott. Und eben jetzt ist Gott dabei, eine ganz neue „Zeit“ herbeizuführen, die Zeit der „Gemeinde“. Gott will seinem gehorsamen Sohn nach der Vollendung seines Erlösungswerkes ein ganz kostbares Geschenk machen: das Geschenk des „Leibes“. Nicht nur der König von Israel soll Jesus sein und nicht nur der Herr und Richter der Welt, sondern auch das Haupt des Leibes14. Aus Israel und vor allem aus den Nationen wird dieser Leib herausgerufen. Darum bedeutet die Geistesausgießung nicht schon den Anbruch des Reiches, sondern [8] „ihr werdet Kraft empfangen, wenn der Heilige Geist auf euch kommt, und werdet meine Zeugen sein“. Die Mission, die Evangelisation zum Aufbau des Leibes Christi beginnt. Dazu ist „Kraft“ nötig. Aber keine Kraft des Verstandes, des menschlichen Willens, der Redekunst reicht dazu aus. „Kraft des auf euch kommenden Geistes“, damit ist allein diese Aufgabe zu lösen. Mit ihr werden die Apostel die wirksamen „Zeugen“ Jesu sein. Achten wir genau auf den Wortlaut. Hier steht nicht „ihr sollt“. Mit dem Heiligen Geist sind wir aus dem Raum des „Gesetzes“, dem Raum bloßer Forderungen heraus und in den Raum faktischen Geschehens hineingenommen. Denn der Geist wirkt in uns und handelt in uns und durch uns.
Er macht uns zu Zeugen. Wir kennen das Wort „Zeuge“ aus der Gerichtssprache. Bei einer Gerichtsverhandlung werden Zeugen vernommen. Sie sollen nicht ihre Meinung äußern und nicht ihre Gedanken erzählen, sondern – genau wie es die Apostel (Apg 4, 20) tun – „reden, was sie gesehen und gehört haben“. Zeugen stellen fest, was in Wirklichkeit geschehen ist. Darum konnten die Apostel nach Vers 21 ff jetzt schon Zeugen Jesu sein. Da es sich aber um die unsichtbaren, göttlichen Wirklichkeiten handelt, reicht alles nur menschliche Bezeugen nicht aus, um andere davon zu über-zeugen. Erst die Kraft des Heiligen Geistes beglaubigt das Zeugnis von Jesus für das Gewissen der andern so, daß sie zum Glauben kommen oder sich gegen die Wahrheit aufbäumen, die sie doch nicht mehr leugnen können. Es ist also so, wie Johannes es uns als Jesu Wort überliefert hat: Der Geist der Wahrheit wird „nicht von sich selber reden“, er „wird mich verklären; denn von dem Meinen wird ers nehmen und euch verkündigen“ (Jo 16, 13 f). Die Apostel empfangen vom Geist nicht geheimnisvolle neue Lehren, sondern das wirksame Zeugnis von Jesus. Sie werden nichts anderes sagen als das, was sie jetzt schon als Zeugen sagen könnten (Vers 21 f), aber sie werden es „anders“ sagen, so herzdurchbohrend, wie es uns Lukas sofort im 2. Kapitel zeigen wird. Dabei erinnert uns das grie Wort für „Zeuge“ = „Martys“ daran, daß gerade dieses ins Herz treffende Zeugnis die Boten ins Leiden führt und nur unter Leiden (Apg 9, 16!) abgelegt werden kann.
Dieser Zeugendienst wird sich wachsend entfalten: Jerusalem – Judäa – Samaria – die ganze Welt. Das ist zugleich der Plan für das Werk, das Lukas zu schreiben beginnt. Ganze Kapitel hindurch wird er uns in Jerusalem festhalten; dann geht es zu der großen Erweckung nach Samarien und anschließend zur Bekehrung des Paulus, mit dem wir bis nach Rom reisen werden. Mit dem Ausdruck „bis an das Ende der Erde“ nimmt Jesus die prophetische Weissagung und in ihr den göttlichen Zuspruch von Jes 49, 6 auf. Seine erste Erfüllung hat er für den Blick des Lukas nicht erst dann gefunden, wenn Paulus wirklich noch nach Spanien (Rö 15, 23. 24) gelangt ist, sondern schon, wenn Paulus in Rom das Evangelium verkündigt, in dem Rom, das die Enden der Erde beherrscht. Das alles aber vollzieht sich nicht nach einer klugen „Missions-Strategie“, die sich die Apostel erdacht haben. Lukas wird es uns sehr deutlich machen, wie es sich „begibt“, auch gerade durch das, was wie lauter Hindernis und Durchkreuzung aussieht. Es begibt sich nach dem Plan, den Jesus hier in seinen Grundzügen den Aposteln mitteilt.
Wir aber können auf das, was die Apostelgeschichte uns schildert, nicht zurückblicken als auf eine ferne und abgeschlossene Geschichte, die wir ruhig und erbaulich „betrachten“. Diese Geschichte geht weiter und nimmt uns selber in ihr Geschehen mit hinein und für dieses Geschehen mit unserem Beten und unserem Geben und unserem persönlichen Einsatz mit in Anspruch. Nach Gottes Vorsehung hat sich das „Ende der Erde“ immer weiter und weiter hinausgeschoben, je umfassender wir die Welt kennenlernten. Es ist dem Befehl Jesu gemäß erreicht und doch noch nicht erreicht. Mt 24, 14 ist erfüllt und noch nicht endgültig erfüllt. So stehen wir noch in diesen „Zeiten und Fristen“, in diesem Zeitalter der Herausrufung des Leibes Christi, in diesem Zeugendienst „bis zum Ende der Erde“. Wir verstehen die „Kirche“ und ihre Geschichte, ihre Aufgaben und ihre Verheißungen nur, wenn wir dies verstehen. Auch für uns handelt es sich dabei nicht um eigenes Wollen, eigene Gedanken, Interessen und Pläne. Es wurzelt auch heute noch alle „Mission“ und „Evangelisation“ in dem majestätischen Wort des Herrn selbst, das Befehl und Verheißung in einem ist: „Ihr werdet meine Zeugen sein, in Jerusalem und in Judäa und Samaria und bis an das Ende der Erde.“ Und auch wir erfüllen den Sinn unseres Dienstes nur, wenn wir immer neu erfassen, daß es dabei nur einen einzigen, wahrhaft entscheidenden Faktor gibt: die Kraft des auf uns gekommenen Heiligen Geistes.

