Wer leitet?

Denn wir sind Gottes Mitarbeiter; Gottes Ackerfeld, (O. Ackerwerk) Gottes Bau seid ihr.
Elberfelder 1871 – 1.Kor 3,9

Wir arbeiten Hand in Hand an derselben Sache als Menschen, die zu Gott gehören. Ihr seid Gottes Acker, sein Bauwerk — nicht unseres.
Neues Leben – Bibel 2006 – 1.Korinther 3,9

Wir haben bei uns so was wie Teamwork. Ihr seid sozusagen das Ackerfeld von Gott und ihr seid damit seine Arbeit, nicht unsere.
VolxBibel – 1.Korinther 3:9

Wer leitet die Kirche? Wer leiter die Gemeinde/Organisation?

Wenn es um Erfahrungen geht, dann weiß jeder, dass Jehovah SEINE Gemeinde leitet, wie folgendes Beispiel zeigt:

War das bloßer Zufall? In der Bibel steht, daß wahre Christen „Gottes Mitarbeiter“ sind und daß Engel ausgesandt werden, „um denen zu dienen, die die Rettung erben werden“ (1 Kor 3:9;Heb 1:14). Nachdem die Zeugin der Frau erzählt hatte, wie sie sie gefunden hatte, nahm die Frau die Einladung an, sich am gleichen Tag hinzusetzen und die Bibel weiter zu erforschen.

Jehovas Zeugen — Verkündiger des Königreiches Gottes

Die Reaktion der meisten Bibelforscher war so, wie W. E. Van Amburgh, ein Mitglied des Vorstands der Watch Tower Society, sie beschrieb: „Dieses große, weltweite Werk ist nicht das einer Person. Dafür ist es viel zu groß. Es ist Gottes Werk und unterliegt keinem Wechsel. Gott hat viele Diener in der Vergangenheit gebraucht, und er wird es auch in der Zukunft tun. Wir haben uns nicht einem Menschen oder dem Werk eines Menschen geweiht, sondern dazu, den Willen Gottes zu tun, wie er ihn uns durch sein Wort und durch seine göttliche Führung offenbaren wird. Gott steht noch am Steuer“ (1 Korinther 3:3-9).

Die Suche der Menschheit nach Gott

Aber wenn Jehovah die Gemeinde leitet, warum sollten dann alle MITARBEITER Gottes sein? Hat Jehovah denn nicht weitere Leiter eingesetzt, die IHN vertreten? Braucht ein allmächtiger Gott Stellverteter, die IHN vertreten????

1.Kor. 3, 9
Ebenso unsinnig drehen einige unserer Gegner das Pauluswort zurecht: „Wir sind Gottes Mitarbeiter“ (1. Kor. 3, 9). Dabei bezieht sich dieses Wort unzweifelhaft ausschließlich auf die Diener (des Herrn). Diese heißen „Mitarbeiter“ nicht etwa, weil sie aus sich etwas beitrügen, sondern weil Gott ihre Arbeit gebraucht, nachdem er sie geeignet gemacht und mit den erforderlichen Gaben versehen hat.

Jean Calvin – Unterricht in der christlichen Religion: Institutio Christianae religionis

Gott ist der Eine, dem wir alle verantwortlich sind. Alle seine Diener sind »Mitarbeiter«, die gemeinsam auf »Gottes Ackerfeld« arbeiten. Wir können auch ein anderes Bild dafür benutzen: Sie arbeiten am gleichen »Bau« zusammen. Erdman gibt den Gedanken folgendermaßen wieder: »Wir sind Mitarbeiter, die Gott gehören und miteinander an einem Projekt arbeiten.«8

MacDonald – Kommentar zum Neuen Testament

Mit γάρ („denn“) begründet Paulus, warum der Pflanzende und Begießende einer Gruppe angehören, d.h. Mitarbeiter Gottes sind. Θεοῦ („Gottes“) kommt drei Mal als Anapher und betont die Anfänge der Sätze, d.h. die Wichtigkeit Gottes wird wiederum betont. Die Korinther werden als Ackerfeld beschrieben, auf dem die Arbeiter tätig sind.

Peter Streitenberger – 1. Korinther

Paulus und Apollos sind in den Dienst an der Gemeinde in Korinth gestellt. Hier ist für sie »Gottes Ackerfeld«. Welche Gnade Gottes! In der verrufenen Lasterstadt Korinth bereitet Gott sich einen Acker zu, lässt er den Samen ausstreuen und schenkt Wachstum. Hier in Korinth ist »Gottes Bau«; sein »Gebäude«, sein Tempel der Gemeinde des Neuen Bundes wird von völlig anderer Gestalt – in dieser Stadt von Götzentempeln errichtet. Welche Gottes -Würde der Gemeinde in Korinth!

Paulus und Apollos sind bei diesem Werk »Gottes« (auf Gott liegt dreimal hier die Betonung) »Mitarbeiter«, die mit an seinem Werk stehen, die ihm nützlich zum Dienst sind. Es geht nicht um »Mitarbeiter« im Sinn von gleichberechtigten, gar unentbehrlichen Partnern. »Mitarbeiter« Gottes zu sein heißt: Von ihm kommt die Beauftragung, von ihm kommt die Platzanweisung, von ihm kommt die Gabe, von ihm kommt die Frucht und von ihm kommt der Lohn. Der Mitarbeiter ist nichts aus sich selbst; Gott macht ihn sich zum nützlichen Werkzeug. Das aber ist die Würde von Mitarbeitern: Sie sind Gottes Mitarbeiter; sie sind »Botschafter an Christi Statt« (2Kor 5,20).

