sollte Gott wirklich gesagt haben?

“Er wird seinen Engeln über dir befehlen, daß sie dich bewahren; und sie werden dich auf den Händen tragen, damit du nicht etwa deinen Fuß an einen Stein stoßest”Elberfelder Bibel 1905 – Lukas 4,10–11

Ein „großartiger“ Leser des Wortes Gottes, ist der Widersacher Gottes. Dieser kennt die gesamte Bibel in- und auswendig, und verführt Wahrheitsuchende mit „Fragmenten“ die einen völlig falschen Eindruck von Jehovah erwecken.
So hatten wir gestern beim Gottesdienst, das 11. Kapitel aus 5.Mose – und eine Stelle die mitten aus der logischen Erklärung Mose oft „herausgeschnitten“ wird, ist, dass alles „was unsere Füße betreten, uns gehört“ 😉

Nun hatte ich vor ein paar Tagen jemandem versprochen, mich mit Lukas 12:49 auseinanderzu setzen:
Wie passt diese Aussage Jesu Christi zu den anderen Aussagen von ihm? Widerspricht Er sich hier selbst? Dürfen wir andere „mit Feuer antworten“ oder sollten wir „alles in Liebe geschehen“ lassen?

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Luk 12,49: Ich bin gekommen, daß ich ein Feuer anzünde auf Erden; was wollte ich lieber, denn es brennete schon!

