Wind, Geist, Atem, Seele?

und der Staub zur Erde zurückkehrt, so wie er gewesen, und der Geist zu Gott zurückkehrt, der ihn gegeben hat.
Elberfelder 1871 – Kohelet 12,7

und rückkehrte der Staub an die Erde, gleichwie er war,
und der Geisthauch rückkehrte zu Gott, der ihn gab.
Buber und Rosenzweig – Versammler 12,7}}

und zurückkehrt der Staub zur Erde, wie er gewesen, der Lebenshauch aber kehrt zu Gott, der ihn gegeben hat.
de Wette Bibel – Prediger 12,7

der Staub auf die Erde zurückfällt als das, was er war, und der Atem zu Gott zurückkehrt, der ihn gegeben hat.
Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift – Kohelet 12:7

und der Staub zur Erde zurückkehrt als das, was er vorher gewesen ist, und der Odem (oder: Geist) zu Gott zurückkehrt, der ihn gegeben hat.
Menge 2003 – Prediger 12:7

Worüber läßt sich besser streiten, als über den Tod?

„Was ist die Bedeutung des physischen Todes?“ Der physische Tod ist die Trennung des immateriellen Teils des Menschen vom materiellen Teil des Menschen (Prediger 12:7; Jakobus 2:26). Es ist kein Aufhören der Existenz oder des Bewusstseins, wie diejenigen glauben, die den „Seelenschlaf“ lehren, sondern es ist lediglich eine Trennung des immateriellen Teils des Menschen vom materiellen Teil des Menschen.

Der physische Tod ist speziell eine Strafe für Sünde (1 Mose 3,19; Num 27,3; Ps 90,7-10; Röm 5,12-21; 6,23; 1. Kor 15,21-22). Das vielleicht beste Beispiel für den physischen Tod als Strafe für Sünde ist 1 Mose 5, wo die Worte und er starb immer wieder aufgezeichnet werden, mit Ausnahme von Henoch (V. 21-24).

Für den Gläubigen wird der Tod jedoch nicht mehr als Strafe angesehen, sondern als Mittel zum Eintritt in den Himmel. Deshalb beschreibt die Bibel den Tod für den Gläubigen mit dem Begriff „schlafen“ (Mk. 5:39; 1 Thess. 4:13-14). Wenn die Bibel den Begriff „Schlaf“ in Bezug auf den Tod verwendet, lehrt sie nicht den Seelenschlaf, weil sich das Wort „Schlaf“ nicht auf die Seele, sondern auf den Körper bezieht. Zum Beispiel gibt es im physischen Schlaf ein vorübergehendes Aufhören der körperlichen Aktivität, aber nicht der Geist-Seele-Aktivität. Der Verstand zum Beispiel arbeitet weiter und andere Facetten des materiellen Teils des Menschen, wie die lebenswichtigen Organe, arbeiten weiter. Der physische Schlaf ist also eine vorübergehende Aussetzung der physischen Aktivität, bis der Körper wieder erwacht. „Schlaf“ im Sinne des Todes ist auch eine vorübergehende Aussetzung der körperlichen Aktivität, aber nicht der Geist-Seele- oder Verstand-Herz-Aktivität, denn der Tod ist keine Beendigung des Bewusstseins oder der Existenz. Für den Gläubigen ist der Tod also keine Strafe mehr, sondern das Mittel, um in den Himmel zu kommen. Für den Gläubigen wird er daher als „Schlaf“ angesehen, eine vorübergehende Aussetzung der körperlichen Aktivität, bis der Körper bei der Auferstehung erwacht.

Das Heilmittel für den physischen Tod wird eine physische Auferstehung sein; die physische Auferstehung wird die Auswirkungen des physischen Todes beseitigen (Römer 5:17; 8:23; 1 Korinther 15:22).

Arnold Fruchtenbaum – Die biblische Sicht des Todes

Der physische Tod ist eine „Trennung“ des immateriellen Teils des Menschen vom materiellen Teil des Menschen (Prediger 12,7; Jak. 2,26), nicht ein „Aufhören“ der Existenz (z.B. Nihilismus) oder des Bewusstseins (z.B. „Seelenschlaf“). Für den Gläubigen wird der Tod jedoch nicht mehr als Strafe angesehen, sondern als Mittel, um in den Himmel zu gelangen. Tatsächlich beschreibt die Bibel den Tod als „Schlaf“ (Mk. 5:39; 1 Thess. 4:13-14), aber „Schlaf“ bezieht sich in diesen Fällen auf den Körper, nicht auf die Seele. In Analogie dazu gibt es im physischen Schlaf ein vorübergehendes Aufhören der körperlichen Aktivität, aber nicht der geistig-seelischen Aktivität. Ebenso ist der physische Tod eine vorübergehende Einstellung der physischen Aktivität, aber nicht der Geist-Seele- oder Verstand-Herz-Aktivität. Das Heilmittel für den physischen Tod wird eine physische Auferstehung sein (Röm. 5:17; 8:23; 1. Kor. 15:22).

Arnold Fruchtenbaum – Fragen und Antworten auf ariel.org

Lehrt die Schrift den Seelenschlaf ?
Zu den vielen Irrlehren gehört auch die Lehre vom Seelenschlaf. Die Vertreter dieser Lehre sagen, dass der Mensch nach dem Tode bewusstlos im Grabe liege und zwar nach Geist, Seele und Leib. Die Schrift aber sagt das Gegenteil (Philipper 1, 23; 2 Korinther 5, 1; Lukas 16, 19 ff.). Wenn die Schrift vom Entschlafen bzw. vom Sterben redet, so hat dies nur Bezug auf den Leib. So lesen wir, dass bei der Auferstehung Jesu viele „Leiber“‘ der Heiligen aus ihren Gräbern hervorgingen (Matthäus 27, 52), von den Seelen und Geistern derselben ist aber keine Rede. Auch unser Traumleben zeigt, dass der Leib ruhen kann, während die Seele und der Geist beschäftigt sind und in ferne Länder wandern. Mit dem Tode enden einzig die leiblichen Funktionen, aber nie die der Seele und des Geistes.
Verschiedene Bedeutungen des Wortes «tot». Der Ausdruck „tot“ meint keineswegs immer dasselbe. So bezeichnet Paulus weltlich gesinnte Frauen als lebendig tot (1 Timotheus 5, 6). Er will damit sagen, dass sie ihrer Gesinnung wegen tot und für Gott unfruchtbar sind. Die Schrift nennt den Unwiedergeborenen tot in Sünden (Epheser 2, 1). Und der Vater des verlorenen Sohns sprach von seinem Sohn als von einem Toten, obwohl er lebte (Lukas 15, 24). In Hesekiel 37 sieht der Prophet das Volk Israel wie ein großes Totenfeld; sie alle sind in Gottes Augen wie Tote, die belebt werden müssen. Dann nennt die Schrift weiter die Verstorbenen und zuletzt jene, die dem zweiten Tode, dem Feuersee anheimfallen, Tote!
Was sagt die Schrift vom Zustand der Entschlafenen? Das Sterben umfasst nur den Leib des Menschen. Geist und Seele aber sterben nicht. Als Lazarus gestorben war, sagte der Herr zwar, dass er schlafe. Die Worte Marthas: „Herr, er stinket schon, zeigen jedoch deutlich, dass er wirklich gestorben war (Johannes 11, 11-14). Trotzdem sagt der Herr zu Martha, die wohl wusste, dass ihr Bruder am jüngsten Tage auferstehen werde, und zwar um sie zu trösten: „Wer da lebet und glaubet an mich, wird nimmermehr sterben“ (Johannes 11, 26). Somit leben die, die an Christus glauben auch dann, wenn sie gestorben sind, weil Jesus die Auferstehung und das Leben ist (Johannes 11, 25).
Von S t e p h a n u s lesen wir, dass er entschlief. Zuvor aber sah er den Herrn zur Rechten Gottes und mit den Worten: „Herr, nimm meinen Geist auf“ legte er denselben in des Herrn Hand, wie der Herr einst am Kreuze hängend Seinen Geist dem Vater übergab (Apostelgeschichte 7, 59; Lukas 23, 46). Beide Fälle zeigen also deutlich, dass das Sterben sich auf den Leib allein und weder auf die Seele, noch auf den Geist bezieht.
Als P a u 1 u s in der Synagoge zu Antiochien predigte, erwähnte er unter anderem das Grab Davids (Apostelgeschichte 13, 36). Er sagt von David, dass er entschlief und dass sein L e i b die Verwesung sah. Es war also sein L e i b und nicht seine Seele oder sein Geist, die im Grabe verwesten. Das Wort „entschlafen“ bezieht sich also nur auf Davids L e i b . Eine direkte Bestätigung dafür bringt gerade der nächste Vers, indem Paulus sagt, dass Gott Jesus aus den Toten auferweckt hat und k e i n e Verwesung gesehen hat. Das Nichtsehen der Verwesung kann sich auf nichts anderes als auf Jesu Leib beziehen; denn während Sein Leib drei Tage in der Gruft ruhte, war Seine Seele mit dem Schächer im Paradies (Lukas 23, 43). Eine klare Bestätigung dafür lesen wir in Epheser 4, 8 bis 10; dort sagt Paulus, dass der Herr erst in die untersten Örter der Erde hinabgestiegen ist. Während vielleicht die Leiber der Gekreuzigten noch an den Kreuzen hingen, hatten der Herr und der Schächer köstliche Geistesgemeinschaft im Paradies. Nach 1 Korinther 15, 20 wird der Herr der Erstling der Entschlafenen genannt, aber auf was anderes, als nur auf Seinen Leib kann dies Bezug haben? Gewiss niemals auf Seinen Geist oder auf Seine Seele.
Der Seelenschlaf wird meistens von alttestamentlichen Stellen abgeleitet, die sagen, dass die Toten nichts mehr wissen (Psalm 6, 5; Prediger 9, 5. 10). Der Zusammenhang dieser Stellen zeigt jedoch, dass dieses Nichtwissen der Toten nur das leibliche Leben angeht. Kann man aus Stellen wie Prediger 9, 5 schließen, dass die Toten überhaupt bewusstlos sind bis zum Tage der Auferstehung? Der Schlüssel zum Buch des Predigers lautet „alles ist eitel“ und „unter der Sonne“. Menschlich gesprochen ist der Tod das Ende von alledem, was unter der Sonne geschieht. Salomo hat eine Aufstellung von dem, was unter der Sonne geschieht, und von den Mühen dieses Lebens gemacht, und sagt dann, dass die Toten nichts mehr davon wissen. Der Tod unterbricht nur die Beziehungen zu dieser Welt (2. Kön. 22, 20). Im letzten Kapitel des Buches des Predigers erhebt sich der Prediger ü b e r die Dinge, die ü b e r der Sonne liegen und sagt, dass der Staub zur Erde zurückkehrt und der Geist zu Gott (Prediger 12, 7). Es steht also nicht geschrieben, dass die Toten überhaupt nichts mehr wissen, und in den Gräbern ruhen und schlafen, denn von einer Auferstehung der Geister und Seelen sagt die Schrift gar nichts. Dieses Schlafen bezieht sich also nur auf den Leib. Ebenso wissen wir, dass Samuel bewusst im Totenreich war (1 Samuel 28, 15); denn er sagt zu Saul, dass er und seine Söhne morgen bei ihm im Totenreich sein werden. Bei der Ankunft des Königs von Babel im Totenreich erhebt sich alles und der ganze Scheol gerät seinetwegen in Bewegung (Jesaja 14, 9). Und ähnliches wird vom Hinabfahren des Pharao gesagt: „Von dem Getöse seines Falles machte ich die Nationen erbeben, als ich ihn in den Scheol hinabfahren ließ zu denen, welche in die Grube gefahren sind. Und alle Bäume Edens, das Auserwählte und Beste des Libanon, alle Wasser trinkenden, trösteten sich in den untersten Örtern der Erde“ usw. (Hesekiel 31, 15-.17; 32, 21). Also auch aus dem Alten Testament geht deutlich hervor, dass es keinen Seelenschlaf gibt, sondern dass dieses Schlafen nur vom Leib, niemals aber vom ganzen Menschen mit Geist, Seele und Leib gesagt wird.