Wuppertaler Studienbibel

Dieser Vers beginnt mit einer Gegenüberstellung (alla, aber) zu Vers 7. Statt sich um Zeit und Stunde zu kümmern, sollten die Apostel Zeugen Christi bis an das Ende der Erde werden, nachdem sie auf übernatürliche Weise die Kraft des Heiligen Geistes empfangen hatten.
Die Bedeutung des Satzes „ihr … werdet meine Zeugen sein“ ist nicht ganz klar. Handelt es sich hier um ein Gebot oder um eine Feststellung? Grammatisch könnte er beides bedeuten, doch angesichts von Apg 10,42 (vgl. Apg 4,20) ist er wohl eindeutig als Imperativ, als Aufforderung für die Zukunft, zu verstehen.
Wahrscheinlich ist mit dem „Ende (Singular) der Erde“ Rom gemeint, im 1. Jahrhundert das stolze Zentrum der Zivilisation und über 2000 Kilometer (Luftlinie) von Jerusalem entfernt.

Walvoord Bibelkommentar

Ihr werdet Kraft empfangen usw. Damit legt Christus der vorwitzigen Neugier den kräftigsten Zügel an, indem er die Jünger auf Gottes Verheißung und Gebot verweist. Solche Neugier pflegt aus Müßiggang und Misstrauen geboren zu werden; dieses Misstrauen wird geheilt, wenn sich die Gedanken in die Verheißung versenken. Gottes Gebote zeigen dann, worauf wir unsern Eifer wenden sollen. Darum heißt der Herr die Jünger geduldig auf das warten, was Gott verheißen hat, und sich der Ausführung der Pflicht entgegenstrecken, die er ihnen auflegte. Dabei tadelt er ihre übergroße Eile, dass sie, die noch nicht einmal mit dem heiligen Geist beschenkt waren, etwas unzeitig vorwegnehmen wollen, was doch nur seine Gabe sein kann. Es ist doch gewiss nicht der rechte Weg, statt der Arbeit sanfte Ruhe zu suchen, wenn man zum Kriegsdienst berufen wäre. Der Hinweis darauf also, dass sie Kraft empfangen sollen, erinnert sie an ihre Schwachheit, damit sie nicht vor der Zeit Dingen nachjagen, die sie nicht erreichen können. Übrigens ist eine doppelte Übersetzung möglich. Entweder: „Ihr werdet die Kraft des heiligen Geistes empfangen, welcher auf euch kommen wird,“ oder: Ihr werdet Kraft empfangen, wenn der heilige Geist auf euch kommen wird. Ich bevorzuge die zweite Möglichkeit, welche auch deutlicher ausdrückt, dass sie solange kraftlos sind, bis der Geist über sie kommt.
Und werdet meine Zeugen sein. Dies will besagen, dass der Landmann erst arbeiten muss, ehe er Frucht empfängt. Wir sollen also unsere Blicke lieber auf den Weg richten, der zu Gottes Reich führt, als uns über den Zustand des zukünftigen Lebens gar zu feine Gedanken machen. Man streitet darüber, wie unser künftiges Leben bei Christus beschaffen sein wird, – aber man denkt nicht daran, dass wir erst mit ihm sterben müssen, um dann mit ihm zu leben. Es halte sich also ein jeder an sein gegenwärtiges Werk. Wir wollen wacker unter Christi Führung streiten, standhaft und unermüdet im Lauf unsers Berufs vorangehen: die Frucht wird Gott zu seiner Zeit schenken. Noch eine zweite Zurechtweisung enthält aber Christi Wort. Es will den Jüngern die falsche