„Weil wir uns in Jesu Menschwerdung …getragen wissen…“

Doch dann ist die Güte Gottes, unseres Retters, und seine Liebe zu uns Menschen sichtbar geworden, und er hat uns gerettet – nicht etwa, weil wir so gehandelt hätten, wie es vor ihm recht ist, sondern einzig und allein, weil er Erbarmen mit uns hatte. Durch das Bad der Wiedergeburt hat er den Schmutz der Sünde von uns abgewaschen und hat uns zu neuen Menschen gemacht. Das ist durch die erneuernde Kraft des Heiligen Geistes geschehen, den Gott durch Jesus Christus, unseren Retter, in reichem Maß über uns ausgegossen hat.
neue Genfer – Titus 3,4-6

Als jedoch die Güte Gottes, unseres Retters, und seine Liebe zur Menschheit offenbar wurden (nicht weil wir irgendwelche gerechten Taten vollbracht hatten, sondern wegen seiner Barmherzigkeit), rettete er uns durch das Bad, das uns zum Leben brachte, und durch unsere Erneuerung durch heiligen Geist.  Diesen Geist goss er durch Jesus Christus, unseren Retter, reichlich über uns aus,  damit wir, nachdem wir durch seine unverdiente Güte für gerecht erklärt worden sind, das ewige Leben erben, auf das wir hoffen.
neue Welt Übersetzung – 2018 – Titus 3:4–7

Als aber die Güte und die Menschenliebe unseres Heiland-Gottes erschien, errettete er uns, nicht aus (O. auf dem Grundsatz von) Werken, die, in Gerechtigkeit vollbracht, wir getan hatten, sondern nach seiner Barmherzigkeit durch die Waschung der Wiedergeburt und Erneuerung des Heiligen Geistes, welchen er reichlich über uns ausgegossen hat durch Jesum Christum, unseren Heiland, auf daß wir, gerechtfertigt durch seine Gnade, Erben würden nach der Hoffnung des ewigen Lebens. (O. der Hoffnung nach Erben des ewigen Lebens würden)
Elberfelder 1871 – Titus 3,4-7

Bist du ein Christ? Bist du also durch den heiligen Geist getauft?
Oder glaubst du, dass nur wenige durch Gott den heiligen Geist erhalten würden?
Was ändert dieser heilige Geist in jedem Christen?
Aber wir ändern unsere Eigenschaften nicht, indem wir uns anstrengen oder ganz viel Mühe geben, sondern wir werden erneuert. Denn nicht unsere Anstrengungen sind es, die uns retten, sondern diese Rettung kommt von Gott. Die Veränderungen sind nur die Auswirkung.

Diese Situation veränderte sich jedoch radikal, als die Freundlichkeit und Menschenliebe (philanthrOpia) Gottes, unseres Heilandes, … erschien. Der Gegensatz zum vorigen Zustand ist frappierend: Während in Vers 3 der Mensch der Handelnde ist, ist er in Vers 4 – 7 nur der Empfänger, und Gott handelt. Was der Mensch auf keinen Fall für sich selbst tun kann, hat Gott für ihn unternommen. (Zu dem Verweis auf Gott als „Heiland“ vgl. den Kommentar zu 1Tim 1,1.)
Gott in seiner Gnade rettet diejenigen, die an ihn glauben, nicht wegen ihrer eigenen Gerechtigkeit (vgl. Röm 3,21-24; Eph 2,8-9; 2Tim 1,9), sondern nach seiner Barmherzigkeit. Die drei Begriffe „Freundlichkeit“, „Menschenliebe“ und „Barmherzigkeit“ (Tit 3,4-5) sind jeweils verschiedene Aspekte der göttlichen Gnade. Der zweifache Vorgang der Gnade, durch den Gott diese Rettung vollendet, umfaßt (1) die Wiedergeburt, die hier als ein Bad beschrieben wird, in dem alle Sünden abgewaschen werden, und (2) die Erneuerung im Heiligen Geist (vgl. 2Kor 5,17). Die Rolle des Glaubens wird an dieser Stelle offenbar deshalb nicht erwähnt, weil Paulus sich ganz auf das Handeln Gottes konzentriert und die menschliche Reaktion auf dieses Handeln nicht miteinbezieht.

