‚Alleroberheiligste‘

Und du sollst einen Vorhang (W. ein Scheidendes. So auch v 33u 35) machen von blauem und rotem Purpur und Karmesin und gezwirntem Byssus; in Kunstweberarbeit soll man ihn machen, mit Cherubim. Und hänge ihn auf (W. setze (tue) ihn; so auch nachher) an vier Säulen von Akazienholz, überzogen mit Gold, ihre Haken von Gold, auf vier Füßen von Silber; und hänge den Vorhang auf unter die Klammern; und bringe dorthin, innerhalb des Vorhanges, die Lade des Zeugnisses. Und der Vorhang soll euch eine Scheidung machen zwischen dem Heiligen und dem Allerheiligsten. (W. dem Heiligen der Heiligen.
Elberfelder 1871, Exodus 26,31–33

„Lass einen Vorhang aus gezwirntem Leinen anfertigen, der künstlerisch mit Cherubim aus blauer, roter und karmesinroter Wolle bestickt ist.  Den sollst du an vier Säulen aus Akazienholz hängen, die mit Gold überzogen sind, Haken aus Gold haben und auf silbernen Bodenplatten stehen. Häng den Vorhang an die Haken. Er soll das Heilige vom Höchstheiligen trennen. Hinter den Vorhang stellst du die Bundeslade
Neue evangelistische Übersetzung 2019 – Ex 26,31–33

Dann möchte ich, dass du einen großen Vorhang machen lässt, der nur aus ganz edlem Zeug hergestellt wurde, und zwar aus sehr gutem Leinenstoff. Auf diesen Vorhang sollen mit blauer, roter und weinroter Farbe Bilder von Engeln gesprayt werden. Der Vorhang wird mit goldenen Nägeln an vier Eichenholzpfosten aufgehängt. Diese Pfosten sind mit Gold überzogen worden und stehen in einer silbernen Halterung. Der Vorhang soll unter die Stelle von der Zeltplane, an der die zwei Hälften mit goldenen Haken zusammengemacht sind. Dieser Vorhang soll meine Wohnung in zwei Zimmer unterteilen. Hinter den Vorhang kommt die Kiste mit den Gesetzen. Auf der Seite ist der ganz besondere Teil, das ‚Alleroberheiligste‘. Auf der anderen Seite ist dann der ‚normale heilige‘ Teil.
VolxBibel – 2.Mose 26,31–33

Der innere Vorhang sollte aus prächtig gefärbtem Garn und Leinen, so wie die 10 Vorhänge über der Stiftshütte mit einer reichen Stickerei mit Cherubim, hergestellt werden. Der Vorhang, der an vier Stangen an goldenen Haken hing (mit Gold überzogen und mit silbernen Füßen ; vgl. V. 18-21 ), teilte die Stiftshütte in zwei Abteilungen. Im inneren Hof, dem Allerheiligsten , war die Bundeslade und ihr Deckel (vgl. 2Mo 25,10-22 ) aufgestellt. Im äußeren Teil, dem Heiligtum , stand der Tisch (mit den Schaubroten; vgl. 2Mo 25, 23-30 ) und der Leuchter (vgl. 2Mo 25,31-39 ). Im Heiligtum befand sich auch der noch später erwähnte Räucheraltar ( 2Mo 30,1-10 ).

