„denn ich bin stärker als diese Welt“

Dieses habe ich zu euch geredet, auf daß ihr in mir Frieden habt. In der Welt habt ihr Drangsal; aber seid gutes Mutes, ich habe die Welt überwunden.
Elberfelder 1871 – Joh 16,33

Solches habe Ich zu euch geredet, auf daß ihr in Mir Frieden habet. In der Welt habt ihr Trübsal; aber seid getrost, Ich habe die Welt überwunden. Joh 11,2f; 14,27; 15,11; Röm 5,1; Eph 2,14; Kol 1,20; 1Joh 5,4; Jes 35,4.
Tafelbibel mit hinzugefügten Sachparallelstellen – Johannes 16,33

Ich habe euch das gesagt, damit ihr in meinem Frieden geborgen seid. In der Welt wird man Druck auf euch ausüben. Aber verliert nicht den Mut! Ich habe die Welt besiegt!“
Neue evangelistische Übersetzung – Joh. 16,33

Ich habe euch das alles gesagt, damit ihr in mir Frieden habt. Hier auf der Erde werdet ihr viel Schweres erleben. Aber habt Mut, denn ich habe die Welt überwunden.«
Neues Leben – Bibel 2006 – Johannes 16:33

Ich hab euch das erzählt, damit ihr wirklichen Frieden durch mich findet. Ihr werdet viele ätzende Sachen durchmachen müssen in dieser Welt, aber ihr braucht keine Angst zu haben, denn ich bin stärker als diese Welt, ich habe sie besiegt!“
VolxBibel – Joh 16:33

Dieser Vers beleuchtet die gefährdete Situation der frühen Christen, die erkennen mussten, dass der endgültige Sieg – wie auch die jüdischen Propheten und Lehrer sagten – erst kommen wird, wenn der Messias in der Zukunft kommt. Sie hatten aber auch erkannt, dass der Messias bereits gekommen war, und waren sich deshalb inmitten ihrer gegenwärtigen Drangsal dieses endgültigen Sieges sicher.

Craig Keener – Kommentar zum Umfeld des Neuen Testaments

»Fürchtet euch nicht«, steht über der Krippe. Die Engel singen es für die Hirten in der Nacht.
»Fürchtet euch nicht«, ruft der, der den Tod überwunden hat, seinen erschrockenen Jüngern zu. Darum geht es, zuerst und zuletzt: ohne Angst leben. »In der Welt habt ihr Angst; aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden.« (Johannes 16,33)
Diese Worte wollen gehört, diese Worte wollen verstanden, diese Worte wollen gelebt werden.

Friedrich Schorlemmer – Die Bibel fur Eilige

Vielleicht bedrücken dich Angst und Sorge: Die angegriffene Gesundheit oder Lasten im Berufs- und Familienleben sind oft geeignet, Ängste in uns hervorzurufen. Der Herr Jesus weiß darum!
Deshalb will Er dir heute Mut machen. Nimm diesen Ausspruch des Herrn ganz persönlich. Denn Er meint dich. Er kennt dich ganz genau und weiß, wie du empfindest. Er fühlt mit dir und sieht die Sorgenlast, die dich bedrückt. Denke daran: Er hat die Welt überwunden. Er ist siegreich auferstanden und zu seinem Vater zurückgekehrt. Dort lebt Er, um sich ununterbrochen für dich zu verwenden (s. Röm 8,34; Heb 7,25).
Im 17. Kapitel des gleichen Evangeliums dürfen wir Zuhörer sein, wie Er die Seinen liebevoll dem Vater anbefiehlt: „Ich bitte für … die, die du mir gegeben hast … ich habe sie behütet, und keiner von ihnen ist verloren … Jetzt komme ich zu dir; und dieses rede ich in der Welt, damit sie meine Freude völlig in sich haben … Ich bitte nicht, dass du sie aus der Welt wegnimmst, sondern dass du sie bewahrst vor dem Bösen“ (V. 9.12.13.15).