Gerhardt Maier – Edition C

„Denn wir sind Gottes Mitarbeiter, Gottes Ackerfeld und Gottes Gebäude seid ihr.“
In Korinth hatten sich in der Gemeinde verschiedene Strömungen geltend gemacht. Da gab es einige, die sich mehr zu Apollus hielten, andere, die sich auf Paulus beriefen, und noch andere, die sich stark zu Kephas bekannten, und wiederum andere sagten: wir sind nur christisch.
Diesen Strömungen gegenüber warf der Apostel Paulus die Frage auf: Wer sind wir denn ? Wer ist denn Apollus, wer ist denn letzthin Paulus und wer ist denn Kephas? Er kommt zu der wunderbaren Antwort: Mitarbeiter Gottes sind wir. Er sagt nicht, dass Gott unser Mitarbeiter sei. Denn dann würde es sich ja im ganzen Gottesreiche um Gott innerhalb eines Menschenwerkes handeln. Er stellt vielmehr von vornherein ungemein klar fest: Nicht ist Gott unser Mitarbeiter, ob das nun Paulus, ob das Apollus, ob das Kephas oder sonst wer ist.
Wie oft haben aber auch wir in unserem Dienst so gehandelt, als ob Gott unser Mitarbeiter wäre, d.h. als ob es sich im Reiche Gottes darum handele, dass Gott zur Geltung käme innerhalb eines Menschenwerkes.
Darum hat es sich jedoch nie seit der Verkündigung Jesu gehandelt. Die Apostel haben ein derartiges Evangelium einer erstorbenen, einer in sich zusammengebrochenen Schöpfung nicht gebracht. Wenn sie mit ihrem Christus-Evangelium in die alte Welt traten, so handelte es sich ihnen in ihrem Dienst immer um ein Gotteswerk, in welches der Mensch hineingezogen werden sollte. Ich weiß nicht, inwieweit wir den ganzen Ernst dieser Wahrheit fühlen, inwieweit wir den gewaltigen Unterschied fassen, der darin besteht, ob Gott sich offenbaren soll innerhalb eines Menschenwerkes, oder ob der Mensch sichtbar werden soll innerhalb eines Gotteswerkes. Nur im, letzteren Fall kommt zum Ausdruck, dass der Barmherzige unser Leben als einen in sich unwerten Ton in seine Meisterhand nahm um sich aus demselben ein Gefäß der Barmherzigkeit zuzubereiten. Dann ist der einzelne nichts anderes als ein lebendiger Stein innerhalb seines großen Gotteswerkes.
Ob es sich in diesem Seinem Werk nun handelt um den Aufbau seines Tempels oder um die Ausbreitung seines Königsreichs, Gott ist der Handelnde und wir werden als Mitarbeiter in seine Aktivität mit hineingezogen. Gott lässt uns teilnehmen an seinem schöpferischen und gestaltenden Wirken und teilt mit uns den Segen und die Freude, die mit der Hingabe an sein Werk verbunden sind

Jakob Kroeker – ER sprach zu mir

Als die Korinther im 1. Korintherbrief Paulus‘ Analogie von der Kirche als Gottes Heiligtum hörten, hätten sie das Bild aufgrund ihrer Kenntnis heidnischer Tempel verstanden. Aber Paulus hatte wahrscheinlich den einen Tempel in Jerusalem im Sinn. Die Heiden hatten viele Götter mit vielen Tempeln in vielen Städten; die Juden hatten einen Gott mit einem Tempel an einem Ort, den er erwählt hatte (vgl. Dtn 12). In der Geschichte Israels hatte dies dazu beigetragen, die Einheit und Identität des Volkes Gottes zu bewahren. Die Korinther brauchten geistliche Einheit, denn sie waren aufgrund ihrer individuellen Vorlieben zersplittert (vgl. 1 Kor 1,10-13). Im Kontext des Briefes betont Paulus die Notwendigkeit für die Korinther zu sehen, dass Gott in Korinth eine einzige geistliche Wohnstätte schuf. Gott hatte ihnen viele Arbeiter (wie Paulus und Apollos) gegeben, um das Fundament (themelios; vgl. Ps 118,22; Jes 28,16; Eph 2,20-22) für dieses Heiligtum zu legen (1 Kor 3,9-15); es lag in ihrer Verantwortung, mit den richtigen Materialien zu bauen (oikodomeō) und das Gebäude nicht durch ihre Uneinigkeit zu zerstören.

Dictionary of New Testament background: a compendium of contemporary biblical scholarship

Es gibt also in „Gottes Bau“ nur einen Chef – und dass ist Jehovah! ER hat weder einen Papst in Rom, noch eine Gruppe von Leitern in Amerika eingesetzt um IHN zu verteten! sondern ER nutzt alle die sich IHM als Werkzeug anbieten – egal aus welcher christlichen Strömung diese gerade kommen. Denn auch ein Gebäude wird ja von unterschiedlichen Handwerkern mit unterschiedlichen Gewerk und unterschiedlichen Gaben gebaut! ( Wer will schon ein Gebäude, dass komplett vom Fundament bis zum Dach und Fenster und Türen nur von Maurern errichtet wird 😉 )

Die Diener Gottes müssen zusammenarbeiten, um Gottes Tempel zu bauen. Haggai und Zacharias, ein älterer und ein jüngerer Mann, dienten beide dem jüdischen Überrest mit dem Wort, und Gott segnete ihre gemeinsamen Bemühungen. Es ist tragisch, wenn Prediger und Kirchen miteinander konkurrieren und sogar öffentliche Streitigkeiten austragen, die dem Feind Munition geben, um das Evangelium zu bekämpfen. „Denn wir sind Arbeiter mit Gott“ (1. Korinther 3,9).

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