Augen des Herzens?

auf daß der Gott unseres Herrn Jesu Christi, der Vater der Herrlichkeit, euch gebe den Geist der Weisheit und Offenbarung in der Erkenntnis seiner selbst, damit ihr, erleuchtet an den Augen eures Herzens, wisset, welches die Hoffnung seiner Berufung ist, und welches der Reichtum der Herrlichkeit seines Erbes in den Heiligen,
Elberfelder 1871 – Eph 1,17–18

Er öffne euch das innere Auge, damit ihr seht, welche Hoffnung er euch gegeben, zu welch großartigem Ziel er euch berufen hat. Er lasse euch erkennen, wie reich er euch beschenken will und zu welcher Herrlichkeit er euch in der Gemeinschaft der heiligen Engel – Wörtlich Heiligen; nach dem Zusammenhang bezieht sich das Wort hier nicht auf die Christen. – bestimmt hat.
Gute Nachricht Bibel 2018 – Epheser 1,18

Er gebe eurem Herzen erleuchtete Augen, damit ihr seht, zu welch großartiger Hoffnung er euch berufen hat, und damit ihr wisst, wie reich das herrliche Erbe ist, das auf euch, die Heiligen, wartet;
NeÜ bibel.heute – Epheser 1,18

Er soll eure inneren Augen öffnen, damit ihr checkt, auf was wir uns noch alles freuen können. Er hat uns ausgesucht, er hat uns fette Sachen versprochen, die er uns vererben will, und das nur, weil wir ihm vertrauen.
VolxBibel – Epheser 1,18

πε-φωτισμένους Pf. Ptz. Pass. φωτίζω (vgl. A3391ff) tr. erleuchten, beleuchten, bescheinen; wohl subst., doppelter Akk. zum Verb δώῃ gehörig; δώῃ ὑμῖν … πεφωτισμένους τοὺς ὀφθαλμοὺς τῆς καρδίας ὑμῶν er gebe euch … eure Herzensaugen als erleuchtete = er gebe/mache, dass eure Herzensaugen erleuchtet sind (H-S § 233d). εἰς τό V. 12. εἰδέναι Pf. (m. präs. Bdtg.) Inf. οἶδα. κλῆσις8 Berufung, Einladung; τίς ἐστιν ἡ ἐλπὶς τῆς κλήσεως αὐτοῦ welches die Hoffnung seiner Berufung ist = zu welcher Hoffnung er euch berufen hat. πλοῦτος V. 7. κληρο-νομία V. 14. ἐν hier bei, unter (A193).

Neuer Sprachlicher Schlüssel zum Griechischen Neuen Testament

…Diese alttestamentlichen Stellen deuten Dinge an, die kommen werden. Im Epheserbrief finden wir die Erfüllung dieser Verheißungen. In seinem Gebet für die Epheser sagt Paulus:

„15 Darum lasse auch ich, nachdem ich von eurem Glauben an den Herrn Jesus und von eurer Liebe zu allen Heiligen gehört habe, 16 nicht ab, für euch zu danken und in meinen Gebeten an euch zu gedenken, 1 7 dass der Gott unseres Herrn Jesus Christus, der Vater der Herrlichkeit, euch den Geist der Weisheit und Offenbarung gebe in der Erkenntnis seiner selbst, 18 erleuchtete Augen eures Verständnisses, damit ihr wisst, was die Hoffnung seiner Berufung und was der Reichtum der Herrlichkeit seines Erbes in den Heiligen ist, 19 was auch die überwältigende Größe seiner Kraftwirkung an uns ist, die wir glauben, gemäß der Wirksamkeit der Macht seiner Stärke“ (Eph 1,15-19).

