Schätze oder Respekt vor Gott

Besser wenig mit der Furcht Jehovas, als ein großer Schatz und Unruhe dabei.
Elberfelder 1871 – Spr. 15,16

Besser wenig Hab und Gut, aber in der Furcht Gottes, als großen Reichtum und Unruhe dabei.
Bruns 2013 – Sprüche 15,16

Es ist besser, keine Kohle zu haben, aber dafür Respekt vor Gott, als voll viel Geld zu haben und sich ständig über alles Mögliche Sorgen machen zu müssen.
VolxBibel – Sprüche 15:16

… Allgemein würde ein Mensch Wohlstand (Überfluß) der Armut vorziehen. Aber wenn er arm ist (ein wenig; vgl. Sprüche 16,8 ) und die Furcht des Herrn (siehe Kommentar zu Sprüche 1,7 ) hat, ist diese Kombination gewiß dem Wohlstand vorzuziehen, wenn das Geld Aufruhr ( m+hUmCh ; vgl. Jes 22,5 : „Tumult“; 5Mo 7,23 : „Verwirrung“; 1Sam 14,20; Hes 7,7 : „Panik“; Sach 14,13 ) mit sich bringt.
Die Aussage in Sprüche 15,16 bedeutet, (a) daß der erwähnte Wohlstand keinem gehört, der den Herrn fürchtet, und (b) daß die Gottesfurcht Frieden verleiht, nicht Verwirrung.

Die Bibel erklärt und ausgelegt – Walvoord Bibelkommentar

Ein Vers, der uns auch Sprüche 15, 16 begegnet, wo es heißt: Es ist besser ein wenig mit der Furcht des Herrn, denn großer Schatz, darin Unruhe ist. So thöricht und sündlich die Faulheit ist, so ist doch die Vielgeschäftigkeit, die aus der Gier, immer mehr zu besitzen, entspringt, nicht minder thöricht und sündlich. Der Jammer dessen, der beide Fauste voll hat, ist die Sucht nach Mehr und das Beneiden derer, die mehr haben. Dem gegenüber ist zu preisen die Ruhe dessen, der zwar nur eine Hand voll hat, aus der Hand in den Mund leben muß, sich aber bei seiner fleißigen Arbeit um das tägliche Brot das Leben nicht verbittert durch die wilde Jagd nach den Gütern dieser Welt und durch das Scheelsehen auf diejenigen, die bessere Tage haben. Wenn der Verfasser in seiner Zeit das gottselige, ruhige Leben in stillem, neidlosem Fleiß schmerzlich vermißte, so ist ja leider auch in unsrer Zeit Grund genug Klage zu fühlen, sowohl über widerwärtigen Müßiggang vieler Unbemittelten, deren ganze Lebensweisheit in der Spekulation auf die Taschen der Reichen besteht, als auch über die neidvolle, gierige Hast zu erwerben, die so Viele nicht zur innerlichen Ruhe kommen läßt, sondern sie vom Hundertsten in’s Tausendste jagt. Der Herr erwecke und mehre in uns den stillen, genügsamen Sinn, der da erwirbt, als erwerbe er nicht, und zufrieden ist, wenn er Nahrung und Kleiber hat. Es ist ein groß Gewinn, sagt Paulus, wer gottselig ist und lässet ihm genügen. Denn wir haben nichts in die Welt gebracht, darum offenbar ist, wir werden auch nichts hinausbringen. Wenn wir aber Nahrung und Kleider haben, so lasset uns begnügen. Denn die da reich werden wollen, die fallen in Versuchung und Stricke und viel thörichter und schädlicher Lüste, welche versenken die Menschen in’s Verderben und Verdammniß.

