hungriger Panthera leo

Seid nüchtern, wachet; euer Widersacher, der Teufel, geht umher wie ein brüllender Löwe und sucht, wen er verschlinge. Dem widerstehet standhaft im (O. durch) Glauben, da ihr wisset, daß dieselben Leiden sich vollziehen an eurer Brüderschaft, die in der Welt ist. Der Gott aller Gnade aber, der euch berufen hat zu seiner ewigen Herrlichkeit in Christo Jesu, nachdem ihr eine kleine Zeit gelitten habt, er selbst wird euch vollkommen machen, (O. vollenden, alles Mangelnde ersetzen) befestigen, kräftigen, gründen. Ihm sei die Herrlichkeit und die Macht von Ewigkeitzu Ewigkeit! Amen
Elberfelder 1871 – 1 Petr 5,8–11

Bleibt besonnen und wachsam! Denn der Teufel, euer Todfeind, schleicht wie ein hungriger Löwe um euch herum. Er wartet nur auf ein Opfer, das er verschlingen kann.
Stark und fest im Glauben sollt ihr seine Angriffe abwehren. Und denkt daran, daß alle Christen in der Welt diese Leiden ertragen müssen. Gott aber, von dem ihr nichts als Gnade und Liebe erfahrt, hat euch durch Jesus Christus zugesagt, daß er euch nach dieser kurzen Leidenszeit in seine ewige Herrlichkeit aufnimmt. Er wird euch ans Ziel bringen, euch Kraft und Stärke geben, so daß ihr fest und sicher steht. Denn Gott allein gehört alle Macht für immer und ewig. Das ist ganz gewiß!
Hoffnung für alle – 1996 – 1.Petrus 5,8–11

Alles, was euch Sorge bereitet, werft auf ihn! Denn er trägt Sorge für euch. 8 Lebt mit klarem Blick und voller Achtsamkeit! Denn euer Gegner, der teuflische Zerstörer, läuft herum wie ein Löwe, der nach etwas sucht, was er auffressen kann. 9 Leistet ihm Widerstand, fest im Vertrauen. Denn ihr wisst, dass genau dieselben Leiden überall in der Welt über die hereinbrechen, die zur Gottesfamilie gehören.
Das Buch – 2009 – 1.Petrus 5:7–9

Nachdenken
Gott schaut unserem Leiden und den Angriffen des Teufels (Verse 8-9) nicht tatenlos zu! Er handelt an uns, auch wenn es uns unmöglich scheint. Gott will uns
• aufrichten: Das griechische Wort meint ausrüsten mit dem, was fehlt, etwas wieder vollkommen machen.
• stärken: Gemeint ist, fest und beständig machen wie Granit. Körperliche oder seelische Leiden können einen Menschen entweder zusammenbrechen lassen oder ihm ein Stehvermögen verleihen, das so schnell nichts mehr erschüttert.
• kräftigen: Meint hier, mit Stärke versehen. In Schwierigkeiten kann Glaube an Stärke gewinnen. Erst im Leiden erkenne ich wirklich, was er für mich bedeutet. Wie schön, wenn der Glaube stärker und leuchtender aus Leid, Enttäuschungen und Verlusten hervorgeht.
• gründen: Meint, festen Grund unter die Füße geben. Wenn das Leben einstürzt, erkenne ich, was bisher sinnlos und ohne Fundament war. Ich lerne zu unterscheiden, was trägt und worauf ich nicht verzichten kann.
Unbestritten: Leiden kann zu Verbitterung führen und den Glauben an einen guten Gott rauben. Wenn ich Gott aber auch dann glauben kann, dass er mich liebt, hält und mein Leiden darum nie ohne Sinn und Ziel ist, wird mich all das Schwierige letztlich weiterbringen.

ERF – 1.Petrus

Es geht in der Welt um den großen Kampf zwischen dem lebendigen Gott und dem Widersacher, dem Teufel. Zwischen beiden Fronten steht der Christ, der durch vielerlei Leiden hindurch muß, aber es lernen und üben darf, seine Sorgen, die auch ihn überfallen, auf seinen Herrn zu werfen. Im Leiden darf er sich damit trösten, daß viele mitleiden, daß es trotz allem Schweren nur eine kurze Zeit währt und ein Gott der Gnade da ist, der hindurchtragen will und wird. Darum überkommt den Apostel aufs neue der anbetende Dank.

