Ist Jesus Christus auferstanden?

Denn wenn wir glauben, daß Jesus gestorben und auferstanden ist, also wird auch Gott die durch Jesum Entschlafenen mit ihm bringen.
Elberfelder 1871 – 1 Thess 4,14

Wir glauben doch, dass Jesus gestorben und auferstanden* ist. Ebenso gewiss wird Gott auch die Verstorbenen durch Jesus und mit ihm zusammen zum ewigen Leben führen.
Gute Nachricht Bibel 2018 – 1 Thess 4,14

Nun, wir glauben doch, dass Jesus ´für uns` gestorben und dass er auferstanden ist. Dann wird Gott aber auch dafür sorgen, dass die, die im Vertrauen auf Jesus gestorben sind, mit dabei sein werden, wenn Jesus in seiner Herrlichkeit kommt. – Oder Dann wird Gott aber auch die, die im Vertrauen auf Jesus gestorben sind, zu sich holen, sodass sie mit Jesus zusammen sind. Wörtlich Dann wird Gott aber auch die Entschlafenen durch Jesus mit ihm führen. – Die Fügung durch Jesus ist sowohl im NGÜ-Text als auch bei der Od-Wiedergabe auf die Entschlafenen bezogen. Nach anderer Auffassung bezieht sie sich jedoch auf führen (also entweder: Dann wird Gott durch Jesus aber auch dafür sorgen, dass die Verstorbenen mit dabei sein werden, wenn Jesus in seiner Herrlichkeit kommt oder: Dann wird Gott durch Jesus aber auch die Verstorbenen zu sich holen, sodass sie mit Jesus zusammen sind).
Neue Genfer Übersetzung 2013 – 1.Thessalonicher 4,14

Wenn wir nämlich glauben, dass Jesus gestorben und wieder auferstanden ist, dann können wir auch darauf vertrauen, dass Gott die, die im Glauben an Jesus gestorben sind, ebenso auferwecken wird.
NeÜ bibel.heute 2015 – 1.Thessalonicher 4:14

Wie viele Juden glaubte auch Paulus, dass die menschliche Seele sich bis zur Auferstehung des Leibes im Himmel aufhalte und dass bei der Auferstehung Leib und Seele wieder zusammengefügt würden ( 2.Kor 5,1-10 ). Viele Schriftsteller der Antike unterschieden zwischen der oberen Atmosphäre (dem »Äther«), in dem die reinen Seelen wohnten, und dem untersten Himmel, dem Reich der »Luft«. Deshalb kann Paulus sagen, dass der Herr aus dem »Himmel« herabkommen – damit meint er den höchsten Himmel ( 4,16 ) – und sein Volk in der »Luft«, der unteren Atmosphäre, treffen wird ( 4,17 ).

Craig Keener – Kommentar zum Umfeld des Neuen Testaments

Die Grundlage der Hoffnung des Gläubigen ist die Auferstehung Christi. Genauso sicher, wie »wir glauben, dass Jesus gestorben und auferstanden ist«, gilt Folgendes: So sicher können wir glauben, dass diejenigen, die in Jesus entschlafen sind, auferweckt werden und an seinem Kommen teilhaben. »Denn wie in Adam alle sterben, so werden auch in Christus alle lebendig gemacht werden« (1. Kor 15,22). Seine Auferstehung ist das Unterpfand und der Beweis für unsere Auferstehung.
Man beachte den Ausdruck »die Entschlafenen durch Jesus« oder »Entschlafenen in Jesus«. Unser Wissen, dass es nur der Liebste unserer Seele ist, der die Leiber seiner Geliebten schlafen lässt, raubt dem Tod seinen Schrecken.
Wir können ganz sicher sein, dass diejenigen, die in Christus gestorben sind, von »Gott ebenso … mit ihm gebracht« werden. Das kann man auf zweierlei Weise verstehen:

Es könnte bedeuten, dass Gott zum Zeitpunkt der Entrückung die Leiber der Gläubigen auferweckt und sie mit dem Herrn Jesus zurück in den Himmel bringt.
Oder es könnte heißen, dass bei Christi Rückkehr auf die Erde zur Herrschaft Gott diejenigen mit Christus zurückbringen wird, die im Glauben gestorben sind. Mit anderen Worten, der Apostel will sagen: »Macht euch keine Sorgen darum, dass die Gestorbenen die Herrlichkeit des kommenden Reiches verpassen werden. Gott wird sie mit Jesus zurückbringen, wenn er mit Macht und großer Herrlichkeit zurückkehrt«. (Das ist die Bedeutung, die allgemein bevorzugt wird.)
Doch wie kann das sein? Ihre Leiber liegen nun im Grab. Wie können sie mit Jesus wiederkommen? Die Antwort darauf wird in den Versen 15–17 gegeben. Bevor Christus kommt, um sein Reich aufzurichten, wird er wiederkommen, um sein Volk zu sich in den Himmel heimzuholen. Später wird er dann mit ihnen auf die Erde zurückkehren.