G. R. Brinke – Jenseitiges und Zukünftiges

Er antwortete: ,Ich frage gar nichts nach Plato und Pythagoras, gar nicht einmal danach, ob überhaupt einer solche Ansichten teilt. Es ist ja Wahrheit, was ich da sage. Du aber magst davon lernen. Die Seele ist entweder Leben oder hat (Anteil am) Leben43. Wenn sie nun Leben wäre, dann würde sie etwas anderes zum Leben wecken, nicht sich selbst, gleich wie auch Bewegung eher etwas anderes bewegt als sich selbst. Daß die Seele lebt, wird niemand bestreiten. Wenn sie aber lebt, lebt sie nicht, weil sie Leben ist, sondern weil sie am Leben Anteil hat; das, was Anteil hat, ist etwas anderes als das, woran man Anteil hat. Die Seele aber hat Anteil am Leben, weil Gott will, daß sie lebe. 2. So wird sie nun auch dereinst nicht Anteil haben, wenn nicht Gott will, daß sie lebe. Denn das Leben gehört ihr nicht in gleicher Weise wie Gott. Im Gegenteil, gerade so wie der Mensch nicht immer existiert und nicht immer der Körper mit der Seele verbunden ist, sondern die Seele dann, wenn diese Vereinigung gelöst werden muß, den Körper verläßt und der Mensch nicht ist, so weicht auch von der Seele, wenn sie nicht mehr sein soll, der lebenspendende Geist und ist die Seele nicht mehr, sondern kehrt eben dahin zurück, woher sie genommen wurde’

Justinus: Dialog mit dem Juden Tryphon

Der Mann (Adam) wurde aus dem Staub (adamah) entnommen. Dieses Wortspiel in der Tora spiegelt die geistige Wahrheit der Menschheit Dilemma. Ungehorsam und Sünde haben physische Tod eine Rückkehr zu Staub (adamah) gebracht. Die Trennung des Körpers von der Seele endete Menschen fleischliche Existenz auf der Erde.
Allerdings hielt die jüdische Perspektive immer die Hoffnung auf ein besseres Leben und für die Welt zu kommen. Obwohl der Körper unter dem Fluch des physischen Todes ist, glaubten die Rabbiner , dass jeder Jude auferstehen würde und eine geistige Einheit erfahren. Wie der Schreiber Kohelet (Prediger) auf den Tod reflektiert, stellte er fest , dass „der Staub kehrt zur Erde kam es aus, und der Geist wieder zu Gott, der ihn gegeben“ (Prediger 12: 7).
Die Art und Weise, in der dieser Prozess stattfindet, hat immer ein Rätsel zu den Weisen gewesen. Rabbi Joshua ben Chananiah zusammengefasst die gemeinsame Stimmung: „Wenn sie wieder zum Leben kommen, werden wir über die Sache beraten“ (babylonischen Talmud, Niddah 70b)! Allerdings scheint es in Bezug auf die Realität der Auferstehung der Toten einen Konsens zu sein. Es gibt viele Bibelvers, die die rabbinischen Kommentatoren zu diesem Ergebnis geführt. Sie wurden auch zu dem Schluss geführt, dass es eine Entscheidung war zu kommen, und dass dieses Urteil würde bestimmen, ob die Menschheit der Ewigkeit in Segen oder in Verurteilung verbringen würde. Die Lehren von Olam habah ( „die Welt zu kommen“) und dem kommenden Gericht entfalten zunehmend in den späteren Schriften des Tanach (Hebräische Bibel). Das Buch Daniel gibt einen Überblick von dem, was in der letzten Zeit für Israel transpirieren wird:

Damals Michael, der der große Fürst dein Volk schützt, entstehen. Es wird eine Zeit der Bedrängnis sein, wie von Anfang an den Nationen bis dahin nicht geschehen ist. Aber zu dieser Zeit Ihre Menschen-alle, deren Namen in der geschrieben gefunden wird Buch wird geliefert. Viele, die unter dem Staub der Erde schlafen, werden aufwachen: etliche zum ewigen Leben, andere zu ewiger Schmach und Schande (Daniel 12: 1-2).

Die Rabbiner davon aus, dass nach dem Tod des Körper einer Person zur Erde zurückkehren würde. Da jedoch der Körper geduldig die zukünftige Auferstehung erwartete, würde der Geist an einen Ort namens Hölle hinabsteigen. Diese spirituelle Stätte soll bestehen aus zwei verschiedenen Fächern: ein Ort des Segens, genannt Paradies, und ein Ort des Gerichts, genannt Geyhinnom. Letztere wurde eine schreckliche Schicksal betrachtet, wie im Hintergrund des hebräischen Namen gesehen. Gey-Hinnom bedeutet wörtlich „Hinnomtal“, die eine der Schluchten ist die Stadt Jerusalem umgibt. Das Erstaunliche an dieser Stelle ist, dass es oft als ein Ort der heidnischen serviert (auch Menschen) Opfer und eine brennenden Müllkippe. Für einen Juden im alten Jerusalem, beschwor der Name Geyhinnom denkbar, die schrecklichsten Bild nach oben. Es war sicherlich eine passende Beschreibung für den geistigen Ort des Gerichts. Die Griechen nannten später den Ort Gehenna oder, wie in Englisch, Hölle übersetzt. Dieses Urteil war so schrecklich, dass die talmudischen Rabbiner glaubten, dass ein gläubiger Jude würde seine Angst verschont: „Ganz Israel einen Anteil in der Welt zu kommen“ (Jerusalem Talmud, Sanhedrin 11: 1).
So stark war das rabbinische Theologie in die Konzepte der Welt halten zu kommen und Zukunft Urteil, das Maimonides (Rambam die) enthalten diese Aussage als Teil seiner Dreizehn Prinzipien des jüdischen Glaubens:

Ich glaube mit vollkommenem Glauben, dass es an der Zeit, eine Auferstehung der Toten sein, wenn es gilt, den Schöpfer bitte, gelobt sei sein Name, und erhaben sein die Erinnerung an ihn für immer und ewig (XIII Prinzip wie von Philips übersetzt, tägliche Gebete, p. 167).

Historisch gesehen haben die jüdischen Menschen in der Auferstehung der Toten geglaubt. Es ist bedauerlich, dass viele zeitgenössischen Juden, darunter ganzen liberalen Zweig (zB Reformjudentum), werden entweder ignoriert oder diese zentrale Lehre desavouiert. Folglich gibt es viele modernen Juden, die keine Vorstellung von der Welt zu kommen oder einfach völlig ablehnen. Modernes Judentum neigt dazu, über die Bedeutung der hier und jetzt zu konzentrieren, was sicherlich von Bedeutung ist. Allerdings müssen die Hoffnung und Zentralität von Olam habah als zentraler Lehre im Judentum heute wieder hergestellt werden.
Diese Hoffnung der Auferstehung und die Welt zu kommen, war eine treibende Kraft bei vielen der biblischen Vorfahren. Von allen Beispielen in der Schrift, vielleicht das Erstaunlichste ist das Zeugnis von Hiob, der so unglaublichen Verluste in seinem Leben gelitten. Als er auf seine fast aussichtslosen Situation reflektiert, offenbarte Hiob seinen wahren Glauben an etwas jenseits dieses Lebens:

Ich weiß , dass mein Erlöser lebt,
und dass am Ende wird er auf der Erde steht.
Und nach meiner Haut zerstört worden ist ,
noch in meinem Fleisch werde ich sehen , Gott
(Hiob 19: 25-26).

Ebenso wichtig wie das irdische Leben ist, hat es eine größere, großartigere Hoffnung auf Ewigkeit in der Schrift offenbarte immer gewesen. Gott wird alle Ungerechtigkeiten korrigieren und alle Probleme dieses kurzen Lebens heilen. Wenn sie richtig verstanden wird, sollte die Realität des Todes und das Urteil zu kommen, man führt die gleiche Einstellung haben wie im Gebet von Moses wider: „lehren uns, unsere Tage richtig zu zählen, dass wir ein weises Herz gewinnen kann“ (Psalm 90 : 12).

Ein messianischen jüdischen Führer zu den biblischen Lebenszyklus und Lifestyle

In der Eden-Erzählung wurde der erste Mensch aus dem Staub der Erde und dem Lebensatem (πνοὴν ζωῆς/נִשְׁמַת חַיִּים) von Gott geschaffen, um eine lebendige Seele zu werden (ψυχὴν ζῶσαν/לְנֶפֶשׁ חַיָּה). Im Prediger wird der „Lebensatem“ zum Geist (τὸ πνεῦμα/רוּחַ), wenn er den Tod beschreibt, die Umkehrung des Schöpfungsprozesses. Tatsächlich heißt es im Prediger, dass der Geist zu Gott zurückkehrt, der ihn gegeben hat (Prediger 12,7). Ein ähnlicher Gedanke taucht in Gen. 6: 3, wenn Gott erklärt, dass sein Geist (τὸ πνεῦμά μου/רוּחַ) nicht für immer in den Menschen wohnen wird (ἐν τοῖς ἀνθρώποις τούτοις τὸν εἰς αἰῶνα/בָאָדָם לְעֹלָם), was darauf hindeutet, dass Gott sein Eigentum, seinen Geist, irgendwann wieder in Besitz nehmen wird. Das Konzept, dass das Leben von Gott geliehen ist, wie es von Pseudo-Phokylides beschrieben wird, erscheint auch in Wis. 15:8 und Lk. 12:20 (siehe hervorgehobene Sätze).

