„Kein Anschluß unter dieser Nummer“??

Aus den Tiefen rufe ich zu dir, Jehova! Herr, höre auf meine Stimme! laß deine Ohren aufmerksam sein auf die Stimme meines Flehens!
Elberfelder 1871 – Ps 130,1–2

Herr, aus tiefster Verzweiflung schreie ich zu dir.
Herr, höre mein Rufen und vernimm mein Gebet!
Neues Leben – Bibel 2006 – Psalm 130,1–2

Aus den Tiefen habe ich dich angerufen, o Jehova.
O Jehova, höre doch meine Stimme.
Möge es sich erweisen, daß deine Ohren auf die Stimme meiner flehentlichen Bitten aufmerken.
neue Welt Übersetzung – Bi12 – Psalm 130,1–2

Ich schreie zu dir, denn ich bin seelisch bankrott, Hey! Hörst du meine Stimme, mein Gott? Ich schicke ein lautes Gebet zu dir raus. Zieh dir das rein: Ich bin mies drauf!
VolxBibel – Psalm 130:1–2

Der Psalmist schrie aus der Tiefe (vgl. Ps 30,2;71,20 ) zum Herrn; ein Bild, das von unüberwindlichen Schwierigkeiten spricht, die sogar beinahe den Tod bringen. Der Psalmist betete, daß der Herr seinen Ruf nach Gnade hören möge. Wir erfahren nicht, was die eigentliche Schwierigkeit war. Ps 130,8 gibt einen Hinweis darauf. Das Volk war möglicherweise in einer heiklen Situation, weil Gott es für seine Sünden bestraft hatte.

Die Bibel erklärt und ausgelegt – Walvoord Bibelkommentar

Aus der Tiefe rufe ich. Von Fluten der Leiden umrauscht lässt der Prophet wie aus einem tiefen Abgrund seine Stimme emporsteigen. Das wollen wir beachten. In der Regel haben Nöte, von denen man kein Ende sieht, Verzweiflung zur Folge, und es gehört zu dem Schwersten, das es gibt, in tiefer Traurigkeit und Niedergeschlagenheit sich zum Gebet aufzuraffen. Wunderbar, bei angenehmen, ruhigen Verhältnissen kommt unser Gebet ins Stocken, weil Sicherheit sich unser bemächtigt, hingegen Leiden, die uns aufrütteln sollten, betäuben uns und lähmen uns so noch mehr. Der Prophet entnimmt nun aber gerade den Widerwärtigkeiten, dem Kummer, den Gefahren, dem Schmerz, worin er versenkt ist, die Zuversicht zum Gebet. Dabei verrät er seine Angst und seine heftige Bewegung durch das Wort „rufen“ oder „schreien“ und durch die Wiederholung, die der zweite Vers enthält. – Bei den Römischen wird der Psalm schnöde gemissbraucht und entweiht. Sie murmeln ihn her zu Gunsten der Verstorbenen, als ob die Lebenden ihn nicht brauchen könnten. So hat der Teufel es fertig gebracht, die überaus wertvollen Lehren unseres Psalms zu entkräften, und der Welt ist ein unvergleichlicher Schatz verloren gegangen.

Jean Calvin – Aus dem Psalmenkommentar

Bezüglich des Verses in Psalm 145:18, „Der Herr ist nahe allen, die ihn anrufen, allen, die ihn in Wahrheit anrufen“, bemerkt der Zohar, dass die Worte „in Wahrheit“ bedeuten, im Besitz des vollen Wissens zu sein, das den Verehrer befähigt, „die Buchstaben des Heiligen Namens im Gebet zu vereinen…. Am Erreichen dieser Einheit hängt sowohl die himmlische als auch die irdische Anbetung…. Wenn ein Mensch kommt, um den Heiligen Namen zu vereinigen, aber ohne richtige Konzentration des Geistes und Hingabe des Herzens, damit die himmlischen und irdischen Heerscharen dadurch gesegnet werden, dann wird sein Gebet zurückgewiesen und alle Wesen verurteilen ihn, und er wird zu denen gezählt, von denen der Heilige sagte: ‚Wenn ihr kommt, um mein Antlitz zu sehen, wer hat dies von eurer Hand verlangt, um meine Höfe zu betreten?‘ Alle ‚Antlitze‘ des Königs sind in den Tiefen der Finsternis verborgen, aber für diejenigen, die es verstehen, den Heiligen Namen vollkommen zu vereinigen, werden alle Mauern der Finsternis durchbrochen, und die verschiedenen ‚Antlitze‘ des Königs werden offenbar gemacht und leuchten über allen und bringen den himmlischen und irdischen Wesen Segen.“

Die niederen Dinge sind offensichtlich, die höheren Dinge bleiben unverhüllt. Je höher eine Essenz ist, desto größer ist der Grad ihrer Verborgenheit. Beten bedeutet, „Segen aus der Tiefe der ‚Zisterne‘ zu schöpfen, aus der Quelle allen Lebens…. Gebet ist das Schöpfen dieses Segens von oben nach unten; denn wenn der Alte, der Allverborgene, das Universum segnen will, lässt Er seine Gnadengaben in jener himmlischen Tiefe sammeln, von wo aus sie durch menschliches Gebet in die ‚Zisterne‘ geschöpft werden sollen, damit alle Ströme und Bäche daraus gefüllt werden.“ Der Vers in Psalm 130,1: „Aus der Tiefe habe ich dich angerufen“, soll nicht nur bedeuten, dass der Betende dies aus der Tiefe seiner Seele tun soll, sondern auch, dass er den Segen aus der Quelle aller Quellen anrufen soll.

Jacob Neusner – Rabbinisches Judentum verstehen – Von der talmudischen zur modernen Zeit

Es gibt also beim Gebet nicht die Funktion, die wir vom Handy kennen: kein Empfang, weil wir gerade in einem Funkloch wären 😉 und es gibt auch kein leeres Accu! Wir können zu jeder Tages- und Nachtzeit und in jeder Situation zu Jehovah beten! Es gibt auch keine Überlastung der Leitung, so dass wir zu einer späteren Zeit noch einmal anrufen müßten, weil auf der anderen Seite besetzt sei! Wir müssen uns auch nicht auf wenige Minuten beschränken.

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