MacDonald – Kommentar zum Neuen Testament

1Thess 4,13–18 ist der älteste christliche Text, der die Hoffnung auf die Auferstehung der Toten thematisiert. Das in V. 16.17a verarbeitete »Herrenwort« läßt noch erkennen, auf welchem Hintergrund diese Hoffnung im frühen Judenchristentum Fuß gefaßt hat. Die Zukunftserwartung der Gemeinde war primär bestimmt durch die Gewißheit der baldigen Parusie des Menschensohnes bzw. des Kyrios und der damit verbundenen Entrückung der endzeitlichen Heilsgemeinde. Das bedeutet: der aus der jüdischen Tradition vertraute Auferstehungsglaube war zunächst kein Thema der Verkündigung, da der mögliche Tod vor der Parusie nicht im Blickfeld lag. Erst als in Thessalonich – wahrscheinlich zuvor auch schon in Antiochia – unerwartete Todesfälle eintraten, erhob sich die bange Frage nach der Teilnahme gestorbener Christen am Parusiegeschehen. Um sie der Mehrzahl der zum Zeitpunkt der Parusie lebenden Christen gleichzustellen, wurde nun die Auferstehungshoffnung proklamiert. Von Bedeutung war dabei nicht das Detail des Auferstehungsvorganges, sondern die so ermöglichte Teilnahme aller Christen an der die Zukunftserwartung nach wie vor bestimmenden Entrückung. Theologisch charakteristisch für Paulus ist, daß er diese Hoffnung aus dem Osterkerygma begründet (V. 14). Sie folgt als Analogie aus der Auferstehung Jesu und erreicht ihr Ziel in der ewigen Christus-Gemeinschaft nach der Parusie (V. 17b; 5,10). Apokalyptische Einzelzüge (V. 16.17a) werden aus der Tradition übernommen, sind aber im Blick auf das in Thessalonich aktuelle seelsorgerliche Problem theologisch ohne Bedeutung.
Es ist höchst lehrreich zu sehen, in welchem Umfang Elemente dieses Textes in den folgenden echten Paulusbriefen aufgegriffen, ersetzt oder ergänzt werden. Die wesentlichen Vergleichstexte sind 1Kor 6,14; 2Kor 4,14; 1Kor 15; 2Kor 5,1–10; 13,4; Röm 8,11; Phil 1,23; 3,11.20 f.; 4,4 f.

Gleichfalls festgehalten wird die Begründung der Auferstehungshoffnung im Osterkerygma. Paulus formuliert nun streng parallel: »Gott hat den Herrn auferweckt und wird auch uns auferwecken durch seine Kraft« (1Kor 6,14; ähnlich 2Kor 4,14; Röm 8,11). Die Auseinandersetzung mit der in Korinth vertretenen These »Auferstehung von Toten gibt es nicht« (1Kor 15,12) führt sogar zur Umkehrung der beiden Aussagen: »wenn es keine Auferstehung von Toten gibt, so ist auch Christus nicht auferweckt worden« (15,13). Noch einen Schritt weiter geht die jetzt notwendige grundsätzliche Reflexion, wenn sie den Sachverhalt in die Adam-Christus-Typologie einzeichnet: »wie in Adam alle sterben, so werden auch in Christus alle lebendig gemacht werden« (15,22). Kündigt sich hier sogar die Erwartung einer christologisch begründeten allgemeinen Totenauferstehung an, so sind doch nicht die Toten als solche das beherrschende Thema, sondern die Vernichtung und Besiegung des Todes selbst als des »letzten Feindes« (15,26.54 f.).