[…] der mit der einen Hand zum Himmel greift und eine Fakkel himmlischen Feuers schwingt über die ihm zu Füßen liegende Erde und schon fliegen die Funken hier und dorthin und fangen Feuer und glimmen, und rauchen, und lodern; und darüber stehen die Worte: „Ich bin gekommen, daß ich.… was wollte ich lieber, denn es brennete schon“ – das Bild will von heute an in unser Bilderbuch aufgenommen sein. Was hat das Bild zu bedeuten, so hart, so grausam, so furchtbar? Jeder weiß, was es mit einem Brande auf sich hat, wie unerbittlich das Feuer Opfer um Opfer findet und voll Gier frißt, was Menschen geschaffen und gearbeitet haben, jeder kennt die majestätischgrauenhafte Macht und nun sollte Jesus sie in seinen Dienst nehmen. Ja er ist voll Ungeduld und Sehnsucht, daß doch das Feuer brennen möchte, daß die Welt in Flammen stehe – „was wollte ich lieber, denn es brennete schon“.
Was sollen wir von diesem Feuer sagen? Wir wissen alle, daß es nicht das natürliche Feuer ist, von dem Jesus spricht und wir wissen auch das andere, daß das Feuer noch nicht brennt. Jesus sagt es selbst. Es ist […] das Feuer der großen Weltrevolution und des großen Weltkrieges, hat man gemeint. Jesus der Revolutionär rufe seine Scharen auf. Solche Reden sind Unfug, denn Jesus hat sich staatlicher Gewalt unterworfen. Gebt dem Kaiser.… Ist es vielleicht das Feuer des religiösen Fanatismus? Länger als ein Jahrtausend hat das Feuer gebrannt und Menschenopfer gefordert, hat oft zerstört was dem Menschen heilig war, ist in Sturm und Vernichtung über die Welt gejagt und hat im Namen Jesu Christi gemordet und zerstört. Ist das das Feuer, das Jesus sich herbeisehnt? Ein allzu irdisches Aussehen hat dieses Feuer als daß es das Feuer Jesu Christi sein könnte. Nicht soviel unreine Glut, nicht soviel wilde Leidenschaft brennt in […]. Was aber dann?
Wir stehen in der Pfingstzeit. Da hat sich die geheimnisvolle Voraussagung des Täufers erfüllt von dem, der nach ihm kommt, und mit Feuer und mit Geist taufen werde. Wie Feuer war’s am Pfingsttag vom Himmel gekommen und schnell wie Feuersbrunst hatte sich die Erregung verbreitet, im Sturm gings daher über Jerusalem und das umliegende Land. Jetzt ist’s uns klar was Jesus mit dem Feuer meint. Himmlisches Feuer, Gottesfeuer will er auf die Erde schleudern und ist – ach so sehnsuchtsvoll bis er aus dem Qualm und Rauch die hellen Flammen lodern sieht, bis Flamme zu Flamme schlägt und ein Feuersmeer zum Himmel lodert. – Von altersher ist der Geist der Gottheit mit dem Feuer verglichen worden. Das große Geheimnis göttlichen Lebens schien allzu ähnlich dem Geheimnis des Feuers. Und der Vergleich hat seinen tiefen Sinn. Wie ein Feuer kommt der Gottesgeist in die Welt, mit Feuersgewalt nimmt er von dem Menschen Besitz. In leidenschaftlicher Bewegung ergreift er uns und scheucht uns aus unserer Ruhe auf. Feuer über uns!, so rufen wir vielleicht in Schrecken aus. Rettet was zu retten ist! Aber schon beginnt es an uns zu brennen und sengen, zu zerstören und zu schmelzen. Was wir auch diesem Feuer entgegensetzen, es ist der Vernichtung preisgegeben. Die kostbarsten, gediegensten Schätze holen wir hervor: unsere Moral und unsere Religion. Aber siehe da, das Gottesfeuer sengt und brennt, bis von all unserer Herrlichkeit nichts mehr übrig bleibt. Wir möchten uns sträuben und wehren, was hilfts und ehe wir wehklagend dem Verlorenen nachschauen, bemerken wir, daß nun das Feuer in uns bleibt, und wir – verstehe wer es verstehen kann – ein Teil des ewigen göttlichen Feuers geworden sind, das in uns flammt und lodert und leuchtet. Ja–leuchtet! „Menschen will ich, die wie Fackeln leuchten“, hat ein großer deutscher Dichter gesagt.6 Fackeln des göttlichen Feuers, göttlicher Klarheit, göttlichen Lichtes inmitten einer Welt, die in Nacht versank, Fackeln die hinweisen aufs Licht, an denen die anderen ihr Licht entzünden können, Leuchter entzündet von der Pracht göttlicher Herrlichkeit, – das will Jesus aus uns machen. Läutern und leuchten und wärmen. Ja – wärmen! Hier hebt der Hymnus auf die Christusliebe an. Ist der Geist Gottes, das Gottesfeuer in uns – dann ist die Macht in uns, die alle Welt bezwingt, die Macht, die die Welt erneuert von innen heraus – die Liebe. Dann ist das Gottesfeuer nicht in uns gefangen, sondern es strahlt hinaus in die Welt, es wärmt die Herzen die frostig sind es schmilzt die Eishülle hinweg, die um manche Seele gelegt ist, es zieht den Nächsten mit hinein in seine Herrlichkeit und Seligkeit, es kann ja nun nicht mehr kalt in der Welt werden, wenn die Liebe Christi uns drängt. Warm und hell und klar muß es werden, wo Gottes Geist auf Erden erschien, wo Jesus Feuer auf die Erde schleudert. – Da haben wir wieder einmal von schönen Dingen geredet und sind vielleicht ganz warm bei solchen Gedanken geworden. Könnte doch alles so sein, wie wir sagten. Aber wir kommen nicht daran ohne einen herben Bußklang. Haben wir vergessen daß unser Text eine große Klage ist in Jesu Mund: „Was wollte ich lieber, denn es brennete schon“ das heißt doch ganz offenbar, es brennt noch nicht, es ist noch nicht soweit, jedenfalls damals als Jesus das Wort spricht. Wie steht das heute damit?
Ich habe einmal im Kindergottesdienst über diesen Text mit den Kindern gesprochen und habe dann die Kinder gefragt: Sagt, wie ist es damit, brennt das Feuer heute in unseren Herzen? Da rief ein kleiner Junge mit einem sehnsuchtsvoll leuchtenden Blick, wie ich ihn nie vergessen werde – mitten hinein: Wenn man’s nur wüßte! Es ist nicht schwer hineinzuschauen in das Herz des Jungen. Er wartete wirklich bis das Feuer einmal zu brennen anfinge und fand doch immer wieder die große Enttäuschung, daß etwas Hinderndes, etwas furchtbar Mächtiges das nicht aufkommen ließ, sondern immer wieder zu versinken droht. In diesem „wenn man’s nur wüßte“ steckte die ganze Sehnsucht Jesu. „Was wollte ich lieber, denn es brennete“ und zugleich die schmerzliche Einsicht, hier kommts nicht so weit, in dieser Welt lebt ein ganz anderes Feuer, das Feuer menschlicher teuflischer Leidenschaften und Begierden und dies Feuer frißt am Menschen und wird nicht aufhören, bis die Welt aufhört. – Uralte germanische Volkssage weiß von einem Weltenbrand zu berichten, der das Ende der Welt herbeiführen wird. Auch unser Wort richtet sich heute sehnsuchtsvoll nach vorn in die Zukunft. Wann wird’s soweit kommen, daß das Gottesfeuer allein die Welt durchleuchtet, wann wird’s geschehen, daß alle Welt in Flammen des heiligen Feuers steht. Wir müssen uns gedulden. Geschehen wird’s erst, wenn die neue Welt kommt. Aber in der Welt der Dunkelheit und Gottlosigkeit, rufen wir mit dem alten Pfingstgebet: Komm, heiliger Geist, in die Herzen deiner Gläubigen und entzünde uns das Feuer deiner göttlichen Liebe.

