Meine Meinung und meinen Glauben nie überprüfen?

Als ich ein Kind war, redete ich wie ein Kind, dachte wie ein Kind, urteilte wie ein Kind; als ich ein Mann wurde, tat ich weg, was kindisch war.

Elberfelder Bibel 1905 – 1Kor 13,11

Als ich einunmündiges ‹Kind› war, redete ich wie einunmündiges ‹Kind›, war ich gesinntwie einunmündiges ‹Kind›, rechnete ichwie einunmündiges ‹Kind›; als ich aber ein Mann wurde, tat ich das Kindischeweg;
Janzen & Jettel

Als Kind war ich auch in meiner Denke ein Kind, ich beobachtete und bewertete die Welt aus dieser Perspektive. Als ich dann aber erwachsen wurde, wollte ich kein Kind mehr sein.
Volxbibel

ἤμην Ipf. εἰμί. νήπιος unmündig; τὰ τοῦ νηπίου das kindliche (Wesen). ἐ-λάλουν Ipf. λαλέω. ἐ-φρόνουν Ipf. φρονέω denken, urteilen. ἐ-λογιζόμην Ipf. λογίζομαι. γέ-γονα V. 1. κατ-ήργηκα Pf. -αργέω. 1Kor 13,12

Neuer Sprachlicher Schlüssel zum Griechischen Neuen Testament

Da wir alle den Entwicklungsschritt vom Kleinkind zum Kind usw. durchmachen, auch in geistiger Hinsicht, muss sich unsere Meinung zwangsläufig ab und zu ändern. Wenn jemand nach Jahren noch immer die im Kindesalter gehegten Glaubensansichten hat, ist scheinbar etwas in seinem Glauben „defekt“.
Folgendes Beispiel hatte ich vor ein paar Wochen bei einer „Präsentation“ benutzt:
7:2 = nicht lösbar
7:2 = 3 Rest 1
7:2 = 3,5
Je nach Alter/ Schulklasse, werden die Ergebnisse erwartet. Wenn eine Religion oder Kirche aber im Niveau der ersten Aufgabe stehen bleibt, oder wieder zurück kehrt – würde ich dringend raten, den Lehrer zu wechseln!

Auch an anderer Stelle beschreibt der Apostel den Zweck der Gaben anhand des Bildes von Wachstum und Reife. So sollen sie die Kirche nach Eph 4,11-16 langsam aus einem kindlichen Stadium in das des reifen Erwachsenenalters führen. Der in 1Kor 13,10 mit „Vollkommene“ übersetzte Begriff teleion ist im Epheserbrief (1Kor 4,13) mit „vollendet“ wiedergegeben und als das Erreichen „des vollen Maßes der Fülle Christi“ definiert. In diesem Zustand werden wir ganz sicher erst bei der Wiederkunft Christi sein.
Von dieser Perspektive ist anscheinend auch im 1. Korintherbrief die Rede. Paulus wendet das Bild auf sich selbst an (vgl. V. 1-3). Die drei beispielhaft angeführten Fähigkeiten des kindlichen Redens und Denkens und der kindlichen Einsicht sind wahrscheinlich als Parallelen zu den dreiGaben in Vers 8 gemeint. Mit dem Erwachsenwerden werden diese Gaben überflüssig. Das Verb „wurde“ (gegona, eine Perfektform; vgl. Röm 13,8; 1Kor 14,23) ist selbst Verständlich im Rahmen dieses Bildes zu sehen. Keineswegs ist damit gemeint, daß Paulus selbst oder die Kirche als ganze bereits an diesem Punkt angelangt sind (vgl. Phil 3,12), es wird aber auch nicht die allmähliche Veraltung bestimmter Gaben in der fortschreitenden Entwicklung der Kirche ausgeschlossen.

Die Bibel erklärt und ausgelegt – Walvoord Bibelkommentar

Der Apostel will mit diesem Bild unser Leben jetzt als Kinder Gottes nicht abwerten. Welch einen Vorzug und Reichtum haben wir als Kinder Gottes! Wir dürfen reden »wie ein Kind«, nämlich »Abba, lieber Vater« sagen (vgl. Röm 8,15; Gal 4,6) und darin das ganze Umsorgt – und Gehaltensein erleben. Paulus redet daher in Vers 11 nicht von unserer Gotteskindschaft, sondern von unserem natürlichen, menschlichen Wachstum vom Kind zum Manne. Ein Kind ist »klug«, erkennt und weiß manches, es hat »kindliche Anschläge« (wörtlich: es »plant wie ein Kind«) – und doch ist das Denken und Planen eines erwachsenen Mannes etwas ganz anderes. Das Kindliche ist beim Mann alles vergangen, es entfällt zu Gunsten eines anderen, reiferen Wünschens, Denkens und Redens. Paulus entwertet damit das Auffassungs – und Denkvermögen des Kindes nicht – es hat zu seiner Zeit seine notwendige Aufgabe -, aber er sieht es lediglich als Vorstufe zu einem erweiterten, umfassenderen Auffassungs – und Denkvermögen. So ist es auch mit der von Gott geschenkten Erkenntnis im Glauben. So wertvoll und hilfreich diese Erkenntnis ist – sie ist nicht in sich fertig, vollendet, sondern wird einst erweitert und vervollkommnet werden durch Gott. Ist sie jetzt schon Gottes Gabe an seine Gemeinde, so wird sie von ihm gewandelt, umfassend werden, wenn wir am Ziel sind. »Da ich aber ein Mann ward«: wir gehen als Kinder Gottes der Vollendung entgegen, sind berufen zum Mit -Herrschen und Mit -Richten (Offb 1,6; 5,10; Mt 19,28; Lk 22,30; 1Kor 6,2). Die Kindesart wird dann abgetan sein; wir werden die Königsart, die Christusart haben. Das ist nicht nur quantitativ, sondern auch qualitativ anders.

Edition C

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