und was wäre wenn

Wenn aber Christus nicht auferweckt ist, so ist euer Glaube eitel; ihr seid noch in euren Sünden. Also sind auch die, welche in Christo entschlafen sind, verloren gegangen. Wenn wir allein in diesem Leben auf Christum Hoffnung haben, so sind wir die elendesten von allen (O. elender als alle) Menschen. (Nun aber ist Christus aus den Toten auferweckt, der Erstling der Entschlafenen;
Elberfelder 1871 – 1 Kor 15,17–20

Wenn aber Christus nicht auferweckt wurde, ist euer Glaube nichtig; ihr seid noch in euern Sünden! -Röm 4,25.
So gehen also auch die Entschlafenen in Christo verloren!
Wenn wir allein in diesem Leben solche sind, die auf Christum hoffen, sind wir die elendesten-a- von allen Menschen. -a) 2 Tim 3,12.
Jetzt aber, da Christus-a- auferweckt wurde aus Toten, ist Er der Erstling-b- der Entschlafenen. -a) 1 Petr 1,3.   b) Apg 26,23; V. 23; Kol 1,18; Offb 1,5.
Abraham Meister – Neues Testament – 1 Korinther 15,17–20

Doch wenn der Messias nicht erweckt ist, ist euer Glaube grundlos und ihr lebt noch in euren Verirrungen. Folglich sind auch die durch den Messias Entschlafenen zugrundegegangen. Falls wir lediglich in diesem Leben durch den Messias eine Erwartung gehabt haben, sind wir erbärmlicher als alle Menschen. Nun ist aber der Messias als Erstlingsgabe der schon Entschlafenen erweckt worden.
Gottes Agenda – Das Neue Testament urtextnah ins heutige Deutsch übersetzt von Andreas Eichberger – 1 Kor 15,17–20

Wenn aber Christus nicht von den Toten auferweckt wurde, ist euer Glaube nichts als Selbstbetrug, und ihr seid auch von eurer Schuld nicht frei. Ebenso wären auch alle verloren, die im Glauben an Christus gestorben sind. Wenn der Glaube an Christus uns nur für dieses Leben Hoffnung gibt, sind wir die bedauernswertesten unter allen Menschen. Tatsächlich aber ist Christus als Erster von den Toten auferstanden. So können wir sicher sein, dass auch die übrigen Toten auferweckt werden.
Hoffnung für Alle – 1 Korinther 15,17–20

ἠλπικότες Pf. Ptz. ἐλπίζω93 hoffen ἐν auf; umschrieb. Pf. (A249) ἠλπικότες ἐσμέν wir (haben unsere Hoffnung gesetzt und) hoffen (vgl. BDR § 3413; A243). μόνον gehört wohl zu ἠλπικότες ἐσμέν nur Hoffende sind/nur hoffen (= Genarrte sind; BDR § 3531; vgl. B 2a). ἐλεεινότερος Komp. v. ἐλεεινός bemitleidenswert, wohl in Bdtg. des Superlativs (A118,2), m. gen. comparationis (A168) bzw. partitivus (A164).
νυνί18 nun, jetzt. ἐγήγερται V. 4. ἀπ-αρχή Erstlingsgabe (term. tech. der Opfersprache: der Jahwe geweihte erste Teil der Naturerträge, durch dessen Darbringung das Ganze geheiligt wurde); übertr. Erstling/erster, m. gen. partitivus (A164); Obj.-Präd. (A65) als Erstling/erster. κε-κοιμημένων Pf. Ptz. Pass. V. 6; subst.

Neuer Sprachlicher Schlüssel zum Griechischen Neuen Testament

Diese Verse deuten darauf hin, dass Paulus die griechische Vorstellung von der Unsterblichkeit der Seele ohne leibliche Auferstehung ablehnt; wenn es keine leibliche Auferstehung gibt, dann folgt daraus die epikureische kategorische Leugnung eines Lebens nach dem Tod ( 15,32 ). (Trotz ihres Glaubens an ein Gericht war die griechische Lehre vom Leben der Menschen nach dem Tod als Schatten in der Unterwelt doch bestenfalls trübselig und konnte dem menschlichen Geist kaum den leidenschaftlichen Anreiz bieten, den die Auferstehung für Paulus darstellt.) Paulus konnte, wie es viele Pharisäer taten, an die Auferstehung und zugleich an eine Art zwischenzeitliche Existenz der Seele glauben. Doch wenn Gott keine künftige Hoffnung für den ganzen Menschen anbieten konnte, hätten Juden wie Paulus, die das körperliche Wesen der menschlichen Existenz anerkannten, an einer künftigen Hoffnung überhaupt gezweifelt.