Einbildung von einem irdischen Reich austreiben, indem es ganz kurz sagt, dass das Reich in der Predigt des Evangeliums besteht. Darum sollen sie nicht von Reichtum, Genuss, äußerer Macht oder anderen irdischen Dingen träumen; sie hören ja, dass Christus seine Herrschaft ausübt, wo er durch die Lehre des Evangeliums sich die Welt untertänig macht. Daraus ergibt sich, dass er in geistlicher, nicht in weltlicher Weise herrscht. Dass aber die Apostel mit der Voraussetzung eines fleischlichen Königreichs rechneten, entsprang aus dem allgemeinen Irrtum des ganzen Volkes.
Wir dürfen uns nicht wundern, dass sie in diesem Stück sich alle durch ein Wahngebilde täuschen ließen. Denn wenn wir Gottes Reich nach unserm Sinne entwerfen, können wir nur auf rohe und irdische Gedanken kommen. Außerdem lassen wir uns wie das Vieh ganz und gar zu Dingen ziehen, die unserm Fleische bequem sind. Wir ergreifen, was vor Augen liegt. Darum sind auch die Leute zu Fall gekommen, die für das tausendjährige Reich schwärmten; alle Weissagungen, die Christi Reich anschaulich unter dem Bilde irdischer Königreiche darstellen, deuteten sie nach dem Geschmack des Fleisches, während es doch Gottes Absicht war, ihre Gedanken höher empor zu führen. Um solchen Irrtum zu meiden, wollen wir immer tiefer in die Verkündigung des Evangeliums eindringen, welches dem Reiche Christi seinen Sitz in unseren Herzen anweist.
In Jerusalem und in ganz Judäa usw. Wenn die Apostel den ganzen Erdkreis mit der Lehre des Evangeliums durchlaufen sollen, müssen sie verstehen, dass dies nicht die Arbeit eines Tages ist. Außerdem schiebt dieser Hinweis auch die falsche Meinung beiseite, welche die Jünger über Israel gefasst hatten. Ihnen schwebten allein diejenigen vor, die nach dem Fleisch von Abraham abstammten. Christus aber bezeugt, dass man auch Samarien in Angriff nehmen solle, welches ihnen körperlich sehr nahe, geistlich aber sehr fern lag. Er bezeugt weiter, dass alle anderen Gegenden, so fern und so unheilig sie sein mochten, mit dem heiligen Volk vereinigt werden und an der gleichen Gnade Teil gewinnen sollten. Wie sich die Juden von den Samaritern zurückhielten, ist bekannt (Joh. 4, 9). Jetzt aber will Christus den Zaun abbrechen, aus beiden einen Leib machen und sein Reich allenthalben errichten (Eph. 2, 14). Indem aber der Herr Jerusalem und Judäa nennt, wo die Jünger Scharen von wütenden Feinden begegnen mussten, erinnert er sie daran, dass hinreichende Mühen und Beschwerden ihrer warten; sie mögen also aufhören, von einem nahen Triumph zu träumen. Den Juden wird nun der erste Platz angewiesen, weil sie gleichsam die Erstgeborenen waren (2. Mos. 4, 22). Doch nennt der Herr unterschiedslos auch alle Heiden, die zuvor von der Hoffnung auf die Seligkeit ausgeschlossen waren. Hieraus entnehmen wir, dass die Predigt, in deren Verfolg das Evangelium auch zu uns kommen sollte (Eph. 2, 7), auf einem ausdrücklichen Befehl Christi ruht.

