nicht viel – aber genug

Das Mehl im Topfe ging nicht aus, und das Öl im Kruge nahm nicht ab, nach dem Worte Jehovas, das er durch Elia geredet hatte.
Elberfelder 1871 – 1.Könige 17,16

der Mehltopf wurde nicht alle,
dem Ölkrug mangelte es nicht,
gemäß SEINER Rede, die er durch Elijahu geredet hatte.
Buber – 1.Könige 17,16

Der Mehlkasten wurde nicht leer, und dem Oelkruge mangelte nichts, nach dem Worte Jehova’s, das er geredet hatte durch Elia.
van Ess 1858 – 1.Könige 17:16

Die Witwe erkannte, daß Elia ein Israelit war, und rief zu Jahwe, er solle bestätigen, daß sie kein Brot hatte; sie hatte nur ein wenig Mehl und Öl, gerade genug für eine letzte Mahlzeit für ihren Sohn und sich selbst . Hier war eine heidnische Frau in Phönizien, die an den Herrn glaubte; sie sagte, sie glaube, daß er lebe ( So wahr der HERR, dein Gott, lebt ; vgl. V. 1 ; 1Kö 18,10 ).
Elia beruhigte ihre Angst vor ihm, ihrem Hunger und ihrem drohenden Tod. Er bat sie, zuerst ihn zu speisen, und dann mit dem, was übrig blieb, sich selbst und ihren Sohn. Dann gab er ihr ein Versprechen aufgrund der Autorität des Wortes Gottes: Sie würde Essen haben bis zum Ende der Dürre!

Die Bibel erklärt und ausgelegt – Walvoord Bibelkommentar

Im Gehorsam gegenüber dem Wort des Herrn reiste Elia nach Zarpat, das an der Mittelmeerküste zwischen Tyrus und Sidon liegt. Dort hatte Gott für ihn eine heidnische Witwe vorbereitet, die ihn ernähren sollte. Zunächst zögerte sie, weil sie nur genug Essen für sich und ihren Sohn hatte. Doch der Prophet befahl ihr, zuerst einen kleinen Kuchen für ihn zu machen. Indem sie das tat, setzte sie Gott auf praktische Weise an die erste Stelle. Als sie gehorchte, lernte sie die kostbare Lektion, dass diejenigen, die Gott an die erste Stelle setzen, nie an Notwendigem Mangel leiden. Ihr Topf mit Mehl und ihr Krug Öl wurden nicht mehr leer. Jesus hob hervor, dass Elia zu einer heidnischen Witwe geschickt wurde, und zu keiner der vielen israelitischen Witwen (Lk 4,26).
Während der Dürre sorgte der HERR für seinen Propheten auf sehr demütigende Art und Weise – zuerst durch unreine Vögel und dann durch eine heidnische Frau, die dazu noch eine arme Witwe war. Der König in seinem Palast musste darben, aber Elia hatte alles, was er brauchte. Der Mann Gottes, der der Stimme Gottes gehorcht, wird immer mit allem Notwendigen versorgt, ganz gleich, welche Verhältnisse um ihn herum herrschen.

MacDonald – Kommentar zum Alten Testament

Ahab hatte dem Vegetations- und Wettergott [298] der Phönizier in Samaria einen Baalstempel erbaut. Dadurch konnte das Vertrauen des Volkes zum Herrn allein leicht abgelenkt werden. Wurde doch gerade Baal als „Herr des Himmels“ für den Spender der Fruchtbarkeit angesehen. Sein Herrschaftsgebiet und das der Liebesgöttin Aschera war ja die Natur mit ihrem reichen Liebesleben in der mannigfaltigen Pflanzen- und Tierwelt. Opferte man neben Jahve auch ,,Baal“, so konnte man annehmen, dass das Gedeihen der Herden, die Fruchtbarkeit der Äcker, der Ertrag der Weinberge und die Ernte der Olivengärten um so reicher sein werde.
Israels König und Volk sollte jedoch durch die angekündigte Gerichtsdürre zu der tiefen Erkenntnis geführt werden, dass auch ihr Land Jahves Land ist, und dass dessen Fruchtbarkeit und Segen allein durch Ihn bestimmt wird. Darin lag die Gnade im Gericht für Israel. Denn auch die verschiedenen Gerichtswehen in Israels Geschichte waren keine blinden Zufälligkeiten und wilde Schicksalsschläge, sondern jedesmal gnädige Heimsuchungen Gottes. Israel erlebte in seiner Geschichte immer auf jenen Gebieten am schwersten seine Gerichte, wo seine tiefste Schuld und größten Verirrungen lagen. Das war im Lichte Gottes gesehen für die Zukunft Israels weit mehr Gnade als Gericht. Denn in Gottes Augen war [299] es immer noch besser, durch Gericht zum Leben zu gelangen, als ohne Gericht zu Grunde zu gehen.

