Würdest du Paulus einfach so vertrauen?

Diese aber waren edler als die in Thessalonich; sie nahmen mit aller Bereitwilligkeit das Wort auf, indem sie täglich die Schriften untersuchten, ob dies sich also verhielte.
Elberfelder 1871 – Apg 17,11

Die Juden in Beröa waren nicht so voreingenommen wie die in Thessalonich. Mit großer Bereitwilligkeit gingen sie auf das Evangelium von Jesus Christus – auf die Botschaft – ein, und sie studierten täglich die Heilige Schrift, um zu prüfen, ob das, was Paulus lehrte, mit den Aussagen der Schrift übereinstimmte – ob das sich so verhielt – .
Neue Genfer Übersetzung 2013 – Aposelgeschichte 17,11

In Beröa waren die Juden aufgeschlossener
als in Thessalonich.
Sie nahmen die Botschaft – Die Botschaft, dass Jesus der Christus ist –
mit großer Bereitwilligkeit auf.
Täglich überprüften sie an den Heiligen Schriften – Für das Judentum zur Zeit von Jesus die Bücher, die in unserem Alten Testament zusammengefasst sind. – ,
ob das, was Paulus sagte, auch stimmte.
Das Neue Testament und die Psalmen 2012 – Apostelgeschichte 17:11

ἦσαν Ipf. εἰμί. εὐ-γενέστερος Komp. v. -γενής7 von vornehmer Herkunft; hier von vornehmer Gesinnung, Komp. anständiger (B 2), edler gesinnt (Menge), aufgeschlossener (GNB; LN 27.48). Θεσσαλονίκη V. 1; τῶν ἐν Θεσσαλονίκῃ gen. comparationis (A168) als die in Thessalonich. οἵ-τινες qualitativ (A132) solche Menschen, die (vgl. ZG) bzw. (begründend [vgl. BDR § 293,2b; A368]) denn sie (vgl. A368; B 2b). ἐ-δέξαντο Aor. Med. δέχομαι. τὸν λόγον das „Wort“ als term. tech. für die göttl. Botschaft bzw. die apostolische Verkündigung (vgl. B λόγος 1bβ). προ-θυμία Geneigtheit, hier Bereitwilligkeit. καθʼ ἡμέραν täglich (A195). ἀνα-κρίνοντες Ptz. -κρίνω befragen, untersuchen, hier forschen in (Menge), studieren (GNB); mod. εἰ hier vor einem NS, der v. einem Verb des Handelns abhängig ist, bei dem zusätzl. das Bedeutungselement des Versuchens „mitschwingt“ (A332; vgl. BDR § 375), hier etwa (um zu prüfen/sehen), ob (A332). ἔχοι Opt. ἔχω hier intr. m. Adv. sich verhalten, sein (vgl. B II); obliquer Opt. (der indirekten Äußerung [A261]); εἰ ἔχοι ταῦτα οὕτως ob das (impliziert: was Paulus sagte) sich so verhalte bzw. ob das, was Paulus sagte, auch zutreffe (vgl. GNB).

Neuer Sprachlicher Schlüssel zum Griechischen Neuen Testament

„Das was wir schreiben/sagen kommt direkt von Jehova/von Gott und deshalb brauchst du unsere Schriften/Reden nicht überprüfen, sondern mußt einfach nur glauben“ – ansonsten bist du halt kein Glied unserer Gemeinde …
ECHT? Ist das wirklich SO einfach? Schauen wir uns den Text oben an! Selbst der von Jesus persönlich berufene Apostel Paulus wurde durch die Zuhörer „kontrolliert“ – ja die Zuhörer schauten „in den alten Schriften nach“ ob das was Paulus behauptete, wirklich so im Tanach / Alten Testament steht.
Und Paulus war beleidigt? NEIN! Paulus lobte diese Einstellung!!!!

Viele Leser hier in diesem Blog wundern sich, dass ich verschiedene biblische Kommentare hintereinader poste. Das ist der Grund! Einfach die Kontrolle, ob dass was Kommentar x sagt durch weitere Kommentare gestützt wird! Und verschiedene Meinungen zu einem Vers kennen zu lernen. Wir lernen nichts, wenn wir nicht verschiedene Meinungen hören/lesen! Was wäre, wenn wir noch im Mathestand der 2.Klasse stehen geblieben wären, und 5 geteilt durch 2 noch immer „nicht lösbar“ wäre? Warum bleiben wir dann so gerne bei biblischen Themen „in der 2.Klasse stehen“???