Bleib in mir 02-2018

Unser Herr weiß genau, in welcher Auseinandersetzung seine Nachfolger in diesen letzten Tagen stehen, wo Satans Werkzeuge sich mit bösen Menschen zusammentun, die das großartige Angebot der Erlösung vernachlässigen und ablehnen. Offen und geradeheraus schildert unser Retter, der mächtige General über die himmlischen Heerscharen, welch schwere Auseinandersetzung sie durchleben werden. Er weist auf die Gefahren hin, er unterrichtet uns über die Strategie des Kampfes und die schweren und gefährlichen Aufgaben, die zu erledigen sind. Dann erhebt er seine Stimme und ruft uns auf, erst einmal die Kosten zu überschlagen, bevor wir die Auseinandersetzung beginnen. Doch gleichzeitig ermutigt er uns, die Waffen für den Kampf zu ergreifen, denn wir dürfen damit rechnen, dass uns die himmlischen Heere zur Hilfe kommen, wenn wir die Wahrheit und die Sache Gottes verteidigen. Schwache Menschen werden übernatürliche Kraft und Hilfestellung bekommen, wenn sie in ernste Kämpfe geraten, weil sie im Sinne des Allmächtigen handeln. Standhafter Glaube und vollkommenes Gottvertrauen werden uns den Erfolg sichern. Während das letzte Bündnis des Bösen gegen Gottes Volk geschlossen wird, fordert Gott seine Leute dazu auf, tapfer und stark zu sein und mutig zu kämpfen, denn sie haben einen Himmel zu gewinnen, und in ihren Reihen kämpfen nicht nur Engel, sondern der mächtige General des Heeres des Herrn führt seine Armee persönlich an. Als damals Jericho erobert wurde, konnte sich das Heer Israels keinesfalls rühmen, die Stadtmauern mit seiner beschränkten Kraft eingerissen zu haben — nein, es war der Fürst über Gottes Heer, der die Schlacht in genialer Einfachheit geplant hatte, denn der Herr allein sollte die Ehre bekommen — sterbliche Menschen sollten nicht bewundert und erhoben werden. Gott hat uns seine ganze Kraft zugesagt. Was wir heute nötig haben, sind nicht großartige Talente, sondern demütige Herzen und persönlicher, hingebungsvoller Einsatz, gepaart mit Wachsamkeit, Gebet und ausdauerndem Arbeiten … Christus hat seinen Stellvertreter geschickt, den Heiligen Geist, der seinen Mitarbeitern ganz nahe kommt, damit sie die Unwissenheit durch die hellen Strahlen der “Sonne der Gerechtigkeit” (Maleachi 3,20) beseitigen. Seine Stimme gibt uns Zuversicht: “Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.” Matthäus 28,20. Wir müssen uns stets bewusst bleiben, dass wir unter den Augen einer unsichtbaren Welt in einem Kampf stehen. Siehe 1.Korinther 4,9. Wir sollen uns still auf Gott verlassen, während wir die Widerstände und den trotzigen Unglauben wahrnehmen und die Risiken überdenken, die wir auf uns nehmen müssen. Dann höre auf die Stimme Jesu: “Seid getrost, ich habe die Welt überwunden.” Johannes 16,33. Ja, Christus ist der Sieger. Er ist unser Führer, unser Hauptmann, und wir können zum Sieg gelangen. Weil Er lebt, werden wir auch leben.

Ellen Gould White – Christus ist Sieger

Das habe ich zu euch gesprochen, damit ihr Frieden habt.

Von der Schwachheit der Jünger, die sie fliehen lässt , redet Jesus; er spricht davon, dass ihre Treue versagt und er von ihnen allein gelassen wird. Das tut er aber nicht, um sie zu beschuldigen und zu richten, sondern um ihnen Frieden zu geben. Darum spricht er auch von der Versündigung der Jünger; denn sein Wort macht ihnen sein Vergeben offenbar und lässt sie seine Gnade sehen. Was ihnen den Frieden stören will, ist nur die Welt; Jesus dagegen gibt ihnen den Frieden.

In der Welt habt ihr Not: aber seid getrost; ich habe die Welt überwunden.
{1 Johannes 5,4.5}

Die Welt, so sagt Jesus, bestreitet, bedrückt und ängstigt die Jünger; sie bringt es auch dahin, dass sie jetzt von Jesus fliehen. Doch vor den Menschen brauchen sie nicht zu zagen, auch nicht vor ihrer großen Schar, vor dem mächtigen, festverbundenen Ganzen, das mit derselben Denkweise und demselben Willen ihnen als „Welt“ entgegentritt. Denn hier ist der Sieg schon erworben. An Jesus ist der Angriff der Welt gescheitert. Unbezwungen durch ihre Lust und ihren Schmerz, ihre Ehre und ihre Schande, ihre Güter und ihre Misshandlungen tritt Jesus auf die Kreuzesbahn. Er erträgt nicht nur unerschüttert ihren Ansturm, sondern er zwingt sie nieder, richtet seine Königsmacht auf, der sie unterworfen ist und gibt seiner Gnade die sieghafte Stärke und überwindende Herrlichkeit, so dass er verheißen kann: „Wenn ich erhöht sein werde, werde ich alle zu mir ziehen“. {Johannes 12,32} Darum ist es sein Abschiedswort an die Seinen: Ich habe die Welt überwunden; seid getrost!