Jean Calvin – Apostelgeschichte

Manche lehren, dass das jüdische Volk das Recht auf das ihm von Gott verheißene Reich verloren hat, weil es den Messias abgelehnt hat. Ger antwortet auf diese Behauptung mit den Worten:
Die Gesamtheit des jüdischen Volkes hat den Messias nicht abgelehnt. Sonst gäbe es die Apostelgeschichte gar nicht! Jeder der Protagonisten in diesem Buch ist ein Jude, der Jesus als Messias angenommen hat. Der erste nichtjüdische Gläubige taucht erst nach sieben Jahren, also nach zehn Kapiteln, in der Geschichte auf. Von Kapitel eins bis achtundzwanzig der Apostelgeschichte haben Tausende von Juden auf das Evangelium reagiert. Und wir Juden reagieren auch heute noch auf Jesus. Die alten Verheißungen von Gottes Reichsprogramm, seine glorreiche Wiederherstellung Israels, wurden lediglich verschoben, nicht aufgegeben.

Die Antwort Jeschuas auf die Frage der Apostel ist in den Versen 7-8 festgehalten. Vers 7 gibt den Zeitpunkt an und enthält denselben Wortlaut wie I. Thessalonicher 5:1 und Titus 1:2-3: Zeiten und Jahreszeiten. Es war nicht Sache der Apostel, Zeiten oder Jahreszeiten zu kennen, die der Vater in seiner eigenen Autorität festgelegt hat. Das griechische Wort für „Zeiten“ ist chronous, was „quantitative Zeiten“ bedeutet. Es bezieht sich auf Zeitalter oder Epochen, auf einen allgemeinen Zeitraum eines Ereignisses. Es geht einfach um die Dauer der Zeit; es betrachtet die Zeit im Hinblick auf ihre Ausdehnung. Das Wort für „Jahreszeiten“, kairous, bedeutet hingegen „Zeiträume, durch die Zeitalter gekennzeichnet sind“. Dieses Wort bezieht sich auf eine bestimmte Zeitspanne oder einen genauen Zeitpunkt eines Ereignisses. Es bezieht sich auf Arten von Zeit, wie „harte Zeiten“, Zeit in Bezug auf ihren Umfang und Charakter.

Jeschua sagte seinen Jüngern, dass es nicht an ihnen liegt, das Zeitalter zu kennen, in dem die Wiederherstellung Israels und die Errichtung des Reiches Gottes stattfinden wird, und auch nicht den genauen Zeitpunkt in diesem Zeitalter, zu dem dies geschehen wird; dies hat der Vater in seiner eigenen Autorität festgelegt. Mit anderen Worten: Gott, der Vater, hat bereits einen Zeitpunkt festgelegt, und es geht darum, dass sich seine Verheißungen erfüllen werden. Das Reich Gottes wird kommen, aber es liegt nicht an ihnen, den Zeitpunkt zu bestimmen.

Der Bibelwissen-Kommentar stellt fest:
Manche schließen aus der Antwort des Herrn, dass die Apostel eine falsche Vorstellung vom Reich Gottes hatten. Doch das ist falsch. Christus hat ihnen das nicht vorgeworfen. Hätten die Nachfolger des Herrn Jesus eine falsche Auffassung gehabt, wäre dies der Zeitpunkt für ihn gewesen, sie zu korrigieren. Tatsache ist, dass Christus das Kommen eines irdischen, buchstäblichen Königreichs lehrte (vgl. Matthäus 19,28; Lukas 19,11-27; 22,28-30). In Apostelgeschichte 1,3 heißt es, dass der Herr die Jünger über das Reich unterrichtete; er vermittelte ihnen sicherlich den richtigen Eindruck über dessen Charakter und künftiges Kommen. Was Jesus hier (V. 7) besprach, war die Zeit des Kommens des Reiches Gottes. Das griechische Wort für Zeiten (chronous) beschreibt im Wesentlichen die Dauer von Zeiten, und das Wort für Daten (kairous) bezieht sich sowohl auf die Länge von Zeiten als auch auf die Art von Zeiten (wie z. B. „harte Zeiten“). Die Jünger durften weder die Zeiten noch die kritischen Zeiträume kennen, die der Vater durch seine Autorität festgelegt hatte. Später würde eine weitere Offenbarung darüber erfolgen (vgl. 1 Thess 5,1).

