„sündige nicht mehr“

Sie aber sprach: Niemand, Herr. Jesus aber sprach zu ihr: So verurteile auch ich dich nicht; gehe hin und sündige nicht mehr.

Elberfelder Bibel 1905 – Joh 8,11

„Keiner, Herr“, erwiderte sie. Da sagte Jesus: „Ich verurteile dich auch nicht. Du kannst gehen. Sündige aber nicht mehr!“

Neue evangelistische Übersetzung_2019 – Joh 8,11

»Nein, Herr«, antwortete sie. »Ich verurteile dich auch nicht«, entgegnete ihr Jesus. »Du kannst gehen, aber sündige nun nicht mehr!«

Hoffnung für Alle – Joh 8,11

Sie antwortete: „Keiner, Herr!“ Darauf erwiderte Jesus: „Auch Ich verurteile dich nicht; geh [hin], sündige (wörtl.: zielverfehle) von nun [an] nicht mehr!“

Konkordante Übersetzung 1939 – Joh 8,11

Sie sagte: „Keiner, Herr.“ Jesus sprach: „Auch ich verurteile dich nicht. Geh hin; treibe von nun an nicht mehr Sünde.“

neue Welt Übersetzung – Bi12 – Joh 8,11

neue Welt Übersetzung – 2018 – Joh 8,11

Nein, keiner, mein Herr“, antwortete sie. „Dann werde ich das auch nicht tun. Geh jetzt mal nach Hause und pass auf, dass du nicht noch einmal so einen Fehler machst!“

VolxBibel – Joh 8,11

Wie ich schon im September 2019 auf die Geschichte und die Hintergründe eingegangen bin – kannst du ja hier nachlesen.
Interessant: es gibt zwei deutsche Bibelausgaben, die diese Verse weglassen: die offene Bibel und die „Silberbibel“.

Jh 8,11 ἡ δέ (und) diese/sie (A102). κύριε Vok. πορεύου Imp. (vgl. A266a). ἀπὸ τοῦ νῦν in Zukunft, von jetzt an (vgl. B νῦν 3b). μηκ-έτι nicht mehr, nicht weiter. ἁμάρτανε Imp. ἁμαρτάνω.

Neuer Sprachlicher Schlüssel zum Griechischen Neuen Testament

Nur zwei Worte spricht in dieser Geschichte die Frau, die eigentlich mit dem Tode rechnen muß: Sie sagt „Herr“ zu Jesus, ohne wohl ganz zu ahnen, wie richtig sie ihn mit dieser Anrede kennzeichnet, und sie sagt; „Niemand“. Durch die Frage Jesu sind plötzlich alle Frommen mit ihr zu Sündern geworden. Jesus hat in göttlicher Weisheit zur gleichen Zeit erreicht: Die Frommen wurden überführt, die Sünde wurde nicht verharmlost, der Sünderin wurde vergeben, und sie wurde zugleich auf einen neuen Weg des Gehorsams gewiesen. Das ist die Seelsorge Jesu.

Die Bibel mit Erklärungen

Joh 8:9-10
Seine in vollster Autorität gesprochenen Worte (vgl. Mt 7,28-29) verfehlten ihre Wirkung nicht. DieUmstehenden wurden sich ihrer eigenen Sündhaftigkeit bewußt. Die Ältesten gingen zuerst, vielleicht weil sie so klug waren, die Sünde in ihren Herzen und ihrem Leben einzusehen. Da sowohl Zeugen als auch Ankläger gegangen waren, hatte sich die Klage gegen die Frau in Luft aufgelöst.
Johannes
Joh 8,11
Auch hier offenbarte sich Jesus als die höchste Autorität. Er tadelte ihre Sünde, doch er machte der Frau zugleich auch Hoffnung auf ein neues Leben. Theologisch gesehen konnte Jesus ihr ihre Sünde vergeben, weil er die Vollmacht dazu besaß (vgl. Mk 2,8-12) und weil er das Lamm Gottes war, das „der Welt Sünde“ trug (Joh 1,29). Gott hatte ihm die Vollmacht gegeben, Sünden zu erlassen, und Jesus handelte gnädig an der Frau. Er wurde ihr als der offenbart, der „voller Gnade“ ist (Joh 1,14).