Dietrich Bonhoeffer – Barcelona, 1928

Der Herr Jesus wusste, dass sein Kommen »auf die Erde« zunächst keinen Frieden bringen würde. Zuerst musste es Spaltung, Zwietracht, Verfolgung und Blutvergießen hervorrufen. Er kam zwar nicht mit dem erklärten Ziel, dieses »Feuer auf die Erde zu werfen«, doch dies war das Ergebnis oder die Auswirkung seines Kommens. Obwohl Verfolgung und Zwistigkeiten während seines irdischen Dienstes auftraten, wurde das Herz des Menschen erst am Kreuz wirklich entlarvt. Der Herr wusste, dass dies alles geschehen musste, und er wünschte sich, dass das »Feuer« der Verfolgung so bald wie nötig gegen ihn hervorbrechen würde.

MacDonald – Kommentar zum Neuen Testament

Jesus will klare Entscheidung für seine Sache, selbst wenn es dadurch zur Spannung, ja zum Auseinanderleben mit den nächsten Angehörigen kommen sollte. Das kann kaum ausbleiben, und insofern hat Jesus „Streit“ gebracht. Das geht nie ohne Leiden – er selbst hat es ja auch durchmachen müssen, und offen spricht er hier von diesem seinem inneren Ringen und Sehnen; aber er tut seinen Dienst weiter, das Feuer des Heiligen Geistes auf diese Weise auf die Erde zu werfen und zur hellen Flamme anzufachen.

Die Bibel mit Erklärungen: Erklärungen

Jesus bringt Zwietracht
Die Ethik, die Jesus lehrt, unterscheidet sich so radikal von der Ethik der Welt, dass eine Entzweiung zwischen ihren jeweiligen Anhängern unausweichlich ist.
Lk 12:49 : Das Bild des Feuers bezieht sich wahrscheinlich auf das drohende Gericht in der Endzeit. Im A.T. symbolisierte Feuer sowohl das Jüngste Gericht als auch Läuterung und Reinigung; vgl. die Ausführungen zu 3,16 .

Craig Keener – Kommentar zum Umfeld des Neuen Testaments

Am Messias scheiden sich die Geister Lk 12,49-53

Die Ausleger sind sich unsicher, was das Thema der Lk 12,49-53 ist. U. a. werden folgende Themen/Überschriften vorgeschlagen: »Von der Sendung Jesu«, »Entzweiung (oder: Zwietracht) um Jesu willen«, »Notwendigkeit, auf die irdischen Güter zu verzichten«, »Notwendigkeit der Kämpfe und Leiden«, »Feuer auf Erden«, »Die Zeit der Entscheidung«. Uns scheint es am besten, von der Scheidung der Geister zu sprechen, die sich am leidenden Messias vollzieht. Deshalb unsere Überschrift: »Am Messias scheiden sich die Geister«.

Lk 12,49-53:

»Feuer auf die Erde zu bringen, bin ich gekommen. Und wie froh wäre ich, wenn es schon brennen würde! (50) Ich muss mich mit einer Taufe taufen lassen, und wie werde ich bedrängt, bis sie vollzogen ist! (51) Glaubt ihr, dass ich gekommen bin, um auf der Erde Frieden zu bringen? Nein, sage ich euch, sondern Zwietracht. (52) Denn von jetzt an werden fünf in einem Hause uneins sein, drei gegen zwei und zwei gegen drei. (53) Der Vater wird gegen den Sohn stehen, und der Sohn gegen den Vater, die Mutter gegen die Tochter, und die Tochter gegen die Mutter, die Schwiegermutter gegen ihre Schwiegertochter, und die Schwiegertochter gegen die Schwiegermutter.«

Diese Verse sind eine Art Vorläufer von Gethsemane.