Carl Wilhelm Emil Quandt – Eine Auslegung des Prediger Salomo

Besser eine Handvoll Befriedigung als zwei Handvoll Arbeit, die dem Wind nachjagt. Besser ein bescheidenes Einkommen aus mäßiger, ruhiger Arbeit als doppelt so viel durch Mühsal und Aufregung verdient. Sprüche 15,16 drückt im Wesentlichen denselben Gedanken aus, führt aber einen religiösen Faktor ein: „Lieber ein wenig in der Furcht des Herrn als ein großer Reichtum in der Verwirrung.“

Der JPS-Bibelkommentar

Besser ist wenig mit der Furcht des Jehovas,
als ein großer Schatz und Mühe damit.
17 Besser ist ein Essen von Kräutern, wo Liebe ist,
als ein gestauter Ochse und Haß damit.

Wer seine Freude im Herrn gefunden hat, kann den lieben alten Heiligen gut verstehen, der auf seinem bescheidenen Brett ein Stück Brot, eine Zwiebel und ein Glas Wasser ausbreitete und dann freudig Gott für „all dies und Jesus“ dankte! Es ist besser, viel besser, wenig auf Erden zu haben und Ihn zu kennen und in Seiner Furcht zu bleiben, als große Schätze und vielfältigen Luxus zu haben, gepaart mit Mühe und Hass. So dachten Daniel und seine Gefährten, als sie sich weigerten, sich mit der Speise des Königs zu verunreinigen (Dan. 1).

Ironside 1908 – Notes on the Book of Proverbs

Das scheint kein fairer Vergleich zu sein. Großer Reichtum ist trotz aller Unruhen immer noch großer Reichtum (15:16). Denken Sie daran, was Sie damit alles machen können: ein Ferienhaus, ein Boot, ein schönes Auto, eine erstklassige Ausbildung. Mit all dem Reichtum können Sie sich sogar aus den Turbulenzen herauskaufen. Was ist das alles im Vergleich zur Furcht vor dem Herrn?5 Diese Furcht kann man nicht sehen und auch nicht auf der Bank einlösen. Das ist kein fairer Vergleich, denn die Furcht des HERRN ist viel wertvoller. Der Träger hat das Recht, erwartungsvoll und täglich zu Gottes Thron zu kommen, um die Weisheit und andere Ressourcen für diesen Tag zu erhalten, Segnungen, die nicht durch Schwierigkeiten beeinträchtigt werden (siehe 10,22). Es macht nichts aus, wenig zu haben, wenn man weiß, wo man mehr bekommt (15,16). Reichtum scheint einen großen Vorrat an Unruhen mit sich zu bringen, den Geld nicht beseitigen kann. Diejenigen, die den Herrn fürchten, können ihre Sorgen bei Gott deponieren und auf seine Hilfe vertrauen. „Wenig ist viel, wenn Gott darin ist.“

Lennox – Sprüche: ein Bibelkommentar in der wesleyanischen Tradition

Wie stehe ich zu materiellen Werten? Und wie ist es mit meinem Verhältnis zu Jehova? Was ist mir wichtiger?

Ich erinnere mich noch an folgende Aussagen:

Von Anfang an bestand Russell darauf, daß bei den Zusammenkünften der Versammlung keine Kollekte durchgeführt und auch in den Veröffentlichungen der Watch Tower Society nicht um Spenden gebeten wird.

Die Suche der Menschheit nach Gott

EINMAL wurde Bruder Charles T. Russell von einem Geistlichen der reformierten Kirche darauf angesprochen, wie die Aktivitäten der Bibelforscher eigentlich finanziert werden.
„Wir erheben keine Kollekte“, erklärte Bruder Russell.
„Und wie kommen Sie dann zu Geld?“, wollte der Geistliche wissen.
„Wenn ich Ihnen die schlichte Wahrheit sage“, entgegnete Russell, „werden Sie es kaum glauben können. Interessierten Personen wird kein Kollektenteller unter die Nase gehalten. Aber es ist ihnen klar, dass Ausgaben entstehen. Sie sagen sich: ‚Dieser Saal kostet doch etwas. . . . Ob ich wohl eine Kleinigkeit beisteuern kann?‘ “
Der Geistliche sah Bruder Russell ungläubig an.
„Ich sage Ihnen die reine Wahrheit“, fuhr Russell fort. „Ich werde tatsächlich öfter gefragt: ‚Wie kann ich für diese Sache eine Kleinigkeit beisteuern?‘ Wer vom Herrn gesegnet wird, möchte das, was er hat, für den Herrn verwenden. Wenn er nichts hat, warum sollten wir ihn dann zum Spenden drängen?“