Der Glaube an ein Leben nach dem Tod und die Auferstehung in den Pseudepigraphen

R. Jehudah sagte: „Wenn ein Toter niemanden hinterlassen hat, der um ihn trauert, sollen zehn Männer an den Ort gehen, an dem er gestorben ist, und seinen Tod betrauern.“ Ein Fremder, der niemanden hatte, der um ihn trauerte, starb in der Nachbarschaft von R. Jehuda; so nahm R. Jehuda jeden Tag zehn Männer, ging zu dem Ort, an dem der Fremde starb, und trauerte um ihn. Nach sieben Tagen erschien der Geist des Fremden dem R. Jehuda im Traum und sagte zu ihm: „Möge dein Herz so leicht sein, wie du meines gemacht hast.“
R. Abuha sagte: „Alles, was in Gegenwart eines Leichnams gesagt wird, ist diesem bekannt, bis er begraben wird und die Erde auf ihn geworfen wird.“ R. Hyya und R. Simeon bar Rabbi sind diesbezüglich unterschiedlicher Meinung: Der eine sagt, bis der Leichnam begraben ist, der andere, bis das Fleisch verwest ist. Derjenige, der sagt, bis das Fleisch verwest ist, stützt seine Behauptung auf den zuvor zitierten Vers: „Sein Leib aber schmerzt, und seine Seele wird um ihn trauern.“ Der andere, der sagt „nur bis er begraben wird“, stützt seine Behauptung auf den Vers [Prediger 12,7]: „Wenn der Staub zur Erde zurückkehren wird, wie er war, und der Geist zu Gott zurückkehren wird, der ihn gegeben hat.“
Die Rabbiner lehrten: „Gib die Seele dem Herrn so rein zurück, wie er sie dir gegeben hat.“ Dies wird durch ein Gleichnis von einem König veranschaulicht, der seinen Dienern einst Kleider gab. Die Weisen unter ihnen kümmerten sich um sie, hielten sie sauber und falteten sie und benutzten sie nur bei besonderen Anlässen. Die Toren zogen sie an und verrichteten darin ihre Arbeit. Natürlich wurden die Kleider schmutzig. Plötzlich verlangte der König die Kleider wieder zurück. Die Weisen brachten sie sauber und ganz zurück, aber die Narren brachten sie schmutzig und verwahrlost zurück. Der König war mit den Weisen zufrieden und befahl ihnen, in Frieden zu gehen, und ließ ihre Kleider aufbewahren; die Kleider der Narren aber befahl er, in die Wäscherei zu schicken, und die Narren wurden ins Gefängnis geworfen. So macht es auch der Heilige, gepriesen sei Er. Über die Leiber der Gerechten sagt er [Jesaja 57,2]: „Er wird in Frieden kommen; sie werden ruhen in ihrer Ruhestätte“; und über die Seelen sagt er [1 Samuel 25,29]: „Und doch wird die Seele meines Herrn mit dem Herrn, deinem Gott, verbunden sein mit dem Band des Lebens.“ Über die Leiber der Gottlosen sagt er [Jesaja 48,22]: „Es gibt keinen Frieden, spricht der Herr, für die Gottlosen“; und über die Seelen der Gottlosen sagt Er [1 Samuel 25,29]: „Und die Seele deiner Feinde wird er wegschleudern, wie aus der Mitte der Schleuder.“
Wir haben gelernt: R. Eliezer sagte: „Die Seelen der Gerechten werden unter dem Thron der Ehre niedergelegt, wie geschrieben steht: ‚Und doch wird die Seele meines Herrn mit dem Band des Lebens gebunden sein‘; und die Seelen der Gottlosen werden zusammengedrängt, bis sie zerschmettert werden, wie geschrieben steht: ‚Die Seelen deiner Feinde wird er wegschleudern.‘ „Wie ist es mit den Seelen der Menschen, die weder rechtschaffen noch böse sind?“, fragte Rabba R. Na’hman. Er antwortete: „Wenn ich tot wäre, würdet ihr es nicht wissen.“ Samuel sagte: Die Seelen der Gerechten, der einfachen Menschen und der Gottlosen werden dem Engel Domah übergeben, der über alle Seelen wacht. Den Seelen der Gerechten wird bald ihre Ruhestätte gegeben; den anderen wird keine Ruhe gegeben, bis sie vor das göttliche Gericht kommen.
R. Mari sagte: „Auch die Körper der Gerechten verwesen, wie es geschrieben steht: ‚Wenn der Staub zur Erde zurückkehrt, wie er war.‘ „

Der Babylonische Talmud

„Lieber Herr Segal: Gibt es einen Himmel und wenn ja, wie stehen meine Chancen, dorthin zu gelangen?“
So schrieb eine ältere jüdische Dame an den verstorbenen Kolumnisten Alfred Segal.
„Vielleicht können Sie uns sagen, wohin wir alle von hier aus gehen, wenn überhaupt. Mein Mann und ich stellen uns diese Frage von Zeit zu Zeit, aber wir bekommen nie eine Antwort. Was ist Ihre Idee und was sagt unser TENACH* dazu?“
Auf diese quälende Frage hatte Herr Segal keine eindeutige Antwort.
Es gibt Millionen von Menschen, die sich wie diese jüdische Frau mit wachsender Besorgnis fragen: „Wohin gehen wir von hier aus?“ „Gibt es einen Himmel?“ „Was muss ich tun, um das ewige Leben zu erlangen?“
Früher oder später werden wir uns alle mit dieser wichtigen Frage auseinandersetzen müssen: „Wie geht es weiter?“
Wenden wir uns dem TENACH* zu und untersuchen wir die jüdischen Lehren zu diesem Thema über die Jahrhunderte hinweg.
Jeder fromme Jude ist angehalten, beim Aufstehen am Morgen das folgende Gebet zu sprechen:
„O mein Gott, die Seele, die du mir gegeben hast, ist rein; du hast sie erschaffen, du hast sie geformt, du hast sie mir eingehaucht; du bewahrst sie in mir; und du wirst sie von mir nehmen, aber du wirst sie mir im Jenseits wiedergeben. Solange die Seele in mir ist, will ich Dir danken, Herr, mein Gott und Gott meiner Väter, Herrscher über alle Werke, Herr aller Seelen! Gesegnet seist Du, Herr, der die Seelen in die toten Körper zurückbringt“ (Tägliche Gebete, Stern, S. 14).
Das ist der Glaube des traditionellen Judentums an die Unsterblichkeit der Seele und an die Auferstehung des Körpers.
Der TENACH* versucht nicht zu beweisen, dass der Mensch unsterblich ist. Er nimmt sie an, so wie er die Existenz Gottes annimmt, ohne zu versuchen, sie zu beweisen. Gott ist die Quelle aller Wirklichkeit, Er ist die höchste Wirklichkeit. Die Seele ist unsterblich, weil Gott, der die Seele des Menschen geschaffen hat, selbst unsterblich ist.
Im Buch Genesis steht, dass Gott der Schöpfer allen Lebens ist, ob Pflanze, Tier oder Mensch. Nur vom Menschen wird gesagt, dass er nach dem Bild und Gleichnis Gottes geschaffen wurde.

Sterblichkeit im jüdischen Denken

UND GOTT SAGTE: Laßt uns den Menschen machen nach unserem Bilde, nach unserem Gleichnis ... Und Gott schuf den Menschen nach seinem Bilde, nach dem Bilde Gottes schuf er ihn; als Mann und Frau schuf er sie (1. Mose 1,26.27).

Die düstere Sichtweise, die in Prediger zum Ausdruck kommt, repräsentiert nicht den Glauben Salomos, sondern eher die Position eines ratlosen Menschen, der das Leben abseits von Gott betrachtet.

Sterblichkeit im jüdischen Denken
DENN WAS DEN MENSCHENKINDERN WIDERFÄHRT, DAS WIDERFÄHRT AUCH DEN TIEREN; WIE DAS EINE STIRBT, SO STIRBT AUCH DAS ANDERE; JA, SIE HABEN ALLE DENSELBEN ODEM, SO DASS DER MENSCH SICH NICHT ÜBER DAS TIER ERHEBT; DENN ALLES IST EITEL. ALLE GEHEN AN EINEN ORT; ALLE SIND AUS DEM STAUB, UND ALLE KOMMEN ZUM STAUB ZURÜCK (Prediger 3:19, 20)

Salomos echter Glaube an die Unsterblichkeit des Menschen spiegelt sich in den folgenden Abschnitten wider:

UND DER STAUB KOMMT ZUR ERDE ZURÜCK, WIE ER WAR, UND DER GEIST KOMMT ZU GOTT ZURÜCK, DER IHN GEBEN HAT (Prediger 12,7).

Die vielleicht deutlichste Aussage über den Glauben an die Unsterblichkeit des Menschen stammt von Hiob:

Ich weiß, dass mein Erlöser lebt und dass er am Ende über dem Staub zeugen wird; und wenn meine Haut vernichtet ist, dann werde ich ohne mein Fleisch Gott sehen, den ich selbst sehen werde, und meine Augen werden ihn sehen und nicht die eines anderen (Hiob 19,25-27).

In den Psalmen finden wir zahlreiche Stellen, die den Glauben an das ewige Leben, das Leben mit Gott jenseits des Grabes, deutlich zum Ausdruck bringen:

ICH WERDE DEIN GESICHT IN GERECHTIGKEIT ERHALTEN; ICH WERDE, WENN ICH WACHE, MIT DEINEM GLAUBEN BEFRIEDIGT SEIN (Psalm 17,15).

GOTT WIRD MEINE SEELE ERLÖSEN VON DER MACHT DER NETTEN WELT; denn ER WIRD MICH ERHALTEN (Psalm 49,16).

Derselbe Glaube an den endgültigen Sieg Gottes über den Tod kommt auch beim Propheten Jesaja zum Ausdruck:

ER WIRD den Tod für immer verschlingen (Jesaja 25,8).

Es ist interessant, dass ein ähnlicher Glaube an Gottes endgültigen Sieg über den Tod in dem bekannten Pessach-Lied „Had Gadya“ – Nur ein Kind – zum Ausdruck kommt, das mit der folgenden Passage schließt:

"DA KAM DER HEILIGSTE, GEPRIESEN SEI ER, UND ERSCHLUG DEN TODESENGEL ..."

Hier haben wir ein Echo auf die Worte von Saulus-Paulus:

DER LETZTE Feind, der vernichtet wird, ist der Tod (1. Korinther 15,26).

Die Vision vom Tal der dürren Gebeine in Hesekiel 37:1-28 bezieht sich zwar in erster Linie auf die Auferstehung Israels als Nation, setzt jedoch den Glauben an die Auferstehung des einzelnen Menschen voraus, ohne den die nationale Auferstehung nicht denkbar wäre. Die dramatische Beschreibung der physischen Auferstehung wird hier als Bild für die nationale Auferstehung verwendet:

Sterblichkeit im jüdischen Denken
UND ICH WEISSAGTE, WIE MIR BEFOHLEN WAR; UND ALS ICH WEISSAGTE, DA GAB ES EIN GETÖSE, UND SIEHE, EIN GETÜMMEL, UND DIE GEBEINE KAMEN ZUSAMMEN, KNOCHEN AN KNOCHEN. UND ICH SAH, UND SIEHE, DA WAREN SEHNEN AN IHNEN, UND FLEISCH KAM HERVOR, UND HAUT BEDECKTE SIE OBEN; ABER ES WAR KEIN ODEM IN IHNEN.

DA SAGTE ER ZU MIR: WEISSAGE DEM ODEM, WEISSAGE, MENSCHENSOHN, UND SPRICH ZU DEM ODEM: SO SPRICHT GOTT, DER HERR: KOMM VON DEN VIER WINDEN, O ODEM, UND HAUCHE DIESE ERSCHLAGENEN AN, DASS SIE LEBEN." SO PROPHESIERTE ICH, WIE ER MIR GEBOTEN HATTE, UND DER Odem KOMMTE IN SIE, UND SIE LEBTEN UND BLEIBTEN AUF IHREN FÜSSEN STEHEND, EIN ÜBERGRÖßLICH GROSSES HEER (Hesekiel 37,7-10).

In dieser majestätischen Szene wird die Auferstehung als Wiederherstellung der Körper der Menschen durch die Macht von Gottes Befehl und Gottes Atem dargestellt.
Wiederum in Daniel 12:2:

UND VIELE VON DENEN, DIE IM STAUB DER ERDE SCHLAFEN, WERDEN AUFWACHEN, DIE EINEN ZUM EWIGEN LEBEN, DIE ANDEREN ZU SCHMACH UND EWIGEM ABSCHEU.