Da Jesus in Markus 12 die Worte von Mose wiederholt, sieht Paulus Christus als die Erfüllung aller Verheißungen des Alten Testaments. Jesus ist derjenige, der uns mit Gott versöhnt hat, indem er die Gebote seines Vaters vollkommen und von Herzen befolgte und die Strafe auf sich nahm, die wir als Gesetzesbrecher verdient haben. Jesus sendet auch den Heiligen Geist, der dem Gläubigen ein neues Herz gibt, das Gesetz auf dieses Herz schreibt und ihm neue Kraft und Sehnsucht gibt, Gottes Gebote zu befolgen. In Epheser 4, 5 und 6 beschreibt Paulus detailliert, wie das Leben als Christ als Folge davon aussehen wird.
Nichts könnte hoffnungsvoller und befreiender sein als das Bild, das uns in diesen drei Bibelstellen gezeigt wurde. Mein Leben wird nicht von meiner Erziehung, meinem körperlichen Zustand, meiner Bildung, meinen Emotionen oder irgendetwas anderem bestimmt! Weil Gott jede Vorsorge getroffen hat, um mein grundlegendes Bedürfnis — erlöst zu werden — zu stillen, kann ich Zuversicht und Freude haben, dass Veränderung für mich wirklich möglich ist. Mein größtes Problem und Hindernis — mein eigensinniges, sündiges Herz – ist behandelt worden! Gott hat mich erlöst und mir ein neues Herz gegeben.
Wie reagieren Sie auf die Umstände des Lebens? Wo sehen Sie gute Frucht in ihrem Leben? Wo sind Sie geduldig gewesen mit jemandem, der Sie zum Zorn gereizt hat? Wo haben Sie jemanden liebevoll angesprochen, der Sie eingeschüchtert hat? Welche schwierige Situation in der letzten Zeit hat Sie geprüft und gezeigt, dass Ihr Glaube echt ist? Welcher Segen in der letzten Zeit hat Sie geprüft und gezeigt, dass Ihr Glaube echt ist? Wählen Sie eine dieser Fragen aus und denken Sie darüber nach, was für ein Herz solche Frucht hervorbringt. Wie haben Sie klug in Ihrem Erlöser geruht und sich auf ihn verlassen? Worüber haben Sie gezielt Buße getan (abgelegt), und was haben Sie danach geglaubt (angezogen), das Sie zum Handeln angetrieben und ermutigt hat? Welche neu erkannten Wahrheiten über den Retter haben begonnen, Ihr Herz zu erfüllen und Ihr Leben zu verwandeln?

Timothey S. Lane – Alles anders – aber wie?

Das Kreuz auf Golgatha war das Nein des Menschen zu dem Christus, den der Vater gesandt hatte zum Heil der Welt. Er kam in sein Eigentum und wurde von den Seinigen nicht aufgenommen.

Obwohl er der Weg, die Wahrheit und das Leben war und niemand zum Vater kommen konnte als allein durch ihn, den Sohn, so entschied man sich dennoch gegen ihn: „Wir wollen nicht, dass dieser über uns herrschet.“ Golgatha war die Absage an ihn und seine Heilandsmission, die zu erfüllen er im Auftrage Gottes gekommen war.

Auf unser menschliches Nein antwortete jedoch Gott mit seinem göttlichen Ja. Auf unseren Karfreitag, den wir Jesum bereiteten, antwortete Gott mit seinem Ostern. Er rechtfertigte den von uns Verworfenen durch die Auferstehung, Hatten wir in unserer Mitte keinen Raum für ihn und für die Vollmachten, die er vom Vater zu unserer Erlösung empfangen hatte, Gott hatte Raum für den Sohn zur Rechten auf dem Thron seiner Majestät.

Lehnte eine alte Schöpfung es ab, dass er sie in das Königtum seines Vaters hineinziehen konnte, so setzte Gott ihn zum Anfang einer neuen Schöpfung. Er begann mit ihm und durch ihn die Gemeinde. Hinfort ist sie ein neuer Lebensraum innerhalb der Geschichte, auf den Christus allein Anspruch hat, gleichwie ein Haupt Anspruch hat auf die Glieder seines Leibes. „Du hast ihm Macht verliehen über alles Fleisch, damit er allen, die du ihm gegeben hast, das ewige Leben schenkte.“ Er wacht über sein Eigentum, damit die Pforten der Hölle die Gemeinde als seinen Lebensraum nicht zugrunde richten können.