Zwei Verse lang spricht Jesus zunächst über sich selbst. Er sagt erstaunliche Dinge über seine messianische Aufgabe: »Feuer auf die Erde zu bringen (wörtlich: zu werfen), bin ich gekommen« (V. 49). Alle Ausleger rätseln: Was ist das für ein »Feuer«? Ist es das Gerichtsfeuer? Ist es das Reinigungsfeuer (vgl. Mt 3,11)? Ist es das Feuer des Heiligen Geistes (Apg 2,3ff.)? Ist es das Feuer der Zwietracht? Am weitesten vom Zusammenhang entfernt ist offensichtlich die Deutung als Reinigungsfeuer. Denn der Zusammenhang spricht von Zwietracht, Kampf, Bedrängnis, Leiden. Die Deutung auf das Feuer des Heiligen Geistes scheint ebenfalls vom Zusammenhang her wenig wahrscheinlich. Auch die Deutung auf das Feuer der Zwietracht macht erhebliche Probleme. Denn man könnte sich kaum vorstellen, dass Jesus von einem Zwietrachts -Feuer gesagt haben sollte: »Wie froh wäre ich, wenn es schon brennen würde!« Es bleibt also eigentlich nur die Deutung auf das Gerichtsfeuer übrig. In diesem Sinne wird das Bildwort vom Feuer in der Bibel häufig gebraucht (vgl. bei Lukas 3,9.17; Lk 9,54; 17,29). Ist aber das Gerichtsfeuer gemeint, dann muss sich V. 49 auf die Wiederkunft beziehen. Denn gerade bei seiner Wiederkunft bringt Jesus »Feuer auf die Erde«. Er kommt dann »in Feuerflammen, Vergeltung zu üben« (2 Thess 1,8). »Mit Feuer« wird am Tage des Gerichts geprüft (1 Kor 3,13). Dieses »Feuer« wird dann endlich alles Böse verzehren und beseitigen (Heb 10,27; Mk 9,48; Offb 14,10; 19,20; 20,10.14.15; 21,8). Von diesem Feuer, das alles Böse verzehrt, sagt Jesus also voller Sehnsucht: »Und wie froh wäre ich, wenn es schon brennen würde!« Alle Kämpfe wären dann zu Ende.

Deutet man Vers 49 auf die Wiederkunft, dann hat man auch einen guten Anschluss an die vorausgehenden Verse. Denn Letztere hatten ja gerade die Wiederkunft zum Thema.

Bevor aber das »Feuer« des Gerichts das Böse beseitigen kann, muss noch etwas anderes geschehen: »Ich muss mich mit einer Taufe taufen lassen, und wie werde ich bedrängt, bis sie vollzogen ist!« (V. 50). Dass Jesus hier mit der »Taufe« sein Leiden und Sterben meint, »hat man von jeher begriffen« (Zahn). Man denke an Mk 10,38. Erschütternd ist seine Selbstaussage: »Wie werde ich bedrängt (oder: angefochten, bekämpft, gequält), bis sie vollzogen ist!« Schon vor dem Kreuz erlebte Jesus seinen Weg als Kampf, Anfechtung, Qual und Bedrängnis von allen Seiten. Was er in Lk 12,50 sagt, hat er später in Joh 12,27 sinngemäß wiederholt. Jesus ging keineswegs als ein unanfechtbarer Held über diese Erde. Er erlitt alle Qualen der Angst, er stieg in alle Tiefen der Anfechtung hinab. Erst nach seinem Sühnetod konnte er alle Macht im Himmel und auf Erden übernehmen (Mt 28,18). In dieser Macht wird er dann bei seiner Wiederkunft auch das Feuer des Gerichts »auf die Erde schleudern« (so V. 49 wörtlich).

Will man einen solchen leidenden Messias in Israel? Viele wollen ihn nicht. Deshalb kommt es zur Scheidung. Scheidung aber ist Kampf: »Glaubt ihr, dass ich gekommen bin, um auf der Erde (oder: im Land) Frieden zu bringen? Nein, sage ich euch, sondern Zwietracht« (V. 51). Wie wird dieses Wort in die Hörer hineingefahren sein! Sollte der Messias nicht den ersehnten »Frieden bringen« (vgl. Jes 2,4; 9,6; 11,5ff.)? Der Ausdruck »ihr glaubt« oder »ihr denkt« (in Mt 10,34) zeigt, dass man in Jesu Umgebung solche Erwartungen hegte. Warum dann »Nein«? Warum sagt Jesus: »Ich bin gekommen, um Zwietracht zu bringen«? Um diese Aussage zu verstehen, muss man wissen, wie das NT und Jesus selbst vom »Frieden« reden. Dabei stellt man dreierlei fest:

1) Vor der Wiederkunft gibt es Frieden mit Gott für jeden Gläubigen, aber noch nicht den Frieden auf der ganzen Erde (vgl. dazu Joh 14,27; 16,33; Röm 5,1 und Mt 24,6ff parr; Offb 6,1ff.).

2) Frieden auf der ganzen Erde gibt es erst nach der Wiederkunft Jesu, im Tausendjährigen Reich also und in der neuen Schöpfung (vgl. Jes 11,5ff.; Offb 20,1ff.; Offb 21,1ff.).