Craig Keener – Kommentar zum Umfeld des Neuen Testaments

Hoffen wir allein in diesem Leben ans Christum, so sind wir die elendesten unter allen Menschen. – Nun aber ist Christus auferstanden von den Toten, und der Erstling geworden unter den Entschlafenen.

Damit wir die Ereignisse aus der Geschichte unseres hochgelobten Herrn recht begreifen, müssen wir uns daran erinnern, dass Er, obwohl Er Gott selbst war, in allen Taten und Begebenheiten Seines Lebens nicht Seine Gottheit in Wirksamkeit treten ließ, sondern sich zu der Stellung und zu den Kräften eines Menschen erniedrigte, in welchem Stande Er durch Glauben lebte wie andere Menschen. Seine Wunder z.B. wirkte Er als ein Mensch, nicht durch die Seiner göttlichen Persönlichkeit eigene Kraft, sondern durch die Kraft des heiligen Geistes. Und daher konnte Er sagen: „Wahrlich, „ ich sage euch, der, welcher an mich glaubet, wird die Werke auch tun, welche ich tue; und wird größere Werke denn diese tun.“ Dass Er wirklich ein Mensch war, und dass Er wie ein Mensch fühlte und litt, den Trost des heiligen Geistes bedurfte, und ihn durch Glauben empfing, ist eine Tatsache, welche uns Trost für uns und für andere Menschen gewährt, indem wir an Sein Leben und an alle die Lagen denken, welche Er durchmachte. In allen Tiefen des traurigen Daseins des gefallenen Menschengeschlechtes bleibt uns eine getroste Hoffnung, weil Er denselben Weg gegangen ist. Wahr ist es, Er unterschied sich darin von uns, dass Er ein sündloser Mensch war, und wir sind sündhaft. Aber Er hat unsere Sünden hinweggenommen und Gott vergibt uns. „So ist nun nichts Verdammliches an denen, welche in Christo Jesu sind.“ Unser Zustand ist der im zweiunddreißigsten Psalm beschriebene: „Selig ist der Mensch, dessen Übertretung vergeben, dessen Sünde bedecket ist. Selig ist der, welchem der Herr die Missetat nicht zurechnet.“ Er war sündlos, weil Er nie gesündigt hatte, und wir müssen den Muth haben, zu glauben, dass wir sündlos sind, weil unsere Sünden-getilgt sind. So ließ Er sich denn wahrhaftig in unsere Lage herab.
Und Er ertrug und überwand Alles durch die Kraft des heiligen Geistes. Er ward begraben, Er lag im Grabe. Und Er kam aus demselben hervor, nicht durch die Wirkung Seiner Gottheit, sondern weil Er als Mensch auf Gott vertraute und weil Gott Ihn heimsuchte. Daher hat Er das Licht der Hoffnung und der Zuversicht auf die Auferstehung in das Grab getragen und es als ein leuchtendes daselbst gelassen.
Wir blicken nun auf die, welche in Jesu entschlafen sind, und durch Glauben sehen wir sie von jenem Lichte umgeben, wartend wie Er wartete, bis dass Sein Vater Ihn heimsuchte.

Aber nicht allein das, sondern wir wissen, dass Er mit uns ist in allen Lagen unseres Lebens, worin wir geprüft und versucht werden. Wie der Vater mit Ihm war, so ist Christus mit uns. Wie Er durch keinen der Vorfälle, die Ihm in der Welt zustießen, von dem Vater geschieden ward – durch nichts, außer durch unsere Sünde, bis dass Er sie durch Sein Blut gesühnt hatte – so wissen wir nun seit jener Sühnung, die wir mit Ihm verbunden und mit Ihm eins gemacht worden sind, wie Er eins ist mit dem Vater, wir wissen, dass Er mit uns ist in allen Vorfällen, die uns zustoßen. Er ist in dem Allem mit uns, und Er wird mit uns sein und sollten wir selbst in den Staub der Erde gebettet werden und, wartend auf die Auferstehung, im Grabe liegen.