Die Bibel mit Erklärungen: Erklärungen

Allerdings sollen sie nicht in gedankenlose Sorglosigkeit verfallen: „Seid nüchtern und wacht.“ (vgl. 1Petr 1,13; 4,7). Zur Begründung verweist Petrus auf den „Widersacher“, den „Teufel“. Er „geht umher wie ein brüllender Löwe und sucht, wen er verschlingen kann“. Gemeint ist natürlich die Verfolgung der Gemeinde (vgl. Offb 12,12.17: „(12) … Wehe der Erde und dem Meer! Denn der Teufel ist zu euch hinabgekommen und hat große Wut, da er weiß, dass er nur eine kurze Zeit hat … (17) Und der Drache wurde zornig über die Frau und ging hin, Krieg zu führen mit den übrigen ihrer Nachkommenschaft, welche die Gebote Gottes halten und das Zeugnis Jesu haben.“)
(9) Es kommt darauf an, dem Teufel zu widerstehen (Jak 4,7: „… Widersteht aber dem Teufel! Und er wird von euch fliehen.“). Das geschieht „durch den Glauben“ und dadurch, dass sie wissen, dass es ihren Schwestern und Brüdern in aller Welt genauso geht wie ihnen. „Den Christen soll es Trost und Stärkung in der beginnenden Leidenszeit sein, zu wissen, dass die Brüder (1Petr 1,22; 2,17) in der ganzen Welt mit ihnen eine große Leidensgemeinschaft bilden. Was im Leiden lähmen kann, ist in Wahrheit die Einsamkeit.“ (Schelkle, 132)

Mainka

Seid nüchtern usw. Diese Mahnung greift weiter. Weil die Gläubigen im Kampf mit einem überaus scharfen und mächtigen Feind stehen, müssen sie zum Widerstand gerüstet sein. Dies wird in einem doppelten Bilde ausgedrückt: seid nüchtern und wachet. Schlemmerei macht träge und schläfrig; desgleichen verfallen Leute, die sich durch irdische Sorgen oder Vergnügungen berauschen, in geistlichen Schlaf oder Gedankenlosigkeit. Jetzt verstehen wir, was der Apostel meint: es ist uns in dieser Welt ein Kriegsdienst verordnet, und wir haben es mit einem Feinde zu tun, den wir nicht verachten dürfen, der wie ein Löwe hierhin und dorthin springt, damit er uns verschlinge. So ergibt sich der Schluss, dass man ernstlich wachen müsse. Mit demselben Beweisgrund schärft Paulus unsern Eifer, wenn er sagt (Eph. 6, 12), dass wir nicht mit Fleisch und Blut zu kämpfen haben, sondern mit der Nichtswürdigkeit böser Geister. Den Frieden missbrauchen wir ja meistens zu müßigem Treiben; so geschieht es, dass der Feind uns allmählich umgarnt und erdrückt, weil wir uns außer Gefahr wähnten und in den Lüsten des Fleisches gehen ließen. Der Vergleich des Teufels mit einem Löwen will ihn als ein überaus reißendes Wesen darstellen. Dass er umhergehet, uns zu verschlingen, soll uns zu eifriger Wachsamkeit treiben. Weiter heißt der Teufel der Widersacher der Frommen: denn diese sollen wissen, dass ihr Gottesdienst und gläubiges Bekenntnis zu Christus sie verpflichtet, mit dem Teufel einen beständigen Krieg zu führen. Denn er, der wider das Haupt ankämpft, wird die Glieder nicht verschonen.
V. 9. Dem widerstehet. Dass der Feind so mächtig ist, soll uns auf der einen Seite scharf und besorgt machen; anderseits wäre doch Gefahr, dass ein unmäßiger Schrecken uns den Mut nehmen könnte, wenn uns nicht Hoffnung auf Sieg geboten würde. Der Apostel will uns also wissen lassen, dass der Krieg einen glücklichen Ausgang nehmen muss, wenn wir unter Christi Fahnen streiten. Denn wer in der Rüstung des Glaubens in den Kampf zieht, wird sicherlich den Sieg gewinnen. Der Apostel sagt: widerstehet! Fragt jemand: womit? – so lautet die Antwort; dass der Glaube Stärke genug hat: fest im Glauben. Paulus aber zählt an der eben zitierten Stelle (Eph. 6, 13) die einzelnen Stücke der Waffenrüstung auf. Dies alles will das gleiche besagen wie das Zeugnis des Johannes (1. Joh. 5, 4): „Unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat.“
Und wisset, dass eben dieselbigen Leiden usw. Auch dies dient zum Trost, dass wir in dem gleichen Kampf stehen wie alle Kinder Gottes. Denn Satan bereitet uns eine besonders gefährliche Versuchung, wenn er uns von dem Leibe Christi trennt. Darum erinnert uns der Apostel, dass nichts uns trifft, was wir nicht auch an den andern Gliedern der Gottesgemeinde sehen. Und wir dürfen uns durchaus nicht weigern, in der Gemeinschaft mit allen Heiligen zu stehen und in der gleichen Lage wie sie. Dass die Leiden sich vollenden, bedeutet etwa soviel wie das Wort des Paulus (Kol. 1, 24), dass täglich an den Gläubigen vollendet werde, was an den Trübsalen Christi noch fehlt. Dass die Brüder in der Welt sind, kann doppelt verstanden werden. Entweder ist die Meinung, dass Gott seine Gläubigen unterschiedslos übt, wo immer sie sich unter den Völkern der Welt befinden. Oder es soll gesagt werden, dass die Notwendigkeit des Kriegsdienstes unser wartet, solange wir in dieser Welt leben. Auch darauf wollen wir hinweisen, dass die Anläufe des Satans, von denen die Rede war, jegliche Art von Trübsalen umfassen. Wir schließen daraus, dass wir immer mit einem dämonischen Feinde zu tun haben, woher auch die Widrigkeiten kommen mögen, – mag uns Krankheit drücken, mag infolge Unfruchtbarkeit der Äcker Hungersnot drohen, oder mögen Menschen uns lästig fallen.