3) Bis zur Wiederkunft gibt es den andauernden Kampf des Glaubens, weil Ablehnung, Hass, Verfolgung und Verführung sowohl Jesus als auch seine Gemeinde bedrohen (vgl. Joh 15,18ff.; Apg 14,22; 2 Kor 4,7ff.; 2 Kor 11,16ff.; Eph 6,10ff.; 1 Thess 2,14ff.; 1 Tim 6,12; 2 Tim 3,12ff und die gesamte Johannesoffenbarung).

Jetzt verstehen wir Lk 12,51 besser: An Jesus scheiden sich die Geister. Wer ihm nachfolgt, muss den Kampf des Glaubens führen. Wer ihm nicht nachfolgt, wird Jesu Person und Jesu Position bekämpfen (Lk 11,23). Insofern bringt Jesus nicht den »Frieden«, sondern die »Zwietracht«.

Ob die modernen Kirchen dieses Wort begriffen haben? Sie sprechen ständig vom »Frieden«, ohne die »Zwietracht« zu erwähnen, die durch die Scheidung der Geister entsteht. Sie erwecken den Eindruck, mit dem Christentum komme eitel Friede, und versäumen es, die Glaubenden auf Kampf und Bedrängnisse vorzubereiten. Auf diese Weise verschweigen sie häufig die Kosten der Nachfolge. Viel besser hat A. Schlatter begriffen: In Lk 12,51 nimmt uns der Herr »die Erwartung …, mit Jesus sei der Friede da«.

Gerhard Maier – Edition C

Zum Feuer, das schon angezündet ist, sind schon viele Auslegungen gegeben worden. Einige meinen, es beziehe sich auf den Zorn Gottes, den die Sünde Gottes bereits entflammt hat. Der Herr bezieht sich aber auf Sein eigenes Kommen: „Ich bin gekommen“, und zwar in Gnade, als Mensch unter Menschen. In der Menschwerdung kam Er nicht, um die Welt zu richten: „Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, auf daß er die Welt richte“ (Joh 3,17). Im Licht dieser Wahrheit meinen wir, daß das Feuer sich auf die Entzweiung bezieht, von der Er in V.51 spricht. Sein Kommen verursachte „eine Spaltung in der Volksmenge“ (Joh 7,43). Der Herr wünschte das Feuer, nicht etwa, weil es leicht zu ertragen wäre, sondern weil es gute Ergebnisse zeitigen würde. Es würde wohl Verfolgung gegen Ihn und die Seinen geben, aber genau das würde die wahren Nachfolger von denen trennen, die sich Ihm widersetzten. Wenn Er im Gericht kommt – ein Thema, das in den vorangegangenen Versen oft genannt worden ist – wird Er das Feuer des Gerichts auf Seine Feinde fallen lassen; in der Taufe hingegen, von der Er in V.50 spricht, würde das Gericht Ihn verzehren.