Schlatter – Erläuterungen zum Neuen Testament

Die vierundzwanzigste Verheißung ist, dass die Gläubigen in der Welt verfolgt werden (Joh. 16:33a). Für zehn der elf Jünger bedeutete die Verfolgung den Märtyrertod. Der einzige, der nicht für seinen Glauben starb, war der Verfasser dieses Evangeliums, der Apostel Jochanan. Er litt jedoch unter Verfolgung und wurde in seinem hohen Alter nach Patmos verbannt, einer einsamen Insel vor der Westküste der heutigen Türkei, auf die Menschen zum Sterben geschickt wurden. Seitdem sind viele Gläubige gemartert worden oder haben irgendeine Form der Verfolgung für ihren Glauben erlitten. Der Grad des Leidens variiert und kann so leicht sein, wie von Freunden und Nachbarn geächtet zu werden, oder schwerer, wie die Erfahrung einer Scheidung oder der Verlust von Haus, Arbeit oder Position in der Gesellschaft. Eine Sache ist sicher: Alle Gläubigen werden wegen ihres Glaubens an den Messias ein gewisses Maß an Verfolgung erleiden.

Fünfundzwanzigstes Versprechen: Sieg

Die fünfundzwanzigste Verheißung ist eine des endgültigen Sieges (Joh 16,33b). Nachdem er seine Jünger und die Gläubigen im Allgemeinen vor vielen Dingen gewarnt hatte – Verfolgung, Martyrium, Hass durch die Welt, Ausschluss aus der Synagoge und Verfolgung durch die religiösen Menschen, die glaubten, Gott zu dienen -, versprach Jeschua, dass der Endsieg ihnen gehören würde, weil er die Welt überwunden hat.

Arnold Fruchtenbaum – Jeschua – Das Leben des Messias aus einer messianisch-jüdischen Perspektive

Mit V. 33 stehen wir am Ende des Kapitels. Jesus zieht selbst eine Art Bilanz mit den Worten: »Das habe ich euch gesagt, damit …« usw. Siebenmal ist die Wendung »Das habe ich euch gesagt« o. ä. in den Abschiedsreden aufgetaucht (Joh 13,19; 14,25; 15,11; 16,1.4.25.33). Jedesmal sollte sie zur Besinnung anleiten. So hat Jesus die Jünger auf das Kommende vorbereitet. Jetzt ist es noch einmal sein Ziel, dass »ihr in mir Frieden habt«. Dieser »Friede« war ja schon in Joh 14,27ff.angesprochen. Und wie in Joh 14,2 ist es kein allgemeiner Friede, sondern der Jesusfriede (»in mir«). Nur im Glauben an Jesus, nur in der Lebensverbindung mit ihm ist er zu finden, mag man auch tausendmal in der Kirchengeschichte die Worte »in mir« weggedeutet haben. Wie er aussieht, zeigt Jesus mit ganz wenigen, aber unheimlich einprägsamen Worten: »In der Welt habt ihr Drangsal.« Für »Drangsal« steht dasselbe Wort wie für den Geburtsschmerz der gebärenden Frau in V. 21. »Drangsal« ist zugleich die allen Juden bekannte Bezeichnung der Nöte der Endzeit (Luthertext meist »Trübsal«, z. B. Dan 12,1; Mt 24,21; Apg 14,22). So erinnert Jesus mit diesem Wort nicht nur an den Hass der Welt (Joh 15,18ff.), sondern auch an alle Glaubensnot bis zu seiner Wiederkunft. Zu dieser Glaubensnot gehört auch die persönliche Angst, und deshalb ist die Übersetzung der Lutherbibel »in der Welt habt ihr Angst« nicht falsch. Wie ruhig Jesus das sagt! Es ist keine Schande, wenn wir zugeben, dass wir keine Helden sind, sondern angstverfolgte, gedrückte, durch unzählbare Nöte gehende Jünger. Wie klar das alles vor den Augen Jesu liegt! Schon das ist tröstlich.