Haufe – Theologischer Handkommentar zum Neuen Testament

Dreierlei ist hier für uns bedeutsam. Erstens: Jeder Versuch, eine „Unsterblichkeit der Seele“ zu beweisen und darauf die Hoffnung zu gründen, liegt völlig fern. Gottes offenbare Tat an Jesus gibt ein ganz anderes, festes Fundament. Zweitens: Weil wir diesem Jesus angehören, der da „starb und auferstand“, darum sind wir in unserem Sterben nicht allein und verlassen. Wir „entschlafen durch Jesus“. Hier ist schon angedeutet, was später in Rö 14, 7ff so klaren und tröstlichen Ausdruck findet. Ob ich den Zeugentod für Ihn sterbe oder an einer Krankheit dahinsieche, ob viele um mich sind oder mir ein einsames Ende beschieden ist, Jesus selbst hat dieses mein Ende in Seiner Hand. Und endlich: die Formulierung „Gott wird die da entschliefen durch Jesus mit Ihm zusammenführen“ ist zwar sehr schwebend. Sie könnte einfach nur sagen: Gott wird bei der Parusie die Entschlafenen wieder mit Jesus zusammenführen. So entspräche es beinahe am besten den letzten Zeilen unseres Briefabschnittes. Im Verfolg seines Satzes: „Wenn wir glauben, daß Jesus starb und auferstand“, hätte Paulus eigentlich fortfahren müssen: ebenso wird Gott auch die da entschliefen durch Jesus „mit ihm auferwecken“. Da aber ihm wie den Thessalonichem alles auf die Teilnahme der Toten an der Parusie, nicht nur auf ihre Lebendigmachung als solche ankam, geht er über das „Auferwecken“ sogleich hinaus auf das „mit Jesus zusammenführen“, nämlich bei der Parusie. Und doch dürfen wir vielleicht von da aus einen Schritt weitergehen. Da sich doch Gott des Herrn Jesu angenommen hat auch in den Tagen zwischen Tod und Auferstehung, so wird Er sich auch „ebenso“ um die entschlafenen Christen nach ihrem Sterben kümmern und sie „mit Jesus zusammenbringen“. Dann läge in diesem Ausdruck der Ansatz zu jener frohen Gewißheit, die Paulus Phil 1, 23 angesichts seines möglichen baldigen Zeugentodes äußert: auf das Abbrechen des Zeltes im Sterben folgt unmittelbar ein „bei Christus sein“, das „weit mehr besser“ ist, wenn auch durchaus noch nicht die Vollendung und die volle Herrlichkeit56. Der schwebende Ausdruck „mit Ihm zusammenführen“ wäre ein ganz knapper Blick in den „Zwischenzustand“. Die Entschlafenen sind und bleiben zwar „Tote“; das steht durch Vers 16 eindeutig fest. Aber „Tote“ heißt keineswegs „Nichtseiende“. Es heißt auch nicht „Schlafende“, da die Verwendung des Wortes „entschlafen“ in unserem Brief lediglich dem allgemeinen griechischen Sprachgebrauch entspricht und sachlich über den Zustand nach dem Tode nichts aussagt. Und „Christen“ sind auf jeden Fall „Tote in Christus“, also Tote, über die „Jesus Christus der Herr ist“ wie über die Lebenden (Rö 14, 9; Hbr 12, 23; Luk 23, 43)! Sie sind auch als „Tote“ von Christus ungetrennt, also umfaßt von Seiner Herrschaft, Seinem Frieden, Seinem Schutz. Sie sind „nicht verloren“ (1 Ko 15, 18). Aber freilich — dies Wissen muß auch genug sein. Weiteres erfahren wir nicht, viele Fragen bleiben unbeantwortet. Noch einmal: für eine wirklich auf den wiederkommenden Herrn wartende Gemeinde ist das alles auch nicht wichtig, wenn sie nur des einen gewiß sein darf: unsere Toten sind in Christus geborgen und kommen am Tage der Parusie keinesfalls zu kurz.

Wuppertaler Studienbibel

Die Aussage über die »Entschlafenen« gründet auf dem Glauben, »dass Jesus gestorben und auferstanden ist«. Der Glaube der Christen beruht seinerseits auf den geschichtlichen Tatsachen von Kreuz und Auferstehung Jesu Christi. Das Geschehen von Karfreitag und Ostern hat direkte Folgen für die verstorbenen Christen: »durch Jesus« werden auch sie auferweckt werden und zu seiner Begleitung (»mit ihm«) gehören. Gott erweist sich an den »Entschlafenen« als der Schöpfer, als der Herr des Lebens. Dies demonstrierte er an Jesus als dem »Erstling aus den Toten« (1Kor 15,20; Kol 1,18). Darum ruft er die an Jesus Christus Glaubenden »durch Jesus« ebenfalls neu ins Leben.

Die Verbindung von Auferstehung und Wiederkunft Christi ist von großer Bedeutung für den christlichen Glauben. Dabei ist zu betonen, dass beide Ereignisse nicht voneinander getrennt werden können. Das Zeugnis von der Auferweckung dient nicht dazu, durch ein »Leben nach dem Tod« die Angst vor einer ungewissen Zukunft oder den Schmerz des Abschieds zu mildern. Vielmehr steht bei allem der »lebendige und wahre Gott« (1Thess 1,9) im Mittelpunkt, der mit seinen Wegen ans Ziel kommt und Menschen in Jesus Christus seine Gemeinschaft gewährt. Schwerer als die Trauer über den Tod wiegt bei Christen die Trauer über die Trennung von ihrem Herrn (vgl. Joh 16,5-23). Darum zielt die Auferweckung darauf, in neuer und ungebrochener Weise in die Gemeinschaft mit Jesus eintreten zu können (vgl. Phil 1,21.23).