Benedikt Peters – Was die Bibel lehrt

In diesen Versen zeigt Jesus die gegenwärtige Lage in Beziehung auf Sich Selbst. Es handelt sich dabei nicht mehr um das jüdische Volk, sondern um die ganze Menschheit, in dem Wort „Erde“ dargestellt.
Ist unter dem Bild „des Feuers“ hier der Heilige Geist gemeint und das vom Geist begleitete Wort Christi? Oder ist damit die scheidende Kraft, die dann Lk 12,51-53 weiter ausgeführt wird, ausgesagt? Oder ist unter dem Bild des Feuers das neue Leben zu verstehen oder das Feuer des Gerichts, welches das Alte vernichtet und dem „Neuen“ Bahn bricht?
Wie Jesus im Gleichnis die alles durchdringende Kraft Seines Wortes, die auch alles umbildet, mit dem Sauerteig vergleicht, so stellt Er hier das gleiche göttliche Wort unter dem Bilde des Feuers dar.
Die Worte des ersten Satzteils: „Ich bin gekommen, ein Feuer auf die Erde zu werfen“, bezeugen den Zweck Seines Kommens und Wirkens auf Erden. Wenn Jesus wünscht, es wäre schon angezündet, dann besagt das, dass dieses Ereignis, der wesentlichste Teil Seines irdischen Berufes, noch nicht eingetreten ist.
Der Ausbruch und die Ausbreitung des Feuerbrandes auf der ganzen Erde kann nur stattfinden, wenn Sein Leiden und Sterben vollbracht ist, was Jesus mit dem Bild der Taufe bezeichnet. Mehrfach bediente Sich der Herr dieses Bildes zur Bezeichnung Seines Erlösungsleidens (Mt 20,22 u. Mk 10,38f). Er wählte dieses Bild einerseits, um die Menge Seiner bevorstehenden Leiden darzustellen! Andererseits soll dieses Wort von der Taufe sagen: Wie die Taufe durch Johannes den Täufer die erste Vorbereitung für Seinen Messiasberuf war, so vollendet sich in der Leidenstaufe Sein Erlöserberuf.
Bei der Wassertaufe durch Johannes nahm Jesus im voraus alle Folgen Seiner Vereinigung mit einer sündigen, verdammungswürdigen Menschheit auf Sich, die Er retten und reinigen wollte. Er Selbst muss nun als der erste in der Feuertaufe des Leidens sterben, damit die Feuerfunken dieser Taufe die ganze Welt entzünden. – Dieser Gedanke übt einen erschütternden Eindruck auf Seine Seele aus, und mit vollkommener Aufrichtigkeit spricht Er von der tiefen Bewegung, die Er empfindet.
„Wir blicken hier schon vor der Passion in die Passion Jesu hinein.“ Es ist dasselbe innere Erleben, das später im Tempel wieder zutage tritt (Joh 12,27): „Jetzt ist Meine Seele erschüttert, und was soll Ich sagen?“ Zum letzten mal bricht es in seiner ganzen Schwere hervor in Gethsemane. Lukas allein hat uns den ersten Ausbruch dieser innersten Herzensbewegung Jesu aufbewahrt.
Nach dieser Äußerung, gleichsam einer Parenthese (einer Einschiebung) vergleichbar, abgenötigt durch den Gedanken von V 49, nimmt Jesus Seine Schau wieder auf und entwickelt sie.

Wuppertaler Studienbibel

Nun habe ich extra ganz verschiedene Ausleger hier zitiert, um zu zeigen, dass jemand, der glaubt, aufgrund von dieser Lukas 12 Aussage Jesu Christi ein „feurigen Geist“ haben zu dürfen, und seine Mitbrüder nicht liebevoll behandelt, eindeutig dem „Verkläger unser Brüder“ auf den Leim gegangen ist. Christen zeichnen sich durch Liebe aus – und nicht durch Trennung und Streit. Wer also darauf beharrt, dass man sein eigenen Familienangehörigen verstößt, weil diese einen anderen Glauben annehmen oder denGlauben anders ausleben, wie man selbst, ist genauso diesem „Verkläger unserer Brüder“ auf den Leim gegangen.

war Jesus mal ein anderer?

Jesus Christus ist derselbe gestern und heute und in Ewigkeit. (W. in die Zeitalter)
Elberfelder 1871 – Hebräer 13,8

Jesus Christus ist gestern, heute und in Ewigkeit derselbe-!  Christus ist der ewig Gleiche und ewig Lebendige.
Ludwig Albrecht – Hebr 13,8

Jesus Christus ist derselbe gestern und heute und immerdar.
neue Welt Übersetzung – Bi12 – Hebr 13,8

Jesus Christus hat sich nicht verändert und wird es auch nie tun. So wie er gestern drauf war, ist er auch heute, und so wird er auch mit Sicherheit immer bleiben.
VolxBibel – Hebraer 13,8

Kennst du Leute, die glauben, dass Jesus der Erzengel wäre? Was sagen diese zu diesem Vers, dass Jesus „unveränderlich ist“?
Kennst du Leute die glauben, dass Jesus irgendwo in China als Frau wiedergekommen wäre? Was sagen diese zu diesem Vers, dass Jesus Christus „unveränderlich ist“?

13, 8: Jesus Christus gestern u. heute derselbe u. in die Ewigkeiten.

Vgl. die Deutung des Jahvenamens ExR 3 (69c): R. Jiçchaq (um 300) sagte: Gott sprach zu Mose: Sage ihnen: Ich bin, der ich gewesen, u. ich bin derselbe jetzt u. ich bin derselbe in der Zukunft (vgl. Ex 3, 14 f.).

Kommentar zum Neuen Testament aus Talmud und Midrasch

Heb 13,8: Jesus Christus ist gestern und heute derselbe und ist es in Ewigkeit.

Wäre Jesus nicht unwandelbar derselbe, so könnten wir nicht auch nach dem Tod der Apostel im selben Glauben ihren Weg fortsetzen. Aber ob auch Apostel und Lehrer sterben, Christus bleibt. Bei ihm finden wir allezeit dieselbe Leitung, Wahrheit und Gnade. Daher geht durch den Tod der Apostel nichts vom Grund ihres Glaubens verloren, und der Weg der Christenheit bleibt immer derselbe.