Zum Apostel dieser Gemeinde sah sich besonders Paulus berufen. Durch ihn schuf sich Christus jenen Lebensraum, der in den Paulusbriefen als eine Behausung Gottes im Geist, als Leib Christi, als Tempel des Geistes, als Gottes Bauwerk und Ackerfeld bezeichnet wird. Der Apostel konnte seine Sendung zu Juden und Griechen in das anschauliche Bild kleiden: „Mit Hilfe der Gnade Gottes, die mir verliehen ist, habe ich wie ein kundiger Baumeister den Grund gelegt. Ein anderer baut darauf weiter. Ein jeder aber sehe zu, wie er weiter baut. Denn niemand kann einen anderen Grund legen als den, der gelegt ist, nämlich Jesus Christus.“

Von dieser Neuschöpfung spricht Paulus in seinen Briefen als von einem geoffenbarten Geheimnis: Christus und die Gemeinde. Christus ist ihm der zweite Adam, mit dem eine Neuschöpfung beginnen konnte. Professor D. Dr. Jeremias hat darauf aufmerksam gemacht, dass Jesus einundachtzig Mal in den Evangelien als „Menschensohn“ bezeichnet wird: vierzehn Mal im Markus-Evangelium, dreißig Mal bei Matthäus, fünfundzwanzig Mal bei Lukas und zwölfmal im Evangelium Johannes.

Auf Grund seiner Forschungen stellt er fest, dass die Selbstbezeichnung Jesu „bar-aenasha“, ein Wort, das Luther mit „Menschensohn“ übersetzt, mit dem Begriff „der neue Mensch“ wiederzugeben sei.

Der Menschensohn ist also nicht eine Niedrigkeits-, sondern eine Hoheitsbezeichnung Jesu. Das ist von Paulus am tiefsten und klarsten erfasst worden. Christus war ihm als der neue Mensch „der zweite Adam“, mit dessen Erscheinen und Auferstehung innerhalb der ersten eine Neuschöpfung durchbrechen konnte.

In derselben soll in ihrer geschichtlichen Erscheinung nicht die kreatürlich-sinnliche Seite herrschen über den Menschen, sondern der Geist soll herrschen über das Fleisch. Daher wagt Paulus im Römerbrief zu schreiben: „Drum sind wir, Brüder, nicht dem Fleische verpflichtet zu leben nach dem Fleische. Denn lebt ihr nach dem Fleisch, so müsst ihr sterben. Wenn ihr jedoch des Leibes böse Triebe durch den Geist tötet, so sollt ihr leben. Denn alle, die sich vom Geist Gottes leiten lassen, sind Söhne Gottes“ .

Christus ist also der neue Mensch, der zweite Adam, der aus der Welt Gottes heraus einst handelte und immerdar handelt. Er ist in die Welt der Sünde und des Todes getreten mit all ihren seelischen, kosmischen und dämonischen Bindungen, mit ihren dunklen Kräften und Wirkungen, um dort die Gottesherrschaft des Vaters zu offenbaren. Denn als der neue Mensch hat er, wie er es im hohenpriesterlichen Gebet bezeugt, vom Vater Vollmacht empfangen über alles Fleisch. Ist aber der neue Mensch, was ist dann sein gegenwärtiger Leib, seine Gemeinde, seine Kirche? Dann kann auch sie nichts anderes als eine werdende Neuschöpfung sein. Von dieser Schau aus spricht daher auch Paulus von Christus und seiner Gemeinde als ein Geheimnis. „So jemand mit Christus eins geworden ist, so ist er eine Neuschöpfung. Das Alte ist vergangen, ein Neues ist offenbar geworden. Dies alles aber ist Gottes Werk, der uns mit sich durch Christus versöhnt und uns den Dienst der Versöhnung gegeben hat.“ 96 Christus als Haupt hütet daher auch seine Vollmacht vom Vater, seine Fülle von Leben, seine ihm gewordene Herrlichkeit nicht wie einen Raub. Alles Empfangene macht er vielmehr zu einem Opfer und zu einem Dienst für die Gemeinde. Ist sie doch berufen, eines Tages in ihrer Gesamterscheinung und Vollendung den ganzen Christus Gottes in seiner vollen Sohneswürde und Herrschervollmacht zum Heile der Welt zu offenbaren.