Dieser Tag ist ausgesondert zur Feier der Auferstehung des Herrn und um der Auferstehung der Heiligen entgegen zu schauen. Er starb wahrhaftig eben denselben Tod, welchen andere Menschen sterben. Seine Seele ward von Seinem Leibe abgesondert, und Er ist jenseits des Todes wieder erschienen.
Er brachte denselben Leib, in welchem die Sterblichkeit geherrscht hatte, lebendig wieder ans Licht, nicht mit dem wieder erlangten alten Leben, sondern mit einem neuen Leben, das Ihm Sein Vater gab. Als wahrhaftiger Mensch, wie Er zuvor gewesen war, geistlich, doch nicht in einen Geist verwandelt. Er zeigte Seinen Jüngern Seine verwundeten Hände und Seine durchstochene Seite. Er unterredete sich mit ihnen mit der Stimme und mit den Worten eines Menschen. Er aß vor ihren Augen nach Seiner Auferstehung. Seine Auferstehung hat Ihn uns nicht entfremdet oder in die Ferne gerückt. Er ist noch einer von den Brüdern. Aber Er hat uns gezeigt, wie wir durch Ihn von dem Fleisch und Blut befreit werden sollen, welches in das Himmelreich nicht eingehen kann. Durch den Tod und durch die Auferstehung ging Er in das Himmelreich ein. Und Er will uns auf demselben Pfade in dasselbe Reich bringen. Durch den Tod und durch die Auferstehung, oder durch jene Verwandlung, welche der heilige Paulus als gleichgeltend bezeichnet, werden wir in Seine Herrlichkeit eingehen. Denn als Er in die Höhe fuhr, legte Er die kreatürliche Gestalt nicht ab, welche Er angenommen hatte, sondern als Mensch fuhr Er in die Höhe und als Mensch sitzet Er mit dem Vater auf Seinem Throne.
Durch dasselbe Band Seiner wahren Menschheit, welche Ihn eins mit uns auf Erden machte, ist Er noch mit uns verbunden.

Er ist der Erstgeborne aus den Toten-. Das bedeutet, dass auch viele Andere aus den Toten geboren werden sollen.
Er wird der Erstgeborne unter vielen Brüdern genannt, das besagt, dass die vielen Brüder nach Ihm hervortreten werden.
Er war der „Erstling von den Entschlafenen.“ Die Erstlingsfrucht wurde um ein Kleines vor der Ernte geerntet und sie wurde unter dem Gesetze Gott dargebracht, zum Zeichen, dass die Ernte herbeigekommen sei und um dadurch die Früchte der Ernte zu heiligen. So erstand Jesus als der Erstling von denen, welche entschlafen sind, zum Zeichen, dass die Auferstehung nahe sei, und zur Bereitung des Weges für die Ernte Gottes aus der Erde, welches die Auferstehung derer ist, welche mit Seinem Sohne vereinigt sind.

Heinrich Thiersch – Beiträge zum Verständnis der christlichen Lehre

Aufgrund des Sündenfalls hatte Satan die rechtmäßige Herrschaft über uns alle. Was meine ich damit? Aufgrund von Adams Sünde „breitete sich der Tod über alle aus“ (Römer 5:12). Die Schlange wurde verflucht, hinuntergeworfen, um über das Reich der Toten zu herrschen – die Unterwelt, oder was wir als Hölle bezeichnen. Aufgrund des Sündenfalls ist jeder dazu bestimmt, zu sterben und in das Totenreich zu gehen – wo der Teufel regiert.