Die Bibel erklärt und ausgelegt – Walvoord Bibelkommentar

Wegen ihres jetzigen Zustandes. „Wir sind durch kein eigenes Verdienst oder durch eigene Kraft aus solch einem elenden Zustand errettet worden.“ Der Apostel legt wieder die Umstände unserer Errettung dar (Vers 4–7).
Der hauptsächliche Urheber unserer Errettung: Gott der Vater, der hier deshalb „Gott(es), unser(es) Retter(s)“ genannt wird. Alle Dinge, die zur neuen Schöpfung und zur Wiederherstellung der gefallenen Menschheit zum Leben und zur Seligkeit gehören, kommen von Gott dem Vater. Der Vater beginnt, der Sohn lenkt und der Heilige Geist wirkt und vollendet alles.
Ihr Ursprung: „die Freundlichkeit und Menschenliebe Gottes“. Wir sind vom Anfang bis zum Ende aus Gnade gerettet. Dies ist der Grund und das Motiv. Der Anlass für diese Gnade liegt in der Menschheit, nämlich unserem Elend und Unglück. Weil die Sünde dieses Elend brachte, hätte eher Zorn als Barmherzigkeit die Folge sein können, doch Gott wollte sich lieber erbarmen und retten statt zu vernichten. Er hat Lust an der Gnade (Mi 7,18).
Das Mittel: Das Aufleuchten dieser Liebe und Gnade Gottes im Evangelium, „als aber … erschien“. Durch den Heiligen Geist hat das Erscheinen der Liebe und Gnade große Kraft, Menschen zu verändern und zu Gott zu bekehren.
Falsche Gründe werden entfernt: „Da hat er uns – nicht um der Werke der Gerechtigkeit willen, die wir getan hätten, sondern aufgrund seiner Barmherzigkeit – errettet.“ Es muss bei denen Werke geben, die errettet sind, doch diese befinden sich nicht unter den Motiven für die Rettung; sie sind der Weg des Reiches Gottes, nicht der Kaufpreis, mit dem man es sich verdient. Der Glaube und alle rettenden Gnadengeschenke sind Gottes freie Gabe und sein Werk; der Beginn, das Wachstum und ihre Vollendung in der Herrlichkeit kommen alle von ihm.
Die formale Ursache der Errettung, oder worin sie besteht: die Neugeburt oder geistliche Erneuerung, wie sie hier genannt wird. Ein neues bestimmendes Prinzip der Gnade und Heiligkeit wird eingeführt, welches den Menschen zu einer neuen Schöpfung macht (Gal 6,15), mit neuen Gedanken, Wünschen und Empfindungen. Er hat uns errettet (Vers 5): Was auf diese Weise begonnen wird, wird sicherlich zur rechten Zeit vollendet, und dies wird so ausgedrückt, als wäre es dies bereits. Wir müssen zuerst jetzt durch die Neugeburt gerettet werden, wenn wir guten Grund haben wollen, die vollständige Errettung im Himmel zu erwarten. Die Veränderung wird dann dem Grade nach sein, nicht der Art nach. Gnade ist begonnene Herrlichkeit, genauso wie Herrlichkeit einfach Gnade in ihrer Vollendung ist.
Ihr äußerliches Zeichen und Siegel in der Taufe, welche wegen ihrer Äußerlichkeit „das Bad der Wiedergeburt“ genannt wird. Das Werk selbst ist innerlich und geistlich, doch es wird äußerlich in diesem Ritual angezeigt und besiegelt. Die Taufe rettet bildlich und sakramental, wo sie richtig angewendet wird. Zeigen Sie gegenüber diesem äußerlichen Zeichen und Siegel keine Verachtung, aber vertrauen Sie nicht auf die äußerliche Waschung. Der mit der Taufe besiegelte Bund überträgt der Person Pflichten, wie er ihr auch Vorteile und Vorrechte vermittelt; wenn die Pflichten nicht verrichtet werden, wartet man vergeblich auf die Vorteile.
Die hauptsächliche Ursache, „die Erneuerung des Heiligen Geistes“. In dem Plan unserer Rettung wird der Teil der Anwendung und Wirkung besonders dem Heiligen Geist zugeschrieben. Es heißt, dass wir aus dem Geist geboren sind (Joh 3,8), dass er uns lebendig macht (2.Kor 3,6) und wir durch den Geist geheiligt sind (2.Thess 2,13), von ihm geleitet (Gal 5,18) und geführt werden (Joh 16,13), von ihm gestärkt werden (Eph 3,16) und uns durch den Geist geholfen wird (Röm 8,26). Deshalb muss man ihn leidenschaftlich suchen und sorgfältig auf ihn achtgeben, damit wir seine heiligen Regungen nicht dämpfen, bzw. auslöschen (1.Thess 5,19). Wir können erwarten, dass er so mit uns umgeht, wie wir mit ihm umgehen; wenn wir seine Aktivitäten missachten, ihnen widerstehen oder uns ihnen widersetzen, wird er sie verringern; wenn wir ihm weiterhin Kummer bereiten, wird er sich zurückziehen.
Wie Gott diesen Geist in seinen Gaben und Gnadenwirkungen mitteilt: nicht mit einer geizigen Hand, sondern sehr freigebig und reichlich: „… den er reichlich über uns ausgegossen hat.“ Es wird mehr vom Heiligen Geist in seinen Gnadengaben und Gnadenwirkungen unter dem Evangelium ausgegossen, als es unter dem Gesetz wurde. Die Gemeinde hatte zu allen Zeiten ein Maß des Geistes, doch seit dem Kommen Christi mehr als zuvor. In der frühen Gemeinde gab es einen großen Überfluss an gemeinsamen Gnadengaben der Erleuchtung, der äußerlichen Berufung und des äußerlichen Bekenntnisses sowie des allgemeinem Glaubens, und auch von spezielleren Gnadengaben der Heiligung, wie Glaube, Hoffnung und Liebe. Lassen Sie uns daran teilhaben! Was würde es bedeuten, wenn viel ausgegossen wird, wir aber trocken bleiben? Auf diese Weise teilt Gott seine Gnade und alle Segnungen unter dem Evangelium mit – reichlich; er ist uns gegenüber nicht begrenzt.
Der vorherrschende Kanal von allem, nämlich Christus: „… durch Jesus Christus, unseren Retter.“ Alles kommt durch ihn und durch ihn als Retter. Deshalb wollen wir Gott vor allem für ihn loben; lasst uns durch ihn zum Vater gehen. Haben wir Gnade? Dann wollen wir ihm und auch dem Vater und dem Heiligen Geist dafür danken und in ihr immer mehr wachsen und zunehmen (2.Petr 3,18).