Die Bibel erklärt und ausgelegt – Walvoord Bibelkommentar

Jesus und die Tora

Die vier Evangelien im Neuen Testament stellen Jesus als einen Juden dar, der die Tora beobachtet. Die deutlichste Bestätigung dafür findet sich im Matthäusevangelium, wo Jesus sagt: „Ich sage dir die Wahrheit, bis Himmel und Erde verschwinden, wird nicht der kleinste Buchstabe, nicht der kleinste Strich eines Stiftes auf irgendeine Weise aus dem verschwinden Gesetz, bis alles vollbracht ist “(Mat 5,18). Für Jesus war die Tora das inspirierte Wort Gottes, das Israel anvertraut wurde. Darin spiegelte er die Standardposition des Judentums im Zweiten Tempel wider.
Neu oder anders an Jesus war, dass seine Lehre auch in seiner innigen Gemeinschaft mit Gott begründet war: „Alle Dinge wurden mir von meinem Vater anvertraut… und niemand kennt den Vater außer dem Sohn und denen, für die sich der Sohn entscheidet zeige ihn “(Mat. 11:27). Dieser Anspruch auf Autorität zur Auslegung der Schrift übertraf den eines Rabbiners bei weitem.
Juden sind damals und heute Monotheisten, was bedeutet, dass sie an einen Gott und nur an einen Gott glauben.4 Ein Monotheist zu sein bedeutet, eine klare Trennung zwischen Gott und allem anderen zu haben. Über dieser Linie befindet sich der eine Gott, der unendliche und transzendierende. Unterhalb dieser Linie befindet sich alles andere, einschließlich der Engel. Die Verehrung von allem und jedem unterhalb dieser Linie ist Götzendienst.
Der eine Gott des Judentums unterscheidet sich von allen anderen durch drei Hauptmerkmale. Nur Gott kann erschaffen, nur Gott ist der wahre Herrscher aller Dinge, und nur Gott ist es wert, angebetet zu werden. Das Einzigartige am Neuen Testament ist daher, dass es Jesus Christus auf Gottes Seite der Grenze zwischen dem Endlichen und dem Unendlichen stellt. Obwohl er eindeutig menschlich ist, wird Jesus im Neuen Testament als Schöpfer (Johannes 1: 1–5; Kol. 1: 15–20), als Herrscher aller Dinge dargestellt (Mat. 28:18; Hebr. 1: 8; Offb 5,9-12) und als jemand, der der Anbetung würdig ist (Hebr 1,6; Offenbarung 5,13-14). Tatsächlich finden sich alle drei oben genannten Merkmale Jesu in Hebräer 1: 1–8. Dies bedeutet, dass Jesus von Anfang an in alles einbezogen war, was monotheistische Juden über Gott sagten.
Jesus machte seine Position während der Zeremonien des Laubhüttenfestes noch deutlicher: „Ich bin das Licht der Welt. Wer mir folgt, wird niemals in der Dunkelheit wandeln, sondern das Licht des Lebens haben “(Johannes 8:12). Jesus ist der Schöpfer, der vom Himmel herabgekommen ist, um uns zu offenbaren, wie Gott ist (Johannes 1: 1–18; 3: 12–15). Als die Juden ihn fragten: „Wer bist du?“ (Johannes 8:25) antwortete Jesus daher: „Wer mich gesandt hat, ist zuverlässig, und was ich von ihm gehört habe, sage ich der Welt“ (8:26) und bekräftigte damit seinen Ursprung und seine Einheit mit Gott. Jesus behauptete weiter: „Ich und der Vater sind eins.“ (Johannes 10:30) Jesus war mehr als nur ein großartiger Lehrer. Er verkörperte genau die Wahrheiten, die er lehrte.
Dies bedeutet, dass Jesus das Alte Testament aus der Perspektive desjenigen las, der es durch den Geist inspiriert hat. Und in seiner Gegenwart wurde die Kraft dieses Wortes im Leben derer wiedergeboren, die er berührte. Jesus interpretierte die Tora nicht nur mit neuer Einsicht und Klarheit, sondern bot auch die Vergebung des Gottes Israels an (Mk 2,10). Er stellte die heiligende Kraft des Geistes Gottes zur Verfügung, um ein siegreiches Leben zu führen (Johannes 8:11). Und Christus inspirierte seine Nachfolger mit einer neuen Hoffnung für die Zukunft (Johannes 14: 1–3).