Wenn wir uns der Literatur zuwenden, die den Zeitraum von 400 Jahren zwischen dem TENACH* und dem Neuen Testament abdeckt, haben wir ein ständig wachsendes Volumen an Zeugnissen für den Glauben der Juden an die Unsterblichkeit der Seele und die Auferstehung des Körpers.
Die Literatur aus dieser Zeit ist als Apokryphen und Pseudepigraphen bekannt.
Apokryphen ist ein griechisches Wort, das die verborgenen oder verborgenen Schriften bedeutet. Später bekam es die Bedeutung von legendärer oder gefälschter Literatur. Obwohl diese Schriften als hilfreich und erbaulich angesehen wurden, wurden sie nicht in den Kanon der Bibel aufgenommen und galten nie als von Gott inspiriert.
Dennoch sind die Apokryphen und Pseudepigraphen als historische Dokumente wichtig, aus denen wir etwas über den Glauben der Juden in der Zeit zwischen dem TENACH* und dem Neuen Testament erfahren können.
Von besonderer Bedeutung für unser Thema ist das Buch Henoch, etwa Mitte des zweiten Jahrhunderts v. Chr. Dort wird das Schicksal der Gerechten im Jenseits so beschrieben:
„Und die Gerechten und Auserwählten werden an jenem Tag gerettet werden,
Und sie werden von nun an niemals mehr das Antlitz der Sünder und Ungerechten sehen.
Und der Herr der Geister wird über sie wachen (Henoch 62,13-15).
Andererseits wird das Schicksal der Ungerechten auf diese Weise dargestellt:
„Und sie werden zu sich selbst sagen: ‚Unsere Seelen sind voll ungerechten Gewinns, aber das hindert uns nicht daran, aus ihrer Mitte in die Last des Scheol hinabzusteigen.‘
Und danach werden ihre Gesichter von Finsternis erfüllt sein
und Schande vor dem Menschensohn,
und sie werden von seinem Angesicht vertrieben werden,
und das Schwert wird vor seinem Angesicht in ihrer Mitte bleiben“ (Henoch 63:10, 11).
Nach dem Buch Henoch wird es nach dem Tod ein Gericht geben, bei dem Gott und der Messias der Richter sein werden. Dann werden Gott und der Messias gerechtfertigt werden und triumphieren.
„In jenen Tagen befahl der Herr (ihnen), die Kinder der Erde zu rufen und ihnen von ihrer Weisheit zu berichten: Zeigt es ihnen; denn ihr seid ihre Führer und ein Lohn für die ganze Erde. Denn Ich und Mein Sohn werden für immer mit ihnen vereint sein auf den Pfaden der Rechtschaffenheit in ihrem Leben, und ihr werdet Frieden haben; freut euch, ihr Kinder der Rechtschaffenheit. Amen“ (Henoch 105:1, 2).
Die Apokalypse des Baruch, von der man annimmt, dass sie um das Jahr 100 n. Chr. geschrieben wurde, gibt dem Leben im Jenseits in den Kapiteln 49:2; 51:10 Ausdruck.
Wir stellen also fest, dass der Glaube an die Unsterblichkeit der Seele und die Auferstehung des Leibes in der Literatur der zwischentestamentlichen Zeit nachdrücklicher und deutlicher zum Ausdruck kommt als in den vergangenen Jahrhunderten. Dieser Glaube hat oft eine starke Ähnlichkeit mit der neutestamentlichen Lehre zu diesem Thema.
In der großen Sammlung rabbinischer Literatur, die als Talmud* (ca. 200 bis 600 n. Chr.) bekannt ist, finden wir einen großen Fundus an Ansichten und Überzeugungen zur Unsterblichkeit.
In der Mischna, dem frühesten Teil des Talmuds, befindet sich die wichtige Abhandlung Pirke Aboth, „Die Sprüche der Väter“. Dort werden die folgenden Gedanken über die Auferstehung und das zukünftige Gericht geäußert:
„Rabbi Elazar ha-Kappar sagte: Neid, Begierde und Eitelkeit verkürzen das Leben des Menschen.
„Er pflegte zu sagen: Diejenigen, die geboren werden, sind dazu bestimmt zu sterben; diejenigen, die tot sind, sind dazu bestimmt, wieder zum Leben erweckt zu werden; und die Lebenden sind dazu bestimmt, gerichtet zu werden. (Es ist an euch) zu wissen, zu verkünden und sicher zu sein, dass er Gott ist. Er ist der Macher, er ist der Schöpfer, er ist der Unterscheidende, er ist der Richter, er ist der Zeuge, er ist der Klagende; er ist es, der richten wird. Gesegnet sei er, vor dessen Angesicht es kein Unrecht gibt, kein Vergessen, keine Parteilichkeit und keine Bestechung“ (Pirke Aboth 4:21, 22, 2. Jahrhundert n. Chr.).
Die obige Passage kann als die klassische Position des traditionellen Judentums in der Frage der Auferstehung seit Beginn der christlichen Ära betrachtet werden.
Das Neue Testament ist die zuverlässigste Quelle für Informationen über die Ansichten und abweichenden Meinungen der Juden über die Unsterblichkeit im ersten Jahrhundert nach Christus. Es muss daran erinnert werden, dass das Neue Testament dem Talmud um viele Generationen vorausging.* Aus dem Neuen Testament erfahren wir erstmals, dass die Sadduzäer nicht an die Auferstehung glaubten:

Sterblichkeit im jüdischen Denken
Und es kamen Sadduzäer zu ihm, die sagten, es gäbe keine Auferstehung (Markus 12,18).

Denn die Traurigen sagen, dass es keine Auferstehung gibt, auch keinen Engel und keinen Geist; die Pharisäer aber bekennen sich zu ihnen allen (Apostelgeschichte 23,8).

Die oben genannten Stellen zeigen auch, dass die Pharisäer und die Rabbiner denselben Glauben an die Auferstehung hatten wie Jesus und die Apostel.
Es ist klar, dass die Juden in biblischen Zeiten und noch viele Jahrhunderte später sowohl an die Unsterblichkeit der Seele als auch an die Auferstehung des Körpers glaubten. Das alte jüdische Gebetbuch enthält viele Bekundungen dieses Glaubens.
Der 13. Glaubensartikel des berühmten Maimonides, der in das hebräische Gebetbuch aufgenommen wurde, lautet wie folgt:
„Ich glaube fest daran, dass es eine Auferstehung der Toten geben wird, wenn es dem Schöpfer, gesegnet sei sein Name, gefällt, und erhaben sei das Gedenken an ihn von Ewigkeit zu Ewigkeit“ (Tägliche Gebete, Stern, S. 88).
Erst in der Neuzeit hat es eine Abkehr vom alten Glauben Israels gegeben. Das Reformjudentum lehnt die Unsterblichkeit der Seele zwar nicht ab, ist aber in dieser Frage vage. Privat äußern viele liberale Rabbiner ihren Unglauben an die Unsterblichkeit und Auferstehung. Ein jüdisches Begräbnis ist in der Regel eine sehr traurige Angelegenheit, mit viel Trauer und Verzweiflung. Der Glaube an die Auferstehung der Toten, der für die Christen so charakteristisch ist, fehlt hier bedauerlicherweise.
Im Prinzip sind sich Juden und Christen über die Auferstehung des Körpers und das ewige Leben einig. Doch wie in so vielen anderen Bereichen gibt uns das Neue Testament eine vollständigere und eindeutigere Lehre von der Auferstehung und der Unsterblichkeit, als man sie in anderen jüdischen Schriften finden kann.

Sterblichkeit im jüdischen Denken
ICH BIN DIE AUFERSTEHUNG UND DAS LEBEN; WER AN MICH GLAUBT, DER WIRD LEBEN, AUCH WENN ER STIRBT (Johannes 11,25).

Saulus-Paulus lehrt, dass die Leugnung der Auferstehung des Leibes zur Leugnung der Auferstehung von Jesus führt.

Sterblichkeit im jüdischen Denken
WENN NUN DER MESSIAS ALS VON DEN TOTEN AUFERWECKT GEPREDIGT WIRD, WIE KÖNNEN DANN EINIGE VON EUCH SAGEN, DASS ES KEINE AUFERSTEHUNG DER TOTEN GIBT? ABER WENN ES KEINE AUFERSTEHUNG DER TOTEN GIBT, DANN IST DER MESSIAS NICHT AUFERSTANDEN; WENN DER MESSIAS NICHT AUFERSTANDEN IST, DANN IST UNSERE VERKÜNDIGUNG VERSCHWINDET UND IHR GLAUBE VERSCHWINDET ... Korinther 15:12-14).

Und der Staub kehrt zur Erde zurück, wie er war Der menschliche Körper – ursprünglich „Staub“ (3:20; vgl. Gen 2:7, 3:19), wie Gefäße aus Ton – liegt wertlos und zerfallen da, wie die Scherben eines zerbrochenen Kruges.

Und der Lebensatem kehrt zu Gott zurück, der ihn gegeben hat. Der Lebensatem (ruaḥ) wird allen Geschöpfen bei der Geburt gegeben und verläßt sie beim Tod. Diese Klausel impliziert kein Leben nach dem Tod, sondern lediglich die Verwesung des Lebewesens. Die ruaḥ ist nicht die unsterbliche Seele, sondern die Kraft, die alle Lebewesen belebt: „Nimm ihren Odem [ruaḥ], so vergehen sie und werden wieder zu Staub; gib deinen Odem zurück, so werden sie erschaffen, und du erneuerst das Antlitz der Erde“ (Ps 104:29b-30). Wenn Gott die ruaḥ zurücknimmt, sterben sie.

Der JPS-Bibelkommentar

Wenn wir uns also die jüdischen Ausleger anschauen, gibt es beide Möglichkeiten, aus Prediger eine Lehre abzuleiten. Aber nur Jehovah weiß wie es wirklich ist! Und es ist seine Entscheidung, wann und wie Er seinen Geist von uns zurück verlangt, und auch ob und wann Er uns auferweckt.
Falls die Zeit wirklich nur eine Dimension ist, dann klären sich diese Unsicherheiten ja schnell – denn dann würde Jehovah den sterbenden Menschen ja nur an eine andere Zeit-Stelle setzen brauchen – und diesen dort „auferstehen lassen“. Dann gäbe es für IHN gar kein „dazwischen“ 😉


Und was glaubst du?

Ein Vorbild für alle Ehefragen

Denn wie der Jüngling sich mit der Jungfrau vermählt, so werden deine Kinder sich mit dir vermählen; und wie der Bräutigam sich an der Braut erfreut, so wird dein Gott sich an dir erfreuen.
Elberfelder 1871 – Jes 62,5

Ob Zijon schweige Ich nicht, und ob Jerusalem raste Ich nicht, bis wie ein Glanz ausgeht ihre Gerechtigkeit, und wie eine Fackel brennt ihr Heil. Jes 42,14.
Und sehen werden die Völkerschaften deine Gerechtigkeit, und deine Herrlichkeit alle Könige, und nennen wird man dich mit einem neuen Namen, den Jehovahs Mund bestimmen wird. Jes 60,3; 65,15; Offb 2,17.
Und eine Krone des Schmuckes wirst du sein in Jehovahs Hand, und ein Kopfbund des Königtums in der Hand (hohlen Hand) deines Gottes. Weish 5,17.
Man wird zu dir nicht mehr sagen: Verlassene, und von deinem Lande nicht mehr sagen: die Verwüstung! sondern Meine Lust an ihr wird man dich nennen, und dein Land: Vermählet, denn Seine Lust hat Jehovah an dir, und dein Land wird vermählt. Jes 54,1; 60,15; Ps 16,3; 132,13.14; Hos 2,19.20.
Denn wie der Jüngling sich vermählt der Jungfrau, vermählen deine Söhne sich mit dir; und mit der Freude eines Bräutigams über die Braut, freuet sich über dich dein Gott. Jes 54,5; Zef 3,17.
Tafelbibel mit hinzugefügten Sachparallelstellen – Jesaja 62,1–5

Jehovah ein Bräutigam?