Der Neue Matthew Henry Kommentar

Christliche Freiheit stellt daher für uns eine Herausforderung in der Begegnung
mit anderen dar, denn sie fordert uns auf zu beweisen, ob wir wirklich „Christi Sinn“
haben.74 Wenn wir beständig und aufrichtig ‚an ihm als dem Haupt festhalten‘,
werden wir niemals darin versagen, uns als in Eintracht lebende „Glieder, die als
einzelne zueinander gehören“, in seiner Nachfolgerschaft zu erweisen.75

Raymond Franz – Auf der Suche nach christlicher Freiheit

Das Mittel zur Regeneration ist der Heilige Geist. Dies zeigt die berühmteste Passage über die Neugeburt, Johannes 3: 5–6: Jesus antwortete: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wenn einer nicht aus Wasser und Geist geboren wird, kann er nicht in das Reich Gottes eintreten . Was aus dem Fleisch geboren wird, ist Fleisch; und das, was aus dem Geist geboren wird, ist Geist. Die gleiche Wahrheit wird in Titus 3: 5 gelehrt, der den Begriff „Regeneration“ verwendet und das Werk dem Heiligen Geist zuschreibt: nicht durch Werke, die in Gerechtigkeit getan wurden, die wir selbst getan haben, sondern gemäß seiner Barmherzigkeit rettete er uns durch die Waschen der Regeneration und Erneuerung des Heiligen Geistes. Es ist der Heilige Geist, der das Mittel zur Regeneration ist. Der Glaube selbst ist nicht das Mittel der Regeneration, aber der Glaube ist das menschliche Erfordernis, das es dem Heiligen Geist ermöglicht, das Werk der Regeneration zu tun. Wenn man Jeschua als seinen Messias glaubt und akzeptiert und Glauben ausübt, erlaubt dieser Glaube dem Heiligen Geist, das Werk der Regeneration zu tun. In Wirklichkeit finden Glaube und Regeneration gleichzeitig statt, weil man in dem Moment, in dem man glaubt, regeneriert wird. Das Wort Gottes ist auch nicht das Mittel zur Regeneration, aber es liefert den Inhalt des Glaubens. Es sagt, woran man glauben muss, um vom Heiligen Geist wiedergeboren zu werden.
Die Basis der Regeneration
Die Basis der Regeneration ist der Glaube. Der Glaube ist nicht das Mittel, aber es ist die menschliche Anforderung, die es dem Heiligen Geist ermöglicht, das Werk der Regeneration zu tun. Dies wird in Johannes 1: 12–13 gelehrt: Aber so viele ihn aufgenommen haben, denen gab er das Recht, Kinder Gottes zu werden, auch denen, die an seinen Namen glauben: die geboren wurden, weder aus Blut noch aus dem Wille des Fleisches, noch des Willens des Menschen, sondern Gottes. Dies wird auch in Johannes 3:16 gelehrt: Denn Gott hat die Welt so geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht zugrunde geht, sondern ewiges Leben hat.
Die Redewendungen zur Regeneration
Die Bibel verwendet zwei Redewendungen zur Regeneration. Die Zahlen sind: „wiedergeboren“ oder „neugeboren“ (Joh. 3: 3–7) und „geistige Auferstehung“ (Röm. 6: 1–6; Eph. 2: 5–6).

Fruchtenbaum – Die Sammlung messianischer Bibelstudien


Weil wir in Jesu Menschheit uns selbst angenommen und getragen wissen, darum besteht nun auch unser neues Menschsein darin, daß wir die Not und die Schuld der andern tragen. Der Menschgewordene macht seine Jünger zu Brüdern aller Menschen. Die Philanthropie‘ (Tit. 3,4) Gottes, die in | der Menschwerdung Christi offenbar wurde, begründet die Bruderliebe der Christen zu allem, was Mensch heißt auf Erden. Es ist die Gestalt des Menschgewordenen, die die Gemeinde zu dem Leibe Christi werden läßt, auf den die Sünde und die Not der ganzen Menschheit fällt und durch den allein sie getragen wird.

Dietrich Bonhoeffer – Nachfolge

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