Die Bibel, die Jesus interpretiert – LaRondelle Paulien 201

Jesus gibt eine gute Antwort.
Einmal waren viele Leute bei Jesus.
Jesus erzählte den Leuten von Gott.
Da kamen Gesetzes·lehrer zu Jesus.
Die Gesetzes·lehrer wissen genau, was im Gesetz steht:
Was erlaubt ist.
Und was verboten ist.
Und welche Strafe es gibt.
Die Gesetzes·lehrer brachten eine Frau mit.
Die Gesetzes·lehrer sagten:
Diese Frau ist mit ihrem Mann verheiratet.
Die Frau darf nur mit ihrem Mann zusammen schlafen.
Trotzdem hat die Frau mit einem anderen Mann geschlafen.
Das ist verboten.
Die Frau muss bestraft werden.
Die Frau muss mit Steinen tot geworfen werden.
Sollen wir die Frau jetzt mit Steinen tot werfen?
In Wirklichkeit wollen die Gesetzes·lehrer Jesus in die Falle locken.
Wenn Jesus sagt:
Ja. Ihr sollt die Frau mit Steinen tot werfen.
Wollen die Gesetzes·lehrer sagen:
Du bist ein Mörder.
Wenn Jesus sagt:
Nein. Ihr dürft die Frau nicht mit Steinen tot werfen.
Wollen die Gesetzes·lehrer sagen:
Jesus, du musst selber bestraft werden.
Weil du die Gesetze falsch erklärst.
Du musst ins Gefängnis.
Darum gab Jesus keine Antwort.
Jesus bückte sich nur.
Jesus schrieb mit dem Finger auf die Erde.
Alle Leute warteten gespannt.
Aber Jesus sagte nichts.
Jesus schrieb nur mit dem Finger auf die Erde.
Die Gesetzes·lehrer fingen an zu drängeln.
Jesus sollte endlich etwas sagen.
Jesus stellte sich wieder hin.
Jesus sagte zu den Gesetzes·lehrern:
Wer von euch hat noch nie etwas Verbotenes getan?
Der darf als Erster einen Stein werfen.
Jesus bückte sich wieder.
Und schrieb wieder mit dem Finger auf die Erde.
Die Gesetzes·lehrer überlegten.
Alle Gesetzes·lehrer merkten:
Alle haben schon einmal etwas Verbotenes getan.
Die Gesetzes·lehrer gingen leise weg.
Die anderen Leute gingen auch leise weg.
Zum Schluss war Jesus mit der Frau alleine.
Jesus stellte sich wieder hin.
Jesus fragte die Frau:
Sind alle Leute weggegangen?
Hat keiner einen Stein geworfen?
Die Frau sagte:
Alle sind weggegangen.
Keiner hat einen Stein geworfen.
Jesus sagte zu der Frau:
Ich werfe auch keinen Stein.
Geh nach Hause.
Tu von jetzt an nichts Verbotenes mehr

Evangelium in Leichter Sprache Johannes 8,1-11

Sünde, sündigen.
I. Begriff der S. S. — wofür ist auch Missetat als gleichbedeutender oder ähnlicher Ausdruck — heißt jede Verletzung der dem Menschen geltenden göttlichen Willensbestimmungen durch den menschlichen Willen (1 Joh. 3, 4, die S. ist das Unrecht, wörtlich: „die Widergesetzlichkeit”). Denn eigentlich soll nach der ursprünglichen Ordnung Gottes der menschliche Wille mit seiner Richtung im ganzen und einzelnen solchen göttlichen Willensbestimmungen entsprechen, die dem Menschen teils als unmittelbarer Sinn und Trieb eingepflanzt (Rö. 2, 15), teils als bestimmtes Gesetz (Rö. 2, 12) geoffenbart sind. Sie beziehen sich auf alle Äußerungen des menschlichen Willens, auf Gedanken, Worte und Werke (Mt. 15, 19; vgl. die 10 Gebote). Rein unwillkürliche Erlebnisse des Menschen fallen nicht unter den Begriff der S. (vgl. z. B. Besessen). Dagegen gehört es nicht zum Wesen der S., daß der Mensch im Augenblick des Sündigens oder überhaupt genau gewußt habe, daß sein Tun sündhaft sei. Nur der Grad der Schuld ist je nach dem Maß des Wissens sehr verschieden. Wo kein Wissen um Gottes Willen da ist, da ist wohl S., aber keine Schuld (Rö. 5, 13: wo kein Gesetz ist, da wird die S. nicht zugerechnet, Joh. 15, 22. 24); oder doch nur soweit Schuld, als dies Nichtwissen selbst verschuldet ist (Lu. 12, 47 f.). Auch 1 Tim. 1, 13 wird die Unwissenheit bezw. ihre Schuldlosigkeit, beschränkt durch den Zusatz „im Unglauben“. Dagegen je klarer ein Mensch Gottes Willen und das Unrecht des Zuwiderhandelns kennt, desto schlimmer ist seine Schuld (vgl. Mt. 11, 21 s.; 12, 41 f.). Daher ist die schwerste S. die S. wider den h. Geist, weil bei ihr das höchste Mass von Erkenntnis vorausgesetzt ist, vgl. Geist, Lästern. In letzter Linie ist freilich kein Nichtwissen ganz unverschuldet (vgl. Rö. 1, 18 ff.), und darum auch keine S. ganz ohne Schuld.

Calwer Bibellexikon: Biblisches Handwörterbuch illustriert

Wer von uns sündigt NICHT MEHR? Was meinte Jesus also, wenn er jemand auffordert „nicht mehr zu sündigen“?
Ohne Gottes Geist ist dies wohl unmöglich! Und wie konnte Jesus, der kein Priester aus der Linie Levis oder gar Aaron abstammte, eigentlich Sünden vergeben?

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