Die irdische Braut – ein abgesondertes Volk
Bei der irdischen Braut liegen die Dinge völlig anders. Sie besteht nicht aus herausgerufenen, erlösten Gläubigen, sondern aus einem abgesonderten Volk, aus Israel. Genauer gesagt wird Jerusalem als die Braut des HERRN bezeichnet. Dieses Volk war bereits die Frau des HERRN, bevor der Herr Jesus als Mensch auf die Erde kam. Gott hatte dieses Volk aus Ägypten erlöst und sich mit ihm «vermählt» (Jer 2,2; 31,32; vgl. Hes 16; 23). Doch dann musste Gott Israel wegen seiner Untreue für eine Zeit beiseitesetzen – bis Er in Zukunft wieder neu mit dem Überrest anknüpfen und sich mit seiner irdischen Braut «vermählen» wird (Jes 62,4.5).

Nicht durch den Heiligen Geist gebildet
Die irdische Braut wurde auch nicht durch den Heiligen Geist gebildet wie die Versammlung Gottes, die himmlische Braut. Nein, der Heilige Geist wird erst dann über sie ausgegossen, wenn der Bräutigam kommt, um sich neu mit seiner Braut zu verbinden. Erst dann wird für die irdische Braut Joel 3 in Erfüllung gehen, wo Gott davon spricht, dass Er seinen Geist über alles Fleisch ausgiessen wird.

Halte fest 2019

ISRAEL: DIE EHEFRAU JEHOVAS

Die Beziehung Israels als Gemahlin Jehovas wird in der gesamten Heiligen Schrift auf verschiedene Weise und in verschiedenen Facetten betrachtet. Diese Beziehung kann in sechs verschiedene Stadien eingeteilt werden, durch die sich die Beziehung entwickelt. Vier dieser Stadien sind Geschichte. Wir leben jetzt in der fünften Stufe der Beziehung zwischen Israel und der Gemeinde. Die sechste Stufe ist die Zukunft.

A. Stufe 1: Der Ehevertrag

Für einen flüchtigen und oberflächlichen Leser scheint das Buch Deuteronomium lediglich eine Wiederholung dessen zu sein, was Mose zuvor in den Büchern Exodus, Levitikus und Numeri geschrieben hatte. Tatsächlich bedeutet schon der Titel Deuteronomium „ein zweites Mal“ oder „eine Wiederholung des Gesetzes“. Tatsächlich finden wir fast alles, was wir im Buch Deuteronomium finden, auch in den drei vorangegangenen Büchern des Gesetzes des Mose.

Das Buch Deuteronomium ist jedoch nicht nur ein Buch der Wiederholungen; das gesamte Format ist das eines alten Vertrages und eines alten Ehevertrages. Mit anderen Worten, was Mose im Deuteronomium tut, ist, all die verschiedenen Facetten der drei früheren Bücher zu nehmen und sie in der Form eines antiken Ehevertrags zu präsentieren. Denn in diesem Buch finden wir den Ehevertrag, der zwischen Israel und Gott geschlossen wird, wodurch Israel zur Frau Jehovas wird.

Aufgrund seiner Länge ist es uns nicht möglich, das Buch Deuteronomium in seiner Gesamtheit zu behandeln und zu zeigen, wie es in das Schema eines Ehevertrags passt. Wir können uns jedoch auf bestimmte Schlüsselstellen konzentrieren.

Die erste Stelle findet sich in Deuteronomium 5,1-3: „Und Mose rief das ganze Israel und sprach zu ihnen: Höret, Israel, die Satzungen und Rechte, die ich heute vor euren Ohren rede, dass ihr sie lernt und haltet, sie zu tun. Jehova, unser Gott, hat einen Bund mit uns geschlossen am Horeb. Diesen Bund hat der HERR nicht mit unsern Vätern gemacht, sondern mit uns, die wir heute alle hier lebendig sind.

Dieser Abschnitt erklärt, dass Gott am Berg Sinai einen Bund mit seinem Volk Israel geschlossen hat. Wir werden später sehen, dass die jüdischen Propheten diese Bundesbeziehung immer als einen Ehevertrag angesehen haben.

Später, in Deuteronomium 6:10-15, kündigt Gott seine Eifersucht über seine Frau, Israel, an: Und es wird geschehen, wenn Jehova, euer Gott, euch in das Land bringt, das er euren Vätern, Abraham, Isaak und Jakob, geschworen hat, euch zu geben, große und schöne Städte, die ihr nicht gebaut habt, und Häuser voll aller Güter, die ihr nicht gefüllt habt, und ausgehauene Zisternen, die ihr nicht gehauen habt, Weinberge und Ölbäume, die ihr nicht gepflanzt habt, und ihr werdet essen und satt werden; so hüte dich, daß du des HERRN nicht vergißt, der dich aus Ägyptenland, aus dem Hause der Knechtschaft, geführt hat. Ihr sollt den HERRN, euren Gott, fürchten, und ihm sollt ihr dienen und bei seinem Namen schwören. Ihr sollt nicht andern Göttern nachlaufen, den Göttern der Völker, die um euch her sind; denn der HERR, euer Gott, ist ein eifernder Gott unter euch, daß nicht der Zorn des HERRN, eures Gottes, über euch entbrenne und er euch vertilge vom Erdboden.

In diesem Abschnitt wird Israel vor Ehebruch gewarnt. Da Jehova Israels Ehemann ist, kann sich Israel des Ehebruchs schuldig machen, indem es andere Götter anbetet. Gott warnte Israel davor, eine ehebrecherische Ehefrau zu werden, indem es mit anderen Göttern herumspielt. Der Grund dafür ist Gottes brennende Eifersucht, die gegen sie entfacht werden wird und schließlich ihre Vertreibung aus dem Land, das Gott ihr gegeben hat, verursachen wird.

Und in Deuteronomium 7:6-11 wird Israel wieder als das von Gott Erwählte beschrieben: Denn du bist ein heiliges Volk für Jehova, deinen Gott: Jehova, dein Gott, hat dich zu einem Volk erwählt, das ihm gehört, vor allen Völkern, die auf dem Erdboden sind. Jehova hat seine Liebe nicht auf euch gesetzt und euch nicht erwählt, weil ihr zahlreicher wäret als alle anderen Völker; denn ihr wart die wenigsten unter allen Völkern; sondern weil Jehova euch liebt und weil er den Eid hält, den er euren Vätern geschworen hat, hat er euch mit starker Hand herausgeführt und euch aus dem Hause der Knechtschaft erlöst von der Hand des Pharao, des Königs in Ägypten. So wisset nun, daß der HERR, euer Gott, Gott ist, der treue Gott, der Bund und Güte hält mit denen, die ihn lieben und seine Gebote halten auf tausend Geschlechter, und vergilt denen, die ihn hassen, von Angesicht zu Angesicht, daß er sie vertilge; er wird nicht nachlassen dem, der ihn haßt, er wird es ihm vergelten von Angesicht zu Angesicht. So sollt ihr nun halten das Gebot und die Satzungen und Rechte, die ich euch heute gebiete, daß ihr sie tut.

In Vers 6 beschreibt Gott die Erwählung Israels und in den Versen 7-8 gibt er uns den Grund: Gott hat sie nicht wegen ihrer Größe zu Seiner Frau erwählt, weil sie klein war. Er hatte nur einen grundlegenden Grund, und das war Seine Liebe zu ihr, und aufgrund Seiner Liebe zu Israel ging Er eine Bundesbeziehung mit ihr ein, durch den Ehevertrag des Deuteronomiums. Nun hat Israel eine Verpflichtung, denn in den Versen 9-11 beschwört Gott Israel zur Treue, eine treue Ehefrau für Jehova zu sein, indem sie ihm gehorsam und untertan ist.

Wie bereits erwähnt, betrachteten die Propheten diese Bund-Beziehung immer als einen Ehevertrag.

Ein Beispiel findet sich in Hesekiel 16:8: Und als ich an dir vorüberging und dich ansah, siehe, da war deine Zeit die Zeit der Liebe, und ich breitete meinen Rock über dich und deckte deine Blöße zu; ja, ich schwor dir und schloss einen Bund mit dir, spricht der Herr Jehova, und du wurdest mein.

Die Worte, die Hesekiel verwendet, sind die Worte der Hochzeitsnacht; der Bund am Sinai und die Beziehung zwischen Israel und Jehova werden vom Propheten mit den Begriffen der Hochzeitsnacht beschrieben.

So ging Israel in der ersten Phase seiner Beziehung als Ehefrau Jehovas einen Ehevertrag ein; im Wesentlichen das gesamte Buch Deuteronomium.

B. Stufe 2: Der große Ehebruch

Obwohl Israel streng ermahnt wurde, ihrem Mann treu zu bleiben, machte es sich eines großen Ehebruchs schuldig, der von mehreren alttestamentlichen Propheten beschrieben wurde.

In Jeremia 3,1-5 lesen wir: Sie sagen: Wenn ein Mann seine Frau verläßt und sie geht von ihm weg und wird eines anderen Mannes, wird er wieder zu ihr zurückkehren? wird das Land nicht sehr verunreinigt werden? Aber du hast mit vielen Liebhabern die Hure gespielt; kehre doch wieder zu mir zurück, spricht Jehova. Hebe deine Augen auf zu den kahlen Höhen und sieh: Wo hast du nicht bei ihnen gelegen? An den Wegen hast du für sie gesessen, wie ein Araber in der Wüste; und du hast das Land verunreinigt mit deiner Hurerei und mit deiner Bosheit. Darum sind die Regenschauer zurückgehalten worden, und es ist kein Spätregen gekommen; und doch hast du eine Hurenstirn, du wolltest dich nicht schämen. Willst du nicht von nun an zu mir schreien: Mein Vater, du bist der Führer meiner Jugend? Wird er seinen Zorn ewiglich bewahren? wird er ihn bis ans Ende halten? Siehe, du hast geredet und hast Böses getan und hast deinen Willen gehabt.

Israel machte sich nicht nur eines einmaligen Ehebruchs schuldig, sondern es machte sich schuldig, mit vielen Liebhabern die Hure zu spielen.

Später, in Vers 20, schreibt Jeremia: „So wie eine Frau treulos von ihrem Mann abweicht, so habt ihr treulos mit mir gehandelt, Haus Israel, spricht Jehova.

In diesem Abschnitt zeigt Jeremia, dass Israel tatsächlich wie eine Ehefrau ist, die sich von ihrem Mann abgewandt hat; sie war eine Ehefrau, die sich des Ehebruchs schuldig gemacht hat.

