Wo ist mein Zentrum?

Und er sprach zu ihnen: Was ist es, daß ihr mich gesucht habt? Wußtet ihr nicht, daß ich in dem sein muß, was meines Vaters ist? (Eig daß ich in den Dingen (od. Angelegenheiten) meines Vaters sein muß)
Elberfelder 1871 – Lk 2,49

«Warum habt ihr mich gesucht?» erwiderte Jesus. «Ihr hättet doch wissen müssen, daß ich dort sein muß, wo es um Gottes Sache geht.» Wörtlich: Wußtet ihr nicht, daß ich in dem sein muß, was meines Vaters ist
Hoffnung für alle – 1996 – Lukas 2,49

Da entgegnete er ihnen: «Wie habt ihr mich nur suchen können? Habt ihr denn nicht gewußt, daß ich in meines Vaters Werke tätig sein muß-1-?» -1) darum hätten sie sofort in den Tempel gehen müssen, um ihn sicher zu finden.++
Ludwig Albrecht – Lukas 2,49

Aber Jesus sagte zu ihnen: »Warum sucht ihr mich denn? Wisst ihr nicht, dass ich mich dort aufhalten muss, wo mein Vater wirkt?«
Das Buch – Lukas 2:49

Ist es dir auch schon aufgefallen, dass die meisten Menschen heute nur noch über Covid19 reden, anstatt über Gott? Selbst jetzt in den „Weihnachtsfeiertagen“ hört man mehr über Sorgen und Krankheiten als über Gottes Wort! Selbst in „christlichen Chatgruppen“ geht es meist in erster Linie um „Vorsorge“ und „Spaziergänge“ anstatt um Jehovah!
Und nun schauen wir uns an, wo Jesu Blick war: nicht bei den Sorgen seiner Zeit – ER wollte im Haus seines Vaters sein!

Als Jesus zwölf Jahre alt war, wurde ihm sein Auftrag auf Erden deutlich. Wie es Brauch war, gingen Maria und Josef jedes Jahr nach Jerusalem, um dort das Passafest zu feiern. An das eintägige Passa schloß sich unmittelbar das siebentägige Fest der Ungesäuerten Brote an (2Mo 23,15; 3Mo 23,4-8; 5Mo 16,1-8); manchmal wurden daher auch die ganzen acht Tage dauernden Feierlichkeiten als Passafest bezeichnet (Lk 22,1.7; Joh 19,14; Apg 12,3-4). Auf der Heimreise nach Nazareth bemerkten seine Eltern erst am Abend, daß Jesus nicht bei ihnen war. Sie kehrten nach Jerusalem zurück und fanden ihn nach drei Tagen im Tempel sitzen. Die „drei Tage“ beziehen sich auf die Zeit seit ihrer Abreise aus Jerusalem: Sie waren bereits eine Tagesreise von der Stadt entfernt (Lk 2,44), als sie sein Fehlen bemerkten; einen Tag dauerte es, bis sie wieder zurückgegangen waren, und am folgenden Tag fanden sie ihn schließlich. Er saß mitten unter den Lehrern, hörte ihnen zu und stellte ihnen kluge Fragen. Alle, die ihm zuhörten, verwunderten sich (existanto, „waren außer sich vor Verwunderung“; vgl. Lk 8,56) über seinen Verstand und seine Antworten. Als Maria und Josef ihn sahen, entsetzten sie sich (exeplagEsan, „gerieten außer sich“, vielleicht vor Freude; vgl. Lk 4,32;9,43). Auf Marias Frage, warum er ihnen das angetan habe, antwortete Jesus mit einer scharfen Trennung zwischen seinen irdischen Eltern und Gott, seinem eigentlichen Vater (Lk 2,49). Seine Äußerung ließ erkennen, daß er um seinen Auftrag wußte und enthielt zugleich einen Verweis für seine Eltern, die ihn doch ebenfalls hätten kennen müssen. Doch sie verstanden das Wort nicht.

Walvoord Bibelkommentar

Die hier untersuchte Stelle in § 18 (Lk. 2:41-50) berichtet von sieben Tagen im Leben Jeschuas: und als sie die Tage erfüllt hatten (Lk. 2:43). Zu den Tagen gehören zwei heilige Tage: der Tag des Passahfestes und der erste Tag der ungesäuerten Brote, an denen das Reisen nicht erlaubt war. Am dritten Tag reiste die Familie zurück nach Nazareth. In jenen Tagen reisten die Menschen gewöhnlich in unterschiedlich großen Gruppen zu den Festen, und so nahmen Miriam und Josef an, dass Jeschua irgendwo in der Gruppe war. Es war ein dreitägiger Fußmarsch von Jerusalem nach Nazareth. Als sie in der ersten Nachtunterkunft ankamen, stellten sie fest, dass er nicht in der Gruppe war (Lk. 2:43-44). Sie reisten einen ganzen Tagesmarsch zurück nach Jerusalem; und als sie ihn nicht fanden, kehrten sie um (Lk. 2:45), das ist der vierte Tag. Und es geschah nach drei Tagen (Lk. 2:46); sie brauchten drei Tage des Suchens in Jerusalem, bevor sie ihren Sohn im Tempelbereich fanden, was den fünften, sechsten und siebten Tag ausmacht. Selten gibt es einen tagesgenauen Bericht über Jeschuas Leben, wie wir ihn hier haben.