Nun steht jedoch ein besonderes Trostwort am Ende: »Aber seid getrost! Ich habe die Welt überwunden.« Mit einem ähnlichen Trostwort schließt auch Matthäus sein Evangelium (Mt 28,20). Es ist das siegreiche göttliche »Aber«, das aus aller Jüngernot einen Sieg Gottes macht. Statt »seid getrost!« kann man auch übersetzen: »Habt Mut!«, »Seid guten Mutes!« Der Jünger soll sich von Drangsal nicht bannen lassen, sondern vorwärtsgehen wie ein zuversichtlicher Kämpfer. Was ist der Grund seiner Zuversicht? Seine Eignung? Seine gesunde Konstitution? Absicherung durch die Gemeinschaft? Nein. Nicht einmal die Geistausrüstung wird hier genannt. Der Grund der Zuversicht ist er – Jesus selbst! Und deshalb kann sie nie kaputtgemacht werden. Man kann uns alles in der Welt zerschlagen. Aber kein Mensch und kein Teufel kann ein Jota an den Worten ändern: »Ich« – und dieses »ich« ist so betont wie in den »Ich -bin«-Worten! – »habe die Welt überwunden«.

Aus Anhänglichkeit an den Luthertext und die Väter haben wir die Übersetzung »überwunden« gelassen. Eigentlich heißt es im Griechischen: »besiegt«. Jesus ist der Sieger über den Teufel als Herrscher der Welt (Joh 12,31; 14,30; 16,11). Er ist der Sieger, der sich in Heils – und Weltgeschichte durchsetzt (Offb 3,21; 5,5; 19,11ff.). So besiegt er den Tod und die Hölle (1 Kor 15,25ff.; 1 Kor 15,55ff.). So hat er auch die dem Bösen ergebene Welt durch Kreuz und Auferstehung besiegt. Nur sofern er es zulässt, kann das Böse, kann die Welt und die Drangsal die Jünger noch angreifen und quälen. Aber grundsätzlich liegt alle Gewalt seit der Auferstehung in seiner Hand (Mt 28,18; Eph 1,20ff.; Kol 2,14ff.). Die Aussage »Ich habe die Welt überwunden« blickt schon voraus auf jenes Siegesdatum von Kreuz und Auferstehung. Damit hat Jesus seine schwachen, gebrechlichen Jünger auf ein Felsenfundament gestellt. Sein letztes Wort – und das ist typisch für Jesus – ist nicht der Tadel des schwachen Glaubens (V. 32), sondern ein Siegeswort für die Glaubenden (vgl. Röm 8,37; 1 Joh 4,4; 5,4ff.).

Schauen wir zurück. Freude, Wiedersehen mit Jesus, direkter Zugang zum Vater, Erhörungsgewissheit, Heiliger Geist, ewige Gottesgemeinschaft, Freundschaft mit Jesus und dem Vater, Frucht, unverhüllte Offenbarung und Frieden durch den Sieger Jesus: Das sind die unvergleichlichen Gaben, die Jesus in seinen Abschiedsreden vor den Jüngern aufgezeigt hat. Sie sind die Frucht seines Leidens und Sterbens. Wie sagte er in Joh 16,7 ? »Es ist gut für euch, dass ich fortgehe.«