Wegen dieses Ehebruchs wurde der ursprüngliche Ehevertrag gebrochen, wie es in Jeremia 31:32 heißt: nicht gemäß dem Bund, den ich mit ihren Vätern geschlossen habe an dem Tag, als ich sie bei der Hand nahm, um sie aus dem Land Ägypten herauszuführen; diesen meinen Bund haben sie gebrochen, obwohl ich ihnen ein Ehemann war, spricht Jehova.

Ehebruch bedeutete, dass der Ehevertrag null und nichtig war. Jeremia zeigt, dass das Problem nicht beim Ehemann lag, denn Gott war ein guter Ehemann. Vielmehr lag das Problem bei der Ehefrau, die darauf bestand, anderen Göttern nachzulaufen und sich so des großen Ehebruchs schuldig machte.

Ein anderer Prophet, Hesekiel, beschreibt diesen großen Ehebruch in einem ausführlichen Abschnitt, der in Kapitel 16:15-34 zu finden ist: „Aber du hast auf deine Schönheit vertraut und hast die Hure gespielt um deines Ruhmes willen und hast deine Hurerei ausgeschüttet auf alle, die vorübergingen; so war es. Und ihr habt eure Kleider genommen und euch mit bunten Farben geschmückt und auf ihnen Hurerei getrieben; dergleichen wird nicht kommen, und es wird auch nicht so sein. Ihr habt auch euren schönen Schmuck von meinem Gold und Silber genommen, den ich euch gegeben hatte, und habt euch Menschenbilder gemacht und habt mit ihnen Hurerei getrieben; und ihr habt eure geflochtenen Kleider genommen und sie bedeckt und mein Öl und mein Räucherwerk vor sie gestellt. Auch mein Brot, das ich euch gegeben habe, Feinmehl, Öl und Honig, womit ich euch gespeist habe, habt ihr ihnen zum süßen Geruch vorgesetzt, und so ist es geschehen, sprach der Herr, der HERR. Und ihr habt eure Söhne und eure Töchter genommen, die ihr mir geboren habt, und habt sie ihnen geopfert, damit sie verzehrt werden. War denn eure Hurerei ein geringes Ding, daß ihr meine Kinder erschlagen und ihnen ausgeliefert habt, daß ihr sie ihnen durchs Feuer gehen ließet? Und in allen euren Greueln und Hurereien habt ihr nicht gedacht an die Tage eurer Jugend, da ihr nackt und bloß wart und in eurem Blut geschwelgt habt. Und es ist geschehen nach all eurer Bosheit (wehe, wehe euch! spricht der HERR HERR), daß ihr euch eine gewölbte Stätte gebaut und euch eine hohe Stätte gemacht habt in allen Gassen. Du hast deine hohe Stätte gebaut an der Spitze aller Wege und hast deine Schönheit zum Greuel gemacht und hast deine Füße aufgetan allen, die vorübergehen, und hast deine Hurerei vermehrt. Du hast auch mit den Ägyptern, deinen Nachbarn, Unzucht getrieben, und hast deine Hurerei gemehrt, um mich zu erzürnen. Siehe, ich habe meine Hand über euch ausgestreckt und habe eure gewöhnliche Speise vermindert und euch dem Willen derer überlassen, die euch hassen, den Töchtern der Philister, die sich deines unzüchtigen Lebens schämen. Ihr habt auch mit den Assyrern gehurt, weil ihr unersättlich wart; ja, ihr habt mit ihnen gehurt, und ihr seid doch nicht satt geworden. Und ihr habt eure Hurerei vervielfältigt bis an das Land des Verkehrs, bis nach Chaldäa, und habt euch doch nicht damit zufrieden gegeben. Wie schwach ist dein Herz, spricht der HERR HERR, daß du solches alles tust, das Werk einer frechen Hure, daß du dein Gewölbe baust an der Spitze aller Wege und machst deine hohe Stätte auf allen Gassen und bist nicht wie eine Hure, daß du den Lohn verschmähst. Eine Frau, die Ehebruch begeht! die Fremde nimmt anstelle ihres Mannes! Sie geben allen Huren Geschenke; du aber gibst deine Geschenke allen deinen Liebhabern und bestichst sie, daß sie von allen Seiten zu dir kommen um deiner Hurerei willen. Und du bist anders als die andern Weiber in deiner Hurerei, daß dir niemand nachfolgt, die Hure zu spielen, und daß du Lohn gibst, und kein Lohn wird dir gegeben, darum bist du anders.

Hesekiel erklärt Israels Schuld in Vers 15, indem er ihr zeigt, dass sie tatsächlich die Rolle einer Prostituierten gespielt hatte. Obwohl Prostituierte im Allgemeinen Geld für ihre Dienste erhalten, war Israel etwas anders, denn sie bezahlte ihre Liebhaber (V. 16-19), und sie bezahlte sie mit genau den Dingen, die ihr wahrer Ehemann, Gott, ihr als seine Frau gegeben hatte. Außerdem wurden Israels eigene Kinder diesen Liebhabern, den heidnischen Göttern, geopfert (V. 20-21). Israel vergaß in der Tat die Liebe ihrer Jugend, als Gott zum ersten Mal die Bundesbeziehung mit ihr einging (V. 22).

In den Versen 23-29 schildert Hesekiel die Liebhaber, denen Israel nachlief. Diese Liebhaber waren die Götter der Ägypter, der Assyrer und der Babylonier. Die Absurdität des Ehebruchs Israels wird hier deutlich dargelegt. Gerade die Nationen, die diese fremden Götter repräsentierten, taten ihr am meisten weh. Sie litt furchtbar unter der Hand der Ägypter, Assyrer und Babylonier. Doch anstatt sich an ihren eigenen Mann, Jehova, zu wenden, lief Israel den Göttern dieser Nationen nach und beging Ehebruch mit denen, die es am meisten verletzten.

Auch ein anderer Prophet beschreibt diesen Ehebruch. Diese Beschreibung findet sich in der Prophezeiung von Hosea 2:2-5: Streitet mit eurer Mutter, streitet; denn sie ist nicht mein Weib, und ich bin nicht ihr Mann; und sie soll ihre Hurerei von ihrem Angesicht und ihre Ehebrecherei zwischen ihren Brüsten ablegen, damit ich sie nicht nackt ausziehe und sie setze wie an dem Tag, da sie geboren ist, und sie wie eine Wüste mache und sie wie ein dürres Land setze und sie mit Durst töte. Und über ihre Kinder will ich keine Barmherzigkeit haben; denn es sind Kinder der Hurerei, und ihre Mutter hat eine Hure gespielt, und die sie gezeugt hat, hat schändlich gehandelt; denn sie sprach: Ich will meinen Buhlen nachlaufen, die mir mein Brot und mein Wasser, meine Wolle und meinen Flachs, mein Öl und meinen Trank geben.

Hosea erklärte die Anklage, die Gott gegen Israel hatte: Sie war der Hurenschaft schuldig. Sie beging Ehebruch (V. 2-3); sie zeugte Kinder des Ehebruchs, daher waren sie unehelich (V. 4); sie spielte die Rolle einer Prostituierten (V. 5).

Trotz der vielfältigen Segnungen Gottes an Israel, trotz der großen Erlösung, die Gott Israel brachte, wandte es sich also trotzdem von Gott ab, um die Rolle einer Prostituierten zu spielen und machte sich eines großen Ehebruchs schuldig.

C. Stufe 3: Die Abtrennung

Wegen dieses Ehebruchs kam es in den Tagen Jesajas zu einer Trennung zwischen Gott und Israel.

Diese Trennung wird in Jesaja 50:1 beschrieben: „So spricht der HERR: Wo ist der Scheidungsbrief eurer Mutter, womit ich sie verstoßen habe, oder wer von meinen Gläubigern ist es, dem ich euch verkauft habe? Siehe, um eurer Missetaten willen seid ihr verkauft worden, und um eurer Übertretungen willen ist eure Mutter verstoßen worden.

Nach Deuteronomium 24:1 musste ein Ehemann, der sich von seiner Frau scheiden lassen wollte, ein Dekret, besser bekannt als Scheidungsurkunde, verfassen. Nachdem er es mit der Hand geschrieben hatte, gab er es seiner Frau, und damit war die Scheidung endgültig.

Zu der Zeit, als Jesaja ein Prophet wurde, war Israels Ehebruch so groß, dass es für Gott notwendig war, seine vielen Segnungen von ihr zurückzuhalten. Diese Segnungen, die im Buch Deuteronomium beschrieben werden, sollten empfangen werden, wenn Israel treu blieb. Dieser Entzug der Segnungen veranlasste viele in Israel zu sagen, dass Gott sich von Seiner Frau geschieden hatte.

Deshalb sprach Gott zum Propheten Jesaja und sagte, dass Gott sich noch nicht von seiner Frau geschieden hatte. Wenn Gott sich von ihr geschieden hätte, hätte Er ihr einen Scheidungsbrief gegeben; und da kein solcher Scheidungsbrief vorlag, bedeutete das, dass eine Scheidung nicht stattgefunden hatte.

Statt einer Scheidung hatte eine Trennung stattgefunden, die etwa hundert Jahre dauerte. Aber diese Trennung wurde durch ihre eigenen Sünden verursacht. Die Sünde Israels, Ehebruch zu begehen, schuf die Notwendigkeit für die Trennung. Folglich waren Gott und Israel in den Tagen Jesajas nicht geschieden, aber sie waren getrennt.

D. Stufe 4: Die Scheidung

Selbst nach hundert Jahren der Trennung, in denen die Segnungen des Deuteronomiums weiterhin zurückgehalten wurden, kehrte Israel immer noch nicht zu Gott, ihrem Ehemann, zurück. So war Gott schließlich gezwungen, die Scheidungsurkunde auszustellen und sich von seiner Frau, Israel, zu trennen.

Dieser Scheidungsbrief ist in Jeremia 3:6-10 enthalten: „Und Jehova sprach zu mir in den Tagen des Königs Josia: Hast du gesehen, was das abtrünnige Israel getan hat? Sie ist auf alle hohen Berge und unter alle grünen Bäume gegangen und hat dort die Hure gespielt. Und ich sprach, nachdem sie solches alles getan hatte: Sie wird sich zu mir bekehren; aber sie bekehrte sich nicht, und ihre verräterische Schwester Juda sah es. Und ich sah, als ich das rückfällige Israel eben darum, weil es Ehebruch begangen hatte, verstoßen und ihr einen Scheidungsbrief gegeben hatte, fürchtete sich die verräterische Juda, ihre Schwester, nicht; sondern sie ging auch hin und spielte die Hure. Und es geschah durch die Leichtigkeit ihrer Hurerei, daß das Land verunreinigt ward, und sie trieb Ehebruch mit Steinen und mit Stangen. Und doch hat sich ihre verräterische Schwester Juda um dieses alles willen nicht von ganzem Herzen zu mir bekehrt, sondern nur zum Schein, spricht der HERR.

Nachdem Gott Israel noch einmal des Ehebruchs für schuldig erklärt hat (V. 6-8), stellt er schließlich seinen Scheidungsbrief aus. Zu einem großen Teil kann fast der gesamte Text von Jeremia als Gottes Scheidungsbrief an Israel erklärt werden, aber besonders der jetzt betrachtete Abschnitt. Der Grund dafür war die ehebrecherische Verunreinigung des Landes, das Gott Israel gegeben hatte (V. 9-10).