Kroeker – Das lebendige Wort Band 5

Die Witwe in Zarpat (1 Könige 17,7-24)
Zarpat oder Sarepta gehörte zu Phönizien, nicht zu Israel. Aber die Hungersnot, die über den gottlosen Ahab und sein Volk kam, war bis an jenen Ort gedrungen. Als der Bach vertrocknete, an dem Gott seinen Knecht Elia durch Raben hatte verpflegen lassen, sah sich der HERR nach einer Witwe um, der Er gebieten konnte, Elia zu versorgen. In einer Hungersnot, wenn alle Vorräte aufgebraucht sind, auch noch für einen Mann kochen, weil er ein Mann Gottes ist, dazu brauchte es Glauben. Bei den «vielen Witwen in Israel» (Lk 4,25.26) fehlte offenbar diese Voraussetzung.
Aber ist es nicht ermunternd zu sehen, wie gut Gott diese Witwe in Sarepta kannte? «Die Augen des HERRN durchlaufen die ganze Erde, um sich mächtig zu erweisen an denen, deren Herz ungeteilt auf ihn gerichtet ist» (2. Chr 16,9). Er hatte den Glauben in ihr gewirkt und nun Verbindung mit ihr. Daher liess Er auch Prüfungen des Glaubens über sie kommen, um diesen zu stärken.
Sie ist mit ihrem Sohn dem Hungertod nahe. Als Elia zu ihr kommt, zeigt sich, was in ihrem Herzen lebt. Auf seine Bitte holt sie ein wenig von dem so raren Wasser. Und was tut sie, als er ihr noch zuruft: «Bereite mir zuerst einen kleinen Kuchen … und dir und deinem Sohn bereite danach zu. Denn so spricht der HERR, der Gott Israels: Das Mehl im Topf soll nicht ausgehen, und das Öl im Krug nicht abnehmen»? In gläubigem Vertrauen auf dieses Wort geht sie hin und bereitet zuerst für den Knecht des HERRN einen Kuchen, also eigentlich für Gott, der ihn zu ihr gesandt hat.
Wie wurde Er durch diese Hingabe, durch diesen demütigen Gehorsam geehrt! Er blieb ihr nichts schuldig. Bis zum Ende der Hungersnot durfte sie erleben, wie Gottes Hand täglich in ihrem Mehltopf und Ölkrug wirksam war. Auch die erschütternden Erlebnisse des Sterbens und der Auferweckung ihres Sohnes waren weitere Mittel, um die Erkenntnis der Grösse des Gottes Israels und der Zuverlässigkeit seines Wortes in ihr zu fördern. Ja, so wurde das bescheidene Heim dieser Witwe der Ort, wo Er sich in jenen Tagen offenbarte!

Halte fest 1982

Allein während der andauernden Dürre vertrocknete auch der Bach, aus dem der Bote Gottes trank. Denn die Mittel, die Gott je und je braucht, um seine Knechte zu segnen, sind ebenfalls nur vergänglicher Natur und oft den Gesetzen der Zeit unterworfen. Aber Gott, der die Mittel wählt, sieht über diesen Gesetzen und ist Herr auch der Mittel, durch die Er zu segnen vermag. Er war auch hier in der Versorgung seines Knechtes nicht an den Bach Krit gebunden. Als dieser unter der herrschenden Dürre vertrocknete, da sandte Er Elia ins Land der Sidonier zu einer Witwe in der Stadt Sarpat.

Und der Prophet ging. Allein auch das Land Phönizien war bereits von der Hungersnot ergriffen worden. Und als der Prophet der Witwe beim Holzsammeln begegnete, die ihm im Auftrage Gottes während der noch übrig gebliebenen Gerichtszeit dienen sollte, und sie bat: „Bringe mir doch auch einen Bissen Brot,“ da antwortete sie ihm: „So wahr Jehova, dein Gott, lebt, ich habe nichts Gebackenes, sondern nur eine Handvoll Mehl im Fass und ein wenig Öl im Kruge. Und siehe, ich habe ein paar Hölzer aufgelesen und gehe hin und will mir und meinem Sohne etwas zurichten, dass wir essen und darnach sterben11).“

In diesen Worten drückte sich die Hoffnungslosigkeit und Verzweiflung ihrer Seele aus. Zu solch einer [35] Witwe sah sich Elias gesandt. Er ließ sich jedoch durch die Worte des Weibes nicht entmutigen, denn die Worte seines Gottes hatten ihm etwas anderes gesagt. Gott hatte ihn nach Zarpat gesandt und gesagt: „Bleibe daselbst, siehe, ich habe daselbst einer Witwe geboten, dass sie dich mit Nahrung versorge!“