Das alles änderte sich, als Jesus das erste Mal kam und Gottes Plan der Erlösung erfüllte, indem er am Kreuz starb und von den Toten auferstand. Der erste Schritt zur Wiederherstellung von Eden war die Bereitstellung eines Mittels für die Menschheit, um dem Fluch des Todes zu entkommen. Alle, die glauben, die zu Mitgliedern der Familie und des Reiches Gottes gemacht werden, sind nicht länger Geiseln des Fluches des Todes und des Herrn der Toten. Das ist der Grund, warum Jesus, als er seinen Dienst der Wiederbelebung des Reiches begann (Lukas 10,1-9), sagte: „Ich sah den Satan wie einen Blitz vom Himmel fallen“ (Lukas 10,18). Jesus wusste, dass sein Tod und seine Auferstehung die Schuld des Sünders bezahlen und Satan keinen Anspruch mehr auf unsere Seelen haben würde. Das Reich Gottes war der Anfang vom Ende für den Herrn der Toten.

Wir müssen uns wieder daran erinnern, wer wir sind – und woher unsere Identität kommt. Die Gläubigen, gemeinsam als Gemeinde, werden der Leib Christi genannt. Und der Leib Jesu wurde auferweckt. Wir werden auferstehen, weil er auferstanden ist (1 Korinther 15,20-23). Er ist der Erstgeborene unter den Toten. Wir sind „die Versammlung der Erstgeborenen, die im Himmel eingeschrieben sind“ (Hebräer 12,22-24). Wie Johannes sagte: „So viele ihn aber aufnahmen, denen, die an seinen Namen glauben, denen gab er Macht, Kinder Gottes zu werden“ (Johannes 1,12 LEB). Satan hat keinen Anspruch auf die Kinder Gottes, weil sie aus dem Tod auferstehen werden. Es gibt keinen Grund, die Lebenden im Reich der Toten zu suchen.

Michael S. Heiser – Überirdisch – Was die Bibel wirklich über Gottes himmlische Herrscharen sagt

Es wurde in den alten Prophezeiungen vorhergesagt, dass er auferstehen würde, und es ist durch viele Augenzeugen bewiesen worden, dass er auferstanden ist.
Wenn man der Annahme zustimmen würde, dass es keine Auferstehung der Toten gebe, würde das den wichtigsten Beweis des Christentums zerstören, und damit würde es:
2.1 Die Verkündigung vergeblich machen. „ ‚Wir [Apostel] werden aber auch als falsche Zeugen Gottes erfunden.‘ Wäre nicht alle unsere harte Arbeit vollkommen vergeblich? Wenn Christus nicht auferweckt wurde, ist das Evangelium ein Witz; dann ist es leer und wertlos.“
2.2 Den Glauben der Christen vergeblich machen, denn nur durch seinen Tod und sein Opfer für die Sünde kann Vergebung zugesprochen werden. Wenn er unter der Macht des Todes geblieben wäre, wie hätte er uns dann von dessen Macht retten können? Wie vergeblich wäre überdies der Glaube an Christus? Es hätte keine Rechtfertigung oder Rettung gegeben, wenn Christus nicht auferstanden wäre.
Es würde auch folgen, dass „die in Christus Entschlafenen verloren“ sind. Diejenigen, welche die Auferstehung leugneten, verstanden den Tod so, dass er die Vernichtung und Auslöschung der Person bedeutete, nicht bloß des leiblichen Lebens. „Angenommen, es gibt keine Auferstehung, keinen Stand und kein Leben danach, dann sind gestorbene Christen vollkommen verloren. Wie vergeblich wäre unsere Religion und unser Glaube gemäß dieser Annahme!“
Ferner würde daraus folgen, dass die geistlichen Diener und Knechte Christi „die elendesten unter allen Menschen“ wären, „wenn sie nur in diesem Leben auf Christus hoffen“ (Vers 19). Wenn es keine Auferstehung oder keinen Stand des zukünftigen Lohns gäbe und wenn all ihre Hoffnungen auf Christus nur innerhalb der Grenzen dieses Lebens lägen, sind sie unter viel schlimmeren Bedingungen als der Rest der Menschheit. Unter diesen Bedingungen wäre es besser, alles andere als ein Christ zu sein. Sie haben viel größere Schwierigkeiten als andere in diesem Leben, wenn sie keine weitere Hoffnung haben noch irgendeine bessere. Christen sind durch ihre Religion dieser Welt gekreuzigt und werden gelehrt, auf der Grundlage der Hoffnung auf eine andere zu leben.

Der Neue Matthew Henry Kommentar

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