Gottes Königreich regiert

Angesichts dessen ist interessant, wie Tertullian (ca. 155 bis nach 220 u. Z.) Zusammenkünfte einiger seiner Zeitgenossen kommentierte, die bemüht waren, das Christentum zu praktizieren. Er schrieb: „Auch wenn es eine Art Kasse gibt, wird sie nicht aus Antrittsgeldern zusammengebracht, so als wäre die Religion käuflich. Ein bescheidenes Scherflein steuert jeder einzelne bei an einem bestimmten Tag im Monat oder wenn er will und falls er überhaupt will und falls er überhaupt kann. Denn niemand wird gezwungen, sondern man zahlt aus freien Stücken“ (Verteidigung des Christentums, XXXIX, 5). In den Jahrhunderten danach haben sich die Kirchen der Christenheit auf jedes nur denkbare Vorhaben eingelassen, um für ihre Unternehmungen Geld zu beschaffen.
Charles Taze Russell lehnte es ab, die Kirchen nachzuahmen. Er schrieb: „Nach unserer Beurteilung ist Geld, das auf verschiedene Weise im Namen des Herrn erbettelt wurde, für ihn anstößig und unannehmbar, und es bringt weder dem Geber noch dem vollbrachten Werk Segen ein.“
Bruder Russell versuchte nicht, sich bei Wohlhabenden einzuschmeicheln, sondern erklärte vielmehr deutlich, daß in Übereinstimmung mit der Schrift die meisten Diener des Herrn arm an weltlichen Gütern, aber reich an Glauben seien (Mat 19:23, 24; 1 Kor 1:26-29;Jak 2:5). Statt hervorzuheben, daß für die Verbreitung der biblischen Wahrheit Geld benötigt werde, betonte er, wie wichtig es sei, den Geist der Liebe zu entwickeln, den Wunsch zu geben und den Wunsch, anderen besonders dadurch zu helfen, daß man mit ihnen über die Wahrheit spreche. Guten Verdienern, die vorschlugen, sich hauptsächlich ihren Geschäften zu widmen, um finanziell mehr beitragen zu können, sagte er, daß es besser sei, diese Tätigkeit einzuschränken und die Wahrheit zu verbreiten, indem sie von sich selbst und ihrer Zeit gäben.

Niemand ist jemals aufgefordert worden, etwas zu dieser Kasse beizusteuern: alle Spenden müssen freiwillig sein. Wir erinnern unsere Leser an die Worte des Apostels Paulus (1 Kor 16:1, 2) und bekräftigen sie, indem wir sagen, daß denen, die geben können und es auch tun, um die Wahrheit zu verbreiten, gewiß mit geistigen Gaben vergolten wird.“

Jehovas Zeugen — Verkündiger des Königreiches Gottes

und heute?

Der beschlossene monatliche Spendenbetrag für die Versammlung, auf den in den Bekanntmachungen für die Versammlung Bezug genommen wird, basiert auf einem vom Zweigbüro vorgeschlagenen monatlichen Betrag pro Verkündiger. Mit Beginn des nächsten Dienstjahres wird dieser vorgeschlagene Betrag auch die Kosten für die Videoausrüstung in Königreichssälen abdecken.

Bekanntmachungen 08-2021

Es ist also nicht wichtig, welche Einstellung zu materiellen Dingen ich einmal hatte, sondern welche Einstellung ich heute habe!

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