Als Mirjam und Josef ihren Sohn schließlich fanden, war er im Tempel und saß inmitten der Lehrer, derer, die sich mit dem Gesetz auskannten. Wie Bock bemerkt: „Der Brauch im Judentum war, dass die Schüler in den Frage-Antwort-Dialog mit ihren Mentoren eintraten (. . . b. Sanh. 88b).“[ 1102 ] Er tat zwei Dinge: Er hörte ihnen zu (das heißt, Er hörte ihre tiefgründigen theologischen Diskussionen mit Verständnis) und stellte ihnen Fragen (Lk. 2:46). Sie erkannten, dass die Fragen, die er stellte, nicht die normalen Fragen eines 12-Jährigen waren, und so waren alle, die ihn hörten, erstaunt über sein Verständnis und seine Antworten (Lk. 2,47). Mit anderen Worten: Er konnte nicht nur intelligente Fragen stellen, sondern auch ihre Fragen beantworten. Sie waren darüber erstaunt, weil er erst 12 Jahre alt war, und sie wussten, dass er all das nicht im Schulsystem von Nazareth gelernt haben konnte. Das zeigt das Ergebnis Seiner individuellen Ausbildung durch Gott den Vater.

Joseph und Miriam hatten drei Tage lang verzweifelt nach ihm gesucht: Und als sie ihn sahen, entsetzten sie sich; und seine Mutter sagte zu ihm: Sohn, warum hast du uns so behandelt? (Lk. 2:48a) Miriam benutzte einen Ansatz, der für jüdische Mütter einigermaßen typisch ist. Sie versuchte, Jeschua ein schlechtes Gewissen zu machen: „Sohn, warum hast du uns das angetan?“ Man muss mit ihr Mitleid haben: Sie war die einzige jüdische Mutter, die jemals wirklich ein perfektes Kind hatte! Ab und zu vergaß sie, wer Er war, wie hier, und schimpfte mit Ihm. Ein Teil der Schelte war: „Siehe, dein Vater und ich suchten dich betrübt“ (Lk. 2:48b). In der ersten aufgezeichneten Aussage von Jeschua war Seine Antwort: Wie kommt es, dass ihr mich gesucht habt? wusstet ihr nicht, dass ich in meines Vaters Haus sein muss? (Lk. 2,49). Während Miriam sich auf seinen Stiefvater bezog, erinnert er sie daran, dass Josef nicht sein Vater ist, sondern dass der Gott des Himmels sein Vater ist und sie hätte wissen müssen, dass sie sofort in seinem wahren Vaterhaus suchen sollte. Das griechische Wort für „in meines Vaters Haus“ kann auch übersetzt werden mit „Ich muss mich um die Angelegenheiten meines Vaters kümmern“ oder „um die Beschäftigung meines Vaters.“ Er wollte damit sagen, dass er im Alter von 12 Jahren nicht nur im Beruf seines Stiefvaters, dem Tischler, in die Lehre gehen sollte, sondern auch im Beruf seines himmlischen Vaters.

Gott der Vater

Im Judentum wird Gott häufig „Vater“ genannt und als solcher in Gebeten angesprochen. Da Er jedoch als der Vater Israels angesehen wird, wird Seine Vaterschaft als kollektiv betrachtet, und so lautet das Gebet immer „Unser Vater“ und niemals „Mein Vater“. Als Jeschua also sagte, dass Er im Haus Seines Vaters sein müsse, identifizierte Er sich auf eine einzigartige Weise mit Gott. Seine Antwort suggerierte ein Gefühl von familiärer Beziehung und Intimität. Bock merkt an:
Eine solche Nähe zu Gott ist nicht nur etwas, das Jesu Eltern zu schätzen wissen, sondern auch ein Punkt, den die Jünger nur schwer begreifen werden (9,59-62; 14,26; Mk 10,29-30). In der Tat macht Lukas dies zum ersten Hinweis in einer Reihe von Offenbarungen, die den Beweis dafür erbringen, wer Jesus ist. Das Material aus der Kindheit betont Jesus als Messias, aber dieser Text ist einer von zwei Hinweisen zu Beginn des Lukasevangeliums, dass er auch viel mehr ist. Lukas enthüllt die Identität Jesu allmählich und bringt den Leser dazu, zu verstehen, wer Jesus ist. Dieser erste Hinweis kommt also von Jesus selbst. Der andere wichtige Hinweis kommt im Abschnitt über die Kindheit, wo Jesu göttliche Herkunft mit dem Geist verbunden wird (1,31-35).
Im Alter von 12 Jahren, in seiner Menschlichkeit, verstand Jeschua klar, welche Art von Beziehung er zu Gott hatte. Es war die Beziehung eines Sohnes zu seinem Vater.

Jeschua – Das Leben des Messias aus einer messianisch-jüdischen Perspektive

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