Ger teilt die Überzeugung, dass Israel als Nation in der Zukunft wiederhergestellt werden wird und dass der Messias persönlich vom Thron seines Vorfahren David in Jerusalem regieren wird. Zu Jeschuas Antwort in Apostelgeschichte 1,7 macht er die folgende Bemerkung:
Die Antwort Jesu zeigt, dass er die Frage als logisch akzeptierte, aber keine Einzelheiten nennen wollte. Jesus wischt die Frage nicht ab, sondern gibt eine ernsthafte, aber geheimnisvolle Antwort. Indem er ihnen sagte, dass es ihnen nicht zustehe, „die Zeiten oder Epochen zu kennen, die der Vater durch seine eigene Autorität festgesetzt hat“, zeigte er, dass er mit seinen Schülern darin übereinstimmte, dass es um das „Wann“ und nicht um das „Ob“ der Wiederherstellung des Königreichs für Israel ging. Es war einfach eine Frage des göttlichen Zeitplans, der die Apostel nichts anging.

In Vers 8 legt Jeschua die besondere Berufung der Apostel dar. Das Wort „aber“ am Anfang des Verses ist im Griechischen ein sehr starker Ausdruck: Aber ihr werdet Kraft empfangen. Dies war göttliche Kraft. Da ihre eigene Kraft nicht absolut war, konnten die Apostel ihren Auftrag nur mit Hilfe göttlicher Kraft erfüllen. Es war die Macht, den spezifischen Auftrag, den sie jetzt erhalten hatten, zu erfüllen. Die Verheißung war bedingungslos, aber sie war nicht absolut. Die Apostel würden nicht alles tun können, was sie wollten, aber sie würden göttliche Macht erhalten, um den Auftrag zu erfüllen, den Jeschua ihnen gerade gegeben hatte.

Was den Zeitpunkt betrifft, so sagte Jeschua ihnen, dass es geschehen würde, wenn der Heilige Geist auf euch käme. Der Geist würde die Kraft bringen. Als die Apostel mit dem Geist getauft wurden (Apg. 1,5), würden sie die Kraft empfangen (Apg. 2,1-4).

Dann erklärte Jeschua die Art der Berufung der Apostel: Ihr sollt meine Zeugen sein. Dies ist das Thema der Apostelgeschichte: dass die Apostel Zeugen sein sollten; und dies ist der Grund, warum das Wort in der Apostelgeschichte häufig verwendet wird (1,22; 2,32; 3,15; 5,32; 10,39-41; 13,31; 22,15; 26,16). Da die Apostel nun Zeugen sein sollten, wurde die Politik des Schweigens, die Jeschua nach der nationalen Ablehnung seiner Messiasschaft in Matthäus 12 eingeleitet hatte, aufgehoben (Mt 12,22-39). Es stellt sich die Frage, ob der Ausdruck „Ihr sollt meine Zeugen sein“ ein Befehl oder lediglich eine Prophezeiung ist. Die Antwort lautet, dass es wahrscheinlich beides ist. Dies ist der Zweck der Macht, die die Apostel erhalten würden: Sie sollten Jeschuas Zeugen sein. Mit anderen Worten: Ihre Aufgabe war es jetzt nicht, das Reich zu regieren, sondern zu bezeugen.

Dann gab Jeschua ihnen das Programm und den Wirkungsbereich vor, indem er erklärte, dass die Apostel seine Zeugen sein sollten in Jerusalem und in ganz Judäa und Samarien und bis ans Ende der Welt. Damit gab er den Rahmen für die Apostelgeschichte vor. Zunächst sollten die Apostel seine Zeugen in Jerusalem sein, entsprechend dem Auftrag, den er ihnen bereits gegeben hatte (Lk. 24:47). Jerusalem war der Sitz der jüdischen Führung. Dort war das Blut der Propheten und des Messias vergossen worden. Dieser Bereich wird in Apostelgeschichte 2,1-8,4 behandelt. Zweitens sollten sie in ganz Judäa Zeugnis ablegen. In diesem Gebiet war das pharisäische Judentum stark. Das Wort „alle“ schließt wahrscheinlich Galiläa ein, das eine Erweiterung der Herrschaft Judäas war. Dieser Bereich wird in Apostelgeschichte 8,26-12,25 behandelt. Drittens sollten die Apostel in Samaria Zeugnis ablegen, wo es eine gemischte Religion gab, die den Juden feindlich gesinnt war. Dieser Bereich wird in Apostelgeschichte 8,5-25 behandelt. Viertens sollten die Apostel Zeugen sein bis an den äußersten Rand der Erde, was eine Redewendung für die heidnische Welt ist (Jes 49,5-6). Dort würden die Apostel auf heidnisches Heidentum, viele falsche Gottesvorstellungen und eine unmoralische Gesellschaft stoßen, und deshalb wurden sie in Gebiete gesandt, die für die Juden unrein waren. Dieser Bereich wird in Apostelgeschichte 13:1-28:31 behandelt.

Ariel’s Bibelkommentar: Apostelgeschichte