Wohin werden die Auferweckten geführt? Manche Ausleger meinen, dass sie zu Gott in den Himmel gebracht werden. Umgekehrt legt sich die Deutung nahe, dass Jesus bei seiner Ankunft vom Himmel zurück zur Erde kommt (vgl. Lk 21,27; Apg 1,11); diese wird von Gott verwandelt und als neue Welt erschaffen (vgl. Röm 8,21; 2Petr 3,13; Offb 21,1-10). Allerdings setzt die Neuschöpfung das Ende der ersten Schöpfung voraus; dies gilt für das neue Leben des Christen (Röm 6,2ff. u. ö.) wie auch für die Welt insgesamt (2Petr 3,10-13; Offb 21,1).

Gerhardt Maier – Edition C

Der zweite Bereich des Todes und der Gläubigen ist, dass Jeschua, der Messias, den Tod verursacht, soweit es die Gläubigen betrifft. Die Hauptstelle für diese Wahrheit ist 1 Thessalonicher 4,14. Der griechische Text lautet wörtlich: „Der Gläubige ist durch Jesus entschlafen.“ Das Schlüsselwort ist „durch“. Noch einmal: Wenn die Bibel den Begriff „Schlaf“ in Bezug auf den Tod verwendet, lehrt sie nicht den Seelenschlaf, sondern den physischen Schlaf, da es der physische Körper ist, der während des Todes schläft, nicht der immaterielle Teil des Menschen, der Seele-Geist. Außerdem, wann immer die Bibel den Begriff „Schlaf“ in Bezug auf den Tod verwendet, benutzt sie ihn nur, um von Gläubigen zu sprechen, niemals von Ungläubigen. Dann heißt es: entschlafen durch Jesus. Das bedeutet, dass Jeschua, der Messias, den Tod für einen Gläubigen verursacht. Wenn ein Gläubiger stirbt, ist es der Messias, der ihn in den Schlaf versetzt hat, um diese Person nach Hause zu bringen, um bei ihm zu sein.

Wie bereits erwähnt, war Satan in der gesamten Geschichte bis zum Tod des Messias die Ursache des Todes. Ein Beispiel findet sich in Hiob 1-2, wo er den Tod vieler verursachte. Aber nach dem Tod des Messias, nachdem der Messias hindurchgegangen ist und den Tod besiegt hat und dem Satan die Schlüssel des Todes weggenommen hat, so dass er nicht mehr der Herr des Todes für den Gläubigen ist, ist es jetzt der Messias, der den Tod für den Gläubigen verursacht. Satan hat immer noch die Macht des Todes über den Ungläubigen, aber er hat nicht die Macht des Todes über den Gläubigen, mit einer Ausnahme. Satan hat immer noch die Macht des Todes über exkommunizierte Gläubige. Das sind Gläubige, die sich der Gemeindezucht unterzogen haben und nicht auf die vier Stufen von Matthäus 18,15-20 reagiert haben und deshalb exkommuniziert wurden. Exkommunikation bedeutet, dass der Gläubige wieder unter die Autorität Satans gestellt wird, soweit es sein physisches Leben betrifft. Satan hat dann die Macht, das Fleisch, den physischen Teil von ihm, zu zerstören; aber die gleiche Stelle lehrt, dass Satan sein geistliches Leben nicht zerstören kann. Diese Person ist immer noch gerettet, aber wenn sie nicht Buße tut, hat Satan die Möglichkeit, sie körperlich zu töten (1 Korinther 5,4-5). Das ist die Sünde zum Tod aus 1. Johannes 5,16-17.

Mit Ausnahme von exkommunizierten Gläubigen ist es nicht mehr Satan, der Gläubige in den Tod stürzt; es ist Jeschua, der Gläubige in den Tod stürzt. Weil es Jeschua ist, der Gläubige in den Tod versetzt, ist die biblische Sicht des Todes in Bezug auf Gläubige das Konzept des Schlafes. Noch einmal: Das Wort „Schlaf“ in Bezug auf den Tod wird nur für Gläubige verwendet, niemals für Ungläubige (Matthäus 27:52; Johannes 11:11-14; Apostelgeschichte 7:60; 13:36; 1 Korinther 15:6, 18, 20, 51; 1.) Das Wort „Schlaf“ in Bezug auf den Tod zeigt, dass Gott den Tod eines Gläubigen lediglich als eine vorübergehende Aussetzung der körperlichen Aktivität ansieht, bis der Gläubige bei der Auferstehung erwacht.

Arnold Fruchtenbaum – Die biblische Sicht des Todes

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