So wurde Israel in den Tagen des Propheten Jeremia geschieden. Die hundert Jahre der Trennung brachten keine Reue in Israel hervor und schließlich hatte Gott keine andere Wahl, als die Scheidungsurkunde wegen Ehebruchs auszustellen.

E. Stufe 5: Die Bestrafung

Das Buch Deuteronomium, der ursprüngliche Ehevertrag, erklärte eindeutig, dass, wenn Israel sich als Jehovas Ehefrau als untreu erweisen würde, es notwendig werden würde, dass Gott sie für ihre Untreue bestraft. Auf die Ausstellung des Scheidungsurteils folgt also eine lange Zeit der Bestrafung Israels für seine Sünden.

Mehrere alttestamentliche Prophezeiungen sprechen von der Bestrafung Israels für seine Untreue.

In Hesekiel 16:35-43 heißt es: Darum, du Hure, höre das Wort Jehovas: So spricht der Herr Jehova: Weil deine Unreinheit ausgegossen und deine Blöße aufgedeckt worden ist durch deine Hurerei mit deinen Liebhabern und wegen aller deiner Greuel und wegen des Blutes deiner Kinder, das du ihnen gegeben hast; Darum siehe, ich will alle deine Buhlen versammeln, mit denen du dich vergnügt hast, und alle, die du geliebt hast, mit allen, die du gehaßt hast; ich will sie auch gegen dich versammeln von allen Seiten und will ihnen deine Blöße aufdecken, daß sie deine ganze Blöße sehen sollen. Und ich will euch richten, wie man Weiber richtet, die die Ehe brechen und Blut vergießen, und will das Blut des Zorns und der Eifersucht über euch bringen. Ich will euch auch in ihre Hände geben, daß sie eure Gewölbe einreißen und eure hohen Stätten abbrechen und euch eure Kleider ausziehen und euren schönen Schmuck nehmen und euch nackt und bloß lassen. Und sie werden einen Haufen wider euch heraufführen und werden euch mit Steinen steinigen und mit ihren Schwertern durchbohren. Und sie sollen eure Häuser mit Feuer verbrennen und über euch Gericht halten vor vielen Weibern; und ich will euch von der Hure ablassen, und ihr sollt auch keinen Sold mehr geben. Also will ich meinen Zorn über euch zur Ruhe bringen, und mein Eifer soll von euch weichen, und ich will still sein und nicht mehr zürnen. Denn ihr habt nicht gedacht an die Tage eurer Jugend, sondern habt wider mich gehadert in allen diesen Dingen; darum siehe, ich will auch euren Weg über euer Haupt bringen, spricht der HERR HERR; und ihr sollt diese Unzucht nicht mehr tun mit allen euren Greueln.

Nachdem er die Ursache für die Notwendigkeit der Bestrafung genannt hat: Ehebruch (V. 35-36), beginnt Hesekiel, die Bestrafung selbst zu beschreiben. Israel wird von seinen eigenen Liebhabern zerstört werden (V. 37-41). Weil sie die Götter der Ägypter anbetete, würden die Ägypter sie vernichten. Weil sie die Götter der Assyrer anbetete, würden die Assyrer sie verwüsten. Weil sie die Götzen von Babylon anbetete, würden die Babylonier sie verwüsten. Die Nationen, die genau die Götter verehrten, mit denen Israel Ehebruch begangen hatte, würden diejenigen sein, die die Nation Israel überfallen und zerstören würden. Dann wird sich die Eifersucht Gottes endgültig erschöpfen (V. 42), denn das Buch Deuteronomium erklärte deutlich, dass die Bestrafung Israels eine Folge der Eifersucht Gottes auf seine Frau sein würde. All diese Bestrafung hatte jedoch ein bestimmtes Ziel. Das Ziel dieser Bestrafung ist nicht einfach, dass Gott sich an Israel rächen kann, sondern dass es aufhört zu sündigen und seine Ehebrüche zu beenden (V. 43).

Später in diesem Kapitel, in den Versen 58-59, zeigt Hesekiel, dass diese Bestrafung notwendig war, weil Israel den Ehevertrag gebrochen hat: Ihr habt eure Unzucht und eure Gräuel ertragen, spricht Jehova. Denn so spricht der Herr Jehova: Ich will auch mit euch verfahren, wie ihr getan habt, die ihr den Eid verachtet habt, indem ihr den Bund gebrochen habt.

Das Programm der Bestrafung wird in Hosea 2:6-13 weiter beschrieben: „Darum siehe, ich will deinen Weg mit Dornen umhegen und eine Mauer gegen sie bauen, dass sie ihre Wege nicht finden soll. Und sie wird ihren Liebhabern nachlaufen, aber sie wird sie nicht einholen; und sie wird sie suchen, aber nicht finden; dann wird sie sagen: Ich will hingehen und zu meinem ersten Mann zurückkehren; denn damals war es besser mit mir als jetzt. Denn sie wußte nicht, daß ich ihr das Korn, den Most und das Öl gegeben und ihr Silber und Gold vermehrt hatte, das sie für Baal gebraucht hatten. Darum will ich mein Korn zur rechten Zeit und meinen Most zur rechten Zeit zurücknehmen und will meine Wolle und meinen Flachs ausreißen, die ihre Blöße bedecken sollten. Und nun will ich ihre Unzucht aufdecken vor den Augen ihrer Liebhaber, und niemand soll sie aus meiner Hand erretten. Ich will auch alle ihre Feste, Neumonde und Sabbate und alle ihre Versammlungen aufhören lassen. Und ich will ihre Weinstöcke und Feigenbäume verwüsten, davon sie gesagt hat: „Das ist mein Lohn, den mir meine Liebhaber gegeben haben“, und will sie zu einem Wald machen, daß die Tiere des Feldes sie fressen sollen. Und ich will über sie heimsuchen die Tage der Baalim, denen sie geräuchert hat, da sie sich schmückte mit ihren Ohrringen und Juwelen und ging ihren Buhlen nach und vergaß mich, spricht der HERR.

Das Programm selbst wird in den Versen 6-7 beschrieben. Israels Suchwege werden durch verschiedene Dornen und eine Mauer versperrt, die von Gottes Vorsehung mit ihr sprechen (V. 6), bis sich die Suche nach ihren alten Liebhabern als fruchtlos erweist (V. 7a). Der Zweck dieses Programms ist, Israel zu zeigen, dass sie ihren wahren Mann braucht und nicht ihre falschen Liebhaber (V. 7b).

In den Versen 8-13 schildert Hosea dann die Strafe selbst. Es wurde schon früher in dieser Studie gezeigt, dass genau die Dinge, die Gott Israel gab, sie benutzte, um ihre Liebhaber zu bezahlen. Jetzt werden ihr genau diese Dinge weggenommen, denn sie gehören ihrem Mann (V. 8-9). Erst dann wird sie endlich ihre Schande erkennen, wenn sie sieht, dass sie wirklich geistlich nackt ist, ihre Freude weg ist und ihre materiellen Segnungen weg sind, alles wegen der Anbetung des kanaanäischen Gottes Baal (V. 10-13).

Obwohl Gott ein langes Programm der Bestrafung für Israels Sünden hat, gibt es während der gesamten Zeit der Bestrafung einen ständigen Aufruf zur Umkehr.

Dieser Aufruf wird in Jeremia 3:11-18 wiedergegeben: „Und Jehova sprach zu mir: Das rückfällige Israel hat sich gerechter erwiesen als das verräterische Juda. Geh hin und verkünde diese Worte gegen Norden und sprich: Kehre um, du abtrünniges Israel, spricht Jehova; ich will nicht zornig auf dich schauen; denn ich bin barmherzig, spricht Jehova, ich will nicht ewig zürnen. Gebt nur eure Missetat zu, dass ihr gegen den HERRN, euren Gott, übertreten habt und eure Wege zu den Fremden unter alle grünen Bäume zerstreut habt und meiner Stimme nicht gehorcht habt, spricht der HERR. Kehrt um, ihr abtrünnigen Kinder, spricht der HERR; denn ich bin euer Mann und will euch nehmen aus einer Stadt und aus zwei Geschlechtern und will euch nach Zion bringen und will euch Hirten geben nach meinem Herzen, die euch weiden sollen mit Erkenntnis und Verstand. Und es wird geschehen, wenn ihr euch gemehrt und vermehrt habt im Lande, zu der Zeit, spricht der HERR, wird man nicht mehr sagen: Die Lade des Bundes des HERRN; man wird ihrer nicht mehr gedenken und sie nicht mehr vermissen; man wird sie auch nicht mehr machen. Zu der Zeit wird man Jerusalem den Thron des Jehovas nennen, und alle Heiden werden zu ihm versammelt werden, zu dem Namen des Jehovas, zu Jerusalem; und sie werden nicht mehr wandeln nach dem Starrsinn ihres bösen Herzens. Zu der Zeit wird das Haus Juda mit dem Haus Israel wandeln, und sie werden miteinander kommen aus dem Lande der Mitternacht in das Land, das ich euren Vätern zum Erbe gegeben habe.

Jeremia beschreibt Gottes fortwährenden Aufruf an Israel, Buße zu tun und zu ihm zurückzukehren (V. 11-13). Auf diesen Aufruf folgt eine Beschreibung der Segnungen, die Gott für Israel bereithält, wenn es tatsächlich zu ihm zurückkehrt (V. 14-18). Nachdem er erklärt hat, dass Jehova wieder ein Ehemann für sie sein wird (V. 14), verspricht er auch, Israel wiederherzustellen und zu versorgen, wie es sich für einen Ehemann gehört (V. 15-18). All diese schönen, materiellen Segnungen sind Israel versprochen und warten auf ihre Rückkehr zu ihrem Ehemann.

Bis heute befindet sich Israel in der fünften Phase seiner historischen und prophetischen Beziehung zu Jehova, seinem Gott: der Zeit der Bestrafung. Dies wird durch die Verfolgungen der Juden in der ganzen Welt und durch die gegenwärtige weltweite Zerstreuung bewiesen.

Eine Stufe steht jedoch noch aus.

F. Stufe 6: Die Wiederverheiratung mit wiederhergestellten Segnungen

Die jüdischen Propheten ließen die Dinge nicht hoffnungslos. Sie sprachen von einem kommenden Tag, an dem Israel wieder die wiederhergestellte Ehefrau Jehovas sein wird. Natürlich wird dies einen brandneuen Ehevertrag erfordern.

Dieser Ehevertrag findet sich in Jeremia 31:31-34: „Siehe, es kommen Tage, spricht der HERR, da will ich einen neuen Bund machen mit dem Hause Israel und mit dem Hause Juda, nicht nach dem Bund, den ich mit ihren Vätern gemacht habe an dem Tage, da ich sie bei der Hand nahm, um sie aus Ägyptenland zu führen; welchen Bund sie gebrochen haben, obwohl ich ihnen ein Mann war, spricht der HERR. Aber das ist der Bund, den ich mit dem Hause Israel machen will nach jenen Tagen, spricht der HERR: Ich will mein Gesetz in ihr Inneres geben und in ihr Herz schreiben; und ich will ihr Gott sein, und sie sollen mein Volk sein; und sie sollen nicht mehr lehren einen jeglichen seinen Nächsten und einen jeglichen seinen Bruder und sagen: „Erkenne den HERRN“; denn sie sollen mich alle erkennen, vom Kleinsten bis zum Größten, spricht der HERR; denn ich will ihre Missetat vergeben und ihrer Sünde nicht mehr gedenken.