Gerhard Maier – Edition C

Jesus aber sorgt sich nicht um sich selbst, sondern um seine Jünger. Was wird aus ihnen, wenn sie ihn verlassen und sich jeder in das Seine zerstreuen? „Das habe ich zu euch gesprochen, damit ihr in mir Frieden habt.“ Es ist nicht zu begreifen Mußte. Jesus nicht den Aposteln drohend sagen: wenn ihr mich treulos verlaßt, dann stürzt ihr in die Friedlosigkeit? So würde es sein, wenn die Jünger auf sich selbst gestellt wären. Dann wäre für sie mit ihrem Versagen alles aus. In sich selbst können sie keinen Frieden finden. Aber „in mir“, in Jesus werden sie „Frieden haben“, nur in ihm, dort aber auch ganz gewiss. Sie müssen nicht den Verzweiflungsweg des Judas gehen und werden es auch nicht tun. Aber das allein wird ihr letzter Halt sein, dass Jesus ihnen das alles voraussagt und seine Liebe doch nicht von ihnen nimmt.
Freilich, „in der Welt habt ihr Bedrängnis“ – Uns ist die LÜ vertraut und lieb „In der Welt habt ihr Angst“. Für Luther aber was „Angst“ noch ein objektives Wort. Die objektive Bedrängnis, nicht das subjektive Angstgefühl, ist auch in der LÜ gemeint. Im grie Text jedenfalls steht das Wort „thlipsis“, also das Wort, das im NT besonders die „Bedrängnis“ durch Verfolgung und Feindschaft meint. – . Ihr werdet diese „Bedrängnis“ sofort zu spüren bekommen, wenn jetzt gleich die kirchliche und weltliche Obrigkeit zugreift und euren Meister verhaftet. Und auch nach dem frohen Wiedersehen zu Ostern und trotz der „Freude, die keiner von euch nimmt“ (V. 22) wird euer Leben angefüllt sein mit viel Drangsal. Nicht ihr selber müßt damit fertig werden. Wenn ihr es nebeneinander seht: hier euer kleines, schwaches Häuflein und dort die große, mächtige „Welt“, wie könntet ihr es euch zutrauen, diese Welt zu bezwingen. „Aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden.“ Dieses „Überwinden“ der Welt sieht freilich ganz anders aus, als wir es uns vorstellen und wünschen. Es ist kein sichtbarer, äußerer Triumph, bei dem die „Welt“ von Jesus in die Knie gezwungen wird. Nein, gerade in dem wehrlosen, willigen Sterben am Fluchholz geschieht dieser „Sieg“ über die Welt. Hier ist die Welt im Innersten, in ihrem Wesen, „überwunden“. Dieser Sieg ihres Herrn weist auch den Jüngern den Weg. Auch sie werden den Sieg nie in äußerer Macht und Überlegenheit haben, sondern immer nur als die Gestorbenen leben und als die Wehrlosen, die Schwachen und Leidenden die Welt überwinden – Es ist das von Paulus in seiner ganzen Paradoxie ausgesprochen in 2 Kor 4,7-11; 6,1-10;1 Kor 4,9-13 und von der Offenbarung des Johannes anschaulich dargestellt; vgl. die „Siegerworte“ in den Sendschreiben und Offb 12,11;13,7-10. – . Dieses Überwinden geschieht „in Christus“ aufgrund seines Überwundenhabens. Am Ende der Zeiten aber wird der Sieg Jesu in Herrlichkeit sichtbar werden, wenn sich „jedes Knie vor ihm beugt und jede Zunge bekennt, dass Jesus Christus der Herr sei zur Ehre Gottes des Vaters“ (Phil 2,11).

Wuppertaler Studienbibel

George Müller – Jehova Verherrlicht- AnsprachenVerurteilen Sie sich selbst als Sünder; verurteilen Sie sich selbst; und als schuldige Sünder, die nichts anderes als Strafe verdienen, setzen Sie Ihr Vertrauen auf den Herrn Jesus Christus zur Errettung. Wenn ihr das tut, dann wird euch Gott um Christi willen gewiss vergeben. Auch wenn Sie der größte, der älteste, der verstockteste Sünder sind; auch wenn Sie immer wieder gegen Licht und Erkenntnis gesündigt haben; wenn Sie jetzt auf Christus vertrauen, wird Ihnen um seinetwillen vergeben werden; denn im Blut Christi liegt die Macht, die größten Sünden wegzunehmen. Der verstockteste Sünder wird sofort, wenn er glaubt, von Gott um Christi willen angenommen und so behandelt, als hätte er nie gesündigt. Wer glaubt, erlangt volle, freie und ewige Vergebung für all seine unzähligen Übertretungen. Dann beginnt die Liebe zu Gott, der Jesus gab, und die Liebe zu Jesus, der sich selbst gab. Und dann sagt die Seele: „Was kann ich Gott für sein unaussprechliches Geschenk und meinem kostbaren Herrn Jesus für seine Selbsthingabe geben?“ Dann beginnt die Seele zu versuchen, mehr wie Jesus Christus zu sein. Je mehr wir Jesus und uns selbst kennenlernen, desto mehr streben wir danach, diesem gesegneten Einen ähnlich zu sein. Danach wollen wir, liebe Mitgläubige, mehr und mehr streben. „Die Welt vergeht, und ihre Mode.“ Wir haben nur ein Leben hier zu verbringen, und das ist ein sehr kurzes; und nach unserer Bekehrung sollte unser einziges großes Ziel in dieser bösen Welt sein, zu versuchen, den Geist Jesu zu manifestieren. Und dann sollen wir uns in Bezug auf unsere Mitgläubigen gegenseitig lieben. Jünger sollten einander lieben, ungeachtet aller Schwächen und Gebrechen, die wir in einem anderen sehen. Um Christi willen sollen wir es tun, denn es ist der Wille des Gesegneten. Darum lasst uns danach streben; und je mehr wir auf diese Weise die Gesinnung Jesu offenbaren können, desto größer wird die Ehre sein, die wir für ihn erlangen.

George Müller – Jehova Verherrlicht- Ansprachen