Schlatter – Erläuterungen zum Neuen Testament

Menschliche Führer, so hervorragend und treu sie sein mögen, verlassen uns, und ihre Abwesenheit macht sich schmerzlich bemerkbar; ihr Licht und ihre Pflege fehlen. Im Gegensatz dazu, wie auch im Gegensatz zu den mancherlei und fremden Lehren der Menschen, von denen im neunten Vers die Rede ist, stellt uns der achte Vers den vor, der bleibt: «Jesus Christus ist derselbe, gestern und heute und in Ewigkeit.» Er bleibt derselbe in seiner Liebe und in seiner Treue; derselbe, um die Seinen zu erleuchten, zu beleben, zu führen und zu beschützen. Was Er in der Vergangenheit für diese Führer gewesen ist, deren Glauben wir nachahmen sollen, und überhaupt für alle Heiligen, die ihren Lauf vollendet haben, das ist Er heute auch für uns. Und was Er jetzt ist, das wird Er auch in der Ewigkeit sein, um unsere Herzen zu erfüllen und zu befriedigen. Er genüge uns und erfülle unsere Herzen auch jetzt. In Ihm finden wir die Ruhe, den Mut und die Kraft. Er vermag allem völlig zu entsprechen.

Halte fest 1966

Das zweite Attribut, das die Gottheit Jeschuas betont, ist die Unveränderlichkeit; Er wird niemals alt. Die Tatsache, dass Er unveränderlich ist, bedeutet, dass Er unveränderlich ist. Er bleibt in Seiner göttlichen Natur derselbe, ohne dass Seine göttliche Kraft abnimmt. Die Unveränderlichkeit des Messias wird in zwei Passagen des Hebräerbriefes gelehrt.

Die erste Stelle ist Hebräer 1,10-12: Und du, Herr, hast im Anfang den Grund der Erde gelegt, und die Himmel sind das Werk deiner Hände: Sie werden vergehen; du aber bleibst: Und sie werden alle alt werden wie ein Gewand, und du wirst sie zusammenrollen wie einen Mantel, und sie werden sich verändern; du aber bist derselbe, und deine Jahre werden nicht vergehen.

Die zweite Stelle ist Hebräer 13,8: Jesus Christus ist derselbe gestern und heute, ja, und in Ewigkeit.

Kontextuell bezieht sich dies auf seine göttliche Natur. Jesus hat das Attribut der Unveränderlichkeit.

Arnold Fruchtenbaum – Die Gottheit des Messias

Jesus Christus ist derselbe gestern und heute und in Ewigkeit. Lasst euch nicht fortreißen durch verschiedenartige und fremde Lehren! Denn es ist gut, dass das Herz durch Gnade gefestigt wird, nicht durch Speisen, von denen die keinen Nutzen hatten, die danach wandelten. Wir haben einen Altar, von dem zu essen die kein Recht haben, die dem Zelt dienen. Denn die Leiber der Tiere, deren Blut durch den Hohenpriester für die Sünde in das Heiligtum hineingetragen wird, werden außerhalb des Lagers verbrannt. Darum hat auch Jesus, um das Volk durch sein eigenes Blut zu heiligen, außerhalb des Tores gelitten. Deshalb lasst uns zu ihm hinausgehen, außerhalb des Lagers, und seine Schmach tragen! Denn wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir. Durch ihn nun lasst uns Gott stets ein Opfer des Lobes darbringen! Das ist: Frucht der Lippen, die seinen Namen bekennen. Das Wohltun und Mitteilen aber vergesst nicht! Denn an solchen Opfern hat Gott Wohlgefallen.

In Vers 8.9 legt der Schreiber dar, dass Jesus im Mittelpunkt ihres Glaubens stehen muss. In Vers 8 erklärt er: Jesus Christus ist derselbe gestern und heute und in Ewigkeit. Dieser Vers wird heute oft aus dem Zusammenhang gerissen. Dieser Vers wird in gewissen Kreisen oft aus dem Zusammenhang gerissen, um weiszumachen, dass der Herr Jesus, da er gewisse Dinge in den Evangelien tat, immer wieder dieselben Dinge tun müsse. Nicht einmal in den Evangelien hat er immer dasselbe auf die gleiche Weise getan. Der Kontext lehrt einfach, dass Jesus den Gläubigen in ihren Versuchungen Sieg verschaffen kann. Er verhalf den fernen Heiligen von Kapitel 11 zum Sieg und ebenso den aktuelleren Heiligen von Vers 7. Er schenkte Siege in der Vergangenheit. Er schenkt Siege in der Gegenwart. Und er wird Siege schenken in der Zukunft. Außerdem ist Jesus unveränderlich in seinem Wesen, sowohl in Bezug auf die göttlichen als auch auf die ewigen Aspekte. Es gibt zwei Bereiche, in denen Jesus nicht derselbe gestern, heute und in Ewigkeit ist.