Die Gemeinde als Gottes Neuschöpfung ist mithin in ihrem geschichtlichen Entstehen, in ihrem inneren Charakter, mit ihrem neuen Leben und in ihrer lebendigen Hoffnung aufs engste verbunden mit Christus, ihrem Haupte. Die Geschichte des Hauptes ist auch zur Geschichte der Glieder der Gemeinde geworden. Bei jeder Geburt wird jedes einzelne Glied dem Haupte auf demselben Wege nachgeboren, auf dem das Haupt den Durchbruch zum Leben fand. Christi Durchbruch war die Auferstehung. Sie erschloss ihm jene neue Welt Gottes, in welcher er mit seinem Auferstehungsleben der Anbruch einer neuen Schöpfung werden konnte. Es gibt daher auch nur da Gemeinde, deren Glieder auf Grund einer neuen Geburt, nicht aber auf Grund einer religiösen Handlung oder eines zweckmäßigen Zusammenschlusses Gleichgesinnter in die Gemeinschaft mit Christo hineingeboren sind.

Der Apostel Paulus bezeichnet daher die Gemeinde auch immer wieder als die Ekklesia, und die einzelnen Glieder als die Ekklektoi, als die Herausgerufenen.

Denn dieses Hineingeborenwerden ihrer Glieder in die Lebensgemeinschaft mit Christo bedeutet für sie nicht etwa nur eine heilsgeschichtliche Erkenntnis der Bedeutung Golgathas. Die große heilsgeschichtliche Gottestat auf Golgatha wurde auf Grund göttlicher Berufung auch zu einem inneren Heilserlebnis. Die Gemeinde ist daher in ihrem Entstehen, in ihrem Charakter, in ihrem Dienst und in ihrer Erwartung auch unendlich mehr als nur irgendeine zusammengerufene religiöse Versammlung. Das Wort Ekklesia hatte ursprünglich zwar eine rein politische Bedeutung. Mit jenem Wort wurde in den Städten oder Ortschaften jede politische Stadt- oder Ortsgemeinde bezeichnet, die man zur Beratung gemeinsamer Fragen zusammengerufen hatte. Paulus füllt den Begriff jedoch mit einem völlig neuen Inhalt. Ekklesia ist ihm weder eine politische Versammlung, noch ist sie ihm die Fortsetzung der jüdischen Synagoge. Auch wenn er gelegentlich die Gemeinde so stark als den Tempel Gottes bezeichnet, so war sie ihm doch etwas völlig Neues gegenüber dem alttestamentlichen Tempel. Sie ist ihm die durchs Evangelium herausgerufene, eine durch Christi Auferstehungsleben organisch verbundene Bruderschaft der Glaubensgemeinschaft, von welcher Christus das Haupt fürs Ganze und für jedes einzelne Glied ist.