Was oft als der neue Bund bezeichnet wird, ist in vielerlei Hinsicht ein neuer Ehevertrag, den Gott mit den beiden Häusern Israel und Juda schließen wird. Dieser neue Bund der Ehe (V. 31) wird notwendig sein, weil der alte Ehebund gebrochen wurde (V. 32). Obwohl Gott ein guter Ehemann war, ist Israel abgewichen und hat durch Ehebruch den ursprünglichen Ehevertrag gebrochen. Aber jetzt, mit diesem neuen Ehevertrag, wird Israel wieder an den Ort des Segens zurückgebracht (V. 33-34).

Diese Wiederverheiratung auf der Grundlage eines neuen Ehevertrages wird auch in Hesekiel 16:60-63 beschrieben: Und doch will ich an meinen Bund mit euch denken in den Tagen eurer Jugend und will euch einen ewigen Bund aufrichten. Dann sollt ihr an eure Wege denken und euch schämen, wenn ihr eure Schwestern empfangt, eure älteren und eure jüngeren, und ich will sie euch zu Töchtern geben, aber nicht durch euren Bund. Und ich will meinen Bund mit euch aufrichten, und ihr sollt erfahren, daß ich der HERR bin, daß ihr gedenken und euch schämen und euren Mund nicht mehr auftun sollt vor eurer Schande, wenn ich euch alles vergeben habe, was ihr getan habt, spricht der HERR HERR.

Nach Hesekiel wird Gott in der Zukunft einen ewigen Bund mit Israel schließen. Dieser ewige Bund ist derselbe wie der neue Bund in Jeremia 31:31-34. Dieser neue und ewige Bund ist auch ein neuer Ehevertrag, auf dem die Wiederverheiratung beruhen wird.

Die Wiederherstellung Israels als Frau Jehovas wird auch in Jesaja 54:1-8 beschrieben: „Singet, ihr Unfruchtbaren, die ihr nicht geboren habt; brecht in Gesang aus und schreit laut, ihr, die ihr nicht schwanger geworden seid; denn die Kinder der Verlassenen sind mehr als die Kinder der verheirateten Frau, spricht der HERR. Vergrößert die Stätte eures Zeltes und spannt die Vorhänge eurer Wohnungen aus; spart nicht; verlängert eure Seile und befestigt eure Pfähle. Denn du sollst dich zur Rechten und zur Linken ausbreiten, und dein Same soll die Völker in Besitz nehmen und die verödeten Städte bewohnt machen. Fürchte dich nicht, denn du sollst dich nicht schämen; du sollst dich nicht schämen, denn du sollst die Schande deiner Jugend vergessen, und der Schmach deiner Witwenschaft sollst du nicht mehr gedenken. Denn dein Schöpfer ist dein Mann; Jehova der Heerscharen ist sein Name; und der Heilige Israels ist dein Erlöser; der Gott der ganzen Erde soll er genannt werden. Denn Jehova hat dich gerufen wie ein verlassenes und im Geiste betrübtes Weib, wie ein junges Weib, wenn sie verstoßen ist, spricht dein Gott. Einen kleinen Augenblick lang habe ich dich verlassen; aber mit großer Barmherzigkeit will ich dich sammeln. In meinem Zorn habe ich mein Angesicht einen Augenblick lang vor dir verborgen; aber mit ewiger Güte will ich mich deiner erbarmen, spricht der HERR, dein Erlöser.

Jesaja begann damit, dass er erklärte, dass die wiederhergestellte Frau nun beginnen wird, eheliche Kinder zu gebären (V. 1-3). Israel hatte in der Verwüstung viel mehr Kinder gezeugt als in der Zeit, als es noch mit Jehova verheiratet war (V. 1). Tatsächlich zeugte Israel viele uneheliche und nur sehr wenige eheliche Kinder. Oft opferte sie ihre ehelichen Kinder den fremden Göttern. Doch nun soll sich das alles ändern. Jesaja fordert Israel auf, sein Haus zu vergrößern (V. 2-3), um die vielen ehelichen Kinder unterzubringen, die kommen werden.

Der Grund für diese neue Aktivität und die kommenden legitimen Kinder liegt in der Wiedervereinigung der Ehe (V. 4-8). Israels frühere Ehebrüche werden alle vergessen sein (V. 4), und Jehova wird wieder ihr Ehemann sein (V. 5). Gott wird wieder um seine Frau werben, wie er um sie geworben hat, als sie noch ein Kind war (V. 6), und alles frühere Verlassen wird nun durch neue Segnungen ersetzt (V. 7-8).

Diese Wiederverheiratung wird in Jesaja 62:4-5 weiter beschrieben: „Du sollst nicht mehr verlassen heißen, und dein Land soll nicht mehr wüst heißen, sondern du sollst Hephzi-bah heißen und dein Land Beulah; denn der HERR hat seine Freude an dir, und dein Land soll verheiratet werden. Denn wie ein junger Mann eine Jungfrau heiratet, so sollen eure Söhne euch heiraten; und wie der Bräutigam sich über die Braut freut, so soll euer Gott sich über euch freuen.

Israels Land, das es wegen seines Ehebruchs verloren hat, soll vollständig wiederhergestellt werden. Wie ein neuer Ehemann sich über seine jungfräuliche Braut freut, so wird Gott sich über seine wiederhergestellte Frau freuen.

Hosea, der viel über die Ehebrüche Israels zu sagen hatte, sprach auch von Israels Wiedervereinigung mit ihrem Ehemann.

Er schrieb in Hosea 2:14-23: „Darum siehe, ich will sie locken und in die Wüste bringen und will mit ihr freundlich reden. Und ich will ihr von dort aus ihre Weinberge geben und das Tal Achor zur Tür der Hoffnung, und sie soll sich dort melden, wie in den Tagen ihrer Jugend und wie an dem Tag, da sie aus Ägyptenland heraufzog. Und es soll zu der Zeit geschehen, spricht der HERR, daß ihr mich Ischi nennen sollt und mich nicht mehr Baali nennen sollt. Denn ich will die Namen der Baalim aus ihrem Munde wegnehmen, und man soll sie nicht mehr bei ihrem Namen nennen. Und zu der Zeit will ich einen Bund für sie machen mit den Tieren des Feldes und mit den Vögeln des Himmels und mit dem Gewürm auf Erden; und ich will Bogen, Schwert und Streit aus dem Lande zerbrechen und will sie sicher liegen lassen. Und ich will euch mit mir verloben ewiglich; ich will euch mit mir verloben in Gerechtigkeit, Recht, Güte und Barmherzigkeit. Ich will euch mit mir verloben in der Treue, und ihr sollt den HERRN erkennen. Und es soll geschehen zu der Zeit: Ich will antworten, spricht der HERR, ich will dem Himmel antworten, und sie sollen der Erde antworten, und die Erde soll dem Korn, dem Most und dem Öl antworten, und sie sollen Jesreel antworten. Und ich will sie mir in die Erde säen und will mich ihrer erbarmen, die keine Barmherzigkeit erlangt haben, und will zu denen sagen, die nicht mein Volk waren: Du bist mein Volk; und sie sollen sagen: Du bist mein Gott.

Hosea begann mit der Beschreibung des Werbens und des Umwerbens in der Wüste (V. 14-15). Israel wird wieder in der Wüste umworben werden, im Land Edom und in der Stadt Bozrah, wo Gott in der Werbung zu ihrem Herzen sprechen wird, und wenn sie antwortet, werden alle ihre Weinberge wiederhergestellt werden.

Die Ergebnisse dieser Wiederherstellung werden als nächstes beschrieben (V. 16-23). Es wird vier Ergebnisse dieser Wiedervereinigung geben. Das erste Ergebnis (V. 16-17) ist, dass Israel Gott nicht mehr als Baali, sondern als Ishi ansprechen wird. Es gibt hier im hebräischen Text ein sehr interessantes Wortspiel durch die Verwendung dieser beiden hebräischen Wörter. Beide Wörter, Baali und Ishi, sind gute hebräische Wörter, die „mein Mann“ bedeuten. Obwohl sie beide „mein Ehemann“ bedeuten, gibt es einen kleinen Unterschied in der Betonung der Bedeutung. Ishi bedeutet „mein Mann“ im Sinne von „mein Mann“. Baali bedeutet „mein Mann“ im Sinne von „mein Herr“. Beide Wörter sind vollkommen gute hebräische Wörter für „mein Ehemann“ und werden in der ganzen Heiligen Schrift austauschbar verwendet.

Trotzdem sagt Gott, dass der Titel Baali nicht mehr verwendet werden soll, sondern nur noch Ischi. Der Grund dafür ist die Tatsache, dass das Wort Baali sehr nach einem der Götter klingt, mit dem Israel Ehebruch begangen hat: dem Gott Baal. Wenn Israel den Gott Baali auch in Zukunft nennen würde, könnte es anfangen, sich an seinen früheren Liebhaber zu erinnern. Um also auch nur den Hauch einer Erinnerung an den anderen Geliebten zu vermeiden, wird Israel Gott nicht mehr mit Baali ansprechen, sondern nur noch mit Ischi.

Das zweite Ergebnis (V. 18) ist Frieden und Sicherheit. Israel wird nie wieder von den Nationen überfallen werden, deren Götter es einst angebetet hat.

Das dritte Ergebnis (V. 19-20) ist das Verlöbnis. Das Wort „verloben“ wird hier dreimal verwendet, und diese drei Verwendungen beschreiben die drei Elemente dieses neuen Verlöbnisses. Erstens, was die Zeit betrifft, wird es für immer sein. Zweitens, was den Inhalt betrifft, wird es in Rechtschaffenheit, Gerechtigkeit, Freundlichkeit und Barmherzigkeit sein. Drittens, was die Qualität betrifft, wird es in der Treue sein.

Das vierte Ergebnis (Vv. 21-23) ist die neue Bedeutung von Jesreel. Dieser Begriff kann zwei Dinge bedeuten: „Gott streut aus“ und „Gott sät aus“. Während der Zeit der Bestrafung erlebte Israel die erste Bedeutung: „Gott zerstreut“. Jetzt wird Israel die zweite Bedeutung erfahren: „Gott sät.“ Das Tal Jesreel, Israels größtes und ertragreichstes Tal, hatte oft nicht gefruchtet, weil Gott seine Segnungen wegnahm. Aber jetzt, da die Wiederverheiratung stattgefunden hat, werden alle Segnungen Gottes im Tal Jesreel wiederhergestellt werden, und es wird fast so schnell produzieren, wie das Feld gesät wird.

Zusammenfassung: Dies sind also die sechs Stadien der Beziehung Israels als Frau Jehovas, eine Frau, die Gott geheiratet hat, die aber Ehebruch begangen hat. Schließlich kam es zur Trennung, gefolgt von einer Scheidung, und heute befindet sich Israel in der Zeit der Bestrafung. Es wird jedoch noch die Zeit kommen, in der Israel bei seiner nationalen Wiedergeburt wieder verheiratet und mit all seinen Segnungen mit seinem Gott wiedervereint sein wird.

Arnold Fruchtenbaum – Die Frau Jehovas und die Braut Christi

Wenn wir uns in Ruhe in dieses Bild hineindenken, dann wird deutlich, warum und wie Jehovah die Ehe sieht, und wie wir Menschen mit unserem Ehepartner umgehen sollten!