In Vers 10b heißt es, dass Paulus und Silas, als sie auf dem Weg dorthin waren, in die Synagoge von Beröa gingen, was zeigt, dass es eine jüdische Gemeinde gab, die groß genug war, um eine Synagoge zu unterhalten. Sie evangelisierten dann deren Mitglieder (V. 11). Lukas beschreibt die Juden von Beröa als edler als die in Thessaloniki. Das griechische Wort für „edel“, eugenesteroi, bedeutet „wohlgeboren“, „edelgesinnt“. Mit anderen Worten: Sie hatten einen großzügigen Geist und waren frei von Vorurteilen. Diese Haltung machte sie offener für das Evangelium, und ihr Edelmut zeigt sich darin, dass sie das Wort mit aller Bereitschaft des Geistes aufnahmen und täglich die Schriften untersuchten, ob diese Dinge auch so waren. Während Paulus die Heilige Schrift erklärte, hörten die Beröer aufmerksam zu. Sie trafen keine sofortige Entscheidung aufgrund von Vorurteilen, sondern prüften täglich selbst die Schrift, um zu sehen, ob Jeschua wirklich der Messias war. Das griechische Wort für „prüfen“, anakrinontes, bedeutet „durchforsten“, „sorgfältig und genau forschen, wie in einem Gerichtsverfahren“.

Arnold G. Fruchtenbaum – Ariel’s Bibelkommentar

Die beiden Missionare (Timotheus wird nicht extra genannt, muss sich aber nach V. 14 bei der Gruppe befunden haben) waren also doch noch in der Stadt gewesen, wurden nun jedoch in der Dunkelheit schleunigst in Richtung Beröa geschickt. Auch dort gab es eine zahlreiche jüdische Gemeinde, deren Synagoge sie wieder einmal! – alsbald aufsuchten. Diesmal allerdings scheint sich der Versuch zu lohnen. Lukas charakterisiert sie als von »edlerer Gesinnung« im Vergleich mit den früheren Erfahrungen. Maßstab dafür ist die Reaktion auf die Verkündigung der christlichen Botschaft. Wir erinnern uns an die Geschichtsschreibung des AT etwa in den Königsbüchern: Dort wird die »Qualität« eines Regenten unabhängig von seiner politischen oder wirtschaftlichen Leistung allein daran gemessen, ob er »tat, was dem Herrn missfiel« oder was »dem Herrn wohlgefiel« (vgl. etwa 2Kön 14,24 mit 2Kön 15,3) – eine Art von Beurteilung, die manchen Widerspruch hervorgerufen hat. Dem theokratischen Grundcharakter Israels in der Königszeit war sie aber völlig angemessen.

Die »edlere Gesinnung« der Juden von Beröa schließt nicht aus, dass sie die christliche Botschaft auf ihre Übereinstimmung mit den (atl.) Schriften überprüfen. Das aber behaupteten die Apostel ja gerade: die Übereinstimmung der atl. Aussagen über den Messias mit dem Tun und Ergehen Jesu von Nazareth (Apg 17,3 !). Ein ähnliches, vergleichendes Erforschen wird in Lk 2,19 von Maria, der Mutter Jesu, berichtet. Dies ist also die richtige Methode, sich Klarheit über die Wahrheit des Evangeliums zu verschaffen, und dieser Überprüfung muss es auch standhalten. Die Angabe, die Juden hätten »täglich« in den Schriften geforscht, soll wohl den Gegensatz zu Thessalonich verdeutlichen, wo Paulus nur an drei Sabbaten Lehrgespräche führen konnte.

Gerhard Maier – Edition C

Wenn ich die Menschen in meiner Nähe auf dem Stand von „zweite Klassenschüler“ halte, dann wird der Glaube und das Vertrauen zum Schöpfer halt immer auf wackligen Füßen stehen! Dann kann jeder „Bauernfänger“ ganz schnell meinen Glauben zerstören. Deshalb bitte, lest die Bibel – selbstständig und mit offenen Augen und offenem Herzen!

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