Die Bibel erklärt und ausgelegt – Walvoord Bibelkommentar

Der Vorhang (2 Mose 26,31-35)
Nach Hebräer 10,20 stellt der Vorhang, der das Heilige vom Allerheiligsten trennte, Christus im Fleisch gekommen dar. Er wurde gewoben
• aus blauem Purpur (ein Bild dessen, der vom Himmel herabgestiegen ist)
• aus rotem Purpur (redet von dem, der nach den Leiden die universelle Herrlichkeit empfängt)
• aus Karmesin (Farbe des Blutes, das an seine Leiden erinnert, aber auch an seine Herrlichkeit als der Messias Israels) und
• aus Byssus (Menschheit und vollkommener Wandel Jesu)
Das alles sind Charakterzüge des Herrn Jesus, die uns in besonderer Weise in den vier Evangelien (vier Säulen), aber auch auf allen anderen Seiten des Wortes Gottes vorgestellt werden.
Viele haben die Herrlichkeit des Fleisch gewordenen Wortes nicht erkannt. In der Tat, der Vorhang verhüllte die Bundeslade, aber dieser Vorhang wurde aufgrund des Werkes am Kreuz von oben bis unten zerrissen (vergleiche auch mit Heb 10,19-22). Johannes konnte sagen, dass es solche gegeben habe, die mit ihm, dem Apostel «seine Herrlichkeit angeschaut» haben, «eine Herrlichkeit als eines Eingeborenen vom Vater, voller Gnade und Wahrheit» (Joh 1,14).
Der Vorhang musste mit Cherubim verziert werden, wodurch angezeigt wurde, dass der Herr alles erforscht, von allem Kenntnis nimmt und alles richtet (Offenbarung Kapitel 1 bis 3). Diese Cherubim erinnerten in einer Hinsicht an jene im Garten Eden und zeigten, dass der Zugang zum Heiligtum noch verschlossen war. Heute aber, nachdem der Vorhang zerrissen ist, hat uns Jesus den Zugang zur Gegenwart Gottes selbst geöffnet (Lk 23,45; Heb 10,19-22).

Halte fest 1960

An der Westseite des Heiligen hing der zweite Vorhang, der diesen Raum vom Allerheiligsten trennte, wo die Schechina der Herrlichkeit wohnte. Er hing an goldenen Haken, an vier Säulen von Akazienholz, überzogen mit Gold, die auf Füssen von Silber standen. Dieser Vorhang war vom gleichen Material wie der Vorhang am Eingang des Heiligen und hatte dieselben Farben, doch war noch das Muster von Cherubim eingewoben (2 Mose 26,31.32).
Durch diesen zweiten Vorhang durften die gewöhnlichen Priester, die Söhne Aarons nie hindurchgehen, und der Hohepriester selbst nur einmal im Jahr, das heisst, am jährlich wiederkehrenden grossen Versöhnungstag, wenn er mit Blut und Räucherwerk hineinging, um Sühnung für die Sünde zu tun (3 Mose 16; Heb 9,7)
So war also, gemäss dem am Sinai gegebenen Gesetz, der Wohnort des HERRN vor den Blicken und dem Zugang des Menschen verborgen. Der Weg ins Allerheiligste war damals noch nicht offenbart. Der Vorhang verbarg Gott vor dem Menschen und hinderte diesen, in seine Gegenwart zu treten.

Halte fest 1975

Der zerrissene Vorhang
Redete Gott mit erschütterndem Ernst durch die „verfinsterte Sonne“ zu allen Menschen auf Erden, durch die „bebende Erde“ zu dem Volk der Juden im Heiligen Lande, so redete Er durch „den zerrissenen Vorhang“ vorzugsweise zu den verblendeten Hohenpriestern und Schriftgelehrten, sowie zu den Teilnehmern an den festlichen Gottesdiensten Jerusalems: „Und siehe, der Vorhang des Tempels zerriß in zwei Stücke von oben bis unten“ (Mt 27,51 a). Jeder Priester konnte sich persönlich im Tempel davon überzeugen und es dem Volk von Jerusalem bestätigen: der Vorhang, die Scheidewand zwischen dem Heiligen und dem Allerheiligsten (2 Mose 26,31ff), war zerrissen. Nun stand das Allerheiligste, zu dem sonst der Hohepriester nur einmal im Jahre Zutritt hatte (3 Mose 16,34), aufgedeckt und offen da.
Der zerrissene Vorhang hat aber auch symbolische Bedeutung; er redet zu uns allen. Denn Christus, als Hoherpriester der zukünftigen Güter, des neuen Bundes, ist mit Seinem eigenen Blut ein für allemal in das Heiligtum eingegangen, als Er eine ewige Erlösung erfunden hatte (Heb 9,11. 12). Nun haben wir, die wir Sein sind, Freimütigkeit zum Eintritt in das Heiligtum durch das Blut Jesu. Er allein hat uns diesen Eintritt ermöglicht auf dem neuen und lebendigen Wege, welchen Er uns eingeweiht hat durch den Vorhang hin, das ist Sein Fleisch (Heb 10,19ff).
Zu diesem oberen Heiligtum, zum Gnadenthron Gottes, des Vaters, hat aber – und das ist das unsagbar Große und Herrliche – auch der ärmste Sünder unmittelbaren Zutritt. Der zerrissene Vorhang gibt ihm den Weg frei. Jeder, der die drückende Last persönlicher Sünde und Schuld fühlt, darf kommen und seine Bürde ablegen. Denn, nachdem Jesus Christus durch Sich Selbst die Reinigung der Sünden bewirkt, hat Er sich zur Rechten der Majestät in der Höhe gesetzt (Heb 1,3). Daher vermag Er auch völlig zu erretten, die durch Ihn Gott nahen, indem Er immerdar lebt, um sich für sie zu verwenden (Heb 7,25; Röm 8,34). Das ist Evangelium, frohe Botschaft, die uns Gott Selber durch Seine gewaltige Karfreitagspredigt in so erschütterndem Ernst und auf so einzigartige Weise verkündet.