Gewiss waren diese Augenblicke auch für Elias eine schwere Glaubensprobe. Einerseits das klare Wort des Herrn, und andererseits die völlige Mittellosigkeit und innere Verzagtheit der Witwe, die ihn während der Dürre versorgen sollte. Sollte er etwa Gott nicht verstanden haben? Oder sollte sich etwa Gott geirrt haben in der Person, die ihm dienen sollte? Welche innerlichen Kämpfe sich auch immer in der Seele des Propheten zunächst abspielten, alsbald sprach er mit der Gewissheit, wie nur ein in Gott zur Ruhe gekommener Glaube zu sprechen vermag: „Fürchte dich nicht! Geh hin und mache es, wie Du gesagt hast; doch mache mir zuerst ein kleines Gebackenes davon und bringe mirs heraus; aber dir und deinem Sohne sollst du hernach auch etwas machen.“

Und nachdem er dieses gesagt hatte, fügte er die wunderbare Verheißung hinzu: „Denn also spricht Jehova, der Gott Israels: Das Mehlfass soll nicht leer werden, und das Öl im Kruge nicht mangeln bis auf den Tag, wenn der Herr auf Erden wird regnen lassen!“

Wie oft standen sich im Leben der Knechte und Mägde Gottes, die sich senden ließen, empfangene göttliche Offenbarung und die sie umgebenden Verhältnisse in direktem Gegensatz gegenüber. Klar und ohne [36] misszuverstehen war der Auftrag Gottes an Elia gewesen, nach Zarpat zur Witwe zu gehen, der Gott einen Auftrag gegeben hatte, ihn zu versorgen. Trostlos und ohne Hoffnung waren die äußeren Verhältnisse und der innere Zustand der Witwe, zu der der Prophet sich gesandt sah. Da fragte es sich für den Propheten, wie er sich angesichts dieser Gegensätze innerlich einstellen wolle, ob auf den Auftrag hin, den er von Gott empfangen hatte, oder auf die Verhältnisse hin, die er in Zarpat vorfand. Was sollte das Entscheidende für ihn sein, der Auftrag Gottes oder die Macht der Verhältnisse?

Wie nahe hätte es gelegen, sich auf die trostlosen Verhältnisse einzustellen und sich zu sagen: Gott kann dich unmöglich hierher gesandt haben. Hätte Elias das getan, sein Glaube wäre bei jener Gelegenheit nicht der Sieg gewesen, der die Welt überwand. Er hätte versagt und sich unfähig erwiesen, jener armen Witwe mit ihrem Sohne in der Stunde ihrer Not als ein Bote des Lebens zu dienen und ihr jenen Quell zu erschließen, der auch in der Dürre nicht versagen würde.

Aber Elia blieb auf Gott hin eingestellt auch angesichts der Verhältnisse, die er in Zarpat vorfand. Sein Vertrauen behielt seinen Pol in dem Verheißung swort seines Gottes. Sprach zunächst auch alles dagegen, so verlor er doch nicht die innere Ruhe, die er in Gott gefunden hatte. Da wurden ihm diese Verhältnisse zur Gelegenheit für einen seiner köstlichsten Dienste. Zunächst erlebte er eine Gottesoffenbarung, die in der Fassung, [37] die der Prophet ihr gab, bis heute zu einer unversiegbaren Trostquelle für manche Zagende geworden ist.

Wie oft hat das wunderbare Wort: „Und das Mehlfass soll nicht leer werden und das Öl im Kruge nicht mangeln bis auf den Tag, wenn der Herr auf Erden wird regnen lassen“, den Blick bedrängter Seelen von der sie umgebenden Not abgelenkt hin zu dem, der größer ist als jede Not. Wäre nicht zur rechten Stunde dieser Glaubensblick für sie gekommen, sie wären unter ihren Verhältnissen zusammengebrochen und ein Opfer der Not geworden.

Der Prophet hatte der Witwe zwar viel zugemutet, als er sie bat, hinzugehen und ihm zuvor etwas zu backen und zu bringen. Das Wenige, das sie noch besaß, sollte sie zunächst noch an einen Fremdling abgeben und alsdann erfahren, dass das Mehlfass nicht leer wird, und das Öl im Kruge nicht aufhören wird zu fließen. Allein das Weib brachte dieses Opfer, überwand innerlich alle Zweifel und Bedenken und ging hin und diente dem Propheten. Da blieb die Antwort Gottes nicht aus.

Sie sah hinfort Tag für Tag die Erfüllung jener wunderbaren Verheißung , die ihr durch den Mund Elias geworden war. Sie durfte erleben, wer dem Herrn Vorhandenes zu opfern vermag, der gibt sich auch in Zeiten der Dürre nicht aus.

Jakob Kroeker – Gottes Segensträger

Der Vorrat war gerade für ein letztes Essen – und dieser Vorrat blieb genau das – für jeweils ein letztes Essen…
Wir würden es ja gern sehen, wenn der Segen bedeuten würde, dass unsere Vorratsschränke voll wären – aber wenn es nur genug für den heutigen Tag ist, dann sind wir meist enttäuscht. Oder? Aber lehrte Jesus nicht beten, um Brot für diesen Tag zu bitten? Warum sind wir dann darauf aus, das kommende Jahr abgedeckt zu wissen?

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