Erstens, er ist nicht immer derselbe in seiner Person. Bis zu seiner Fleischwerdung (während der gesamten vergangenen Ewigkeit) existierte er nur in Gestalt Gottes (Phil 2,5-11). Gott ist Geist und Jesus Christus existierte in der gesamten, vergangenen Ewigkeit nur in Gestalt Gottes. Mit der Fleischwerdung änderte sich das. Jesus hörte nicht auf, Gott zu sein, aber zusätzlich zu seiner göttlichen Existenz nahm er menschliche Natur an und wurde auch ein Mensch. Seine Person änderte sich insofern, dass er nicht mehr nur Gott, sondern ein Gott-Mensch war. An diesem Punkt wurde er zu einem sterblichen Menschen, einem natürlichen Menschen, der Hunger und Durst unterworfen war, der Erschöpfung und Schwachheit unterlag, der dem Tod ausgeliefert war. Nach seiner Auferstehung änderte sich seine Person erneut. Er ist nicht mehr der sterbliche Gott-Mensch. Jesus ist der unsterbliche Gott-Mensch. Er ist nicht mehr Hunger, Durst, Tod usw. unterworfen. Daher ist er in seiner Person nicht derselbe gestern, heute und in Ewigkeit.

Zweitens, Jesus ist in seinem Programm nicht derselbe gestern, heute und Ewigkeit gewesen. Speisen, die zu verschiedenen Zeiten gegessen werden durften bzw. nicht gegessen werden durften, können hier als Beispiel dienen. In der Zeit von Adam bis Noah waren die Menschen nach Gottes Willen Vegetarier. In der Zeit von Noah bis Mose war alles, was sich bewegte, essbare Nahrung für die Menschen. In der Zeit von Mose bis Jesus durften die Juden nur bestimmte Speisen essen. Seit dem Tod Jesu sind alle Speisen wieder rein. Sein Programm ist nicht dasselbe gestern, heute und in Ewigkeit. Sogar im Buch Hebräer zeigte er eine Programmänderung. In der Vergangenheit waren Blutopfer nötig, aber jetzt sind sie nicht mehr nötig. Sein Programm hat sich geändert. Kapitel 11 zeigt, dass der Herr Jesus nicht an jedem Heiligen auf dieselbe Weise handelte. Er entschied, einige Heilige von Tod, Feuer und Löwen zu erretten, aber andere wurden zu Tode gefoltert. Sowohl die, die vom Tod gerettet wurden, als auch die, die zu Tode gefoltert wurden, übten Glauben aus. Beide Gruppen werden wegen ihres Glaubens lobend erwähnt. In seinem Programm ist Jesus nicht immer derselbe gestern, heute und in Ewigkeit gewesen.

Jesus Christus ist nicht unveränderlich in seiner Person, und er ist nicht unveränderlich in seinem Programm; jedoch in seiner göttlichen Natur ist er unveränderlich. Der Herr Jesus ist immer Gott gewesen, und er wird immer Gott sein. Im gesamten Hebräerbrief betont der Autor die Gottheit des Sohnes. Im unmittelbaren Kontext hat er den Sieg in Verfolgungen bekräftigt. Jesus wird für den Sieg und für geistliche Reife inmitten von Verfolgung sorgen, und zwar bei denen, die Glauben und geduldiges Ausharren praktizieren. Das ist unveränderlich, das ist immer noch wahr. Vers 8 kann nicht dazu benutzt werden, um Heilung für alle Kranken zu beanspruchen. Und er kann auch nicht dazu benutzt werden zu behaupten, dass Jesus, wenn er zu einer bestimmten Zeit etwas Bestimmtes tat, dies immer so tun müsste. Jesus hat nicht einmal zurzeit seines irdischen Lebens immer auf die gleiche Weise gehandelt.

Arnold Fruchtenbaum – Der Hebräerbrief

Jesus Christus erscheint im AT als „der Engel Jehovahs“ bzw bei manchen jüdischen Auslegern und Sagen „Metatron“ – den Begriff den Johannes in seinem Evangelium in 1:1ff mit „logos“ übersetzt.
Wenn Jesus Christus der Chef, der Leiter, der Führer deiner Religionsgemeinschaft/Kirche ist, dann ändern sich die Lehren nicht, und muss auch nichts der heutigen Zeit angepasst werden – denn Jesus ändert sich NICHT.