Solch eine Neuschöpfung kann nicht vom Menschen aus geschaffen oder organisiert werden. Sie ist durch den Geist des Auferstandenen aus dem Todesleben der alten Schöpfung herausgeboren worden

Kroeker – Christus, wer bist du

Wir haben gesehen, dass die Quelle geistlicher Erleuchtung Gott und der entsprechende Kanal der Heilige Geist ist. Dabei geht es um die völlige Erkenntnis Gottes. Nun kommen wir zu den Organen der Erleuchtung: »Er erleuchte die Augen eures Herzens.«6
Dieser bildliche Ausdruck lehrt uns, dass das richtige Verständnis göttlicher Realität nicht davon abhängig ist, ob wir einen scharfen Intellekt besitzen. Vielmehr geht es um ein empfangsbereites Herz. Dies hat sowohl mit den Regungen des Herzens als auch mit dem menschlichen Geist zu tun. Gottes Offenbarungen werden denen gegeben, die ihn lieben. Das eröffnet jedem Gläubigen wundervolle Möglichkeiten, weil wir zwar nicht alle zu den intelligentesten Menschen gehören mögen, doch alle ein liebendes »Herz« haben können.
Als Nächstes nennt Paulus ausdrücklich drei Gebiete göttlicher Erkenntnis, die er bei den Heiligen vermehrt sehen möchte:»Die Hoffnung seiner Berufung.«»Den Reichtum der Herrlichkeit seines Erbes in den Heiligen.«»Die überschwängliche Größe seiner Kraft an uns, den Glaubenden.«
»Die Hoffnung seiner Berufung« weist auf die Zukunft hin; dieser Ausdruck meint unsere endgültige Bestimmung, die Gott für uns im Sinn hatte, als er uns berufen hat. Dieser Ausdruck schließt die Tatsache ein, dass wir für immer bei Christus sein und ihm gleich sein werden. Wir werden dem Universum als Söhne Gottes offenbart und mit Christus als seine makellose Braut herrschen. Wir hoffen darauf, und zwar nicht in dem Sinne, dass wir daran zweifeln müssten. Vielmehr ist dies ein Aspekt unserer Erlösung, der noch in der Zukunft liegt und den wir erwarten.
Der »Reichtum der Herrlichkeit seines Erbes in den Heiligen« ist die zweite unendliche Weite, die die Gläubigen erforschen dürfen. Man beachte, wie Paulus hier Worte aufhäuft, um den gewünschten Effekt der Erhabenheit und Größe hervorzurufen.

MacDonald – Kommentar zum Neuen Testament

Licht für die Augen deines Herzens –

Sha’ul verwendet eine interessante Metapher. Man würde erwarten, Licht für die Augen zu haben, aber „die Augen deines Herzens“? Es ist die Art des Rabbiners zu sagen, dass, während die meisten Dinge mit den physischen Augen beobachtet werden, es einen anderen Bereich der Ruach gibt, der nicht natürlich beobachtbar ist. Es ist im Herzen (hebr. Lev), dass der ganze Sitz der Emotionen und des spirituellen Lebens seinen Ursprung hat. Viele Gebete im jüdischen Gebetbuch (Siddur) flehen Gott an, unsere Augen für seine Tora der Wahrheit zu erleuchten. Es ist dieselbe Art von Erleuchtung, die notwendig ist, um das Werk und die Worte Jeschuas als König Messias wirklich zu verstehen.

Ein messianischer Kommentar: Rabbi Paulus erleuchtet die Epheser über den Wandel mit dem Messias Jeschua

Ich bete auch, dass die Augen eures Herzens erleuchtet werden, damit ihr die Hoffnung erkennt, zu der er euch berufen hat. NIV Für den Juden war das Herz der Kern der Persönlichkeit, die gesamte innere Person, das Zentrum des Denkens und des moralischen Urteils. Das Bild von den Augen des Herzens stellt die Fähigkeit dar, die Realität unserer Hoffnung zu sehen. Indem er die Verse 17 und 18 miteinander verbindet, betet Paulus, dass die Gläubigen Weisheit und Offenbarung erhalten, damit ihr Inneres ständig erleuchtet wird (das griechische Verb steht im Perfekt und bezieht sich auf eine vergangene Handlung mit kontinuierlichen Ergebnissen). Einige haben die Taufe als den Zeitpunkt dieser Erleuchtung identifiziert. Siehe Kolosser 1,12-13, was eine Taufliturgie sein könnte. Am wahrscheinlichsten ist, dass Paulus sich auf die Erleuchtung der Bekehrung bezieht (siehe 2. Korinther 4,4.6). So wie Gottes erster Akt in der physischen Welt darin bestand, Licht zu schaffen, wo nur Finsternis war (1. Mose 1,1-5), so gibt er dem neu geschaffenen Menschen Licht (Johannes 1,4.9) durch die Weisheit und Offenbarung des Geistes. Mit dieser Erleuchtung würden sie die Wahrheit von drei Realitäten erkennen:

„die Hoffnung, zu der er euch berufen hat“ (1,18)

„den Reichtum seines herrlichen Erbes in den Heiligen“ (1,18)

„seine unvergleichlich große Macht“ (1,19)


Zuerst betete Paulus, dass die Gläubigen mit der Wahrheit über ihre Zukunft erleuchtet werden (die Hoffnung, zu der er sie berufen hat NIV). Gläubige freuen sich sowohl auf ein zukünftiges Erbe (Kolosser 1,5) als auch auf Segnungen in dieser gegenwärtigen Welt (1,19; Kolosser 1,27) aufgrund einer Handlung Gottes in der Vergangenheit (Erwählung). Die Hoffnung der Gläubigen ist nicht ein vages Gefühl, dass die Zukunft positiv sein wird, sondern es ist die völlige Gewissheit, dass Gott alles tun wird, was er versprochen hat. Diese völlige Gewissheit kommt durch den Heiligen Geist (1,14). Wir erwarten, dass es geschieht, vertrauen darauf, dass Gott es herbeiführt, und warten geduldig auf seine Ankunft. (Mehr zur Hoffnung siehe Römer 8,23-24; Epheser 4,4; 1. Thessalonicher 1,3; 1. Petrus 3,15).

Life Application Bible Commentar

Die englische Übersetzung verdunkelt eine wichtige alttestamentliche Verbindung zurück zum göttlichen Rat. Das Wort für „Heilige“ in Vers 18 (und anderswo im Neuen Testament) ist hagioi, was „Heilige“ bedeutet. Paulus sagt den Ephesern, dass die Gläubigen ein herrliches Erbe unter den Heiligen haben.
Wir haben den Begriff „Heilige“ im Alten Testament bereits besprochen.3 Er wird für göttliche Wesen in Jahwes göttlichem Rat verwendet (z. B. Hiob 5,1; 15,15; Ps 89,5-7; Sach 14,5). Der hebräische Begriff ist qedoshim. Die Septuaginta, die griechische Übersetzung des Alten Testaments, die von den Autoren des Neuen Testaments verwendet wurde, übersetzt diesen Begriff mit hagioi, demselben Wort wie in Epheser 1,18. Wir haben auch schon gesehen, dass das Alte Testament qedoshim für Menschen verwendet – speziell für gläubige Israeliten -, die sich nicht schuldig gemacht haben, andere Götter anzubeten und die Katastrophe des Exils herbeizuführen (Ps 16,3; 34,8; vgl. Lev 26,14-33).
Wir haben früher, in Kapitel 30, gesehen, dass beide Verwendungen in einem entscheidenden Kapitel zusammenkommen – in Daniel 7. In diesem Kapitel empfing die zweite Jahwe-Gestalt in menschlicher Gestalt, der Menschensohn, ein ewiges Königreich von dem thronenden Alten der Tage. Das Königreich wurde auch den Heiligen gegeben – sowohl den göttlichen als auch den menschlichen (Dan 7:22, 27). Der Abschnitt vermittelte den Gedanken der gemeinsamen Herrschaft in Gottes Reich.
Paulus greift diesen Gedanken in seinem Brief an die Epheser wieder auf, wenn er sagt, dass wir ein Erbe unter den Heiligen haben. Wir sind nicht nur Erben und Kinder in Gottes göttlicher Familie, sondern wir erben das Recht, mit Jesus zu herrschen und zu regieren.

Heiser – The Unseen Realm: Recovering the Supernatural Worldview of the Bible

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