Calvin – 1. Petrusbrief

Viertens ermahnt Petrus die Herde in den Versen 8-9, dem Satan zu widerstehen. Widerstand gegen Satan beinhaltet zwei Anweisungen. (1) Gläubige müssen die Methode von Satans Wirken verstehen (V. 8). Petrus beginnt mit zwei Ermahnungen im Imperativ: Seid nüchtern – seid geistlich beherrscht; dazu hat Petrus bereits zuvor zwei Mal ermahnt (1,3; 4,7). Wacht – seid in wachsamer Tätigkeit, seid vorbereitet. Bei der Erfüllung genau dieser Mahnung versagte Petrus in Gethsemane, als Jesus ihn aufforderte, zu wachen und zu beten. Der Grund, aus dem Gläubige nüchtern sein und wachen müssen: Sie haben einen Widersacher. Hier wird das Wort Widersacher zum einzigen Mal für Satan gebraucht. Es stellt Satan als einen Gegner im Gerichtssaal vor, der er ja auch ist (Sach 3,1; Mt 5,25; Lk 12,58). Als Widersacher ist er in Sacharja 3,1 der Ankläger Israels, in Offenbarung 12,10 Ankläger der Gläubigen. Das Pronomen euer macht Satan zum persönlichen Feind jedes Gläubigen. Der hebräische Name Satan bedeutet »Widersacher«. In diesem Abschnitt wird Satan von Petrus als der Teufel bezeichnet. Er verwendet das Wort diabolos; das bedeutet »Verleumder« – jemand, der falsche Anklagen gegen Gott und sein Volk vorbringt. Er ist derjenige, der Lügen über die Heiligen verbreitet. Aus diesem Grunde brauchen Gläubige den Messias als ihren Beistand (1Joh 2,1). Darüber hinaus wird Satan als brüllender Löwe dargestellt; das betont sein ungestümes Wesen. Der Begriff brüllend malt Satan als ausgehungert und darauf aus, Beute zu machen. Weiterhin beschreibt Petrus ihn mit den Worten: [Er] geht umher und sucht, wen er verschlingen kann. Suchen ist ein Partizip Präsens Aktiv; es stellt Satan auf der andauernden und beständigen Suche dar. Das Wort verschlingen ist ein Aorist Infinitiv und weist auf sein tödliches Wirken hin. Im Griechischen bedeutet das Wort soviel wie »hinuntertrinken«. Es besagt, dass Satan sein Opfer vollkommen vernichten möchte. Um Satan zu widerstehen, ist es wichtig, seine Arbeitsmethode zu kennen. (2) Dem Satan muss mit Glaube widerstanden werden (V. 9): Dem widersteht standhaft in eurem Glauben. Gläubige müssen in ihrem Glauben standhaft sein; das liefert das Mittel zum Widerstand. Das Wort standhaft bedeutet, »fest zu stehen wie ein Fels«. Gläubige müssen fest im Glauben wurzeln, um Satan zu widerstehen. Glaube ist der Siegesbereich. Das Werk Jesu am Kreuz war das Mittel, wodurch er Satan besiegt hat. Der Gläubige muss Glauben an das Werk Jesu am Kreuz haben, wo er Satan besiegt hat; der Gläubige muss verstehen, dass in Christus der Glaube liegt, durch den man Satan widerstehen kann. Dieselbe Wahrheit über den Widerstand gegen Satan wird in Jakobus 4,7 und Epheser 6,10-18 gelehrt. Darüber hinaus müssen Gläubige erkennen, dass Mitgläubige dieselben Leiden erfahren. Hier steht für die »Brüder« das Wort Bruderschaft. Es wird nur von Petrus gebraucht und findet sich auch in 2,17. Andere Formen derselben griechischen Wurzel sind auch an anderen Stellen im Neuen Testament zu finden. Brüder überall in der Welt sind denselben Leiden unterworfen; das ist nicht ungewöhnlich.

Arnold Fruchtenbaum – Die Petrusbriefe

Interessanter Nebenaspekt – aus einer Ansprache von Bayless Conley – der Ungehorsam und Tod miteinander verbindet.

Und wie sieht es bei mir aus? Schleicht er – dieser Löwe auch im meinem Leben herum? Oder habe ich nur die allgemeinen Sorgen, wie Krankheit, Auto, Kinder, Arbeit – die mich von Gottes Wort abhalten?

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