Hilfe und Nahrung – 1976

Der Schleier – 2. Mose 26: 31–35 Und du sollst einen Schleier aus blauem, violettem, scharlachrotem und feinem Leinen machen; mit Cherubim soll das Werk des geschickten Arbeiters gemacht werden. Und du sollst es an vier mit Gold überzogenen Akaziensäulen hängen; Ihre Haken sollen aus Gold sein, an vier Sockeln aus Silber. Und du sollst den Schleier unter den Verschlüssen aufhängen und die Lade des Zeugnisses in den Schleier bringen; und der Schleier wird dir zwischen dem heiligen Ort und dem heiligsten trennen. Und du sollst den Gnadenstuhl auf die Lade des Zeugnisses am heiligsten Ort legen. Und du sollst den Tisch ohne Schleier und den Leuchter gegen den Tisch auf der Seite des Tabernakels nach Süden stellen; und du sollst den Tisch auf die Nordseite stellen. Das vierte Merkmal der Stiftshütte war der Schleier, der das Allerheiligste vom Heiligen Ort trennte. Die Bundeslade wurde in das Allerheiligste gelegt. Dies war ein besonderer Raum, in den nur der Hohepriester eintreten durfte, und dann nur an einem Tag des Jahres, um das Blut des Opfers darzubringen. Am Versöhnungstag ging er zweimal in das Allerheiligste; Das erste Mal trat er ein, um das Blut für seine eigenen Sünden anzubieten, und das zweite Mal, um das Blut für die Sünden des Volkes anzubieten. Vers 33 besagt, dass der Zweck des Schleiers darin bestand, das Allerheiligste, das die Bundeslade und die Gegenwart der Schechina-Herrlichkeit enthielt, vom heiligen Ort zu trennen, der den Schaubrottisch auf der Nordseite, den Leuchter, enthielt nach Süden und der Weihrauchaltar. Die Bedeutung des Schleiers ist, dass er ein Symbol für das Prinzip des Zugangs zu Gott war; es markierte auf zwei Arten einen Trennungspunkt. Erstens trennte der Schleier, der das Allerheiligste vom Heiligen Ort trennte, auch den Hohepriester von allen gemeinsamen Priestern; nur der Hohepriester durfte durch diesen Schleier gehen. Diese Trennung bedeutete, dass nur ein Mann, aus einer Familie, aus einem Stamm, aus einer Nation, aus der ganzen Welt jemals in die Gegenwart Gottes eintreten durfte. Selbst für ihn war es nur ein Tag des ganzen Jahres, der Versöhnungstag. Zweitens symbolisierte es eine Trennung zwischen Gott und Mensch, indem niemand Zugang zur Gegenwart Gottes hatte, außer diesem einen Wesen. Es war dieser Schleier, der sich im Moment des Todes Jesu von oben nach unten spaltete (Mat. 27:51). Das Zerreißen oder Zerreißen des Schleiers zeigte, dass die Trennung zwischen Gott und Mensch jetzt durch den Tod Jeschuas gebrochen worden war; Jetzt haben alle Zugang zu Gott durch Glauben (Hebr 9,12; 10,19-22). Das Zerreißen des Schleiers bedeutete, dass der Zugang zu Gott nicht länger auf einen Mann, aus einer Familie, aus einem Stamm, aus einer Nation, aus allen Nationen der Welt beschränkt war. Alle haben Zugang zu Gottes Gegenwart, indem sie Jesus als Messias annehmen. Weil es der Tod Jeschuas war, der die Trennung beendete und das Zerreißen des Schleiers verursachte, war dieser Schleier auch das Symbol des Leibes Jesu (Hebr 10,20). Durch den Tod seines Körpers wurde dieser Zugang nun gewährt.

Arnold Fruchtenbaum

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